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anignu
27.09.2023, 01:06
Da ist mir nur der obskure Aspekt, dass ich die embryologischen Unterschiede von Knochen- und Knorpelfischen geprüft worden bin im Gedächtnis geblieben,,,
Das kann man sich wieder mit

jeden Tag ein Sixpack Dosenbier in die Rüstung fenstern
aus dem Gedächtnis löschen.

Ich hab den Thread glaub ich irgendwann nur noch quer gelesen. Noten, IMPP, usw... irgendwie ist das rückblickend sowas von irrelevant. Ich musste soviel Mist lernen und noch mehr davon ist auch irrelevant. Klar hab ich verstanden dass man einmal im Leben viel in sich reinprügeln muss damit man später mal zumindest grobe Züge davon wieder abrufen bzw. reaktivieren kann. Aber ich weiß nicht mal ob sich überhaupt jemand meine Note jemals angeschaut hat.

Und zum Thema Zukunftsaussichten: klar, die Zeit als WBA war teils ziemlich anstrengend. Das ist inzwischen besser. Ich muss zwar als chirurgischer OA Rufdienste machen, aber die lassen sich schon ziemlich gut mit einem Familienleben vereinbaren. Frau und Kinder wissen halt dass ich Dienst hab, aber meist bin ich trotzdem zum Abendessen da, kann was mit den Kindern noch machen und manchmal fahr ich dann halt wieder rein um zu operieren. Man braucht immer einen kleinen Backup-Plan, kann dann aber trotzdem viel machen. Man trifft sich halt mit Freunden am Wochenende, und manchmal muss man eben kurzfristig weg. Ist immer die Frage auch z.B. wie man es selbst sieht und den Kindern kommuniziert. Für meine Kinder ist es so dass der Papa fährt um Menschen zu helfen denen es grad nicht gut geht. Die sind auch stolz darauf. Und an den anderen Wochenenden bin ich ja da.

Thomas24
27.09.2023, 07:47
Ich stimme allerdings meinem Vorredner zu. Das Medizinstudium bzw. der ärztliche Beruf werden deine Probleme nicht lösen, daran solltest du unabhängig arbeiten um ausgeglichener und resilienter zu werden. Man kann statt Psychotherapie auch Selbsterfahrung als Arzt machen, um keine F-Diagnose zu erhalten.


Die Beiträge von OP lesen sich so, als ob der obige Ratschlag deutlich sinnvoller investierte Zeit wäre, als Wochen- (!) oder gar Monatelang (...) in die Punktejagd in irgendeinem für das Berufsleben nur marginal relevantes Examen zu versenken. Vermutlich ist es sogar wesentlich besser investierte Zeit.

NeedyCat
27.09.2023, 10:00
Die Beiträge von OP lesen sich so, als ob der obige Ratschlag deutlich sinnvoller investierte Zeit wäre, als Wochen- (!) oder gar Monatelang (...) in die Punktejagd in irgendeinem für das Berufsleben nur marginal relevantes Examen zu versenken. Vermutlich ist es sogar wesentlich besser investierte Zeit.

Ich hab mir schon einen Therapeuten in der Nähe gesucht, eben wegen meinem, nennen wie es "schwachen Charakter" , handelt sich nur noch um *Monate* bis es losgehen kann^^

fightinglizard
27.09.2023, 14:34
Jetzt haben wir alle Probleme des Medizinstudiums von mittelalterlichen Lernstrukturen zu Hirngespinsten des IMPPs (ich wurde im M2 Färbungen von Lepra-Gewebe gefragt) durch.

Hilft dir das weiter, OP? Weißt du jetzt, ob es das richtige für dich ist?

NeedyCat
27.09.2023, 18:37
Jetzt haben wir alle Probleme des Medizinstudiums von mittelalterlichen Lernstrukturen zu Hirngespinsten des IMPPs (ich wurde im M2 Färbungen von Lepra-Gewebe gefragt) durch.

Hilft dir das weiter, OP? Weißt du jetzt, ob es das richtige für dich ist?


Ja alles gut, hab viel neues erfahren und die Hoffnung das ich notfalls sogar doch ins Krankenhaus könnte und das mit der Familie vereinbaren kann. Und ich finds super wie schwer die M2 wohl wird, ich find Prüfungen als Herausforderungen immer spannend und bisher waren die immer ziemlich lasch.^^

dissection
27.09.2023, 19:37
Klinisch ärztliche Tätigkeit ist was work-life-finance-balance angeht keine optimale Wahl. Du wirst keine längere Projektarbeit machen sondern von Tag zu Tag denken und kleine Probleme lösen. Dein gesellschaftlicher Impact wird begrenzt sein, du wirst voraussichtlich nicht zur Steigerung der Produktivität beitragen oder an coolen Entwicklungen beteiligt sein sondern kleinteilig Behandlungsempfehlungen umsetzen. Ich bereue das Medizinstudium doch ab und zu, auch wenn ich meinen Weg gefunden habe. Das Medizinstudium abbrechen ist keine schlechte Idee.
Wie Medizin gelernt und ausgeübt wird ist schlicht aus der Zeit gefallen. 13 Jahre Ausbildung um gelernte Fakten und Erfahrunge anzuwenden können dazu führen dass du mit Anfang 30 das Gefühl haben wirst abgehängt worden zu sein.

NeedyCat
27.09.2023, 20:18
Klinisch ärztliche Tätigkeit ist was work-life-finance-balance angeht keine optimale Wahl. Du wirst keine längere Projektarbeit machen sondern von Tag zu Tag denken und kleine Probleme lösen. Dein gesellschaftlicher Impact wird begrenzt sein, du wirst voraussichtlich nicht zur Steigerung der Produktivität beitragen oder an coolen Entwicklungen beteiligt sein sondern kleinteilig Behandlungsempfehlungen umsetzen. Ich bereue das Medizinstudium doch ab und zu, auch wenn ich meinen Weg gefunden habe. Das Medizinstudium abbrechen ist keine schlechte Idee.
Wie Medizin gelernt und ausgeübt wird ist schlicht aus der Zeit gefallen. 13 Jahre Ausbildung um gelernte Fakten und Erfahrunge anzuwenden können dazu führen dass du mit Anfang 30 das Gefühl haben wirst abgehängt worden zu sein.


Das stimmt sicherlich alles, nur hätte ich keine bessere Alternative. Ich denke eh nicht, das ich kreativ genug wäre, um die Menschheit im Allgemeinen voranzubringen. Dafür fehlt mir das Talent. Und es ist das Gebiet das mir am meisten Spaß macht. Es könnte gut sein, dass ich in der "freien Wirtschaft" nicht nur mehr verdienen könnte sondern auch mit besseren Arbeitszeiten. Aber das interessiert mich am Ende leider nicht. Da kann ich nichts dran ändern.^^

Nilani
27.09.2023, 21:29
Ja, ich kann mir gut vorstellen dass in einem Krankenhaus sehr viel mehr los ist, als in einer Praxis wo Leute meistens wegen Kleinigkeiten kommen^^ Generell auch viel weniger Vielfalt an Verletzungen und Krankheiten. Das ist auch der einzige Grund wieso ich Krankenhaus nicht völlig ausschließe^^ Ich hab ja noch die Famulatur, ansonsten kann ich ja auch sonst noch ein paar Praktika machen wenn ich weiter foortgeschritten mit dem Studium bin, vielleicht bin ich dann auch etwas nützlicher.

Ohja, ich erinnere mich noch gut an einen chirurigischen Dienst, als nachts um 2 ein junges Pärchen mit nassen Haaren und er nur mit Handtuch um die Hüfte gewickelt, panisch die Notaufnahme stürmten, weil er beim Duschen am Rücken seiner Freundin eine Zecke gefunden hatte :-oopss:-keks
Die beiden hatten Glück, dass wir wegen eines "richtigen Notfalls" eh gerade wach waren und die 2 uns auf dem Weg zurück ins Bett quasi abgefangen hatten. In die Klinik und in die Notaufnahme kommen die Leute mindestens genauso häufig wegen "Kleinigkeiten". Trotzdem fand ich NA cool

Also ich hatte im Übrigen eine recht gute und entspannte chirurigsche Weiterbildung. Wir hatten eher eine Chance auf Pause und pünktlichen Feierabend, als die internistischen Kollegen, es gab gute Rotationen. Aber ja, die Dienste waren natürlich Mist und man hat da kaum geschlafen, aber davon soll man ja auch nur noch 4 pro Monat machen. Das ist aber 10 Jahre her und inzwischen hat sich viel geändert. Und bei dir wird sich auch viel ändern, bis du fertig bist. Du solltest tatsächlich hinterfragen, ob Medizin das Richtige ist, ansonsten zieh es durch, such dir notfalls deine Nische. Bei mir damals schien Teilzeit undenkbar, bei mir vor 2 Jahren wurde es abgelehnt, weil "Stellenschlüssel nicht mehr erfüllt." Das war er nach 2 Kollegen, die in Rente gegangen waren und einer Kündigung wg. fehlender TZ-Möglichkeit (kind kam in die Schule, ist alleinerziehend) und für die es keinen Nachwuchs gibt, dann eh nicht mehr. Der letzte Kollege durfte dann auf einmal mit 30h einsteigen. Wer weiß, was alles in den nächsten Jahren passiert.

Tramaldol
27.09.2023, 22:10
Ähm, ich glaube, du hast sehr selektiv gelesen und leider einiges falsch verstanden. Nein, weder in allen Krankenhäusern noch in allen Fachrichtungen macht man regelhaft hunderte Überstunden. (...)
Kurz: Wenn du Bock aufs Arztsein hast, dann wirst du in deinem Fachgebiet schon die richtige Nische finden. Mit 23 bist du noch jung, für Familie und Co reicht es auf jeden Fall noch.

Würde ich nicht so stehen lassen. Klar, kleinere Fächer wie Auge, Haut, Labor, Mibi, Hygiene haben nicht die schlechtesten Arbeitsbedingungen in der Weiterbildung.
Innere Medizin und Chirurgie sind da anders. Mäßige-wenige attraktive Arbeitsbedingungen sind eher die Regel als die Ausnahme in der Weiterbildung. Man muss es so hart sagen.
Als FA für Innere Medizin sieht anders aus, da kann man mit der richtigen Spezialisierung wie Gastro oder Nephro, aber auch Cardio sich ne goldene Nase verdienen im ambulanten Bereich. Muss aber auch erstmal die Weiterbildung überstehen. Auch das Ziel Allgemeinmedizin ist eine gute "Nische" für Familie, Haus und Co. Dass jeder im Arztberuf seine Nische irgendwann findet, sei mal Dahingestellt. Kann man nicht versprechen.

Endoplasmatisches Reticulum
27.09.2023, 22:38
Klar, kleinere Fächer wie Auge, Haut, Labor, Mibi, Hygiene haben nicht die schlechtesten Arbeitsbedingungen in der Weiterbildung.
Nicht die schlechtesten Bedingungen, aber sicher oft auch nicht gut. Ich halte vieles davon eher für Marketing als Realität, bzw. Rationalisierung der Marke "woanders ist es besser als bei mir".

Natürlich kann ich nicht für alle Abteilungen sprechen, aber was sind denn kleine Fächer? Uro ist meist eine Katastrophe. HNO und Derma hebeln ihre Seltenheit in der Kliniklandschaft, da kenne ich Stories von 50 Überstunden im Monat und Station + Ambulanz + Notaufnahme parallel oder angekündigte mündliche Testate durch Oberärzte, und wer zu schlecht ist fliegt in der Probezeit. In der Labormedizin meiner Alma mater rotiert einmal im Jahr das gesamte Team und der Chef hält Ansprachen, dass man Assistenzärzte früher noch um 23.30 zuhause anrufen konnte und die haben nicht gemuckt, aber von Leuten mit denen das heute nicht mehr geht muss man sich dann halt trennen.

NeedyCat
27.09.2023, 22:57
In der Labormedizin meiner Alma mater rotiert einmal im Jahr das gesamte Team und der Chef hält Ansprachen, dass man Assistenzärzte früher noch um 23.30 zuhause anrufen konnte und die haben nicht gemuckt, aber von Leuten mit denen das heute nicht mehr geht muss man sich dann halt trennen.

Wenn die Assistenzärzte ähnlich wie er verdienen und ihn auch jeden Tag halb 11 Uhr nachts erreichen können ohne das er muckt wäre das fair. Ich habe das Gefühl das ist nicht so?^^

Tramaldol
29.09.2023, 08:37
Das kommt auch wieder drauf an. Bereitschaft ist deutlich besser pendelbar, Rufbereitschaft nicht so sehr. Es gibt Rufdienste, da kann man viel telefonisch klären und regelhaft weiterpennen. Und es gibt Rufdienste, da ist jeder Anruf ein Garant, dass man reinkommen muss - wie ich schrieb z.B. in kleineren Kliniken, die dich mit anderen Fächern in einen gemeinsamen OP-Rufpool stecken. Da kannst du es haben, dass du um 2 Uhr nachts wackgeklingelt wirst und dann zombifiziert 60 km Auto fahren darfst, um für ein fremdes Fach stundenlang Haken zu halten. Alleine beim Gedanken daran graust es mich.

Ich finde Rufbereitschaft furchtbar, insbesondere, wenn man das selbst für eine kleine Abteilung macht. Für jeden Zugang, jede Kleinigkeit reinkommen. Klar wenn man Top-Pflege hat, geht das, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel und kann sich auch schnell ändern. Bereitschaft ist besser bezahlt und planbar. Der Arbeitgeber schreibt es eh vor.
Am besten ist es ohne Dienste zu arbeiten, als FA nicht unbedingt mehr nötig.


Nicht die schlechtesten Bedingungen, aber sicher oft auch nicht gut. Ich halte vieles davon eher für Marketing als Realität, bzw. Rationalisierung der Marke "woanders ist es besser als bei mir".

Natürlich kann ich nicht für alle Abteilungen sprechen, aber was sind denn kleine Fächer? Uro ist meist eine Katastrophe. HNO und Derma hebeln ihre Seltenheit in der Kliniklandschaft, da kenne ich Stories von 50 Überstunden im Monat und Station + Ambulanz + Notaufnahme parallel oder angekündigte mündliche Testate durch Oberärzte, und wer zu schlecht ist fliegt in der Probezeit. In der Labormedizin meiner Alma mater rotiert einmal im Jahr das gesamte Team und der Chef hält Ansprachen, dass man Assistenzärzte früher noch um 23.30 zuhause anrufen konnte und die haben nicht gemuckt, aber von Leuten mit denen das heute nicht mehr geht muss man sich dann halt trennen.


Urologie ist ein Interessefach. Wer das mag, bitte sehr. Letztendlich gibt es bereits viel zu viele Urologen bereits. Die urologische Klinik ist strukturiert wie eine kleine chirurgische Klinik. Die Urologie ist ja historisch ein "Ableger" der Chirurgie.
HNO Kliniken gibt es schon häufiger, wäre aber auch nicht meins. In einer Klinik mit Kopf-Hals-Tumoren oder MKG Chirurgie, hat man schon ordentlich zu tun, auch im Dienst. In meiner ehemaligen Uniklinik waren die HNO Assis anscheinend extrem genervt, wenn morgens um 3 jemand mit "Halsschmerzen im Rahmen einer banalen Infektion der oberen Atemwege" kommt.
Das ist so ein altes Problem, dass Notaufnahmen mit Nicht-Notfall-Patienten verstopft werden. Wir haben in Deutschland anscheinend echt zu viel Geld übrig diesen Dauerzustand zu ertragen.

Derma ist meist an Unikliniken angesiedelt und ne ruhigere Nummer, da kann es wirklich mal schwieriger sein ne Stelle zu finden. Es ist allgemein bekannt, dass Derma nicht das stressigste Fach ist. Aber es muss schon passen von der Interesselage. Ich könnte mir das nicht jeden Tag ansehen genausowenig wie Uro oder HNO.
Auch der Alltag des FA für HNO und Uro in der Praxis, wäre mir zu eintönig.

Labormedizin gilt auch nicht als so stressig, wenn da eine Abteilung jedes Jahr 1x durchwechselt spricht das für eine schlechte Leitung. In der Regel ist das nicht so. Meist sind dort ruhigere Semester und die machen ihren FA zu Ende und bleiben dann im Fach.

Es gibt schon so einige ruhige Ecken in der MEdizin: Derma, Reha, Labor, Mibi, Transfusion, Nuk, Arbeitsmedizin. Wenig Notfälle, eher planbar. Aber es muss auch schon vom Interesse her passen, sonst langweilt man sich zu Tode.

Cor_magna
29.09.2023, 10:43
Hmmm was ich bei den Dermatologen an unserer Uniklinik so mitbekomme... da gehts teilweise auch ziemlich rund . Erinnere mich noch an das Blockpraktikum in der Dermaambulanz, da haben sich die Patienten auf den Fluren gestapelt. :-bee

Endoplasmatisches Reticulum
29.09.2023, 11:23
Hmmm was ich bei den Dermatologen an unserer Uniklinik so mitbekomme... da gehts teilweise auch ziemlich rund
Absolut. Das Fach ist sicherlich "ruhiger" in dem Sinne, das es weniger Stress durch akute Notfallmedizin gibt. Man sollte aber nicht glauben, dass die Kollegen nicht mit Bergen von Arbeit zugeschüttet werden wie in jedem anderen Fach der unmittelbaren Patientenversorgung auch. Und es ist ein hochkompetitives Umfeld mit sehr wenigen Stellen und sehr vielen Interessenten, die teilweise lange Umwege über andere Fächer in Kauf nehmen müssen, um überhaupt rein zu kommen. Davon auszugehen, dass Arbeitgeber das nicht maximal ausnutzen, wäre naiv. Dem Ruf des entspannten Lifestyle-Faches wird es m.E. nicht gerecht.

serratustot
29.09.2023, 17:14
Würde ich auch bestätigen, nachdem was ich so mitbekommen habe von Fächern in der Richtung (z.B. auch Radio-Onkologie, Derma): man kann trotzdem als AA (und auch FA in der klinischen Versorgung) zugeballert werden mit ambulanten Patienten, dann gibt es ja teilweise trotzdem noch Stationen (gerade Derma, Radio-Onko, NUK) mit dem ganzen Stationskram (und bei vordergründig ja nicht schwerstkranken Patienten auch einer gruseligen Verteilung von Patienten auf ein AA, was bei den Patienten die radio-onkologisch oder dermatologisch stationär sind (warum wohl stationär...) ein Witz ist...

Tramaldol
29.09.2023, 17:41
Hmmm was ich bei den Dermatologen an unserer Uniklinik so mitbekomme... da gehts teilweise auch ziemlich rund . Erinnere mich noch an das Blockpraktikum in der Dermaambulanz, da haben sich die Patienten auf den Fluren gestapelt. :-bee

Ja das stimmt, es kommen auch einige Patienten in die Derma und Termine sind rar in der Uniklinikambulanz. Allerdings macht die Ambulanz mit ihren MFAs dann auch irgendwann Feierabend und schließt ihre Pforten und die Patienten gehen.
In einer Standard-Pampa-Innere Klinik hast du 24/7 Notaufnahme, die niemals ihre Pforten schließt. Im Gegenteil, um die Bilanz der kleinen Klitsche aufzupolieren, lockt man RTWs dorthin, selbst wenn man sie zu Spezialkliniken dann weiterschicken muss, weil man keinen Herzkatheter und keine Neurologie hat.


Würde ich auch bestätigen, nachdem was ich so mitbekommen habe von Fächern in der Richtung (z.B. auch Radio-Onkologie, Derma): man kann trotzdem als AA (und auch FA in der klinischen Versorgung) zugeballert werden mit ambulanten Patienten,

Ohje Patienten. Ja das Patientenlose Krankenhaus bzw. MVZ wäre zwar ideal, gibt es aber noch nicht.

Tramaldol
29.09.2023, 17:49
Absolut. Das Fach ist sicherlich "ruhiger" in dem Sinne, das es weniger Stress durch akute Notfallmedizin gibt. Man sollte aber nicht glauben, dass die Kollegen nicht mit Bergen von Arbeit zugeschüttet werden wie in jedem anderen Fach der unmittelbaren Patientenversorgung auch. Und es ist ein hochkompetitives Umfeld mit sehr wenigen Stellen und sehr vielen Interessenten, die teilweise lange Umwege über andere Fächer in Kauf nehmen müssen, um überhaupt rein zu kommen. Davon auszugehen, dass Arbeitgeber das nicht maximal ausnutzen, wäre naiv. Dem Ruf des entspannten Lifestyle-Faches wird es m.E. nicht gerecht.

Wie gesagt: Das Patientenlose Krankenhaus ist schwierig zu erreichen. Bzgl Jobchancen: Es gibt nicht nur Charite und Co, sondern auch viele kleine unbeliebtere uniklinika. Als Quereinsteiger sicherlich nicht ganz einfach, aber ich habe eine spanische Kollegin gekannt, die in der Inneren Probezeit entlassen wurden (wegen Sprache bzw. weil ihre Nase nicht passte) und dann in der Derma Uni angefangen haben. Oder jemand mit doch keinen Bock auf Plastische Chirurgie und jetzt Derma mit chir. Schwerpunkt. Oder klassisch in der Uniklinik über Famulatur und PJ. Oder eine griechische Kollegin, die im Osten Derma durchgezogen hat.

serratustot
29.09.2023, 21:51
Ohje Patienten. Ja das Patientenlose Krankenhaus bzw. MVZ wäre zwar ideal, gibt es aber noch nicht.

Erstaunt mich zwar, wie man den Punkt missverstehen kann, aber offensichtlich meinte ich damit nicht die schiere An- oder Abwesenheit von Patienten, sondern dass "derartige Fächer", um die es scheinbar geht (zuletzt Derma) die Gefahr in sich bergen, dass angesichts der Klinikorganisation mit z.B. sehr hochfrequenter Terminplanung und allem was da noch an Arbeit für WBA dranhängt, gerade in einer Uni, auch eine hohe Belastung mit Überstunden usw. entstehen kann.

Tramaldol
29.09.2023, 22:01
Ich glaube da kommt niemand drum rum , mal was länger zu bleiben, weil die Erfahrung und Routine fehlt. Weiterbildung eben. Man ist zum Lernen da. Trotzdem macht man sich dann irgendwann nach Hause.
Aber das ist doch immer noch was anderes als fortlaufend akute Patienten in der Notaufnahme + ständige Anrufe von Station und das die ganze Nacht.

davo
29.09.2023, 22:09
Außerdem ist das, was von den Assistenten als Stress eingeordnet wird, von Fach zu Fach dann doch sehr unterschiedlich. In der Derma-Ambulanz an meiner Uni hieß Stress: weniger als eine Stunde für einen Patienten. Erzähl das mal einem Kardiologen :-))