Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 3 Stellen bis zum Facharzt normal?
Tabellarisch muss nicht sein, können auch Sätze sein mit den Zahlen, die dann auch im Logbuch stehen.
Wichtig ist auch die Dokumentation der jährlichen Weiterbildungsgesprache für die Ärztekammer. Wenn man das vergisst, muss man vor der Prüfung den ehemaligen Chefs nachlaufen und um Unterschriften betteln.
Mein alter Chef wollte diese Gespräche mit jährlicher Dokumentation der Zahlen und Inhalte auch garnicht machen aufgrund des Arbeitsaufwand. Seine Idee war es, dass am Ende alles nachzutragen. Habe dann doch darum gebeten (um etwas Struktur in die Weiterbildung zu bringen) und er war wenig erfreut, hat es aber gemacht.
Physioanatom
25.03.2021, 21:35
Ok, danke für die Antworten bis hierher!
Also, dann führe ich Ende des 1. Weiterbildungsjahres ein Weiterbildungsgespräch mit dem Chef und lasse mir die Fallzahlen zu den gemachten Untersuchungen/Eingriffen von ihm unterschreiben. Korrekt ?
Noch eine Frage: Ich bewerbe mich bereits bei kleineren Krankenhäusern in der Umgebung. Ich bin derzeit an einer Uniklinik. Ich möchte in erster Linie aufgrund des rauhen Umgangs hier weg.
Bei zwei Chefarztgesprächen habe ich bereits gemerkt, dass das Argument rauher Umgangston + Steile Hierarchien als Wechselgrund nicht so gut ankam.
Wir sollen zeitintensive Lehraufgaben wahrnehmen (v.a. Fortbildungen). Ich habe festgestellt, dass ich darauf in dem Umfang keine Lust habe. In einem Gespräch wurde auch das als Grund zu Wechseln bemängelt (auch die steilen Hierarchien).
So langsam frage ich mich, wie ich denn am besten den Wechsel an ein kleineres KH in derselben Gegend rechtfertigen kann?
Bonnerin
25.03.2021, 21:53
Über die Abteilung motzen, in der man gerade ist kommt immer sehr schlecht an. Denn daraus wird direkt geschlossen, dass du genauso über die nächste Abteilung reden wirst und negatives Feedback will keiner.
Wechselgründe: Klein-KH XYZ macht so viel mehr Spezial-OPs im Bereich ABC, was du super-toll findest. Kürzerer Pendelweg. Kleineres/familiäreres Team, individuelleres Feedback und engere Teamarbeit, auch interdisziplinär. Du willst mehr Zeit rein fachlich verbringen anstatt mit Lehre/Forschung - in dem Zusammenhang auch sowas wie "nur an die Uniklinik gegangen, damit ich meine Diss fertig stellen konnte..."
Wechselgründe: Klein-KH XYZ macht so viel mehr Spezial-OPs im Bereich ABC, was du super-toll findest. Kürzerer Pendelweg. Kleineres/familiäreres Team, individuelleres Feedback und engere Teamarbeit, auch interdisziplinär. Du willst mehr Zeit rein fachlich verbringen anstatt mit Lehre/Forschung - in dem Zusammenhang auch sowas wie "nur an die Uniklinik gegangen, damit ich meine Diss fertig stellen konnte..."
Yup, genauso ist es.
Manch einer nimmt auch Leute, die negatives über den alten Laden sagen, aber dann ist man klar 2. Wahl und die Stimmung von Anfang an negativ beeinflusst. Also nix negatives sagen.
Lieber sagen, warum man jetzt da anfangen möchte.
Eines muss einem ja auch klar sein: viele Chefs kommen ja auch von der Uni. Die haben dort teils viel geackert um nun da zu sein wo sie jetzt sind. Und dann kommt ein Bewerber und macht dem potentiellen Chef dessen altes System madig mit dem der groß geworden ist. Viele Chefs die von der Uni kommen kapieren ja auch gar nicht dass es auch andere Dinge im Leben gibt als die Medizin. "Man muss leben für die Chirurgie" hat ein Ex-Chef immer gesagt. Klar. Als Assistenzarzt einer Klitsche ohne große Ambitionen für Forschung, Chefarztposition etc. Aber das verstehen manche Chefs nicht.
Physioanatom
28.03.2021, 22:03
Vielen Dank für die Antworten. Ich nehme mit als Quintessenz: Nichts negatives über die alte Stelle sagen.
Also, dann sage ich an einem kommunalen KH am ehesten: Ich wünsche mir ein kleines, familiäres Team mit enger Zusammenarbeit in der Abteilung. Im besten Fall wünsche ich mir auch individuelles Feedback durch die Oberärzte. Und ich möchte mich einfach vollständig auf die Medizin konzentrieren und nicht so sehr durch Lehre/Forschung abgelenkt werden/ in Anspruch genommen werden.
Noch was?
Familie, Partnerschaft vor Ort, Hausbau/kauf..
Familie, Partnerschaft vor Ort, Hausbau/kauf..
Freunde, Arbeitsweg (ÖPNV, kürzere Zeit etc.), guter Ruf der Klinik in der man sich bewirbt (-> dann sollte man aber tatsächlich auch wissen was die tun), usw.
Physioanatom
09.04.2021, 11:57
Danke für die Antworten ! Das hat mir weiter geholfen.
Noch etwas, was ich mich frage: Gelegentlich liest man von kurzen Unterbrechungen zwischen 2 Stellen. Wie werden diese bewertet im Lebenslauf? Zum Beispiel, wenn man 1 Monat als berufliche Auszeit, zum Umziehen und Eingewöhnen an eine neue Umgebung, für die Doktorarbeit etc. nehmen möchte?
Was wäre mit 2 oder sogar 3 Monaten ?
Das wird okay sein. Bei mehr als drei fragt
manch Personaler, was du denn gemacht hast. Irgendwann Ist auch der längste Umzug vorbei.
Dann wird dich niemals wieder jemand einstellen. Als Arzt muss man am 31. seinen letzten Nachtdienst machen und am 1. um 7 Uhr in der nächsten Klinik auf der Matte stehen.
Nein, im Ernst, wie stellst du dir das denn vor? Wenn man die nächste Stelle schon während der anderen organisiert, ist es eh egal. Wenn man sich aus der Arbeitslosigkeit bewirbt, wird man natürlich gefragt, was man seit der Kündigung gemacht hat, wenn die schon ein paar Monate her ist. Da gibts aber kaum falsche Antworten. Urlaub machen, Zeit für die Familie nehmen, alles kein Problem. Wenn es in der Stadt eher mehr Bewerber als Stellen gibt, ist es den Chefs auch klar, dass man vielleicht nicht sofort eine neue Stelle gefunden hat, das kann schon mal mehrere Monate dauern. Nur faulenzen oder Burnout verarbeiten klingt natürlich nicht so gut. Und es sollte nicht so aussehen, als wäre man schon bei vielen Bewerbungen gescheitert.
Physioanatom
20.04.2021, 17:45
Ok, danke. Das ist ja beruhigend. Wird bei mir sehr wahrscheinlich nicht auf mehr als 2 Monate hinauslaufen.
Will der Chef bei der neuen Stelle denn in der Regel das Weiterbildungszeugnis nach 1 Jahr bisher absolvierter FA-Ausbildung sehen? Also die genauen Inhalte, was man bisher gemacht hat?
Und ein Arbeitszeugnis im Allgemeinen?
Ja klar, dein Arbeitszeugnis (=Weiterbildungszeugnis) gibts du ab. Am besten wäre es schon vorher zu klären, wie die Weiterbildung abläuft/welche fehlenden Inhalte zu machen sind&wann. Bekanntlich gibts dafür mind. 1x pro Jahr ein Gespräch (mit Unterschrift des Weiterbildenden und dir). Würde das auf jeden Fall ansprechen.
Ja klar, dein Arbeitszeugnis (=Weiterbildungszeugnis) gibts du ab.
Was hat denn ein Arbeitszeugnis mit einem Weiterbildungszeugnis zu tun? Das könnte das Gleiche sein, muss es aber nicht. Meine Arbeitszeugnisse sind lang und es steht viel drin, das Weiterbildungszeugnis besteht aus sehr wenigen Sätzen und verweist bzgl. der Inhalte dann aufs Logbuch.
Und wieso sollte man das Weiterbildungszeugnis abgeben? Ok, kurz: ich habs nie abgegeben. Und bei einem Arbeitszeugnis ist auch die Frage ob und wann man es bekommt. Oft ja erst deutlich nachdem man aus einem anderen Betrieb ausgeschieden ist. Bei mir war es zumindest immer so. War auch egal.
Physioanatom
09.05.2021, 18:53
Ok, danke, ich entnehme dem, dass man das Weiterbildungszeugnis und das Arbeitszeugnis abgeben kann oder auch nicht.
Muss man das Logbuch dem neuen Arbeitgeber vorlegen ?
und noch eine Frage: Was erfährt denn der neue Arbeitgeber über meinen Abschied vom alten Arbeitgeber.
Z.B. ob A) ich selbst gekündigt habe,
B) mein Vertrag ausgelaufen ist,
C) ich einen Aufhebungsvertrag unterschrieben habe
D) ich einen Aufhebungsvertrag mit Verlängerung unterschrieben habe.
E) etc.
Danke im Voraus !
Rahmspinat
09.05.2021, 19:08
Ok, danke, ich entnehme dem, dass man das Weiterbildungszeugnis und das Arbeitszeugnis abgeben kann oder auch nicht.
Muss man das Logbuch dem neuen Arbeitgeber vorlegen ?
und noch eine Frage: Was erfährt denn der neue Arbeitgeber über meinen Abschied vom alten Arbeitgeber.
Z.B. ob A) ich selbst gekündigt habe,
B) mein Vertrag ausgelaufen ist,
C) ich einen Aufhebungsvertrag unterschrieben habe
D) ich einen Aufhebungsvertrag mit Verlängerung unterschrieben habe.
E) etc.
Danke im Voraus !
Indem du es ihm selbst sagst oder er deinen alten Arbeitgeber anruft.
Was hat denn ein Arbeitszeugnis mit einem Weiterbildungszeugnis zu tun? Das könnte das Gleiche sein, muss es aber nicht. Meine Arbeitszeugnisse sind lang und es steht viel drin, das Weiterbildungszeugnis besteht aus sehr wenigen Sätzen und verweist bzgl. der Inhalte dann aufs Logbuch.
Und wieso sollte man das Weiterbildungszeugnis abgeben? Ok, kurz: ich habs nie abgegeben. Und bei einem Arbeitszeugnis ist auch die Frage ob und wann man es bekommt. Oft ja erst deutlich nachdem man aus einem anderen Betrieb ausgeschieden ist. Bei mir war es zumindest immer so. War auch egal.
Bei mir war es bei der WB immer so: Arbeitszeugnis=WB-Zeugnis. Die WB Zeugnisse waren lang, ähnlich einem Arbeitszeugnis nur ergänzt durch Inhalte der WB Ordnung. Die Zahlen kamen direkt rein oder Verweis aufs Logbuch.
Bei allen meinen Kollegen war es ebenso während der WB: Arbeitszeugnis=WB-Zeugnis. Höre jetzt zum ersten Mal, dass sowas getrennt rausgegeben wird. Vllt war das früher so.
Warum brauch dein neuer Arbeitgeber WB-Zeugnis (=Arbeitszeugnis meistens) und Logbuch? Na, damit er dir die fehlenden Inhalte beibringt. Zumindest nach der Theorie der WB-Ordnung...
Arbeitszeugnis muss auf den letzten Arbeitstag datiert sein, meist kriegt man es erst später. Zeugnisformalien kann man woanders diskutieren
@daCapo: bei der BLÄK gibt es ein Musterweiterbildungszeugnis unter https://api.blaek.de//content/medien//db6llz5zir1524808786gwnrvbpqil301/musterzeugnis.rtf
Das kann man super einfach für jede Fachrichtung anpassen, da steht alles drin was zwingend erforderlich ist. Aufgrund eigener Erfahrungen mit Behörden kann ich jedem nur dringend empfehlen exakt das abzuliefern was von der entsprechenden Behörde gefordert wird in möglichst exakt dem Formular das die entsprechende Behörde zur Verfügung stellt.
Bevor ich also Wochen/Monate/Jahre auf ein Zeugnis vom Arbeitgeber warte, schreib ich diese Vorlage um auf die Realität (Name, Geburtsdatum, Zeiten etc.) schick es der Sekretärin die es dem Chef vorlegt und alles ist erledigt und "behördensicher". So hab ich quasi alle Arbeitszeugnisse innerhalb von <24h bekommen. Und beantrage ggf. zusätzlich ein "qualifiziertes Arbeitszeugnis". Denn wehe es steht im Arbeitszeugnis zu viel drin das falsch gedeutet werden könnte... daher hab ich den Abschnitt "persönliche Anmerkungen" immer ersatzlos gestrichen. Das kann einem ja quasi gar nicht positiv gewertet werden. Es geht beim Facharzt ja nur um eine Erfüllung von Mindestanforderungen.
Aber das kann jeder machen wie er/sie will. Ich bin damit bei der BLÄK ziemlich unkompliziert gefahren und ich glaub das allein will schon was heißen ;-)
@Physioanatom: ein Weiterbildungszeugnis nach oben genanntem Muster ist in aller Regel für den Arbeitgeber uninteressant. Das hat ja keinen zusätzlichen Inhalt. Was da drin steht hast du ja eh schon in deinem Lebenslauf geschrieben. Letztlich entspricht das Weiterbildungszeugnis nach dem Muster ja eher einem einfachen Arbeitszeugnis. Interessanter sind jedoch qualifizierte Arbeitszeugnisse, wobei viele Arbeitgeber verstehen wenn man vom aktuellen Arbeitgeber kein Qualifiziertes vorweisen kann weil man ja dem Arbeitgeber nicht gesagt hat dass man gehen will und nur das qualifizierte Arbeitszeugnis vom Vor-Arbeitgeber mitschicken kann.
Was der Arbeitgeber erfährt ist ein spannendes Thema. Prinzipiell erstmal was du selbst erzählst. Aber: ich hab bei einer Stelle erst paar Jahre später erfahren dass sich mein neuer Chef mit meinem ehemaligen Chef ausgetauscht hatten. Mei, ist halt so. Ich hab die Stelle ja bekommen. War das erlaubt? Ich weiß es nicht, Grauzone, gefühlt eher nicht in D, in den USA z.B. wäre das üblich. Hätte ich es erfahren wenn ich die Stelle nicht bekommen hätte? Wahrscheinlich nicht. Was kann man daraus lernen? Eigentlich auch nichts. Heutzutage ist es so dass ich Arbeitgeber bei einer Ablehnung meist auf völlig sinnlose Floskeln zurückziehen weil sie sonst befürchten müssen verklagt zu werden. Also lieber nix zugeben. Denn stell dir mal vor sie würden schreiben "Dein aktueller Chef sagt du bist ein Depp, daher wollen wir dich nicht" oder "Du bist eine Frau im typischen gebährfähigen Alter daher wollen wir dich nicht", solche Sachen wären zwar ehrlich aber mit maximalem Klagepotential.
Aha... Vllt schon was länger her alles. War auch nie bei der BLÄK.
Ich kenne nur Logbuch und Weiterbildungszeugnis (=Arbeitszeugnis).
Und noch nie anders gesehen.
Noten und selbst kleinere formale Fehler interessieren die Ärztekammern nicht bei der Zulassung zur Prüfung, nur Inhalte. Kenne niemanden, der da Probleme hatte.
Feuerblick
10.05.2021, 09:02
War bei uns auch so: Weiterbildungszeugnis für die FA-Prüfung enthielt die Formalien (Anstellung in Vollzeit, Dienste, durchgeführte Eingriffe und den Schlusssatz zur Eignung als Facharzt) plus Logbuch.
Das „echte“ Arbeitszeugnis war deutlich länger und enthielt auch Wertungen und Engagement außerhalb der vorgeschriebenen Inhalte.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.