Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der tausendste Thread zu Überstunden
cartablanca
23.11.2022, 12:58
Ne einfach jeden Tag bis 23 Uhr da gewesen. Und am Wochende 35 statt 24 Stunden.
Die Überstunden durfte ich zwar aufschreiben. Bei meiner ersten Stelle, die ich über 2,5 Jahre hatte gabs kein Überstunden aufschreiben - mit oder ohne Probezeit. Ich meine damit die Mlglichkeit existierte nicht.
Man sollte sich besser um die Arbeitsbedingungen in Deutschland als im Ausland kümmern. Da gibts genug zu tun.
Lakemond
23.11.2022, 13:53
„Hallo Oberarzt, soll ich noch XY machen und dafür länger bleiben oder wollen Sie das machen und ich gehe?“.
Das könntest du auch machen - täglich zu Feierabend diese Frage stellen, und dann natürlich die angeordneten Überstunden aufschreiben
Nix fragen! Einfach nach der Übergabe nach Hause gehen. Wenn mich jemand länger braucht, kann mich gerne fragen, ob ich länger bleiben kann.
Ne einfach jeden Tag bis 23 Uhr da gewesen. Und am Wochende 35 statt 24 Stunden.
Die Überstunden durfte ich zwar aufschreiben. Bei meiner ersten Stelle, die ich über 2,5 Jahre hatte gabs kein Überstunden aufschreiben - mit oder ohne Probezeit. Ich meine damit die Mlglichkeit existierte nicht.
Man sollte sich besser um die Arbeitsbedingungen in Deutschland als im Ausland kümmern. Da gibts genug zu tun.
Und darunter stellst du dir was vor?
Dass ein Art Sturmtrupp abends um 20 Uhr die Arztzimmer nach Assistenzärzten durchsucht und sie zum Ausgang begleitet?
cartablanca
23.11.2022, 15:22
Ne dass Kontrolleure registrieren wann wer wo rausgeht. Müsste doch machbar sein. Geht bei jeder Baustelle auch.
Feuerblick
23.11.2022, 15:37
Ausgerechnet Baustellen zu nennen, wo Schwarzarbeit, Überstunden, unbezahlte Arbeit und Co immer wieder Schlagzeilen machen.
Ich finde es übrigens ziemlich geschmacklos, deine Erlebnisse als Assistenzarzt, die du selbst hättest beeinflussen können (gehen, einfach gehen oder hat man dich eingesperrt?), mit dem zu vergleichen, was Zwangsarbeiter in Katar erleben mussten und müssen. Geht gar nicht!
MagicMuffin
23.11.2022, 20:10
Danke an alle für den Meinungsaustausch.
Ich habe mich entschieden einfach mal den Zettel auszufüllen. Leider traut es sich kein anderer, da gibt es nur blinden Gehorsam.
Wer weiß, vielleicht klappt es...
Der Vergleich mit Quatar hinkt im übrigen gewaltig...
Hinkt? Feuerblick hat es mit "geschmacklos" da besser beschrieben. Mir fallen da auch noch genug andere Worte ein bei denen ich mir aber nicht sicher bin ob sie im Rahmen der Netiquette zugelassen sind.
Ausgerechnet Baustellen zu nennen, wo Schwarzarbeit, Überstunden, unbezahlte Arbeit und Co immer wieder Schlagzeilen machen.
Du meinst weil Sub-Sub-Unternehmer mit miesesten Maschen Leute aus dem Osten dazu bringen unmenschlich viel zu arbeiten (gibt es u.a. auch in der Fleisch-Industrie)? Aber genauso fühlt sich cartablanca doch auch.
Ich finde es übrigens ziemlich geschmacklos, deine Erlebnisse als Assistenzarzt, die du selbst hättest beeinflussen können (gehen, einfach gehen oder hat man dich eingesperrt?), mit dem zu vergleichen, was Zwangsarbeiter in Katar erleben mussten und müssen. Geht gar nicht!:-dafür
Leute, Überstunden dem Arbeitgeber zu schenken ist absolut dumm und entehrt einen selbst.
Jeden Tag dokumentieren. Geh in den Marburger Bund und organisiert euch auch in den Stellen.
Keine Stelle ist so wichtig für die Karriere dass man umsonst Lebenszeit verschenkt.
Ich habe 2014/15 aus der gleichen Situation heraus meine Überstunden eingeklagt.....
So macht man das!
Feuerblick
24.11.2022, 09:17
@anignu: Aber C. ist ja der Meinung, dass das in der Branche nicht vorkommt, weil Kontrolleure es richten. :-))
Endoplasmatisches Reticulum
24.11.2022, 09:42
Fairerweise muss man aber schon anmerken, dass eine flächendeckende, konsequente, automatische und umgehungssichere (z.B. durch Kopplung des PC-Zugangs an den Eingeloggt-Status) Anwesenheitserfassung unterm Strich durchaus für deutliche Verbesserungen sorgen würde.
Ich kenne einige Kliniken, die das in den letzten Jahren eingeführt haben, und fast überall musste der Personalschlüssel nach oben korrigiert werden und die Überstunden für die Belegschaft sind deutlich eingebrochen auf nahezu erträgliches Ausmaß. Dass sich so viele Arbeitgeber mit Händen und Füßen dagegen wehren, hat durchaus gute Gründe ...
Mr. Pink online
24.11.2022, 15:45
@MagicMuffin
Kündige die Stelle und such dir einen Arbeitgeber mit elektronischer Zeiterfassung und (falls in der Chirurgie möglich) besseren Arbeitsbedingungen. Selbst wenn du die Überstunden bezahlt bekommen würdest, klingt das nicht nach einem Rhythmus den man über die komplette Weiterbildungszeit durchziehen will. Da du erst am Anfang deiner Weiterbildung stehst, ist ein früher Stellenwechsel deutlich unkomplizierter als ein langwieriger Streit mit deinen Vorgesetzten. Ich habe Respekt vor jedem, der diesen Schritt geht, muss man aber wollen...
cartablanca
24.11.2022, 15:48
Ich finde es übrigens ziemlich geschmacklos, deine Erlebnisse als Assistenzarzt, die du selbst hättest beeinflussen können (gehen, einfach gehen oder hat man dich eingesperrt?), mit dem zu vergleichen, was Zwangsarbeiter in Katar erleben mussten und müssen. Geht gar nicht!
Und ich finde es ist eine Bagatellisierung zu glauben, dass das die Art wie man in D mit Assistenzärzten umgeht noch menschenrechtskonform sei. Du meinst dass es normal ist 35 Stunden am Stück zu arbeiten? Oder von 8 Uhr morgens bis 23 Uhr abends im Sommer ohne Klimaanlage? Ich glaub nicht mal in Katar arbeiten die solche Schichten.
Dieses Foto wo die sich den Mund zuhalten - da fiel mir als Erstes "my poo doesnt stink" ein.
Feuerblick
24.11.2022, 16:03
Selbst schuld, wenn du meinst, 35 Stunden am Stück arbeiten zu müssen und damit gesetzliche Regelungen ad absurdum zu führen. Du hast es als Assistenzarzt selbst in der Hand. Keiner, wirklich keiner kann dich zwingen, dir das gefallen zu lassen. Mimimimi, dann hat der Chef dich nicht mehr lieb und du bekommst keine Rotationen? Na und? Ganz alleine dein Problem!
Die Zwangsarbeiter in Katar werden wie Hühner zu x-t in 12 qm eingepfercht, denen werden die Pässe abgenommen, die schuften ohne Schutzausrüstung in der prallen Sonne, haben keinerlei Gesundheitsfürsorge, werden erpresst und unter Druck gesetzt und werden dafür vielleicht, aber auch nur vielleicht (extrem schlecht) bezahlt. Ausreisen dürfen sie nicht, aufmucken auch nicht. Tod inclusive.
So, und nun erklär mir bitte, wo ein Assistenzarzt in Deutschland DERART behandelt wird. Du darfst aufmucken, kündigen, streiken, gehen. Du wirst bezahlt und es steht dir frei, nur die Arbeit zu tun, für die du bezahlt wirst. Wenn du zu feige bist, dich zu wehren und Arbeit tust, die nicht AZG-konform ist und nicht entlohnt wird - dein Problem. Du kannst es jederzeit ändern. Aber vergleich dich nicht mit Menschen, die sich nicht wehren KÖNNEN. Das ist wirklich ekelhaft, widerlich... den Rest der Ausdrücke spare ich mir, sonst muss ich mich selbst auf die stille Treppe setzen! :-kotz
Endoplasmatisches Reticulum
24.11.2022, 16:19
Ich hatte Arbeitskollegen, da hingen Aufenthaltserlaubnis und die Versorgung einer ganzen Sippe in der Heimat am Job. In so einem Szenario kann ich mir schon vorstellen, dass man einen realen Zwang verspürt, sich absurden Scheiß gefallen lassen zu müssen. Aber als Deutscher mit Approbation in Deutschland?
Man kann sich ggf. die Karriere im Wunschfach ruinieren, ja. Man kann sich sehr unbequeme Phasen einbrocken, ja. Aber egal was man tut, man wird durch einen gekränkten Chefarzt und eine Kündigung selbst im Worst Case Szenario kaum jemals in die Situation kommen, reale Existenzangst haben zu müssen. Das sollte man sich bei aller berechtigter Kritik am Gesundheitswesen - und da bin ich jederzeit ganz vorne mit dabei - nie vergessen.
Feuerblick
24.11.2022, 16:23
Und selbst wenn die ganze Familie dranhängt: Selbst dann kann und darf man gehen. Ohne Repressalien, ohne Bedrohungen. Und auch jederzeit ausreisen. Von allem anderen (Wohnung, Gesundheitsfürsorge etc.) reden wir hierzulande mal nicht.
cartablanca
24.11.2022, 16:51
Kann aber sein dass man offensichtlich die Probezeit nicht besteht, wenn man Überstunden aufschreibt oder das Logbuch unfair ausgefüllt wird, man aus OPs und Funktion ausgegrenzt wird
...
die Liste der Repressalien lässt sich fortsetzen. Man sollte meiner Meinung nach sich erst mal um die eigenen Defizite kümmern bevor man grossspurig auf Andere zeigt.
Das mit den Überstunden ist übrigens kein Phnomen das sich nur auf Ärzte beschränkt
Ein Angehöriger ist Architekt. Da sind unbezahlte Überstunden und 100 Stundenwochen die Regel. Da lässt es sich auch nicht so leicht wechseln wie in der Medizin. Und von den Akademikern die per inbezahlte Praktika ausgebeutet werden kenn ich auch genug.
Feuerblick
24.11.2022, 16:56
Willkommen im selbstgewählten Schicksal. Dann GEHT MAN HALT. Wie kompliziert kann es bitte sein? Wer sich ausnutzen lässt, ist hierzulande schlichtweg selbst dran schuld. Da hilft auch kein Mimimimi. Kann jeder selbst entscheiden, ob er lieber konfliktscheu jammert oder für seine Rechte eintritt. :-nix
Ich bin aus dieser Diskussion raus. Sowas Widerliches!
Endoplasmatisches Reticulum
24.11.2022, 17:00
Ja, das ist ein Zeitgeist- und Generationenproblem. Nachdem die Boomer ein ziemlich tolles Leben hatten, sind die 80er, 90er und Nuller schwer am Ausbluten. Das zieht sich zudem durch sämtliche Lebensbereiche. Kann man bloß nicht ändern - man muss die Karten spielen, die man gezogen hat, und für sich das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis herausarbeiten. Durch Jammern wird nichts besser; außer vielleicht, wenn man eine TikTok-Karriere anstrebt.
Gegen unwahre Logbuch-Einträge hilft eigenes Dokumentieren.
Anne1970
24.11.2022, 17:57
Kann aber sein dass man offensichtlich die Probezeit nicht besteht, wenn man Überstunden aufschreibt oder das Logbuch unfair ausgefüllt wird, man aus OPs und Funktion ausgegrenzt wird
...
die Liste der Repressalien lässt sich fortsetzen. Man sollte meiner Meinung nach sich erst mal um die eigenen Defizite kümmern bevor man grossspurig auf Andere zeigt.
Das mit den Überstunden ist übrigens kein Phnomen das sich nur auf Ärzte beschränkt
Ein Angehöriger ist Architekt. Da sind unbezahlte Überstunden und 100 Stundenwochen die Regel. Da lässt es sich auch nicht so leicht wechseln wie in der Medizin. Und von den Akademikern die per inbezahlte Praktika ausgebeutet werden kenn ich auch genug.
Das Beschriebene glaube ich nicht.
Was aber Fakt ist: wir wünschen diese herablassende Art der Kommunikation mit verbalen Angriffen in diesem Forum nicht.
Verweise mal wieder auf die Foren-Ettikette und fordere hiermit cartablanca auf, sich zu mäßigen.
Mit Gruß
Anne1970- Medilearn-Mod.
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