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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie umgehen mit Demütigungen im Klinikalltag



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Endoplasmatisches Reticulum
25.12.2022, 12:39
Respekt ja. Ehrfurcht nein.

cartablanca
25.12.2022, 14:17
Ok aber auch nicht nach den Leuten treten nach dem Motto "haltet euch mal nicht für was Besseres". Hatten wir vor 75 Jahren schon mal.

RussianAngel
26.12.2022, 16:59
Ehrfurcht ist heute wirklich nicht mehr zeitgemäss...Und das hat auch nichts mit Titeln oder Leistung zu haben, ich persönlich habe nur Ehrfurcht von solchen Kollegen, wo ich weiss, dass sie hinterlistig sind oder schlicht maligne...Sind auch nicht stets die fachlich am besten :P

Philip_MHH
26.12.2022, 17:28
Ich schätze du missverstehst den Begriff Ehrfurcht… Ehrfurcht hat nichts mit hinterlistigem Verhören zu tun. Ehrfurcht ist eine große Achtung vor der Person bzw. Der Stellung oder den erreichten einer Person. Also besetzt mit einer sehr positiven konnotation.

Feuerblick
26.12.2022, 17:32
… es hat auch primär nichts mit „Furcht“ zu tun. :-nix

RussianAngel
26.12.2022, 18:07
… es hat auch primär nichts mit „Furcht“ zu tun. :-nix

AAA, okay, sorry, my bad :P Dann ist es ja gut...

Endoplasmatisches Reticulum
26.12.2022, 19:36
Ehrfurcht ist eine große Achtung vor der Person bzw. Der Stellung oder den erreichten einer Person. Also besetzt mit einer sehr positiven konnotation.
Ehrfurcht hat in meinem Sprachgefühl eher etwas mit Erhabenheit und Würde bzw. Ehrerbietung gegenüber dem Wesen einer Person zu tun. Das ist nicht angemessen im professionellem Umfeld. Ehrfurcht hat der Gläubige vor dem Papst, aber doch nicht der Arzt in Weiterbildung vor seinem Chef.

Feuerblick
26.12.2022, 19:43
Es sei denn, der Chef hätte 1. etwas ganz Besonderes erreicht/erfunden wasauchimmer und 2. wäre auch als Person ein guter Chef. Dann könnte es durchaus mal zu Ehrfucht gereichen.
Die reine Eigenschaft „Chef“ hingegen ist in keinem Beruf Grund für Ehrfurcht. :-meinung

cartablanca
28.12.2022, 13:49
Für welche Leistung sollten religiöse Führer Ehrfurcht erhalten, aber jemand der jahrelang Tag und Nacht an der Behandlung seltener Erkrankungen forscht nicht? Wem soll man sonst Ehrfurcht entgegen bringen? Messi vielleicht?

Endoplasmatisches Reticulum
28.12.2022, 13:51
Ehrfurcht hat der Gläubige vor dem Papst
Du musst schon genau lesen.

Feuerblick
28.12.2022, 13:56
Man darf seine Ehrfurcht dem entgegenbringen, den man selbst für würdig hält. So einfach ist das.

LasseReinböng
28.12.2022, 14:08
Hi, ich habe in der Schweiz ähnliche rassistische Erfahrungen in der Famulatur und auch außerhalb der Klinik auf Reisen gemacht und möchte/werde die Schweiz freiwillig nicht mehr betreten. Einige Schweizer haben eine massiv menschenverachtende, rassistische und ungehobelte Attitüde verinnerlicht.


Interessant...ich habe mal vor Ewigkeiten in der Schweiz gelebt und damals lief das alles anscheinend viel unterschwelliger, indirekter ab, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Als (Bio-)Deutscher war man auch damals nicht immer so gern gesehen, mein Vater wurde am Arbeitsplatz als Deutscher schikaniert, aber eben immer schön hinten herum, niemals so direkt wie in dem o.g. Beispiel. Anscheinend ist der Ton über die Jahre deutlich rauer geworden in CH ?!

cartablanca
29.12.2022, 05:42
mein Vater wurde am Arbeitsplatz als Deutscher schikaniert, aber eben immer schön hinten herum, niemals so direkt wie in dem o.g. Beispiel. Anscheinend ist der Ton über die Jahre deutlich rauer geworden in CH ?!

Es gibt einen Kipppunkt ab dem die unterschwellige Feindseligkeit in offene Fremdenfeindlichkeit umkippt. Noch lebt man das hierzulande größtenteils im Internet aus. Aber ich denke es wird nicht mehr lange dauern.

mbs
29.12.2022, 17:38
Vielleicht versteht auch jeder etwas anderes unter "Demütigung" - wo sich der eine nichts denkt geht für einen anderen die Welt unter - und eventuell je nach Situation auch umgekehrt.
Und es gibt unbewusste, unterschwellige Demütigungen die gar nicht wirklich als solche identifiert werden können, aber zu einer schlechten Arbeitsmotivation und -atmosphäre führen. Nicht nur in der Medizin. Aber je höher die Workload desto größer ist die Gefahr dafür, und das Gesundheitswesen ist sicher einer der Bereiche der dadurch tendenziell eher anfällig ist.

Ehrlichkeit und Respekt sind wichtig, klar, nur weiß das theoretisch jeder. Aber kaum jemand hat es wirklich verinnerlicht. Nehme mich da nichtmal unbedingt davon aus - daran zu arbeiten ist ein lebenslanger Prozess.