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Colourful
02.03.2022, 05:14
@Nina
Das Pensum ist aber auch wirklich sportlich. Wir haben ja auch zwei Kinder, wobei K1 schon ein Schulkind ist und ich arbeite so 30h plus 2-3 Dienste und mein Partner halt eher so 50h/Woche. Das finde ich eigentlich schon zu viel.

tragezwerg
02.03.2022, 06:08
Ist halt auch sehr davon abhängig, wie man sich ein erfülltes Familienleben vorstellt. Ich habe eine Kollegin, deren Mann wie sie ne Oberarztstelle hat. Die Kinder gehen seit beide ein Jahr alt sind von 6:30 bis 18 Uhr in die Betreuung, und an den Wochenenden ist immer nur ein Elternteil da. Karriere war so kein Problem, aber...die Tochter der beiden hat vor kurzem vor Freude geweint, weil zufällig mal beide Elternteile am Wochenende Zuhause waren. Das ist irgendwie auch traurig.

ninakatharina
02.03.2022, 08:44
Ja, tragezwerg, das ist ein wichtiger Punkt. Mir ist meine Karriere wichtig, ein erfülltes Familienleben aber auch, ich wünsche mir ausreichend Zeit mit den beiden, die über die reine Care-Arbeit hinaus geht. Meine Eltern haben beide immer weit über 50h/Woche gearbeitet und ich fand das oft total doof. Ging auch nur weil meine Grosseltern im Haus waren (einen Luxus den wir nicht haben). Und dann war die Verwunderung riesig, als ich zum Beispiel auf einmal mit den Mathenoten eingebrochen bin bzw mich halt anderen zugewandt, mich anderen anvertraut habe usw.
Sollte ich irgendwann merken, dass es nicht mehr geht, dann ist auch klar wofür ich mich entscheide, für die Familie. Als Internist kann man sich ja auch recht gut niederlassen bzw irgendwo anstellen lassen. Das, was ich hier mache, ist halt schon sehr speziell, macht mir aber eben auch unheimlich viel Spaß und deshalb lohnt es sich Zeit und Ressourcen zu investieren. Ich muss dann halt Arbeitszeit dort zusätzlich in meiner Freizeit investieren, wo es mein Familienleben nicht tangiert, abends oder an meinem freien Tag... Wie gesagt, vielleicht erreichen wir irgendwann einen Punkt, an dem wir sagen es geht nicht. Dann ist das so.

Das muss halt jeder für sich selbst herausfinden, wo die Prioritäten sind, das ist ja auch ein Prozess.

Grossen Respekt vor allen Alleinerziehenden, die das auch irgendwie schaukeln!

Colourful
02.03.2022, 16:23
@Nina
Das war auch nicht als Angriff ge;meint, gar nicht.
Es kommt auch immer sehr darauf an, was für ein Typ Mensch man ist und was einen tatsächlich entspannt. Und ich kann mir sogar vorstellen, dass für dich eben Paper lesen deine "me-time" ist und dich total entspannt, du daraus auch Kraft schöpfst und so weiter.

Mich nervt auch momentan eher, dass wir so wenig Kinderbetreuung für den Kleinen haben - Krippe meist nur von 8-14:30 Uhr, das ist ein ewiges Gehetze und da habe ich echt keine Zeit zum Durchatmen, bei E. war das ja noch komplett anders.

ninakatharina
02.03.2022, 18:08
Habe es nicht als Angriff aufgenommen, im Gegenteil fand es tröstlich, dass unser Pensum als viel gewertet wurde, denn das ist auch mein Empfinden...
Bis 14.30 ist echt krass. Wir hatten jetzt 8.30 bis 16.00 (und zuhause bleiben bei dem minimalsten Schnupfen, also ständig...). Das konnten wir nur stemmen, weil ich halt in Elternzeit bin und es blieb halt auch immer an mir hängen.

Ich empfinde Papers zu lesen übrigens nicht als me-time und brauche zum Manuskripte schreiben richten viel Zeit am Stück und Ruhe, um mich da einzufinden . Demnach hab ich im letzten Jahr und eigentlich seit ich Kinder habe auch kaum was geschafft.

Colourful
04.03.2022, 09:39
Ja, ich kann mir auch nicht vorstellen wie mensch das mit Kindern gut schaffen kann, da *nebenbei* noch Manuskripte zu verfassen. Ich bin da froh, wenn ich überhaupt noch etwas Fachliches lesen kann.

Ich finde es eigentlich gut, wenn beide Elternteile 80% arbeiten, das geht eigentlich für viele ganz gut, 3 Dienste dazu ist dann aber wieder "eigentlich" 2x Vollzeit + und das ist dann nicht mehr so toll.

SusiSorgenlos
08.03.2022, 19:04
Ich finde auch beide so 75 Prozent super, mein Mann leider nicht.
Er arbeitet Vollzeit (wobei bei ihm aktuell Vollzeit 35 Stunden sind) Und ich 24h, das ist ganz gut machbar, da hier keine Dienste anfallen. Ein freier Tag wäre aber auch toll.

Biene88
14.10.2023, 08:16
Ihr habt alle so ein Glück die passenden Partner:Innen gefunden zu haben. Ich bin 35, hab zwar früh den Facharzt gehabt, aber immernoch nen Kinderwunsch.

jijichu
14.10.2023, 10:06
Ihr habt alle so ein Glück die passenden Partner:Innen gefunden zu haben. Ich bin 35, hab zwar früh den Facharzt gehabt, aber immernoch nen Kinderwunsch.

Keine Ahnung, ob es hilft: ich hab meinen Mann (Vater meiner Kinder) erst mit Ende 34 kennengelernt.

aschenputtel1977
14.10.2023, 11:47
hier mit 38 :D

Biene88
14.10.2023, 13:01
Das hilft auf jeden Fall :-) mach mir schon total Gedanken, ob/wie lange ich noch warten soll oder alleine ein Kind kriegen (da hab ich aber ethische Bedenken ggü. dem Kind und es ist als Paar -auch wenn man nie weiß ob man ein Leben lang zusammenbleibt- sicher schöner ne Familie zu gründen)

aschenputtel1977
14.10.2023, 15:13
Das mit dem alleine Kind kriegen schlug mir eine Kollegin damals auch vor. Ich solle dann immer sagen " du bist ein Kind der Liebe"... Das erschien mir aber auch nie korrekt, den Weg wäre ich wahrscheinlich nicht gegangen. Aber wer weiß....

tragezwerg
14.10.2023, 18:01
Ich würde niemals NIEMALS geplant alleinerziehend sein wollen. Alleinerziehend sein ist so super ätzend, unsere Gesellschaft ist überhaupt nicht auf "single parents" ausgelegt. Diese ständige Gratwanderung zwischen Job und Kindern ist noch viel schlimmer, wenn man kein finanzielles/emotionales Backup durch den Partner hat. Definitiv nicht zu empfehlen, das freiwillig und geplant zu machen.

abcd
14.10.2023, 18:05
In der Zeit gibt es aktuell einen Artikel "Durchhaltevermögen: Soll ich das jetzt durchziehen?"
Wie lange hält man an einem Ziel fest, wie lange und zu welchem Preis ist es sinnvoll. Ein Abschnitt handelt von einer Frau mit Kinderwunsch ohne Partner, die dann mit 38 doch den Weg der "Solomutter" geht, auch wenn sie sich das (Kind mit Vater) eigentlich anders vorgestellt hat.

Biene88
14.10.2023, 18:18
@abcd muss ich mir mal durchlesen, klingt interessant.

@aschenputtel das heißt du hattest vor kennen lernen deines jetzigen Partners noch keine eigenen Kinder?

Ich hab auch höchsten Respekt vor Alleinerziehenden. Wenn ich mir vorstell ständig mit den Sorgen (mental load usw.) alleine zu sein ohne Backup. Da fänd ich fast noch ne WG oder eine Art Kommune sinnvoll, wo sich mehrere Alleinerziehende oder freunde zusammen tun.

McBeal
15.10.2023, 06:28
Ich habe eine nette ehemalige Kollegin, die geplant Solomutter geworden ist (mit Samenspende) und bei ihr klappt es mit großem Freundeskreis und familiärer Unterstützung sehr gut. Da ist natürlich von Vorteil, dass man von Vornherein mit dem alleinerziehend sein plant.

aschenputtel1977
15.10.2023, 07:42
Nein, ich hatte keine Kinder. Und ich war 12 Jahre Single vorher :-nix

Biene88
16.10.2023, 05:22
@aschenputtel- deine Geschichte macht mir Hoffnung :-)

Ich find es einfach extrem schwierig als Frau seine Karriere zu planen. Grad, wenn man mehrere Kinder möchte. Wenn man den richtigen Partner schon hat, gibt es ja dann keinen logischen Grund länger zu warten und dann ggf im Kinderwunschzentrum zu landen. Aber es dauert eben meist, bis man endlich FA ist und ggf die OA Stelle winkt (außer ne gute Freundin von mir die zwei Klassen übersprungen hat und mit 30 FÄ und OÄ war).

Als Single halten einen eben die Dienste und Arbeitszeiten davon ab zu Daten (man ist schon froh Sport und Freunde noch ,,unterzubringen‘‘)- außer man lernt wirklich durch Glück und Zufall jemanden kennen.


Dann find ich aber, dass ja grad das Gefühl jemanden an der Seite zu haben, der einen total unterstützt und den Rücken freihält einen dann noch beruflich ,,pusht‘‘. Und man kann zumindest etwas gemeinsam planen, wann es mit den Kindern losgeht.


Allerdings liegt die Betonung natürlich auf den richtigen Partner/Partnerin. Kenne auch genug Kolleginnen die von ihren Partnern kaum unterstützt wurden. Ich hab eh eher das Gefühl, dass subjektiv Arzt-Männer von nicht-Arzt Partnern mehr unterstützt werden als Arzt-Frauen von nicht-Arzt Partnern.

HeleneeneleH
17.10.2023, 10:10
An die, die früh in der WB kinder gekriegt haben: bereut ihr es, nicht erstmal etwas WB runtergerockt zu haben?
Ich habe recht frisch angefangen und bin jetzt schwanger (geplant nach FG und ü30, freue mich riesig), aber manchmal denke ich mir schon so, dass der Facharzt sicher sehr lange auf sich warten muss.
War mir sonst immer egal, aber wird ja alles nicht leichter mit Kind :D
Manchmal kommen diese Gedanken dann doch auf..

Kandra
17.10.2023, 11:50
Es „passt“ nie, auch nicht nach dem Facharzt. Man muss es irgendwann einfach machen und darf hier keine Rücksicht auf andere Umstände nehmen. Es dankt einem so oder so niemand. Der einzige Vorteil des Facharztes ist, dass man viel freier bzgl der Rückkehr in den Beruf ist, weil man nicht mehr auf Weiterbildungsinhalte angewiesen ist.