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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Endlich: nach der Landarztquote die Amtsarztquote



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Relaxometrie
06.09.2026, 21:55
Langsam habe ich den Eindruck, Chinesisch zu reden. So schwer kann es doch nicht sein, meine Argumentation wenigstens zu verstehen. Man muss sie ja nicht teilen.

Was heißt "auch was geschenkt bekommen"?

Aber das sind doch Normalitäten? Soll denn jeder, der Biologie oder Germanistik studiert und leider keinen job gefunden hat, auch was geschenkt bekommen mit der Erklärung, er hätte ja mit 18 gar keine Vorstellung haben können, wie hart der Job Markt mit der Entscheidung mal sein wird?
Der LAQ-Student bekommt das Studium zwar kostenlos, wie alle anderen Medizinstudenten auch. Aber was bekommt er geschenkt? Weil Du fragst, ob die Studenten anderer Fächer "auch etwas geschenkt bekommen sollen".

Bei jeder Wahl einer Berufsausbildung kann es passieren, dass man hinterher keinen passenden Job bekommt oder feststellt, dass es einem doch nicht mehr passt. Dann kann man aber straflos eine andere Ausbildung anfangen oder sucht sich halt einen Job, der zwar nichts mit dem ursprünglich anvisierten Job/ Themenfeld zu tun hat, aber einem halt einen ausreichenden Lebensunterhalt ermöglicht.

Bei der LAQ kostet einen aber die Erkenntnis, dass es doch nicht passt, 250.000€. Wenn man es früh genug merkt, kann man das Medizinstudium allerdings immerhin noch abbrechen, dann wird die Vertragsstrafe nicht fällig, wenn ich richtig informiert bin.

Und ja, ich weiß und sehe es auch so: wer den Vertrag unterschreibt, ist volljährig und wird zu nichts gezwungen.
Trotzdem: es wird ausgenutzt, dass diese Kandidaten dermaßen auf das Medizinstudium fixiert sind und deswegen erstmal alles unterschreiben. Hinterher landen sie in Arbeitsbedingungen, die schlicht und ergreifend oft nicht mehr tragbar, die sie nicht antizipieren konnten und jetzt aber hinnehmen müssen (oder eben die Vertragsstrafe zahlen).

In meiner Denkweise ein himmelweiter Unterschied zum Germanisten, der als Taxifahrer endet.

Anstatt wilde LAQ-Verträge auszuhandeln, sollten Politik und Selbstverwaltung die Arbeitsumstände in der Niederlassung so verbessern, dass die Ärzte freiwillig aufs Land gehen.

Dooly
06.09.2026, 22:50
Ich oute mich mal als jmd, der offensichtlich unbewusst zur "vulnerablen" Gruppe gezählt hat. Hatte das Angebot in Ungarn Medizin zu studieren und danach Hausarzt in Sachsen zu werden (Weiterbildung hätte man irgendwo machen können, nur 5? Jahre als FA dann in Sachsen außerhalb der 3 großen Städte). Habe mich dagegen entschieden, weil ich nicht wusste, ob ich mich auf Allgemeinmedizin festlegen möchte. Klar war auch, wenn ich in ~12 Jahren erstmal 5 Jahre in Sachsen arbeite, wird es mit Familie etc. auch halbwegs sesshaft werden, also eine noch größere Entscheidung.
Deswegen habe ich mich dagegen entschieden. Konnte dann woanders auch studieren, aber habe gemerkt, dass mein "Traum" Grenzen hat und ich denke, den Gedanken kann man erwarten, wenn man das Angebot annimmt.Die langfristige Bindung ist meiner Meinung nach gar nicht der interessante Streitpunkt sondern, dass die Bedingungen nachträglich einseitig verändert werden können und die Höhe der Vertragsstrafe. Was hätte es dich gekostet, wenn du die 5 Jahre nicht in Sachsen arbeitest?