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Birdie23
10.03.2022, 02:40
Hallo Feuerblick,
Wenn die Dienste nichts für dich waren, aber auch der Praxisjob nicht deins ist wo arbeitest du denn jetzt? Oder hast du die Fachrichtung gewechselt?

Feuerblick
10.03.2022, 05:38
Ich arbeite gar nicht mehr in der Patientenversorgung.

runningMan18
16.04.2022, 17:58
Hi zusammen,
hab ne Frage bezüglich meiner Bewerbungen: Und zwar möchte ich gerne jetzt schon für Januar 2023 Bewerbungen rausschicken. Ich suche an einer Augenklinik eine Stelle, da ich die Arbeit in einer Augenpraxis extremst eintönig fand. Daher möchte ich gerne erstmal an einer Augenklinik anfangen. Leider bin ich ortsgebunden im Ruhrgebiet. Mir würde erstmal nur Uniklinik Essen einfallen. Es muss nicht zwingend eine Uniklinik sein. Fallen euch noch andere ein?

nie
16.04.2022, 18:28
Bin jetzt nicht ganz im Thema Augenheilkunde drin aber Ruhrgebiet ist ja ein weites Feld. Vom Essen aus wäre ja auch Düsseldorf oder Wuppertal pendelbar.

Eine Minute Google hat mir jetzt auf die Schnelle auch Kliniken in Dortmund, Duisburg und Bochum ausgespuckt.

Feuerblick
16.04.2022, 19:22
Mit Essen, Düsseldorf und Bochum fängt es an. Kleinere städtische Häuser gibt es auch noch. In dieser Ecke ist die Augenklinik-Dichte doch recht hoch.

runningMan18
24.04.2022, 11:44
Was haltet ihr denn von Belegkliniken? Ich hatte mal eine Famulatur in einer Augenpraxis gemacht und fand es leider recht langweilig, weil die spannenden Fälle immer an die Klinik weggeschickt wurden. Deswegen kann ich es mir erstmal nicht vorstellen in einer Praxis zu arbeiten. Zudem hatte ich auch den Eindruck, dass die Assistenzärzte nur dafür da sind, dass der Betrieb läuft und die eher weniger lernen. Denkt ihr, dass ich dann lieber nach einer reinen Augenklinik Ausschau halten soll oder wäre ne Belegklinik auch ne Option?

anignu
24.04.2022, 12:58
Ich persönlich sehe das Thema "Belegkliniken" eher gespalten. Ich kenne Belegkliniken in denen kommen Operateure von außen, operieren und gehen wieder, während die Klinik sich um den Rest kümmert. Nachbetreuung, Blutabnahmen, Nachtdienste etc... Bei solchen Formen ist es so dass der Belegarzt die Patienten quasi mitbringt und auch selbst operiert. Die Assistenzärzte in der Klinik erlernen von dem Operateur nix.
Und dann gibt es Formen in denen die Belegärzte sowohl sich selbst als Operateur als auch einen Assistenzarzt (m/w/d) mitbringen und den auch operativ ausbilden. Das bringt dem Assistenzarzt natürlich schon was bzw. viel.

Ich würde es daher so formulieren: wenn man bei dem Belegarzt angestellt ist, hat der auch Interesse seine Angestellten auszubilden. Ist man hingegen in der Klinik angestellt in der der Belegarzt seine Leistungen durchführt dann eher nicht. Und wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Feuerblick
24.04.2022, 13:41
Was haltet ihr denn von Belegkliniken? Ich hatte mal eine Famulatur in einer Augenpraxis gemacht und fand es leider recht langweilig, weil die spannenden Fälle immer an die Klinik weggeschickt wurden. Deswegen kann ich es mir erstmal nicht vorstellen in einer Praxis zu arbeiten. Zudem hatte ich auch den Eindruck, dass die Assistenzärzte nur dafür da sind, dass der Betrieb läuft und die eher weniger lernen. Denkt ihr, dass ich dann lieber nach einer reinen Augenklinik Ausschau halten soll oder wäre ne Belegklinik auch ne Option?
Nein, in Belegkliniken ist die Ausbildung in der Regel auch nicht besser. Selbst erlebt. Und auch die Fälle sind nicht „spannender“ oder die Behandlung ist….nun… suboptimal. Such dir eine reine Augenklinik. Für später, nach dem Facharzt kannst du schauen, was dich dann wirklich interessiert. Für die Weiterbildung mindestens zwei Jahre „echte“ Augenklinik.

runningMan18
10.05.2022, 17:38
Nein, in Belegkliniken ist die Ausbildung in der Regel auch nicht besser. Selbst erlebt. Und auch die Fälle sind nicht „spannender“ oder die Behandlung ist….nun… suboptimal. Such dir eine reine Augenklinik. Für später, nach dem Facharzt kannst du schauen, was dich dann wirklich interessiert. Für die Weiterbildung mindestens zwei Jahre „echte“ Augenklinik.

Okay danke! Ich hatte allerdings noch nie in einer richtig großen Augenklinik famuliert. Was erwartet mich denn, wenn ich anfange? Und was darf ich am Anfang alles machen?
Ich kenne das nur von anderen Fächern, dass die Anfänger immer die Station machen müssen, kaum was lernen, ständig nur Briefe schreiben und nur am PC sitzen. Wie ist das dann in der Augenheilkunde?

Feuerblick
10.05.2022, 18:16
Das war zumindest zu meiner Zeit unterschiedlich. Ich habe selbst als Anfängerin (wenn auch mit Vorerfahrung aus PJ und Ausbildung) in der Ambulanz angefangen, später aber komplette Anfänger auf Station eingearbeitet.
Letzteres ist eigentlich besser, weil du dort in sehr geschützter Umgebung Befunde anschauen und das Vorgehen lernen kannst. Die Aufnahmen werden in aller Regel sowieso vom Oberarzt angeschaut, die Visite zumindest am Anfang auch (oder ein Kollege in fortgeschrittener Weiterbildung schaut drauf - habe ich damals gemacht, weil unsere Oberärzte zu nichts gekommen sind angesichts der Arbeitsbelastung in OP und Ambulanz). Aber keine Sorge, du sitzt zwar auf Station AUCH am PC und schreibst Briefe, aber du visitierst jeden Morgen alle stationären Patienten, machst Entlassungen und nimmst neue Patienten auf (incl. Aufklärung und Organisation weiterer Untersuchungen, Therapiefestlegung). Außerdem musst du auf Station auch mal subkonjunktivale Injektionen vornehmen, Zugänge legen (kommt auf die Pflege an) und einiges mehr. Ich würde sagen, ausreichend Patientenkontakt hast du in der Augenheilkunde auch auf Station. Das war z.B. in der Chirurgie deutlich weniger.
Bevor du Dienste machst, wäre es gut, wenn du mal ein oder zwei Wochen Ambulanz siehst.

Und keine Sorge: Am Anfang wird man dir beibringen, wie du die Spaltlampe handhabst, wie du den Fundus (erstmal bei weiter Pupille, später auch bei enger Pupille) spiegelst und wie du unfallfrei Augendruck applanatorisch misst. Damit kommst du schon recht weit und das darfst du nicht nur, das musst du auch. ;-) Anfangs ist es wichtig, dass du Befunde erkennst und zwischen normal und pathologisch unterscheiden lernst. Alles weitere kommt nach und nach. Und anfangs wirst du weitestgehend konservativ arbeiten. Das ist auch gut so, denn selbst wenn man später mal operieren möchte, sollte man pathologische Befunde erkennen und auch behandeln können.

runningMan18
11.05.2022, 17:00
Das war zumindest zu meiner Zeit unterschiedlich. Ich habe selbst als Anfängerin (wenn auch mit Vorerfahrung aus PJ und Ausbildung) in der Ambulanz angefangen, später aber komplette Anfänger auf Station eingearbeitet.
Letzteres ist eigentlich besser, weil du dort in sehr geschützter Umgebung Befunde anschauen und das Vorgehen lernen kannst. Die Aufnahmen werden in aller Regel sowieso vom Oberarzt angeschaut, die Visite zumindest am Anfang auch (oder ein Kollege in fortgeschrittener Weiterbildung schaut drauf - habe ich damals gemacht, weil unsere Oberärzte zu nichts gekommen sind angesichts der Arbeitsbelastung in OP und Ambulanz). Aber keine Sorge, du sitzt zwar auf Station AUCH am PC und schreibst Briefe, aber du visitierst jeden Morgen alle stationären Patienten, machst Entlassungen und nimmst neue Patienten auf (incl. Aufklärung und Organisation weiterer Untersuchungen, Therapiefestlegung). Außerdem musst du auf Station auch mal subkonjunktivale Injektionen vornehmen, Zugänge legen (kommt auf die Pflege an) und einiges mehr. Ich würde sagen, ausreichend Patientenkontakt hast du in der Augenheilkunde auch auf Station. Das war z.B. in der Chirurgie deutlich weniger.
Bevor du Dienste machst, wäre es gut, wenn du mal ein oder zwei Wochen Ambulanz siehst.

Und keine Sorge: Am Anfang wird man dir beibringen, wie du die Spaltlampe handhabst, wie du den Fundus (erstmal bei weiter Pupille, später auch bei enger Pupille) spiegelst und wie du unfallfrei Augendruck applanatorisch misst. Damit kommst du schon recht weit und das darfst du nicht nur, das musst du auch. ;-) Anfangs ist es wichtig, dass du Befunde erkennst und zwischen normal und pathologisch unterscheiden lernst. Alles weitere kommt nach und nach. Und anfangs wirst du weitestgehend konservativ arbeiten. Das ist auch gut so, denn selbst wenn man später mal operieren möchte, sollte man pathologische Befunde erkennen und auch behandeln können.

Das hört sich ja schon mal sehr gut an. Glücklicherweise habe ich sowohl zwei Famulaturen als auch mein PJ in der Augenheilkunde gemacht. Daher kann ich schon funduskopieren in Mydriasis und Miosis, sowie Augeninnendruck messen. Ich denke, dass die sich dann freuen, oder? :)
Und wird man denn operativ auch ausgebildet, außer Lid-OPs? Ich muss nämlich ganz ehrlich sagen, dass mich Augenlider so 0 interessieren.
In einer Praxis habe ich auch gesehen, dass Assistenten sehr schnell in den Lasern geschult werden. Ist das in der Klinik auch oder mach das auch wieder nur die OÄ?

Feuerblick
11.05.2022, 17:03
Na, dann kannst du die Basics schon mal. Sehr gut!

Operative Ausbildung? Tja, das kommt dann doch sehr aufs Haus an. Manche Dinge (kleine Lidtumore, Augenmuskeln, IVOM) wirst du lernen. Andere Dinge (Cat-OP) vielleicht. Große Sachen (Vitrektomie, Keratoplastik/Hornhauteingriffe) eher nicht.
Letztlich kannst du dich, wenn du zwei Jahre Augenklinik hinter dir hast, ja umschauen, ob es einen Praxisverbund gibt, bei dem du operieren lernen kannst. Nur halt nicht zu Anfang in die Praxis.

runningMan18
14.05.2022, 11:12
Na, dann kannst du die Basics schon mal. Sehr gut!

Operative Ausbildung? Tja, das kommt dann doch sehr aufs Haus an. Manche Dinge (kleine Lidtumore, Augenmuskeln, IVOM) wirst du lernen. Andere Dinge (Cat-OP) vielleicht. Große Sachen (Vitrektomie, Keratoplastik/Hornhauteingriffe) eher nicht.
Letztlich kannst du dich, wenn du zwei Jahre Augenklinik hinter dir hast, ja umschauen, ob es einen Praxisverbund gibt, bei dem du operieren lernen kannst. Nur halt nicht zu Anfang in die Praxis.

Ich kann mir gut vorstellen, dass man in einer kleineren Augenklinik das eher lernt, oder? Ich hab ein wenig Befürchtungen, dass ich in einer großen Uniklinik sowas nie lernen werde und vor allem, dass ich dort auch viel länger arbeiten werde.
Weißt du wie die Arbeitszeiten so sind in einer Augenklinik in NRW? Und wie viel man ungefährt verdient?
Ich fand die Arbeitszeiten in einer Augenpraxis echt entspannt. Die angestellten Ärzte hatten nur 38,5h/Woche.

Feuerblick
14.05.2022, 11:54
Naja, Unikliniken und kleinere Häuser zahlen nach dem jeweiligen Tarifvertrag und haben entsprechend tariflich festgelegte Arbeitszeiten. Wie das realistisch aussieht, solltest du bei Hospitationen erfragen.

Praxis klingt immer soooo entspannt, weil die Stundenzahl so hübsch niedrig aussieht, ABER du darfst nie vergessen, dass die morgens später anfangen und abends unter Umständen bis 18 oder 19 Uhr arbeiten mit riesiger Mittagspause dazwischen. Dazu ist der Patientendurchlauf sehr viel höher und schon wird aus „entspannt“ ein „ganz schön stressig“. Überstunden gibt es in Praxen übrigens auch. Da sollte man sich nicht blenden lassen. Ich bin nach einem ganzen Tag Praxis deutlich mehr am Stock gegangen als nach einem Tag Klinik-Ambulanz. Mal abgesehen davon, dass mir ein- bis zweistündige Mittagspausen einfach nicht liegen und ich es nicht leiden kann, erst um 19 Uhr abends zu Hause zu sein. Von den mindestens 60 Patienten pro ganzem Tag reden wir mal nicht.
Wenn man sich dann nicht selbst organisieren kann und dazu neigt, für alles ewig zu brauchen, dann hat man schnell viele Überstunden an der Backe - und unzufriedene Patienten, weil die nicht ewig warten wollen. Fehlende Organisation des eigenen Arbeitens ist in Praxis und Klinik der häufigste Grund für Überstunden. Wer das nicht beherrscht, wird nirgendwo in Regelarbeitszeit rausgehen.

Ich habe die komplette Facharztzeit in Unikliniken verbracht und habe seltenst nach 17 Uhr (Beginn 7:45 Uhr) das Haus verlassen. Selbst mehr als 15-30 Minuten über Dienstschluss hinaus kamen selten vor. So selten, dass ich nur extrem selten mal einen Tag Freizeitausgleich zusammenbekommen habe. Meistens war es so, dass ich an Tagen mit weniger Arbeit früher gehen konnte und sich das Zeitkonto so von selbst ausgeglichen hat. Einer meiner Chefs sagte mal im Gespräch im 2. WB-Jahr zu mir „Sie gehen ja auch immer pünktlich, wie?“. Naja, warum auch nicht, wenn die Arbeit getan ist? Was kann ich dafür, dass die Kollegen das nicht hinbekommen?

Ich würde übrigens nicht sagen, dass man an Unikliniken generell weniger operieren lernt oder mehr Überstunden macht. Das kommt aufs Haus an, das kommt auf den Chef und die Oberärzte an und auf die Ausbildungspolitik des Hauses. Zu meiner Zeit war es z.B. an den meisten Kliniken noch üblich, dass intravitreale Injektionen nur durch Oberärzte und Chefärzte durchgeführt wurden. Als die Injektionen aber immer mehr und mehr wurden, stand plötzlich der Chef vor mir und informierte mich, dass ich als drittälteste Assistentin jetzt damit anfangen solle (Mitte 3. WB-Jahr). Danach habe ich die jüngeren Assistenten angelernt. Es kann also durchaus sein, dass man auch andere Dinge als Assistenzarzt lernen kann und darf, die bisher traditionell frühestens kurz vor dem Facharzt angefangen wurden.
Aber wie gesagt: Es spricht ja nichts dagegen, erst einmal zwei Jahre in einer Augenklinik wirklich die Basics zu lernen und sich dann einen Praxisverbund zu suchen, in dem man ans Operieren herangeführt wird. Aber ACHTUNG! Auch da gibt es welche, die machen das gewissenhaft mit Supervision und regelmäßigem Teaching und welche, die stellen dich hin und sagen (ohne Teaching) „Mach einfach mal“.
Es spricht auch nichts dagegen, im Verlauf der Weiterbildung ein- oder mehrmals das Haus zu wechseln. Im Gegenteil: Es ist sogar gut, wenn man mal andere Vorgehensweisen und andere Herangehensweisen sieht. Das hilft später ungemein.

fovea
15.05.2022, 11:51
ich kann zwar nichts zu den Arbeitsbedinungen in der Augenpraxis sagen, aber ist bestimmt bei anderen FÄ auch so. Bei meinem Hausarzt gibt es eigentlich auch eine 2 stündige Mittagspause. Diese wird seltens eingehalten, da einfach zu viele Patienten kommen. Trotzdem wird dann bis nachmittags gearbeitet, wo dann auch wieder einige Leute hingehen. So entspannt empfand ich damals tatsächlich nicht. Aber wird mit Sicherheit nicht überall so sein.

Man wird so oder so nicht die "perfekte" Lösung finden und vielen ergibt sich auch mit der Zeit. :)

runningMan18
29.06.2022, 17:40
Naja, Unikliniken und kleinere Häuser zahlen nach dem jeweiligen Tarifvertrag und haben entsprechend tariflich festgelegte Arbeitszeiten. Wie das realistisch aussieht, solltest du bei Hospitationen erfragen.

Praxis klingt immer soooo entspannt, weil die Stundenzahl so hübsch niedrig aussieht, ABER du darfst nie vergessen, dass die morgens später anfangen und abends unter Umständen bis 18 oder 19 Uhr arbeiten mit riesiger Mittagspause dazwischen. Dazu ist der Patientendurchlauf sehr viel höher und schon wird aus „entspannt“ ein „ganz schön stressig“. Überstunden gibt es in Praxen übrigens auch. Da sollte man sich nicht blenden lassen. Ich bin nach einem ganzen Tag Praxis deutlich mehr am Stock gegangen als nach einem Tag Klinik-Ambulanz. Mal abgesehen davon, dass mir ein- bis zweistündige Mittagspausen einfach nicht liegen und ich es nicht leiden kann, erst um 19 Uhr abends zu Hause zu sein. Von den mindestens 60 Patienten pro ganzem Tag reden wir mal nicht.
Wenn man sich dann nicht selbst organisieren kann und dazu neigt, für alles ewig zu brauchen, dann hat man schnell viele Überstunden an der Backe - und unzufriedene Patienten, weil die nicht ewig warten wollen. Fehlende Organisation des eigenen Arbeitens ist in Praxis und Klinik der häufigste Grund für Überstunden. Wer das nicht beherrscht, wird nirgendwo in Regelarbeitszeit rausgehen.

Ich habe die komplette Facharztzeit in Unikliniken verbracht und habe seltenst nach 17 Uhr (Beginn 7:45 Uhr) das Haus verlassen. Selbst mehr als 15-30 Minuten über Dienstschluss hinaus kamen selten vor. So selten, dass ich nur extrem selten mal einen Tag Freizeitausgleich zusammenbekommen habe. Meistens war es so, dass ich an Tagen mit weniger Arbeit früher gehen konnte und sich das Zeitkonto so von selbst ausgeglichen hat. Einer meiner Chefs sagte mal im Gespräch im 2. WB-Jahr zu mir „Sie gehen ja auch immer pünktlich, wie?“. Naja, warum auch nicht, wenn die Arbeit getan ist? Was kann ich dafür, dass die Kollegen das nicht hinbekommen?

Ich würde übrigens nicht sagen, dass man an Unikliniken generell weniger operieren lernt oder mehr Überstunden macht. Das kommt aufs Haus an, das kommt auf den Chef und die Oberärzte an und auf die Ausbildungspolitik des Hauses. Zu meiner Zeit war es z.B. an den meisten Kliniken noch üblich, dass intravitreale Injektionen nur durch Oberärzte und Chefärzte durchgeführt wurden. Als die Injektionen aber immer mehr und mehr wurden, stand plötzlich der Chef vor mir und informierte mich, dass ich als drittälteste Assistentin jetzt damit anfangen solle (Mitte 3. WB-Jahr). Danach habe ich die jüngeren Assistenten angelernt. Es kann also durchaus sein, dass man auch andere Dinge als Assistenzarzt lernen kann und darf, die bisher traditionell frühestens kurz vor dem Facharzt angefangen wurden.
Aber wie gesagt: Es spricht ja nichts dagegen, erst einmal zwei Jahre in einer Augenklinik wirklich die Basics zu lernen und sich dann einen Praxisverbund zu suchen, in dem man ans Operieren herangeführt wird. Aber ACHTUNG! Auch da gibt es welche, die machen das gewissenhaft mit Supervision und regelmäßigem Teaching und welche, die stellen dich hin und sagen (ohne Teaching) „Mach einfach mal“.
Es spricht auch nichts dagegen, im Verlauf der Weiterbildung ein- oder mehrmals das Haus zu wechseln. Im Gegenteil: Es ist sogar gut, wenn man mal andere Vorgehensweisen und andere Herangehensweisen sieht. Das hilft später ungemein.

Nochmal danke für deine Antworten. Ich muss ehrlich zu mir selbst sein und habe nach über 8 Monaten PJ einfach für mich herausgefunden, dass ein Krankenhaus kein entspanntes Arbeitsumfeld ist. Ich komme immer kaputt nach Hause und finde denn ganzen Lärm psychisch furchtbar anstrengend. Ich vermisse es ein eigenes Sprechzimmer für sich zu haben. Komme damit nicht klar sein Zimmer mit 3 anderen Ärzten zu teilen, wo ständig die Telefone klingeln. Da war mein Praktikum in einer Belegklinik entspannter.
Daher meine Frage: Kennt ihr gute große Augenpraxen (auch Belegklinik), wo man sich um Nachwuchs bemüht?

Feuerblick
29.06.2022, 18:04
Gibt es, ist aber nicht zu empfehlen. Aus genannten Gründen.
Wobei wir auf Station NIE mit mehr als zwei Ärzten im Arztzimmer saßen. Warum auch? Meistens reichte ein einziger Stationsarzt völlig aus.
Such dir eine nicht ganz so riesige Augenklinik und zieh zwei Jahre durch.
Praxis ist auch nicht entspannter. Schon alleine deshalb nicht, weil du einen viel höheren Patiententakt hast. Überlege dir, ob der Lärm, den Kollegen machen, wirklich schlimmer ist als alle fünf Minuten ein neuer Patient und 60 Patientenkontakte JEDEN TAG. Entspanntes Arbeitsumfeld ist das auch nicht. Gerade nicht als Anfänger.

runningMan18
19.08.2022, 15:21
Gibt es, ist aber nicht zu empfehlen. Aus genannten Gründen.
Wobei wir auf Station NIE mit mehr als zwei Ärzten im Arztzimmer saßen. Warum auch? Meistens reichte ein einziger Stationsarzt völlig aus.
Such dir eine nicht ganz so riesige Augenklinik und zieh zwei Jahre durch.
Praxis ist auch nicht entspannter. Schon alleine deshalb nicht, weil du einen viel höheren Patiententakt hast. Überlege dir, ob der Lärm, den Kollegen machen, wirklich schlimmer ist als alle fünf Minuten ein neuer Patient und 60 Patientenkontakte JEDEN TAG. Entspanntes Arbeitsumfeld ist das auch nicht. Gerade nicht als Anfänger.

Ich muss ehrlich sagen, erstmal danke für die ganzen Tips, aber kurz vor Ende meines PJs bin ich so dermaßen froh, nie wieder in einer Klinik arbeiten zu müssen. Deswegen wird es für mich in keinster Weise in Frage kommen meine Weiterbildung in einem Krankenhaus zu absolvieren.
Kennt ihr gute Augenpraxen im Ruhrgebiet, wo man auch viel lernen kann und die Chefs bereit sind jemanden viel zu zeigen?

Feuerblick
19.08.2022, 17:31
So leid es mir tut, aber du wirst extrem viel nicht sehen und nicht lernen. Aber gut, manchen reicht das ja auch. :-nix

Holthusen
19.08.2022, 19:21
Ich muss ehrlich sagen, erstmal danke für die ganzen Tips, aber kurz vor Ende meines PJs bin ich so dermaßen froh, nie wieder in einer Klinik arbeiten zu müssen. Deswegen wird es für mich in keinster Weise in Frage kommen meine Weiterbildung in einem Krankenhaus zu absolvieren.
Kennt ihr gute Augenpraxen im Ruhrgebiet, wo man auch viel lernen kann und die Chefs bereit sind jemanden viel zu zeigen?

Ja ich fand das halbe PJ Innere in Deutschland auch extrem schlecht und dachte nie wieder Station im deutschen Krankenhaus. (Chirurgie und andere Hälfte Innere im Ausland gemacht).
Aber letztendlich lernt man am besten in Kliniken. In der Augenheilkunde wirst du auch sicher einen anderen Arbeitsalltag haben als Innere/Chirurgie und im Ruhrgebiet oder Düsseldorf gibt's doch große Augenkliniken. Schau doch mal rein!