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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ausländische Ärzte - erleben diese Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus?



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hebdo
26.06.2021, 14:08
Es gibt ein Problem mit Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Ich habe in 2 Unternehmen, 2 Kliniken und einem MVZ gearbeitet. Nur auf die Tätigkeit im Gesundheitswesen habe ich keine Form von Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit erlebt. Ich habe mit Kollegen aus Polen, Ukraine, Italien, Spanien, Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Nigeria, Pakistan, Irak, Palästina, Indonesien, Philipinen, China etc. gearbeitet und mit vielen auch privaten Kontakt gehabt. Von Patientenseite gab es öfter fremdenfeindliche Äußerungen. Wenn die Leistung auch nur annähernd akzeptabel war, gab es beruflich keine Probleme. In 3 Fällen hat einfach die Leistung nicht gestimmt, die Defizite wurden genau besprochen. Die Kollegen wurden auch beim Fachrichtungs- und Stellenwechsel unterstützt.

Es sind meine persönlichen Erfahrungen, ausschließen will ich fremdenfeindlichkeit unter Kollegen nicht, aber regelhaft und generell bestimmt nicht.

cartablanca
26.06.2021, 18:56
Es sind meine persönlichen Erfahrungen, ausschließen will ich fremdenfeindlichkeit unter Kollegen nicht, aber regelhaft und generell bestimmt nicht.

Ja manche Patienten sind dumm genug sowas offen zu sagen. Kein intelligenter Mensch würde jedoch bei der Arbeit offen ausländerfeindlich sprechen. Daher ist es kein Kriterium. Auch wenn jemand fragt "Kann ich Ihnen helfen" ist das per se nicht ausländerfeindlich. Gemeint ist aber "was wollen Sie hier? Wollen Sie mich beklauen?". Und deshalb wird man des Ladens verwiesen wenn man Hilfe ablehnt. Oder man droht die Polizei zu rufen, wenn man einen Ausländer auf der Strasse sieht. Nachbarn feinden dich grundlos an etc..
Ich kann aus meiner Erfahrung sagen dass ich in vielen Jahren im KH fast ausschließlich nur Stress mit Deutschen hatte. Selbst wenn 70 % der Belegschaft oder mehr Ausländer waren. Habe auch schon einen Zettel einer deutschen Schwester in der Ambulanz gefunden. Da waren auf einer Tabelle die Namen mehrerer ausländischer Assistenten vermerkt und die Zeit die sie benötigen um nach Anruf in der Ambulanz zu erscheinen mit Datum und Uhrzeit. Natürlich rief besagte Schwester nicht an wenn sie den Anruf vom NEF erhielt sondern erst dann wenn die Patienten bereits in der Ambulanz waren wodurch entsprechende Verzögerung auch zu Stande kam. Weiterhin hielt sie es auch nicht für nötig die Assistenten mal anzusprechen statt hinterrücks anzuschwärzen.
ich habe entsprechendes auch bei zahlreichen Kollegen beobachtet von daher glaube ich nicht mehr dass es sich um Zufall handelt.

Thomas24
26.06.2021, 19:45
Auch wenn jemand fragt "Kann ich Ihnen helfen" ist das per se nicht ausländerfeindlich. Gemeint ist aber "was wollen Sie hier? Wollen Sie mich beklauen?". Und deshalb wird man des Ladens verwiesen wenn man Hilfe ablehnt. Oder man droht die Polizei zu rufen, wenn man einen Ausländer auf der Strasse sieht. Nachbarn feinden dich grundlos an etc..


???? Anekdotisches Hörensagen oder dir selbst passiert?

cartablanca
26.06.2021, 19:58
???? Anekdotisches Hörensagen oder dir selbst passiert?

Mir selbst ímmer wieder passiert. "Kann ich Ihnen helfen?" "Nein danke." Wurde anschließend vom Mitarbeiter durch das gesamte Krankenhaus verfolgt in dem ich meine Mutter besucht habe. Im Geschäft: "Kann ich Ihnen helfen?" "Nein danke" "Also wenn ich Ihnen nicht helfen kann..." und zur Tür verwiesen. Gehe die Straße entlang und rauche mir eine. Ein Fenster geht hoch. "Kann ich Ihnen helfen?" "Nein danke" "Ok, dann ruf ich jetzt die Polizei". Fenster wieder runter. Da gabs noch einige Vorfälle.

Endoplasmatisches Reticulum
26.06.2021, 20:06
Ich bitte dich. Jetzt wird es wirklich lächerlich.

Kackbratze
26.06.2021, 20:58
Das ist der systemimanente Rassismus der nur von Weissen ausgehen kann. Diese Mikroagressionen werden garnicht bemerkt, so tief ist das verwurzelt.

Thomas24
26.06.2021, 21:13
Kann sein. Ausnahme, man ist "woke" genug und hat brav seine Fortbildung in "strukturellem Rassismus", "Critical Whiteness Studies" und "Intersektionalen Diskursen" gemacht und besitzt sein "Ally" Zertifikat (natürlich nur echt mit BLM Stempel)- dann steht man nämlich stets auf der moralisch richtigen Seite und kann empört mit dem Finger auf all die anderen pöhsen Nazis, Klassisten, Rassisten, Sexisten usw. zeigen. Aber wehe die Anzahl der Migrantenkinder steigt in der Kiez- Grundschule zu stark an, dann zieht man eben in einen anderen Schulbezirk... weil Klein- Friederike und Justus dann eben doch lieber in einer Montessori Grundschule neben einem Jonas als in einer Kiez Grundschule neben einem Abdul sitzen soll. Da endet das woke Bewusstsein dann... :D

cartablanca
26.06.2021, 21:14
Habe nie gesagt dass es nur von Weissen ausgeht. Es gibt genug deutsche "Wirtschaftsmigranten" die sich über Schweizer Fremdenfeindlichkeit beschweren. Kann man sich ja mal einlesen. Es hilft mal selber eine Zeit lang als Fremder in einem anderen Land gelebt zu haben. Das eröffnet neue Perspektiven.

Thomas24
26.06.2021, 21:17
Habe nie gesagt dass es nur von Weissen ausgeht.

Man sollte sich beispielsweise mal für zwei Minuten anhören, wie einige Perser teilweise über Kurden, Türken und Araber reden (und umgekehrt ebenso). Da schlackern einem politisch korrekten Durchschnitts Müsli Jochen aber die Ohren. Just my 2 Cents

cartablanca
26.06.2021, 21:26
Ja klar. Es gibt auch Anglosaxons die mit Mexikanern ein Problem haben. Ich hab nie behauptet dass es nur hier vorkommt. Machts aber nicht besser für den Einzelnen.

Endoplasmatisches Reticulum
26.06.2021, 21:33
Wie soll sich das denn realistischerweise ereignet haben? Hocken die Deutschen den ganzen Tag hinterm Fenster, um das in den zwei Sekunden sofort aufreißen zu können, die ein Passant mit ausländischer Ethnie vorbei schlendert?

cartablanca
26.06.2021, 21:42
Ich habe exakt diesen Eindruck. Auch aufgrund anderer Vorkommnisse.

cartablanca
26.06.2021, 21:44
https://www.youtube.com/watch?v=cLJL1Nsi3yg

Kleines Beispiel. Zwar nicht aus Deutschland. Aber warum soll es hier anders sein?

mbs
26.06.2021, 21:46
Gäbe es nur noch deutsche Ärzte, dann wäre das System wie es jetzt ist schon längst zusammengebrochen. Das gilt auch für andere Berufe und Branchen. Leider werden so auch teilweise katastrophale Arbeitsbedingungen aufrecht erhalten. Notfalls importiert man einfach Arbeitskräfte die diese schlucken. So kann man Probleme vermeiden anstatt sie zu lösen, und selbst ein total kaputtes und krankes System zumindest oberflächlich weiter am Laufen halten ohne wirklich etwas verändern zu müssen.

DrArzt
26.06.2021, 22:27
Ich denke, man kann durchaus die Erfahrungen deutscher "Wirtschaftsmigranten" (zu denen ich mich nicht zähle, da ich in Deutschland mehr verdient habe) in der Schweiz übertragen, auf das, was Ärzte mit Migrationshintergrund (der durchaus auch in der 3. Generation in D bestehen kann, laut offizieller, irreführender Definition) hier in Deutschland teilweise erleben (müssen).

Das kann im Krankenhaus sein, dass man
- Probleme mit fremdenfeindlichen Patienten hat
- Probleme mit fremdenfeindlichen Kollegen und Vorgesetzten hat
- an Mikro- und Makrostrukturen scheitert, die durch privilegierte alteingesessene Menschen unterhalten werden (z.B. Bewerbungen, Beförderungen, Bürokratie..)

All das könnte man dann durchaus auch als individuellen und institutionalisierten Rassismus bezeichnen.

Ob das nur in Deutschland so ist? Nein, sicher nicht.
Aber es gibt ihn, und da helfen dann die Kommentare von ER und Thomas auch nicht, wenn man das Thema dadurch verdünnflüssigt.

pineapple
27.06.2021, 04:12
Gäbe es nur noch deutsche Ärzte, dann wäre das System wie es jetzt ist schon längst zusammengebrochen. Das gilt auch für andere Berufe und Branchen. Leider werden so auch teilweise katastrophale Arbeitsbedingungen aufrecht erhalten. Notfalls importiert man einfach Arbeitskräfte die diese schlucken. So kann man Probleme vermeiden anstatt sie zu lösen, und selbst ein total kaputtes und krankes System zumindest oberflächlich weiter am Laufen halten ohne wirklich etwas verändern zu müssen.

Und was hat das mit Rassismus zu tun? Werden Ärzte aus dem Ausland gezwungen, hier zu arbeiten und die immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen anzunehmen und damit zu unterstützen?

Moni Ka
27.06.2021, 05:38
Danke für die vorherigen Nachrichten. Ausländer müssen mehr Arbeit aufbringen, damit die gleich eingesehen wie deutsche Kollegen. Sie müssen die Zähne zusammen beißen, manchmal glaubt keine was die sagen.

Klar bin ich mitschuldig und das habe ich auch hier mehrfach erwähnt, aber so eine krasse Aktion habe ich nicht erwartet (Er will mich nicht auf intensiv einsetzen, Abmahnung bekommen, der Patient findet mich so und so)

Zwischen mich und der Chef /Oberarzt entsteht zur Zeit Hass. Ich weiß aber, dass er mir zuhören wird wenn ich zu ihm gehe. Mein Mann meinte, dass ich das lassen soll, es bringt eher nichts, die wollen mich nicht und ich muss weg

Meine Freundin meinte, dass ich nicht zu verlieren habe, der CA zu fragen was kann ich für die Zukunft besser machen. Auch wegen Arbeitszeugnis. Sie erzählte von zwischenzeignis und ich soll unbedingt das Haus mit nettes Gespräch verlassen und nicht mit Hass, dann bekomme ich zumindest was gutes im Zeugnis geschrieben :(

][truba][
27.06.2021, 05:44
Quatsch. Ich erwarte von einem nicht deutschen Kollegen sicher nicht mehr Arbeit als von einem deutschen.
Persönlich hab ich ausländische Kollegen bisher fast immer als sehr engagiert und fleißig erlebt. Es gab auch Ausnahmen bei denen man sich fragte, ob die wirklich studiert haben aber die gab es bei deutschen auch.

rafiki
27.06.2021, 05:59
Ausländer müssen mehr Arbeit aufbringen, damit die gleich eingesehen wie deutsche Kollegen. (

Blödsinn. Zu hoffen ist, dass Leute wie du zeitnah einsehen, dass sie im falschen Beruf sind - bevor sie Patienten schädigen.

pineapple
27.06.2021, 07:07
Kenne auch nen (deutschen) Kollegen aus der UCH, dessen Vertrag nun an unserer Klinik, nachdem er schon von einer anderen aus dem selben Grund nach der Probezeit kam, nicht verlängert wird.
Manche Menschen sind einfach nicht begabt oder geeignet für manche Berufe, er wird schon woanders unterkommen.

Wenn aber jemand tatsächlich eine Gefährdung für Patienten ist, dann muss man eben einen cut machen. Dient ja auch deiner Sicherheit,oder willst du nach einem Jahr deine Approbation los sein wegen Körperverletzung oder schlimmerem ?

Bei meiner Freundin stand vor kurzem auf dem Arztbrief aus der Notaufnahme das falsche Bein + Rechtschreibfehler… war in dem Fall nicht weiter tragisch, aber das kann schnell böse enden … glaube die Sprache stellt bei manchen das größte (womöglich einzige Problem dar)