Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MVZ-Anstellung Facharzt-Gehalt?
Nefazodon
14.05.2021, 12:42
150k sind die Zahlen, die mir mehrere Kollegen genannt haben, die in den letzten 3 Jahren in die Praxis gegangen sind als angestellte Ärzte. Hier aber explizit alles Radiologen.
Du hast immer noch nicht erzählt um welche Fachrichtung es geht.
Ich bin nicht der Threadersteller. Insofern weiß ich auch nicht, um welche Fachrichtung es hier geht. ;-) Würde mich aber auch interessieren.
Ich weiß nicht. 150k erscheinen mir weiterhin viel.Die muss man als angestellter Arzt auch erstmal für die Praxis/MVZ erwirtschaften. Und leider lässt sich der erzielte Gewinn in einer Praxis/MVZ durch Vorgaben der KV auch nicht beliebig nach oben skalieren.
Kann natürlich sein, dass es so ist...von wie vielen Kollegen sprechen wir denn?
Insgesamt wäre mir eine öffentlich verfügbare Quelle natürlich lieber....sowas muss es docg irgendwo geben?!:-nix:-notify
Nefazodon
14.05.2021, 12:51
Wenn man dies betrachtet, merkt man schnell wie sinnlos es ist, sich die von dir genannten Quellen anzuschauen. Mal ganz abgesehen davon, dass in so ziemlich jeder von diesen Gehaltsangaben etliche Faktoren nicht berücksichtigt sind bzw. eine geringe Anzahl von Leuten dies überhaupt aufschlüsselt.
Naja, Dogs4Life, aber wenn es danach geht, sind eigentlich die allermeisten Diskussionen in diesem Forum sinnlos und wir können es gleich lassen.
Ich versuche wenigstens Quellen für meine Aussagen zu finden und damit aus meiner Sicht Substanz in die Diskussion zu bringen.
Dass diese Quellen nicht immer das Nonplusultra sind, ist mir klar, das liegt aber in der Natur der Sache, da ich auch nicht unendlich lange nach Informationen zu den Themen hier suchen möchte. Im Sinne einer Kosten/Nutzen-Optimierung;-)
Von der Editierfunktion mache ich sowieso schon regen Gebrauch, aber danke für den Hinweis!:-D
Ich persönlich finde, dass mehrere kürzere Beiträge mitggf. Zitaten, auf die sie sich beziehen, besser lesbar sind, als ellenlange Posts, die über eine ganze Forenseite gehen, 4 verschiedene Kommentare und Aspekte abhandeln, und vielleicht noch 3x editiert wurden...
aber das ist meine Meinung.
urinbeutel
14.05.2021, 13:05
Ich habe tatsächlich eine Quelle, die ich aber hier mal nicht teile.
150.000 kommen für einen Radiologen gut hin. Das Gehalt skaliert häufig mit dem, was eine Praxis pro Sitz über GKV Abgaben einnimmt. Gut verdienen auch Strahlentherapeuten, Nuklearmediziner, Augenärzte, Labormediziner. Schlecht verdienen in Anstellung z.B. Dermatologen :(
Diese kapitalintensiven Fächer sind häufig von MVZ und Investoren durchsäht, sodass die Niederlassung schwierig ist.
Ich wollte dich nicht persönlich angreifen, Nefazodon. Ich wollte nur betonen, dass man gut vorbereitet in ein Vorstellungsgespräch bzw. in eine Gehaltsverhandlung gehen sollte. Es klang für mich einfach naiv, ohne Kenntniss der Fachrichtung bei Google Zahlen zu recherchieren.
Außertarifliche Verhandlungen sind intransparent, aber das erste Angebot liegt meist 10-20% unter dem erzielbaren Gehalt. Richtwert ist generell Oberarztgehalt einer Klinik inklusive geregelte Arbeitszeit und Dienstfreiheit. Ich denke sprechende Fachrichtungen wie KJP, Psych etc. sind eher am unteren Ende angesiedelt, die Gerätemedizin am oberen. Radiologen zählen sicher zu den Topverdienern.
Mein Tip: Bei mehreren Praxen bewerben um einen Vergleich zu haben. Es gibt auch viele von Personalberatungsfirmen ausgeschriebene Stellen. Aus Interesse dort zu bewerben, gibt einen realistischen Blick in den Markt.
Und Konkret: Für Fachinternist sind 120.000€ Einstiegsgehalt realisitisch, Allgemeinmediziner um 100.000€. ABER: es kommt sehr auf die Praxisstruktur, die eigene Erfahrung und Zusatzqualifikationen und vor allem die Perspektive an. Zusätzlich auch immer einen variablen Anteil und Gehaltssteigerungen verhandeln.
urinbeutel
14.05.2021, 15:12
Wie jz???? Man verdient als angestellter Facharzt im MVZ 100.000+ ?????? Warum sind dann überhaupt noch Fachärzte in der Klinik??????
lol, lebst du unter 1 stein.
Außerdem Oberärzte an der Klinik verdienen im ersten Jahr Basis fast 100k und dann + Dienst, Poolbeteiligung oder außertarifliche Bezahlung. Und manche Leute haben kb auf Praxis
edit: die 80.000 erreiche ich btw auch als Assistnezarzt durch Vordergrunddienste. Also gibt einem schomn zu denken.
Nefazodon
14.05.2021, 15:29
Ich wollte dich nicht persönlich angreifen, Nefazodon. Ich wollte nur betonen, dass man gut vorbereitet in ein Vorstellungsgespräch bzw. in eine Gehaltsverhandlung gehen sollte. Es klang für mich einfach naiv, ohne Kenntniss der Fachrichtung bei Google Zahlen zu recherchieren.
Außertarifliche Verhandlungen sind intransparent, aber das erste Angebot liegt meist 10-20% unter dem erzielbaren Gehalt. Richtwert ist generell Oberarztgehalt einer Klinik inklusive geregelte Arbeitszeit und Dienstfreiheit. Ich denke sprechende Fachrichtungen wie KJP, Psych etc. sind eher am unteren Ende angesiedelt, die Gerätemedizin am oberen. Radiologen zählen sicher zu den Topverdienern.
Mein Tip: Bei mehreren Praxen bewerben um einen Vergleich zu haben. Es gibt auch viele von Personalberatungsfirmen ausgeschriebene Stellen. Aus Interesse dort zu bewerben, gibt einen realistischen Blick in den Markt.
Und Konkret: Für Fachinternist sind 120.000€ Einstiegsgehalt realisitisch, Allgemeinmediziner um 100.000€. ABER: es kommt sehr auf die Praxisstruktur, die eigene Erfahrung und Zusatzqualifikationen und vor allem die Perspektive an. Zusätzlich auch immer einen variablen Anteil und Gehaltssteigerungen verhandeln.
:-top
Das klingt eigentlich vernünftig.
Hat jemand Erfahrungen mit solchen Verhandlungen und kann berichten?
Wie jz???? Man verdient als angestellter Facharzt im MVZ 100.000+ ?????? Warum sind dann überhaupt noch Fachärzte in der Klinik??????
@ Lena19: Naja, für viele ist die Position als Facharzt in einer Klinik eher eine Durchgangsstation, entweder um noch eine Zusatzbezeichnung zu machen, oder um schließlich einen Oberarztposten zu bekommen.
Lebenslang als einfacher Facharzt in einer Klinik zu schuften, finde ich persönlich unattraktiv, und wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe scheint es mehreren genauso zu gehen. Viele gehen in eine Praxis.
Aber wie Urinbeutel schrieb, gibt es natürlich auch die, die keine Lust auf eine ambulante Tätigkeit/Praxis haben
Cor_magna
14.05.2021, 17:36
ich kenne doch nur den Tarifvertrag, traue mich nicht so als Studentin random Leute anzusprechen: "Hey, wie viel Poolbeteiligung bekommst du so im Jahr???"
Da bleibe ich lieber unter meinem Stein, ist auch sehr kuschlig da.
Ich als Student habe schon mit einigen Ärzten über ihr Gehalt gesprochen. Natürlich unter 2 Augen und welche, mit denen ich auf menschlicher ebener sehr gut klar kam. Besonders zu Studenten und damit zu nicht direkten Konkurrenten sind viele sehr offen. Manche nicht aber die Kunst liegt wie überall darin abzuschätzen wen man was fragen kann. Die Zahl von 150k in der Praxis für angestellte Radios stimmt für Bayern, haben mir auch 2 Fachärzte so gesagt. Strahlentherapeuten tendenziell gleich viel oder sogar mehr. Fachärzte für Hygiene auch eher mehr besonders mit Doppelfacharzt Mibi Hygiene. Labormediziner angestellt deutlich weniger, die grossen 5 Labor Konzerne drücken angeblich die Preise.Ist aber stark abhängig vom Standort und damit der Nachfrage. Humangenetiker ähnlich wie labormediziner.
Da ich ein technisch interessierter Zeitgenosse bin, kann ich daher nur für solche Fächer Infos liefern.
urinbeutel
14.05.2021, 18:53
Das mit den Labormedizinern ist ja faszinierend.
Bzgl Strahlentherapie habe ich diesen Beitrag heute gelesen: https://www.proconcept.de/fischers-zeilen-im-april-2021/
Prognostiziert eine ähnliche Entwicklung in diesem Fach.
Ich frage mich, warum Radiologe ambulant vergleichsweise gut verdienen. Bieten die Kliniken dann vergleichbare Gehälter an? Immerhin sind 50% der Radiologen an Kliniken angestellt.
Ich würde OA-Gehalt als Minimum ansehen nach 11 Jahren Ausbildung. Man muss auch nicht die erstbeste Stelle annehmen und sich unter Wert verkaufen. Die Lebenshaltungskosten und Abgaben an Vater Staat werden auch nicht weniger. Dann kommen evt. irgendwann Kinder, Hausbau, Altersvorsorge etc. dazu.
dissection
15.05.2021, 20:16
Ich frag mich manchmal, was einige erwarten. 80 000 für einen quasi 9 to 5 Job. Wo gibt es das bitte noch?
Ingenieure, Lehrer, Informatiker, Unternehmensberater (also low UB wie T4), Juristen, Vertriebler mit Ausbildung, Controlling, ÖD... Du musst eher fragen wer es mit Hochschulabschluss und Engagement nicht verdient ;-):-dance
FirebirdUSA
15.05.2021, 22:38
Ingenieure, Lehrer, Informatiker, Unternehmensberater (also low UB wie T4), Juristen, Vertriebler mit Ausbildung, Controlling, ÖD... Du musst eher fragen wer es mit Hochschulabschluss und Engagement nicht verdient ;-):-dance
ÖD wo? Informatiker: eher 60.000, Seniorentwickler/Abteilungsleiter natürlich mehr und ggf auch 80.000+, Lehrer, wohl sicher nicht (in A15 bei hoher Gruppierung möglich, nur ist das sicher nicht der Durchschnitt), Vetriebler im Durchschnitt sicher auch nicht... insofern ist deine Einschätzung im Durchschnitt sicher falsch.
Ingenieure, Lehrer, Informatiker, Unternehmensberater (also low UB wie T4), Juristen, Vertriebler mit Ausbildung, Controlling, ÖD... Du musst eher fragen wer es mit Hochschulabschluss und Engagement nicht verdient ;-):-dance
Lehrer landen in Besoldungsgruppe A13 bis A16. Außer dem langjährigen Schulleiter sind insofern selbst die Verbeamteten halbwegs weit weg von den 80 000. Dass Unternehmensberater einen 9 to 5 Job hätten wäre mir neu. Aber auf jede der von dir genannten Berufsgruppen einzugehen, würde wohl den Rahmen sprengen. Bei mir (Top 5 Großstadt) hat man mit der Gehaltsvorstellung 80 000 in der Allgemeinmedizin quasi keine Chance. Da liegt man eher knapp über WB-Förderungsniveau.
Bzgl. verbeamteter Lehrer: Was müsste man als Angestellter für ein vergleichbares Netto verdienen? Und - Zusatzfrage - wie habt ihr die Pension iHv 70% des letzten Gehalts in der Kalkulation berücksichtigt?
Das ist ziemlich schwierig auszurechnen da verbeamtete Lehre ja auch Geld wie "Kinderzuschlag" bekommen. Mit dem Ehegattenzuschlag kommt ein Freund von mir alleine mit diesen Geldern schon auf gut 1000€. Auf der anderen Seite gibt es ja auch die Möglichkeit sich gegen festen Partner und/oder Kinder zu entscheiden. Insgesamt macht das einen deutlichen Unterschied.
Und das Zweite ist ja die Pension. Ja, die ist hoch. Aber na und? Ich brauche nicht später das Geld, ich brauch es jetzt. Jetzt zahl ich Haus usw. ab, jetzt muss (will) ich meine Kinder unterstützen etc. Was bringt es mir wenn ich in 30 Jahren Geld hab, die Kinder außer Haus sind und mit Ausbildung/Studium fertig und das Haus abbezahlt. Klar, dann kann ich mir tolle Autos oder einen teuren Urlaub leisten. Aber da steh ich nicht so drauf. Wie will man die Pension daher bewerten?
DrSkywalker
16.05.2021, 06:56
Das Problem welches ich zunehmend sehe ist dass die Bewerber immer sehr viel fordern aber keine entsprechenden Leistungen an den Tag legen.
Wer 150.000 € im Jahr verdienen möchte darf kein Sesselpupser sein sondern muss richtig anpacken können.
Möglichst schnell einen kv-sitz ergattern kann eine gute Idee sein, allerdings kostet dieser richtig Geld und man hat plötzlich noch Angestellte Steuern Buchhaltung Verwaltungstätigkeiten etc an der Backe.
Also Einstiegsgehalt 150.000 Euro ist sie in den meisten Disziplinen nicht darstellbar. Ein frischgebackener Facharzt kann einfach auch noch nicht soviel wie jemand der schon vorher einige Jahre Oberarzt in einer Klinik war.
Cor_magna
16.05.2021, 10:48
Das Problem welches ich zunehmend sehe ist dass die Bewerber immer sehr viel fordern aber keine entsprechenden Leistungen an den Tag legen.
Das glaube ich dir sofort :D
Cor_magna
16.05.2021, 10:53
Das mit den Labormedizinern ist ja faszinierend.
Bzgl Strahlentherapie habe ich diesen Beitrag heute gelesen: https://www.proconcept.de/fischers-zeilen-im-april-2021/
Prognostiziert eine ähnliche Entwicklung in diesem Fach.
Ich frage mich, warum Radiologe ambulant vergleichsweise gut verdienen. Bieten die Kliniken dann vergleichbare Gehälter an? Immerhin sind 50% der Radiologen an Kliniken angestellt.
Bei den Labormedizinern beruht die Legende des hohen verdienstes einfach noch darauf, dass es vor ein paar Jahrzehnten noch möglich war dort selbstständig tätig zu werden. Dann floss die Kohle. Heute eben nicht mehr möglich. In einem Buch für die Facharzt Prüfung labormedizin schreibt der Autor dass die Verdienstmöglichkeiten in der labormedizin daher im Vergleich zu anderen Fachrichtungen, in denen selbstständigkeit möglich ist, schlechter sind. Müsste nochmal nachschauen wie das Buch genau hiess. Facharztprüfung labormedizin vielleicht.
Edit : labormedizin in frage und antwort heisst es. Man kann die passage die ich meinte sogar auf Amazon lesen. (seite 15)
Chefärzte in der radio und Nuk gehören tatsächlich zu den besser verdienenden Chefs. Oberärzte soweit ich weiss ähnlich zu den anderen Fachrichtungen :D kann natürlich auch Klinik abhängig sein.
Das Problem welches ich zunehmend sehe ist dass die Bewerber immer sehr viel fordern aber keine entsprechenden Leistungen an den Tag legen..
Wieso Problem? Man ist nicht gezwungen sie einzustellen...
Bei mir (Top 5 Großstadt) hat man mit der Gehaltsvorstellung 80 000 in der Allgemeinmedizin quasi keine Chance. Da liegt man eher knapp über WB-Förderungsniveau.
Da wundert mich der Hausarztmangel dann aber auch nicht mehr. Ich bin mal gespannt, was man in ein paar Jahren von denen hört, die sich vorm Studium selbst zwangsverpflichtet haben.
Vielleicht ist es dann tatsächlich sinnvoll erstmal 1-2 Jahre Oberarzt in der Klinik zu spielen, um den eigenen Marktwert zu steigern und sich dann mit der Ä3-Messlatte in der Hand in Ruhe eine Praxis zu suchen.
Cor_magna
16.05.2021, 12:33
Da wundert mich der Hausarztmangel dann aber auch nicht mehr. Ich bin mal gespannt, was man in ein paar Jahren von denen hört, die sich vorm Studium selbst zwangsverpflichtet haben..
Gibt es denn in der Großstadt einen Mangel nan Hausärzten? Wenn es dort möglich ist Personal für relativ wenig Gehalt zu finden eher nicht oder lieg ich da falsch ? :-nix
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.