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Relaxometrie
24.05.2021, 09:17
Ich hatte gerade als Alternative die Strahlentherapie im Kopf für den TE.
Keine Dienste
Ganz ohne Dienste kommt die Fachrichtung aber auch nicht aus: obere Einflussstauung oder rückenmarksnahe Tumoren/ Metastasen, welche eine Querschnittslähmung verursachen würden, werden auch notfallmäßig bestrahlt. Aber klar....diese Einsätze sind vermutlich nicht so häufig, dass sie einem jeden Dienst total verhageln.

(hatte die Antwort von freak 1 noch nicht gesehen, als ich das geschrieben habe)

Heerestorte
24.05.2021, 09:20
Strahlentherapie hat je nach Haus selbstverständlich Dienste. Unsere ist eine bettenführende Abteilung ("Klinik für", nicht "Institut für").

Hier ist es so, wieso auch immer, dass die Internisten die stationären Strahlentherapiepatienten mitbetreuen im Dienst :-))
Ergo gibt es hier keine Dienste für die Strahlentherapeuten. Wie groß die Abteilung im Vergleich zu anderen ist, das weiß ich natürlich nicht.

Aber ja, du hast natürlich Recht, das habe ich sehr missverständlich formuliert.

daCapo
24.05.2021, 09:41
Hier ist es so, wieso auch immer, dass die Internisten die stationären Strahlentherapiepatienten mitbetreuen im Dienst :-))
Ergo gibt es hier keine Dienste für die Strahlentherapeuten. Wie groß die Abteilung im Vergleich zu anderen ist, das weiß ich natürlich nicht.

Aber ja, du hast natürlich Recht, das habe ich sehr missverständlich formuliert.

Je nach Haus ist das sehr unterschiedlich. Grundsätzlich sind 80% der Patienten ambulant.
Und dann hängt es auch vom der Weite des Behandlungsspektrum des Krankenhauses ab.

Relaxometrie
24.05.2021, 09:52
Hier ist es so, wieso auch immer, dass die Internisten die stationären Strahlentherapiepatienten mitbetreuen im Dienst :-))
Ergo gibt es hier keine Dienste für die Strahlentherapeuten.
Für Notfälle müsste es aber eigentlich einen Dienst geben, der von Strahlentherapeuten besetzt wird.

Bonnerin
24.05.2021, 10:12
No sarcasm: Was definierst du denn als strahlentherapeutischen Notfall? Bei uns rufen alle Abteilungen auch immer wegen jedem bullshit das entsprechende MET-Team.

Ansonsten, was wäre denn mit dem Doppelfacharzt Radio/Nuk? Da sieht man im Ärzteblatt doch recht oft Gesuche.

Relaxometrie
24.05.2021, 10:46
No sarcasm: Was definierst du denn als strahlentherapeutischen Notfall?



obere Einflussstauung oder rückenmarksnahe Tumoren/ Metastasen, welche eine Querschnittslähmung verursachen würden




.....

freak1
24.05.2021, 10:47
No sarcasm: Was definierst du denn als strahlentherapeutischen Notfall? Bei uns rufen alle Abteilungen auch immer wegen jedem bullshit das entsprechende MET-Team.

Drohender Querschnitt bei den Spinalkanal infiltrierenden Knochenmetastasen oder nicht operable Hirnmetastasen mit beginnender Einklemmung?

Bonnerin
24.05.2021, 11:10
Und in dem Fall würde man um 2:34 Uhr morgens bestrahlen?

Hab akute Querschnittssymptomatik immer eher als NCH- oder Ortho-Not-OP im Kopf. Zumindest bei Mamma-Ca dauert es doch auch ne Weile bis die Therapie anschlägt...aber das geht sicher zu weit Richtung offtopic.

daCapo
24.05.2021, 11:14
Da kann man erstmal Cortison geben und dann zeitnah (definiert als max 48h und je nach klinischen Bild ) beginnen. Bei oberer Einflussstauung kann man auch Chemo geben oder einen Stent setzen. Der Stent schafft Linderung sofort.
Bei drohenden Querschnitt chirurgische Optionen prüfen.
Um 03:00 morgens beginnt da in der Regel nicht die Therapie.
Ob nun am Wochenende (tagsüber) begonnen wird oder nicht, wird je nach Abteilung unterschiedlich gehandhabt.

Habe nur 1x gehört, dass jmd. nachts um 01:00 behandelt wurde. Die Patientin war gut mit dem Professor und wollte am nächsten Tag in Urlaub fahren.

daCapo
24.05.2021, 11:17
Und in dem Fall würde man um 2:34 Uhr morgens bestrahlen?

Nie gesehen.

Bei längeren Feiertagen kann man auch 2x täglich behandeln oder am Feiertag tagsüber. Es gibt entsprechende Ausfallkonzepte.

Es gibt aber viele internistische Probleme bzw Nebenwirkungen der Chemo und Radiotherapie, die dann auf der Strahlentherapie Station behandelt werden.

Rudiologe
24.05.2021, 11:40
Ich hab zwei Monate PJ in der Strahlentherapie gemacht. In der Zeit gab es auf den zwei Stationen, die durch die Strahlentherapeuten versorgt wurden, einen Myokardinfarkt, eine Lungenembolie und eine lebensbedrohlich Tumorblutung im Halsbereich, alles im Nachtdienst. Da lagen halt somatisch teils schwer kranke Patienten. Dienstentlastung war trotzdem insgesamt extrem gering verglichen mit Akutfächern.

bluejam
24.05.2021, 11:58
:-(
Ja der ist gemeint. Welcher ist denn der dritte Beitrag.
btw :-kotz @ angestellt sein.
Dann gibt es keinen dritten.

Sim85
24.05.2021, 12:29
Danke allen für ihre Antworten meine Situation betreffend. Nuk/Strahlentherapie hab ich als 2. Fach auf dem Schirm, kommt grundsätzlich beides als Alternative in Betracht, wobei eine erneute Weiterbildung in einem klinischen Fach natürlich schon zeitintensiv ist mit allen verbundenen Nachteilen.

Kann mit von den anwesenden Radiologen jemand sagen, ob eine teleradiologische Tätigkeit eine gangbare ALternative zum Praxisbetrieb darstellt? Viele ausgeschriebene Stellen dazu findet man nicht- oder werden diese Stellen eher unter der Hand vergeben?

urinbeutel
24.05.2021, 16:14
Für Strahlentherapie kann man aber nur ein Jahr Radio anrechnen, also müssen dann vier Jahre geackert werden und die berufliche Situation in Zukunft ist in dem MVZ dominierten winzigen Fach langfristig auch ungewiss. Könnte man dann gleich Allgemeinmedizin oder was gänzlich anderes überlegen.
Quelle: https://www.proconcept.de/fischers-zeilen-im-april-2021/

Nuklearmedizin kann glaube ich auch in zwei Jahren erworben werden
Quelle: https://healthcare-in-europe.com/de/news/neue-zusatzweiterbildung-fuer-die-hybridbildgebung.html

daCapo
24.05.2021, 17:48
Für Strahlentherapie kann man aber nur ein Jahr Radio anrechnen, also müssen dann vier Jahre geackert werden und die berufliche Situation in Zukunft ist in dem MVZ dominierten winzigen Fach langfristig auch ungewiss. Könnte man dann gleich Allgemeinmedizin oder was gänzlich anderes überlegen.
Quelle: https://www.proconcept.de/fischers-zeilen-im-april-2021/


Was sollen uns Fischers Zeilen nun genau sagen? Ist das die Glaskugel, die uns die Zukunft vorraussagt? Die Strahlentherapie wird in DE wegfallen? Die Zukunft ist ungewiss? Ist sie das nicht immer?
Die Strahlentherapie fristete lange ein Schattendasein am Rande der Radiologie, zu der sie bis 1985 in Deutschland zählte. Die eigene Fachgesellschaft wurde erst 1995 gegründet. Schon damals war das Fach in DE eher weniger beliebt (im Gegensatz zu den USA). Seit Jahren bzw. Jahrzehnten herrscht ein Arbeitnehmermarkt im Fach. Es gibt Kliniken, die suchen monatelang.
Als Radiologe wirst du Vorteile haben beim technischen Aspekt des Faches, beim klinischen Teil wirst du einige Innere Medizin/Onkologie Basics nachholen.

Allgemeinmedizin kannst du immer machen, geht in DE besonders einfach als Facharzt-Quereinsteiger.

urinbeutel
24.05.2021, 20:26
Ist nur ein Hinweis gewesen, der ggf interessant ist.
In den USA ist Strahlentherapie rapide in der Beliebtheit abgestürzt da zu viele Arzte ausgebildet worden sind. Folge ist, dass man oftmals zu grotesken Bedingungen in der Einöde arbeiten muss.

daCapo
24.05.2021, 20:57
Die US-amerikanischen Radioonkologen betreiben keine Station. In DE gehört es klassischerweise dazu für die 20% Patienten an großen Zentren, die stationär behandelt werden müssen.
Wie bereits erwähnt, ist das Fach in den USA schon immer beliebt, möglicherweise jetzt etwas weniger. Bei der ASTRO sind relativ viele Stellenanzeigen auch in größeren Städten. :-nix https://careers.astro.org/jobs
Für die meisten von uns kommt ein Gang in die USA nicht unbedingt in Frage wegen fehlender Anerkennung. Wie bereits erwähnt, wird hier Personal gesucht. Habe auch zwei Kollegen, die mit dem einfach eine Stelle im europädischen Ausland gefunden haben.

anignu
24.05.2021, 21:56
Bei oberer Einflussstauung kann man auch Chemo geben oder einen Stent setzen. Der Stent schafft Linderung sofort.
Bei drohenden Querschnitt chirurgische Optionen prüfen.
Super Ideen:
- mach den Stent, dafür musst du halt bissl angioplastieren und wenn es reißt ist der Patient komplett von seinem Leiden befreit. Auch eine Lösung, wenn es eine Alternative gibt...
- in einen Tumor an der Wirbelsäule einfach so mal schnell reinoperieren? Gute Idee. R2 heilt auch so gut. Und alle Chirurgen sind dann gleich so richtig motiviert wenn es eine Alternative gibt...

daCapo
24.05.2021, 22:03
Super Ideen:
- mach den Stent, dafür musst du halt bissl angioplastieren und wenn es reißt ist der Patient komplett von seinem Leiden befreit. Auch eine Lösung, wenn es eine Alternative gibt...
- in einen Tumor an der Wirbelsäule einfach so mal schnell reinoperieren? Gute Idee. R2 heilt auch so gut. Und alle Chirurgen sind dann gleich so richtig motiviert wenn es eine Alternative gibt...

A) das wird zusammen mit dem Radiologen entschieden. Super Sache. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ohne sich anzublöken.Mit Cortison und voller Antikoagulation schafft man meist akut Linderung und kann dann zeitnah beginnen.
B) ebenso interdisziplinäre Entscheidung. Ob die laminektomie + Additive rtx im Einzelfall Sinn macht wird zusammen mit der NC entschieden. Wieder im Idealfall ohne sich anzublöken. Die NSCLC Metastase verschwindet ja nach einer Bestrahlung sofort oder...Herr Neurochirurg? Wie viele Dekompressionen im Bereich der Wirbelsäule machste so im Jahr als Gefäßchirurg?

anignu
24.05.2021, 22:27
Interdisziplinär geht wenn mehr als eine Fachrichtung Dienst hat. Mein Post bezog sich drauf dass du der Meinung bist dass man z.B. einen Strahlentherapie-Hintergrund gar nicht braucht weil man ja andere Sachen machen kann. Und meiner Meinung nach sind die Vorschläge medizinisch nicht unbedingt die Sinnvollsten für deine These gewesen.

Jetzt schreibst du natürlich wieder genau das Gegenteil, lobst irgendwelche interdisziplinären Zusammenarbeiten etc...

Konkret meine Meinung: ein Strahlentherapie-Hintergrund macht Sinn damit man sich im Zweifel einfach interdisziplinär beraten kann. Was man dann tut, und auch ob man eine obere Einflusstagung nicht doch stentet (mit dem Risiko dass der Patient stirbt) ist eine andere Sache.