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cartablanca
31.07.2021, 20:01
Sicherheit.

anignu
31.07.2021, 23:13
Sicherheit.
Also Geltungsbedürfnis ;-)

mbs
03.08.2021, 20:04
Wieder eine ernsthafte Frage, die sich eher auf die FA-Weiterbildung Allgemeinmedizin bezieht:

Mindestens ein Jahr Innere Medizin ist ja Pflicht - wenn man sich eine Stelle dafür sucht muss man sich aber für eine Subspezialisierung davon entscheiden wie es scheint. Die meisten Ausschreibungen kommen von einer bestimmten Abteilung, am häufigsten Gastroenterologie oder Kardiologie, teilweise aber auch Hämatologie/Onkologie oder (selten, eher an Unikliniken) Pulmonologie oder Nephrologie/Rheumatologie.

Was davon wäre am sinnvollsten wenn man nach Möglichkeit auch wirklich nur dieses eine Jahr (maximal zwei Jahre) machen will? Kardiologie scheint erstmal naheliegend, allerdings kann ich mir vorstellen dass man da vermutlich nur EKGs auswerten und Stationsarbeit machen würde, was mit mehreren Jahren Berufserfahrung in einem anderen Fach (ACH/VCH) vemutlich nur bedingt sinnvoll ist. Wenn man schon etwas endoskopieren kann wäre Gastroenterologie vielleicht besser. Wobei man das dann später auch nicht mehr wirklich brauchen würde. Zwar könnte ich da auf einer größeren Wissensbasis aufbauen, allerdings wäre es sicher sinnvoller möglichst viel Neues zu lernen. Insbesondere was Medikamenteneinstellungen angeht.

Was würdet ihr in der Situation empfehlen?

DA1994
03.08.2021, 21:06
Ich würde dir auf jeden Fall eine Internistische Abteilung empfehlen, die selbst Onkologie betreibt. Also vor allem größere Gastroenterologien, Pulmonologie oder auch eine interdisziplinäre Internistische Onkologie. Die Basics der Inneren lernt man im jeden Fach, aber als "reiner" Kardiologe hat man kaum Kontakt zu Chemo, deren Nebenwirkungen, Nachsorge und vor allem palliativer Medizin. Und das sind in meinen Augen Bereiche, wo ein Hausarzt als langjähriger Begleiter richtig stark sein kann. Und wo viele Kollegen in der Niederlassung leider sehr sehr schwach aufgestellt sind.

Die üblichen Internistische Probleme gibt es eigentlich in jeder Abteilung, also Blutdruck, Blutzucker und Blutverdünnung. Eine spezialisierte universitäre Abteilung für die Basisweiterbildung Innere als Hausarzt würde ich nicht empfehlen. Eher ein kleineres Haus, wo die Grenzen zwischen den Abteilungen verschwimmen, vor allem im Dienst.

cartablanca
03.08.2021, 21:35
Allgemeininternistisch. Ob du innerhalb von 6 Monaten Endoskopieren lernst halte ich für fraglich. Nicht weil es nicht theoretisch möglich wäre, sondern weil die dich nicht ran lassen. Endokrinologie kann vorteilhaft sein. Eine Endo Ambulanz oder sowas. Und Notaufnahme ist wichtig.

daCapo
03.08.2021, 22:47
Allgemeininternistisch. Ob du innerhalb von 6 Monaten Endoskopieren lernst halte ich für fraglich. Nicht weil es nicht theoretisch möglich wäre, sondern weil die dich nicht ran lassen. Endokrinologie kann vorteilhaft sein. Eine Endo Ambulanz oder sowas. Und Notaufnahme ist wichtig.

Also in meiner Inneren Gastro haben das ab und zu Fachärzte gelernt. Assistenzärzte durften mal zugucken und dabei sein.




Und zum Thema technische Ausstattung: es ist absolut sinnvoll Geräte nach aktuellem Stand der Technik zu besitzen. Außer es geht dir nur um die Kohle ... dann ist es besser mit museumsreifen Geräten DIagnostik aus den 80er zu betrieben.

Eigentlich geht es immer nur um die Kohle. Nur sehr fraglich, ob man dir noch Patienten überweist, wenn bekannt ist bei dir steht Equipment aus den 80er Jahren und die Befunde sind zu 50% fehlerhaft. Irgendwann ist dann die Grenze der Mittelmäßigkeit überschritten.

Ich kenne keinen Allgemeinmediziner, der Gastros heutzutage noch macht.

Bei Herzecho ist es etwas anderes. Da machten einige Allgemeinmediziner orientiernde Echos bei P-Patienten. Bei den GKV-Patienten konnten sie es nicht abrechnen.

Thomas24
03.08.2021, 22:52
Also in meiner Inneren Gastro haben das ab und zu Fachärzte gelernt. Assistenzärzte durften mal zugucken und dabei sein.

Also inhaltlich eben genau das, was Cartablance bereits gesagt hat. Das wird nichts für einen angehenden Rotanten wie MBS, der nur 1 Jahr in die Innere geht, um danach in die Allgemeinmedizin zu wechseln.

cartablanca
04.08.2021, 05:45
Also in meiner Inneren Gastro haben das ab und zu Fachärzte gelernt. Assistenzärzte durften mal zugucken und dabei sein.

Ja du warst an einer großen Klinik. An kleineren Häusern dürfte es schneller gehen. Vor Allem wenn man ein freundschaftliches Verhältnis zu den Oberärzten pflegt. Aber trotzdem nicht innerhalb eines Jahres.

mbs
04.08.2021, 21:16
Danke erstmal für die Antworten.
Ich habe schon endoskopiert, und Gastroenterologie hat noch die meisten Schnittpunkte mit VCH, so dass ich da was hätte worauf ich aufbauen könnte, was in den anderen Fächern nur bedingt zutrifft. Dürfte da wahrscheinlich mehr machen, würde aber auch allerdings vermutlich weniger Neues lernen. Hämatologie/Onkologie hatte ich auch schon überlegt, wobei hier in der Gegend nur Stellen in der Kardiologie oder der Gastroenterologie ausgeschrieben sind.

Haffi
04.08.2021, 21:20
Wenn du wirklich nur das eine Jahr machen willst: Allgemeininternistisch! Meiner Meinung nach am besten im letzten Popelswinkel, wo du Neuro und kleine Unfallchirurgie noch mitmachen musst.

Heerestorte
10.08.2021, 17:55
Wenn du wirklich nur das eine Jahr machen willst: Allgemeininternistisch! Meiner Meinung nach am besten im letzten Popelswinkel, wo du Neuro und kleine Unfallchirurgie noch mitmachen musst.

Wat? Wo macht ein Internist bitte chirurgische Sachen mit?
Ne Chirurgie gibts doch in jeder noch so kleinen Klitsche.

anignu
10.08.2021, 22:39
Ne Chirurgie gibts doch in jeder noch so kleinen Klitsche.
Falsch.
Ich hab mal in einem KH gearbeitet das eine Art Tochterkrankenhaus hatte in der es tatsächlich nur Internisten gab. Die haben teils Platzwunden aus deren Notaufnahme geschickt (damit wir sie professionell mit Steristrips versorgen ;-) ). Ok, kam nicht oft vor. Und manche Internisten dort hatten einfach Angst was falsch zu machen. Nachts. Alleine. Ohne Erfahrung...

nie
11.08.2021, 01:33
Ich kenne auch ein Haus, dass zwar eine (Viszeral-)Chirurgie hat aber nacht 16 Uhr keine Chirurgen in Haus. Vor Ort ist da nachts nur der Internist. Ist jetzt nur ne Mini-Klitsche ohne richtige ZNA, daher auch selten Notfallpatienten aber manchmal verläuft sich da halt doch mal einer hin.

inglebird
12.08.2021, 20:20
Meines Wissens nach ist es in den meisten KVen so geregelt, dass für hausärztlich tätige Internisten Sachen wie FKDS, TTE und Endoskopien nicht abrechenbar sind. Zumindestens nicht ohne Nachweis von absurd hohen Zahlen und zusätzliche Prüfung. Herzecho kann man teilweise als "Organsono" durchführen, das ist aber in keinster Weise lohnenswert (gab vor wenigen Jahren ca 9 Euro dafür), um sich "Ich mache hier groß Herzecho" auf das Praxisschild zu schreiben. Die relativ geringen Kosten für einen Sektorschallkopf kann man damit vielleicht reinholen, ich finde aber auch, dass es hierbei um den "Spaß" geht, bzw. schnell mal Überblick über Pump- und Klappenfunktion zu erlangen, wenn man bei einem Patient schnell wissen will, in welche Richtung es geht.
Der Gedanke dabei ist ganz einfach: Hausärzte sollen Hausarzt-Zeug machen, Fachinternistisch tätige Internisten sollen sowas machen.

Ach so: Für die Proktoskopie des Hausarztes gibt es Einmalproktoskope aus Plastik, letztlich nicht mehr als ein Spekulum, durch das man schaut und mittels Otoskop oder ähnliches beleuchten kann... Kann einen Schein nochmal etwas aufwerten.

cartablanca
13.08.2021, 10:07
Ich hab den Kollegen jetzt gefragt. Er meinte er hat sich als Internist hausärztlich niedergelassen, die Zulassung zum Gastroskopieren vor 30 Jahren genehmigt gekriegt und darf das nur machen, weil die örtlichen Gastroenterologen sich damit einverstanden erklären. Fragt mich nicht wie sowas zustande kommt. War seine Aussage.

inglebird
29.08.2021, 11:05
Wenn man dann irgendwann mitbekommt wie KVen intern agieren, wundert mich sowas überhaupt nicht