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murkel
08.02.2022, 23:47
Ich habe meine ersten beiden Kinder in der WB-Zeit bekommen, einmal im 2. Jahr, einmal im 4. Jahr. Elternzeit habe ich mir mit meinem Mann geteilt. Einmal war ich 7 Monate zu Hause, einmal 9 Monate. Wir sind beide immer Vollzeit gegangen. Ich hatte in der Klinik 6-8 Dienste im Monat.
Im Nachhinein muss ich sagen, dass man durch den Freizeitausgleich nach Dienst oftmals mehr Familienzeit hat, als jetzt. Nach dem Dienst hab ich die Kinder oft als Mittagskinder geholt und hatte so den ganzen Nachmittag Zeit für sie. Nach nicht ganz 7 Jahren hab ich den Facharzt gemacht.
Nach dem Facharzt bin ich in ein MVZ gewechselt. Da habe ich dann mein drittes bekommen. Das fand ich persönlich schwieriger zu organisieren, da ich alleine in der Praxis bin und wenn ich ausfalle, eben keiner da ist, der die Arbeit übernimmt. So dass die Praxis während meiner Elternzeit nur an einem Tag in der Woche von einer Kollegin aus der Klinik besetzt wurde. Jetzt arbeite ich wieder Vollzeit, die Kinder sind schon recht groß und helfen sich (freiwillig!!) gegenseitig. So holt der Große den Kleinen auch mal aus dem Kindergarten ab, wenn bei uns wichtige Termine dazwischen kommen.
Im Nachhinein fand ich das Kinderkriegen in der KH-Zeit einfacher. Ein wenig bereue ich es, nicht länger Elternzeit gemacht zu haben. Aber man wollte eben nicht zu viel WB-Zeit verlieren oder die Praxis so lange unbesetzt lassen.
Eine Freundin hat eine eigene Praxis und hat als Selbständige 2 Kinder bekommen, das muss finanziell schon ziemlich reingehauen haben. Wenn man also plant sich niederzulassen, bietet sich wohl eher die Klinikzeit zum Kinderkriegen an.

Nilorak
14.02.2022, 10:39
Hallo ihr lieben Arzt-Muttis,
ich dachte, ich frage hier mal nach, weil ihr viel Erfahrung mit Berufsverbot etc habt.
Meine Situation ist etwas anders, ich bin im PJ und habe ein zwei jähriges Kind zuhause, mein Partner und ich wünschen uns sehr ein zweites Kind.
Durch die Covid-Pandemie wurden wohl auch schwangere PJ-Studentinnen immer fleißig ins BV geschickt, vor der Pandemie schien das kein großes Problem gewesen zu sein.
Lange Rede kurzer Sinn:
Hat jemand von euch eine Schwangerschaft (trotz potentieller Infektionsgefahr in der Klinik) in den ersten Wochen auch absichtlich verheimlicht, um nicht ins BV geschickt zu werden?
Ist für Ärztinnen natürlich teilweise gar nicht soo unattraktiv (weiterhin Bezahlung für Zuhause-Sein), für mich als PJ-Studentin ist es natürlich aber ein grausiger Gedanke, wenn ich wegen einer Schwangerschaft das PJ unterbrechen muss und dann ewig warten, bis ich weiter machen kann (Schwangerschaft, Geburt, erste Zeit zuhause).
Natürlich könnte ich auch bis nach dem PJ warten, dann stellen sich aber ganz andere Fragen (dann erst anfangen zu arbeiten für besseres Geld, wie lange dann arbeiten, dann ist der Altersunterschied zum ersten Kind aber ratzfatz auch vier Jahre oder mehr, das wollte ich eigentlich immer ungern)..

Vielleicht hat jemand ein paar Gedanken dazu.
Liebe Grüße =)

Absolute Arrhythmie
14.02.2022, 10:47
Nur am Rande: es heißt "Beschäftigungsverbot", nicht "Berufsverbot". Es wird dem Arbeitgeber verboten dich weiter zu beschäftigen, nicht dir wird der Beruf verboten.

Zu deiner Frage: ich bin nicht im PJ, aber ich hätte in meinem Haus noch bis zum Mutterschutz weiter arbeiten können, wenn ich das gewollt hätte. Mein Chef sieht das mit dem Risiko durch Corona nicht so dramatisch... Er war eher etwas pikiert dass ich im Herbst bei steigenden Zahlen in der 14. SSW das BV wollte.

Also erkundige dich am besten wie das in den in Frage kommenden PJ Häusern gehandhabt wird oder ob das über die Uni geregelt ist.

abcd
14.02.2022, 11:03
Vielen Dank schonmal für eure zahlreichen Antworten!
... Dass mit Kindern keine Vollzeitarbeit (zumindest für Frauen, sollte für Männer eigentlich auch so sein) mehr möglich ist, ist ja klar und sicherlich verschieben sich dann auch die Prioritäten. ...
So klar ist das nicht, dass Vollzeit arbeiten nicht möglich ist. Nur ist es häufiger genau so anzutreffen. Man, also Frau, kann auch mit Kind Vollzeit arbeiten, wenn man das möchte und der Mann mitspielt.
Ich habe bislang immer Vollzeit gearbeitet. 1 Kind zum Ende der WB-Zeit. Wenn ich mich etwas mehr gestresst hätte, wäre Prüfung vor dem Mutterschutz möglich gewesen, so wurde es dann später. Im ersten Jahr mit Kind (davon 6 Monate Elternzeit) kam ich nicht wirklich zum Lernen. Hatte ich mir anders erhofft, aber war auch ok.

Nilorak
14.02.2022, 18:22
Nur am Rande: es heißt "Beschäftigungsverbot", nicht "Berufsverbot". Es wird dem Arbeitgeber verboten dich weiter zu beschäftigen, nicht dir wird der Beruf verboten.

Zu deiner Frage: ich bin nicht im PJ, aber ich hätte in meinem Haus noch bis zum Mutterschutz weiter arbeiten können, wenn ich das gewollt hätte. Mein Chef sieht das mit dem Risiko durch Corona nicht so dramatisch... Er war eher etwas pikiert dass ich im Herbst bei steigenden Zahlen in der 14. SSW das BV wollte.

Also erkundige dich am besten wie das in den in Frage kommenden PJ Häusern gehandhabt wird oder ob das über die Uni geregelt ist.


Oh ja, na klar, Beschäftigungsverbot, stimmt natürlich, und weiß ich natürlich auch eigentlich :D! Wollte keine Verwirrung stiften.

Das ist auf jeden Fall spannend zu lesen, dass du hättest weiterarbeiten dürfen.
Dann werde ich mich wohl direkt dort erkundigen, ist immer irgendwie gewöhnungsbedürftig, mit wildfremden über so etwas intimes wie Familienplanung zu sprechen. Geht vielleicht aber in dieser Konstellation nicht anders.
Danke für deine Antwort:)

mbs
14.02.2022, 20:09
Was auffällt ist, dass es unter Ärztinnen praktisch keine Alleinerziehenden gibt - jedenfalls ist mir noch keine derartige Kollegin untergekommen. Nur einmal eine Radiologin, die aber keine Dienste und eine deutlich reduzierte Stundenzahl gemacht hat, und wo sich die Eltern um alles gekümmert haben. Und das Risiko, dass eine Partnerschaft nicht funktioniert ist ja immer da. Zumindest in Deutschland sind die Unterstützungsmöglichkeiten durch 24h-Kindergärten oder ähnliches ja extrem begrenzt bis nicht vorhanden, und privat dürfte das auch mit einem einzelnen Arztgehalt nicht finanzierbar sein.
Oder sehe ich das zu pessimistisch?

denkstdu
14.02.2022, 20:22
Oh da gibt es hier schon einige im Forum die auf bestimmte Zeit oder auch länger alleinerziehende Mamas waren oder sind.Und ich finde die machen ihre Sachen einfach klasse.

Colourful
15.02.2022, 04:50
Doch, ich war auch alleinerziehend mit einem Kleinkind. Und das ohne Eltern in der Nähe, habe 75% gearbeitet und mein Ex und meine Freundinnen haben die Betreuung übernommen, wenn ich Dienste hatte.
Rückblickend war das zwar ziemlich anstrengend, aber arbeiten konnte ich gut.

tragezwerg
15.02.2022, 04:59
Es gibt genauso viele alleinerziehende Ärztinnen wie es auch sonst alleinerziehende Frauen gibt.
Ich bin alleinerziehend, arbeite 75% (5-Tage-Woche mit kürzeren Frühdiensten) und mache 24h-Dienste am Wochenende, wenn die Kids bei ihrem Vater sind.
Schichtdienst ginge natürlich nicht gut, so lange die Kinder noch nicht alleine bleiben können.
Der Vorteil als Ärztin ist, dass ein Teilzeitgehalt zumindest zum Leben reicht. Trotzdem ist alleinerziehend sein kacke, aber das sucht man sich ja meist nicht aus.

agouti_lilac
15.02.2022, 08:14
Ich bin ebenfalls seit Geburt alleinerziehend und habe dann nach 19 Monaten Elternzeit 80% Teilzeit plus Dienste gearbeitet. Dienste gingen allerdings nur jedes zweite Wochenende, so dass ich entweder Samstag oder Freitag/Sonntag gearbeitet habe. 80% hiess (theoretisch) einen Tag in der Woche frei. Allerdings ohne Eltern im Hintergrund und Freunden kann ich die Kleine auch nicht so einfach geben - sie ist teilweise so anstrengend und fordert ihre Bedürfnisse ein, das würde ich niemanden "antun" wollen, abgesehen davon würde ich mich die ganze Zeit schuldig fühlen. Wenn das mal klappen würde, wenn sie älter ist, wäre das cool, ein bisschen flexibler zu sein. Finde ich toll, dass es bei dir, colorful, so geklappt hat!
Bin übrigens derzeit arbeitslos, weil arbeiten mit Kind und für den Facharzt lernen für mich einfach nicht ging.

D.Hollywood
15.02.2022, 18:10
Kann es sein, dass trennungen zwischen Arzt und Nicht- Arzt häufiger sind als zwischen Arzt- Arzt?... fiel mir eben auf, ich kenne zwar alleinerziehende Mütter unter Ärzten, aber da war der Partner fachfremd. Ich kenne sonst nur "funktionierende" Arztbeziehungen. zumindest von außen funktionierend.

epeline
15.02.2022, 18:20
Kann es sein, dass trennungen zwischen Arzt und Nicht- Arzt häufiger sind als zwischen Arzt- Arzt?... fiel mir eben auf, ich kenne zwar alleinerziehende Mütter unter Ärzten, aber da war der Partner fachfremd. Ich kenne sonst nur "funktionierende" Arztbeziehungen. zumindest von außen funktionierend.

Warum sollte das so sein?
Ärzte sind keine andere Gattung Mensch

D.Hollywood
15.02.2022, 18:52
Hab ich auch nicht behauptet.
Das war eine Beobachtung. Vielleicht weil die Arbeitsbelastung ähnlich ist, man ähnliche Ziele verfolgt, ähnlich viel Freizeit hat.
Keine Ahnung, hätte mich interessiert, wie es in eurem Umfeld ist.

tragezwerg
15.02.2022, 19:02
Ich kenne mindestens 10 alleinerziehende Ärztinnen, von denen waren 4 mit einem Nichtarzt verheiratet, 4 mit nem Arzt, und bei den anderen weiß ich es nicht.

epeline
16.02.2022, 13:19
Allerdings wenn ich so an meine Abteilung denke....
Ich und der Chef sind als einzige mit nicht-Ärzten liiert. Seine Frau hat aber einen medizinischen Beruf :-D

D.Hollywood
16.02.2022, 18:04
XD
Ich kenne auch so viele Kollegen, das sind alle immer Ärzte Paare oder zumindest medizinische Berufe. Ich hab da irgendwie was falsch gemacht XD ich finde es jetzt gerade schon teilweise schwer, der andere macht viele Hobbys hat alle Wochenenden frei, und ich bin so verpflichtet für die Arbeit, kein Feiertag ist sicher, Wochenende nur spontan verplanbar. Komme später heim wenn Notfälle sind. Das ist bei vielen anderen berufen nicht so

Arrhythmie
17.02.2022, 06:52
Zum Ausgangsthema, 1 Kind im Studium, das zweite als Assistent. Ein drittes wird irgendwann noch folgen. Ich war absoluter Karrieremensch, Betonung liegt auf "war". Mein Mindset hat sich mit den Kindern verändert, hätte ich nie für möglich gehalten. Wann ich Facharzt bin ist mir mittlerweile komplett egal. Wird schon irgendwann sein. :-))

Übrigens gehöre ich auch zur Fraktion Arzt+Arzt. Sind seit 10 Jahren zusammen und seit knapp 8 Jahren verheiratet.

Colourful
17.02.2022, 10:52
Na ja, ich war noch nie so "karriereorientiert", nach neuesten Hochrechnungen werde ich mindestens 10 Jahre für den Facharzt brauchen. Mich nervt das aber doch schon ein bisschen, weil ich gefühlt schon echt lange arbeite und auch schon relativ viel gemacht/gesehen habe und trotzdem noch knapp 2 Jahre brauchen werde. (Ich habe vor 8,5 Jahren Examen gemacht und war 2x 13 Monate in Elternzeit, habe aber mit Kindern nie Vollzeit gearbeitet.)

Shade
17.02.2022, 11:28
Ich finde Karriere und Facharzt schnell machen ist eine Sache, aber gar nicht so wichtig. Die negative Seite an Kind kriegen als Assistent:in, dass man dann eben noch durch bestimmte Rotationen muss oder Schicht oder am WE arbeiten muss, was man sich später mit Facharzt eher mal aussuchen kann. Selbstständig niedergelassen will man mit Kind aber sicher auch nicht sein, haben ja schon einige geschrieben. Wahrscheinlich ist angestellt in einer Praxis noch am familienfreundlichsten. Oder eben ohne Dienste im KH, weiss aber nicht, wie realistisch das ist..

ninakatharina
01.03.2022, 18:37
Hier auch 2 Mediziner. Ich hab K1 in der WB bekommen, hab 10 Monate EZ genommen und mein Mann nochmal 4, jetzt 2. Elternzeit kurz nach der FA-Prüfung, bin aber weiterhin in Ausbildung, da ich eine Subspezialisierung mache (bzw eigener FA nach neuer WBO). Hatte diesmal 12 Monate Elternzeit und mein Mann 6, gleich am Anfang 3 und jetzt nochmal 3.
Seit K1 arbeiten wir beide 80%, in unserem Fall 34 bzw 32 Stunden plus jeder 3 Dienste. Ich finde das schon viel und frage mich immer wie andere "Arztpärchen" in meiner Umgebung das schaffen, zum Teil mit deutlich mehr Diensten.
würde eigentlich gern wieder Vollzeit arbeiten, aber im Moment ist es noch undenkbar. Ich bin an einem universitären Haus, möchte da auch gern bleiben, hoffentlich auch noch habilitieren, und brauche den freien Tag zum Paper schreiben, aber auch einfach um mal was für mich tun zu können...direkt vor und nach der Arbeit hetzt man ja in der Regel herum, um sich um die Kinder kümmern zu können.