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26.09.2023, 21:25
Danke für deine Sorge^^
Alles gut, das sind meine Wünsche, was sich davon erfüllen lässt werden wir sehen. Ich weiß ja, dass die Noten nicht so eine große Rolle spielen im Medizinstudium. Die 1 will ich nur, um mir selbst sagen zu können, dass ich das Fach auch halbwegs gut beherrsche. Am Ende wird meine Promotion und das Vorstellungsgespräch an sich viel wichtiger sein.
Und das mit der Familie ist zwar mein Traum, aber es lässt sich nix erzwingen. Ein besserer Vater als meiner zu werden ist dabei aber die leichteste Übung *lach*

Ich stimme allerdings meinem Vorredner zu. Das Medizinstudium bzw. der ärztliche Beruf werden deine Probleme nicht lösen, daran solltest du unabhängig arbeiten um ausgeglichener und resilienter zu werden. Man kann statt Psychotherapie auch Selbsterfahrung als Arzt machen, um keine F-Diagnose zu erhalten.

Ich schiebe deine naiven Vorstellungen über das Studium mal auf die Unerfahrenheit, eine 1 bedeutet nicht, dass man das Fach beherrscht, sondern einfach Glück beim Kreuzen hatte (es wäre anmaßend zu behaupten, dass man mit 10 Vorlesungen und 1 Woche Praktikum ein Fach "halbwegs gut beherrscht", wenn die Weiterbildung alleine OHNE Subspezialisierung 5 Jahre dauert.). Ich kann erzählen, dass man zum Zeitpunkt der Erlangung des Facharztstatus halbwegs weißt, was man machen muss, um die Patienten nicht umzubringen, man für die differenzierte Therapie ein Leben lang kontinuierlich dazu lernt. Eine glatte "1" kriegen übrigens nicht mal 1 Prozent der Leute im Staatsexamen, mach dir also nicht unnötig Druck durch unrealistische Vorstellungen. Anstatt den Anspruch zu haben gleich ein "guter" Arzt zu sein, setze dir doch das Ziel nicht ein "eingeschlafener" Arzt zu sein, der nur noch Fortbildungen den CME-Punkten wegen macht und Medizin nach Stand vor 10, 20 Jahren betreibt.

Die Weiterbildungszeit muss auch nicht extrem anstrengend sein, man kann sich auch in Teilzeit anstellen lassen. Dauert zwar etwas länger und gibt weniger Geld, du hast aber dann mehr Freizeit. Als Facharzt wirst du überall genug verdienen um dir ein (durchschnittliches) Haus leisten zu können. Natürlich muss man dann etwas Abstriche machen bei den Freizeitausgaben und kann nicht jedes Jahr viermal in den Urlaub fliegen.

Autolyse
26.09.2023, 21:26
Du meinst völlig wirre, irrelevante und willkürliche Nischenkuriositäten nach Gezeitenlaune des IMPP. Und das auch noch in drei unterschiedlichen Staatsexamina? Nee. Nee! 1.3 okay, kann mal passieren. Aber einer 1.0 nähere ich mich nur im Astronautenanzug. Da ist irgendwas faul. Entweder ein Alien infiltriert die Menschheit, rafiki hat mir LSD untergejubelt, oder der Fisch war deutlich älter als am Etikett vermerkt.
Absolut. Leider hat bislang niemand diese Kernkompetenz richtig wertschätzen können. Woran das wohl liegt?

NeedyCat
26.09.2023, 21:27
Das sagt die 1,0 nicht aus. Die sagt aus, dass du sehr gut darin bist Sachverhalte zu erkennen aus denen man möglicherweise eine Prüfungsfrage bauen könnte und den Rest zu ignorieren.


Naja das ist eigentlich nicht mein Ziel^^ Ich schaue mir auch keine Prüfungsfragen vom Vorjahr an, ich lerne alles was in allen Büchern steht die so empfohlen werden und wiederhole es solange bis ich es wie das Alphabet kann. So ging ich immer vor wenn ich was gelernt habe was mir wichtig erschien^^

Aber ich weiß was du meinst. Als Anatomie losging und ich jemanden gesagt habe wo es Skripte und Bücher mit allen Infos gibt sagte eine Freund "Aber du weißt doch noch gar nicht wer dich prüft und dessen Fragen". Wenns mir um bestehen gehen würde, würde ich wie in der Schule ein paar Tage/Wochen vorher alles auf einmal in mich reinkloppen und es 2 Wochen nach der Prüfung vollkommen verlernt haben. Ich hab Medizin gewählt, weil es eines der wenigen Fächer ist, für dich ich nicht aus Zwang lernen muss, sondern auch einfach weil ich es verstehen und können will (wobei es natürlich auch Bereiche gibt die einen weniger interessieren, aber da muss man halt durch^^).

Autolyse
26.09.2023, 21:30
Naja das ist eigentlich nicht mein Ziel^^ Ich schaue mir auch keine Prüfungsfragen vom Vorjahr an, ich lerne alles was in allen Büchern steht die so empfohlen werden und wiederhole es solange bis ich es wie das Alphabet kann. So ging ich immer vor wenn ich was gelernt habe was mir wichtig erschien^^[...]
Dann wirst Du entweder nie fertig oder fällst durch. Eine 1,0 erhält man so jedenfalls nicht.

NeedyCat
26.09.2023, 21:32
Ich schiebe deine naiven Vorstellungen über das Studium mal auf die Unerfahrenheit, eine 1 bedeutet nicht, dass man das Fach beherrscht, sondern einfach Glück beim Kreuzen hatte (es wäre anmaßend zu behaupten, dass man mit 10 Vorlesungen und 1 Woche Praktikum ein Fach "halbwegs gut beherrscht", wenn die Weiterbildung alleine OHNE Subspezialisierung 5 Jahre dauert.). Ich kann erzählen, dass man zum Zeitpunkt der Erlangung des Facharztstatus halbwegs weißt, was man machen muss, um die Patienten nicht umzubringen, man für die differenzierte Therapie ein Leben lang kontinuierlich dazu lernt. Eine glatte "1" kriegen übrigens nicht mal 1 Prozent der Leute im Staatsexamen, mach dir also nicht unnötig Druck durch unrealistische Vorstellungen. Anstatt den Anspruch zu haben gleich ein "guter" Arzt zu sein, setze dir doch das Ziel nicht ein "eingeschlafener" Arzt zu sein, der nur noch Fortbildungen den CME-Punkten wegen macht und Medizin nach Stand vor 10, 20 Jahren betreibt.


Ja, alles gut, ich weiß doch, dass man als fertiger Medizinstudent immer noch kaum was weiß, und selbst als Facharzt nur etwas Ahnung in dem einen Gebiet hat. Ich meinte damit, ich will es gut draufhaben, im Verhältnis dass ich eben nur Student bin.

Ich bin in Köln, da laufen die Staatsexamen würde ich sagen nochmal sehr viel einfacher ab, wir schreiben je eine Prüfung je Semester die dann mit einer mündlichen Prüfung das Physikum ergibt. Da ist es nicht so schwer mit 1 abzuschneiden.

Endoplasmatisches Reticulum
26.09.2023, 21:34
Richtig. Die überfleißigen, die von morgens bis abends in der Bibliothek hockten und aus jeder Randbemerkung des Profs einen Elefantenaufriss gemacht haben, sind in meinem Jahrgang damals fast alle übel auf die Schnauze gefallen. Der Schlüssel zu guten Noten im Medizinstudium ist nicht die gründlichste, sondern die zielgerichtetste Vorbereitung. Und über die 1.0 oder 2.0 im Examen entscheidet dann das Glück, zufällig in den richtigen Fächern famuliert oder pejottiert zu haben und dort zufällig irgendwann die richtige Antwort aufgeschnappt und sich die zufällig gemerkt zu haben.

NeedyCat
26.09.2023, 21:34
Dann wirst Du entweder nie fertig oder fällst durch. Eine 1,0 erhält man so jedenfalls nicht.

Meinst du? Die ersten 2 Semester liefen so super, würdest du sagen es wird so viel schwieriger, dass so eine naive Taktik nicht mehr aufgeht?

NeedyCat
26.09.2023, 21:37
Richtig. Die überfleißigen, die von morgens bis abends in der Bibliothek hockten und aus jeder Randbemerkung des Profs einen Elefantenaufriss gemacht haben, sind in meinem Jahrgang damals fast alle übel auf die Schnauze gefallen. Der Schlüssel zu guten Noten im Medizinstudium ist nicht die gründlichste, sondern die zielgerichtetste Vorbereitung. Und über die 1.0 oder 2.0 im Examen entscheidet dann das Glück, zufällig in den richtigen Fächern famuliert oder pejottiert zu haben und dort zufällig irgendwann die richtige Antwort aufgeschnappt und sich die zufällig gemerkt zu haben.

Uff, also wird der Stoff pro Semester noch so hart steigen? Das ist unschön^^ Aber 1 ist mein Wunsch, wenn es 1,3 oder 1,5 oder 4,0 wird passiert das. Druck mach ich mir keinen, also alles in Ordnung :)

Autolyse
26.09.2023, 21:38
Meinst du? Die ersten 2 Semester liefen so super, würdest du sagen es wird so viel schwieriger, dass so eine naive Taktik nicht mehr aufgeht?
Du kommst damit bis zum M2, keine Frage. Universitäre Prüfungen sind aber nicht das Gleiche wie das StEx. Frag mal im Juridicum rum...

Aber meinem Vorposter möchte ich widersprechen. Man kann auf die 1 lernen, das geht, aber der Aufwand ist so immens höher, dass sich das unter keinem denkbaren Aspekt lohnt. Nebenbei bemerkt: Jeder unter 300 Punkten eindeutig low performierend.

Endoplasmatisches Reticulum
26.09.2023, 21:39
Nicht unbedingt. Aber du wirst feststellen, dass die Staatsexamina mit dem Semesterstoff gruselig wenig zu tun haben. In der M2-Vorbereitung prügelst du dir dann in wenigen Monaten ein Vielfaches des Stoffe ins Hirn, wie in allen Kliniksemestern gemeinsam. Und ob du die jährlichen Kuriositäten und Schikanen des IMPP dann weißt oder richtig rätst, ist eben Glück und kaum planbar.

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26.09.2023, 21:41
Meinst du? Die ersten 2 Semester liefen so super, würdest du sagen es wird so viel schwieriger, dass so eine naive Taktik nicht mehr aufgeht?

Bis zum Physikum ist das Studium extrem verschult, wo die Stoffmenge relativ konstant bleibt über die Jahre. Sobald du in den klinischen Abschnitt kommst, wo das Wissen sich alle sieben Jahre (durch mehr oder minder sinnvolle Forschung) verdoppelt, hast keine Chance alles zu lernen. 1,X als Gesamtnote zu kriegen ist nicht so schwer (mündlicher Prüfungen werden relativ human bewertet), eine 1 im Hammerexamen zu kriegen ist eine Rarität, da muss man schon was drauf haben und "nicht nur" lernen. Wenn man das Talent nicht hat, schafft man das halt nicht, wichtig ist nur daran nicht zu "zerbrechen" aufgrund unrealistische Vorstellungen.

NeedyCat
26.09.2023, 21:45
Nicht unbedingt. Aber du wirst feststellen, dass die Staatsexamina mit dem Semesterstoff gruselig wenig zu tun haben. In der M2-Vorbereitung prügelst du dir dann in wenigen Monaten ein Vielfaches des Stoffe ins Hirn, wie in allen Kliniksemestern gemeinsam. Und ob du die jährlichen Kuriositäten und Schikanen des IMPP dann weißt oder richtig rätst, ist eben Glück und kaum planbar.

"Kuriositäten"- klingt lustig^^ ! Ich weiß nicht, wie ich das besser formulieren soll, aber ich gehe voll auf wenn es in der Theorie anstrengend wird. Mal ganz blöd daher gefragt, könnte man den Stoff für die M2 nicht schon ab den 5. Semester langsam aber stetig lernen, so dass man kurz vor der M2 nicht so viel Stoff auf einmal dran hat?

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26.09.2023, 21:48
Es gibt nicht "den" Stoff. Die Medizin entwickelt sich ständig weiter. Was heute noch Standard war kann morgen schon ein Kunstfehler sein. Du könntest jetzt anfangen im Monat pro Fach die drei wichtigsten Journals eines jeden Faches lesen, aber ob man es sich merken kann? Du kannst dir mal Amboss anschauen und gucken wie viel das ist. Es ist aber sehr rudimentär, Fragen kommen teilweise auf Facharztniveau dran....

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26.09.2023, 21:52
Du kommst damit bis zum M2, keine Frage. Universitäre Prüfungen sind aber nicht das Gleiche wie das StEx. Frag mal im Juridicum rum...

Aber meinem Vorposter möchte ich widersprechen. Man kann auf die 1 lernen, das geht, aber der Aufwand ist so immens höher, dass sich das unter keinem denkbaren Aspekt lohnt. Nebenbei bemerkt: Jeder unter 300 Punkten eindeutig low performierend.

Soll das heißen ich darf nicht nicht mehr mitreden mit meinen unter 300 Punkten Staatsexamen? Ich denke es lernen viele auf die 1, schaffen tun es nur die wenigsten. Hätte ich einmal Amboss durchgemacht, hätte ich wohl auch ne zwei. In 90 Tagen hatte ich damals 2,5 Runden gepackt (also grob mal doppelt so viel gelernt) um dann auch nur bei 89% zu landen. Ich hätte was sinnvolleres machen sollen, z.B. wie Klavier spielen lernen oder so. Vergessen habe ich das meiste mittlerweile nach fast 10 Jahren sowieso....

NeedyCat
26.09.2023, 21:54
Bis zum Physikum ist das Studium extrem verschult, wo die Stoffmenge relativ konstant bleibt über die Jahre. Sobald du in den klinischen Abschnitt kommst, wo das Wissen sich alle sieben Jahre (durch mehr oder minder sinnvolle Forschung) verdoppelt, hast keine Chance alles zu lernen. 1,X als Gesamtnote zu kriegen ist nicht so schwer (mündlicher Prüfungen werden relativ human bewertet), eine 1 im Hammerexamen zu kriegen ist eine Rarität, da muss man schon was drauf haben und "nicht nur" lernen. Wenn man das Talent nicht hat, schafft man das halt nicht, wichtig ist nur daran nicht zu "zerbrechen" aufgrund unrealistische Vorstellungen.
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Es gibt nicht "den" Stoff. Die Medizin entwickelt sich ständig weiter. Was heute noch Standard war kann morgen schon ein Kunstfehler sein. Du könntest jetzt anfangen im Monat pro Fach die drei wichtigsten Journals eines jeden Faches lesen, aber ob man es sich merken kann? Du kannst dir mal Amboss anschauen und gucken wie viel das ist. Es ist aber sehr rudimentär, Fragen kommen teilweise auf Facharztniveau dran...


Verstehe! Danke für die Infos! Ich hatte noch nie einen Test in dem es nicht möglich war alles dafür zu lernen. Aber da bin ich wohl noch zu sehr Schule, Führerschein usw. gewohnt. Es muss ein unschönes Gefühl sein in eine Prüfung zu gehen und nicht zu wissen ob man bestehen wird. Gruselig irgendwie. ^^

Und das mit dem immer neuen Stoff macht natürlich Sinn. Man kann zwar sicher schon ein paar Grundlagen lernen, muss aber davon ausgehen dass sich ein paar Sachen in den Jahren wieder verändern und einfach viel mehr wird.

Ich dachte schon es bleibt so verschult wie jetzt, viel zu der Schulzeit hat sich bis jetzt wirklich nicht verändert, da habt ihr recht.

NeedyCat
26.09.2023, 21:57
Soll das heißen ich darf nicht nicht mehr mitreden mit meinen unter 300 Punkten Staatsexamen? Ich denke es lernen viele auf die 1, schaffen tun es nur die wenigsten. Hätte ich einmal Amboss durchgemacht, hätte ich wohl auch ne zwei. In 90 Tagen hatte ich damals 2,5 Runden gepackt (also grob mal doppelt so viel gelernt) um dann auch nur bei 89% zu landen. Ich hätte was sinnvolleres machen sollen, z.B. wie Klavier spielen lernen oder so. Vergessen habe ich das meiste mittlerweile nach fast 10 Jahren sowieso....

Es nervt mich auch, dass das meiste so gestaltet wird, dass man es wieder verlernt nach wenigen Monaten oder Jahren. Momentan wiederhole ich alles was bisher drankam in immer größeren Abständen, in der Hoffnung, dass ich dann wenigstens die Physikumsgrundlagen wie Anatomie für immer drauf habe. Wenn ihr sagt, dass der M2 Stoff das Vielfache davon ist, wird das wohl kaum möglich sein.

Endoplasmatisches Reticulum
26.09.2023, 22:00
Viele Fragen an der Schwelle zwischen 2.0 und 1.0 bleiben einfach Glück. Das ist teilweise derartiges Nischenzeugs, das Fachärzte in der jeweiligen Disziplin die nicht beantworten können, ohne nachzulesen. Die stehen auch in Amboss nicht drin, weil Amboss retrospektive Examina aggregiert.

Ich habe damals glaube ich 10 Monate gelernt, etwa 10-12 h am Tag. Hatte glaube ich über 2.000 Seiten eigenes Skript + Notizen am Ende. Die letzten 3 Monate Lernen und Wiederholen haben rückblickend vermutlich weniger Punkte ausgemacht, als dass ich rein zur Ablenkung irgendwann zu einem kostenlosen Studentenseminar einer benachbarten Klinik gefahren bin und mich da einen Tag lang bei Kaffee und Kuchen zu Nischenthemen habe berieseln lassen, von denen zu einem dann absurder Weise im Examen ein Fall dran kam. An der Note geändert hat aber nichtmal das etwas. 10 Fragen mehr richtig wäre dieselbe Note gewesen, 15 Fragen weniger auch.

NeedyCat
26.09.2023, 22:06
Viele Fragen an der Schwelle zwischen 2.0 und 1.0 bleiben einfach Glück. Das ist teilweise derartiges Nischenzeugs, das Fachärzte in der jeweiligen Disziplin die nicht beantworten können, ohne nachzulesen. Die stehen auch in Amboss nicht drin, weil Amboss retrospektive Examina aggregiert.

Ich habe damals glaube ich 10 Monate gelernt, etwa 10-12 h am Tag. Hatte glaube ich über 2.000 Seiten eigenes Skript + Notizen am Ende. Die letzten 3 Monate Lernen und Wiederholen haben rückblickend vermutlich weniger Punkte ausgemacht, als dass ich rein zur Ablenkung irgendwann zu einem kostenlosen Studentenseminar einer benachbarten Klinik gefahren bin und mich da einen Tag lang bei Kaffee und Kuchen zu Nischenthemen habe berieseln lassen, von denen zu einem dann absurder Weise im Examen ein Fall dran kam. An der Note geändert hat aber nichtmal das etwas. 10 Fragen mehr richtig wäre dieselbe Note gewesen, 15 Fragen weniger auch.

Klingt frustrierend! Aber danke, dann bin ich vorbereitet falls meine Note nicht so mitspielt^^ Es ist aber schon wahr, dass die Gesamtnote am Ende weniger relevant für den Arbeitsmarkt ist, als bspw. die Promotion oder das Vorstellungsgespräch für die WBA Stelle, oder hab ich da auch was falsches aufgeschnappt?

Feuerblick
26.09.2023, 22:14
Kommt aufs Fach an, auf die Klinik und auf deine Karrierewünsche. In manchen Fächern und Landstrichen reicht es, die deutsche Sprache fließend zu beherrschen, um einen Job zu bekommen. In anderen Fächern brauchst du Famulaturen, PJ, Promotion, um überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Auch wenn du große Karriere an einer Uniklinik machen willst, ist es sinnvoll, dich auch zielführend in der Forschung herumgetrieben zu haben.
Das wirst du aber alles im Verlauf der klinischen Fächer mitbekommen. Irgendein Fach (oder zwei oder drei) wird dich begeistern und dann kannst du gezielt dafür nach den Voraussetzungen schauen. Das ist Zukunftsmusik und kann sich, bis du soweit bist, auch noch zehnmal ändern. Es gibt Fächer, da musste man sich vor 20 Jahren strecken, um irgendwie unterzukommen. Zehn Jahre später waren die gleichen Stellen viel einfacher zu haben und der Bewerberstapel selbst an beliebten Kliniken deutlichst kleiner. Als ich mit dem Studium begonnen habe, hat man uns erzählt, dass wir quasi überhaupt keine Chance auf eine Stelle haben werden. Schon gar nicht im Wunschfach. Als ich fertig war mit Studieren, sah die Sache viel besser aus. Heute gibt es sogar die Möglichkeit, die komplette WB in einer Praxis zu machen. Ob das sinnvoll ist? Nein. Aber eine Stelle bekommt man auch als Anfänger, wenn man sich nicht komplett dämlich anstellt.

Was den Lernstoff angeht: Du wirst lernen (müssen) zu priorisieren. Was ist wichtig, wo kann man auf Lücke lernen? Alles zu lernen und zu können in den klinischen Fächern ist nicht möglich - aber meistens auch gar nicht notwendig. Wichtiger ist auch für später, dass man weiß, was man wirklich können muss und was man notfalls auch einfach nachlesen kann.

Autolyse
26.09.2023, 22:15
Soll das heißen ich darf nicht nicht mehr mitreden mit meinen unter 300 Punkten Staatsexamen? Ich denke es lernen viele auf die 1, schaffen tun es nur die wenigsten. Hätte ich einmal Amboss durchgemacht, hätte ich wohl auch ne zwei. In 90 Tagen hatte ich damals 2,5 Runden gepackt (also grob mal doppelt so viel gelernt) um dann auch nur bei 89% zu landen. Ich hätte was sinnvolleres machen sollen, z.B. wie Klavier spielen lernen oder so. Vergessen habe ich das meiste mittlerweile nach fast 10 Jahren sowieso....
Kontexthinweis. (rnsthafte-Frage-zu-Gehalt-und-Lebenshaltungskosten&p=2259409&viewfull=1#post2259409)

Ich habe Amboss zweimal durchgekloppt und >20.000 Fragen gekreutzt und das Uni-Rep besucht. Der Schlüssel war am Ende, dass ich sehr viel Zeit in das Aufarbeiten der Informationen aus den Distraktoren investiert hatte (außerhalb von Amboss). Gebracht hat mir das nix, ich hätte mir stattdessen besser jeden Tag ein Sixpack Dosenbier in die Rüstung fenstern sollen. Wie das beim M1 war, weiß ich nicht mehr. Da ist mir nur der obskure Aspekt, dass ich die embryologischen Unterschiede von Knochen- und Knorpelfischen geprüft worden bin im Gedächtnis geblieben,,,