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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kirchenaustritt in Bayern im Jahr 2025 - Nachteile? Reale steuerliche Ersparnisse?



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Tramaldol
07.07.2025, 12:45
Einfach in einem normalen Krankenhaus arbeiten.

Ob es in Bayern unendlich viel Personal gibt, weiß ich nicht. In anderen Bundesländern werden Leute aller möglichen Religionsgemeinschaften oder keiner eingestellt, weil irgendwer die Arbeit machen muss. Bei hohen Positionen, wie Chefarzt, dürfte das weiterhin eine Rolle spielen.

Anne1970
20.07.2025, 06:44
In kirchlichen Häusern scheint - nach meinen Informationen- Ausgetretensein eher ein Problem zu sein, als nie „drin“ gewesen zu sein.

Brutus
24.07.2025, 07:49
Einfach in einem normalen Krankenhaus arbeiten.
Da bekommst Du aber in vielen, gerade ländlichen Gebieten echt Probleme, weil nur konfessionelle Häuser da sind.

Ob es in Bayern unendlich viel Personal gibt, weiß ich nicht. In anderen Bundesländern werden Leute aller möglichen Religionsgemeinschaften oder keiner eingestellt, weil irgendwer die Arbeit machen muss. Bei hohen Positionen, wie Chefarzt, dürfte das weiterhin eine Rolle spielen.
Wahrscheinlich ist das so, aber sicher wäre ich mir nicht. Vor allem mit Austreten während der Beschäftigung wäre ich vorsichtig. Wenn man Dich braucht, geht das wahrscheinlich noch, aber wenn man eh einen Grund sucht... Ich würde es nicht drauf anlegen.


In kirchlichen Häusern scheint - nach meinen Informationen- Ausgetretensein eher ein Problem zu sein, als nie „drin“ gewesen zu sein.
So ist das! Nie drin ist egal, genauso wie andersgläubig. Aber ausgetreten? No-Go!
Ist auch ein Kündigungsgrund...

Speranza100
24.07.2025, 10:55
Ist es denn für den Arbeitgeber irgendwie Datentechnisch nachvollziehbar, ob man (vor Arbeitsbeginn, meinetwegen auch Jahre vorher) ausgetreten ist?
Oder kann man dann angeben man sei konfessionslos und es fällt niemandem auf? Ich bin schon mehrmals Aus- und wieder Eingetreten aus o.g. Gründen (allerdings evangelisch, ich weiß nicht, wie die KAtholiken da drauf sind ;) ) finde das aber doch jedes Mal wieder befremdlich...

Christoph_A
24.07.2025, 13:44
Schließe mich da Brutus an. Wäre sehr vorsichtig mit solchen Moves. In unseren Belegarztverträgen z.B. wird dezidiert auf die Kündigung des Arbeitsverhältnisses bei Kirchenaustritt hingewiesen (ist in diesem Fall an einem evangelischen Haus). Gibt denselben Passus aber auch bei katholischen Häusern.

Jukka666
24.07.2025, 15:28
Schließe mich da Brutus an. Wäre sehr vorsichtig mit solchen Moves. In unseren Belegarztverträgen z.B. wird dezidiert auf die Kündigung des Arbeitsverhältnisses bei Kirchenaustritt hingewiesen (ist in diesem Fall an einem evangelischen Haus). Gibt denselben Passus aber auch bei katholischen Häusern.

Wie ich bereits geschrieben hatte: in meinem Bewerbungsgespräch sind die Gesichtszüge entgleist, als ich sagte, ich sei katholisch getauft aber später ausgetreten...

man muss es nicht wieder polemisch durchkauen, aber mir kommt die Galle hoch, wenn man in einem von der Allgemeinheit zu 100% finanziertem Krankenhaus (sic!) gefeuert werden kann und das auch noch arbeitsrechtlich verschriftlicht, wenn man aus einem Club austritt...Reine persönliche Gewissensentscheidung ist da wohl kein hohes Gut, nicht wahr?

Wie gesagt, für "Verkündigungsberufe" mag das nachvollziehbar sein, aber für Reinigungskräfte, Ärzte, Pfleger oder Elektriker in einem Krankenhaus?
Meines Erachtens eine viel größere Sauerei als allgemein bekannt, interessiert halt niemanden.

Jukka666
24.07.2025, 15:30
Ist es denn für den Arbeitgeber irgendwie Datentechnisch nachvollziehbar, ob man (vor Arbeitsbeginn, meinetwegen auch Jahre vorher) ausgetreten ist?
Oder kann man dann angeben man sei konfessionslos und es fällt niemandem auf? Ich bin schon mehrmals Aus- und wieder Eingetreten aus o.g. Gründen (allerdings evangelisch, ich weiß nicht, wie die KAtholiken da drauf sind ;) ) finde das aber doch jedes Mal wieder befremdlich...

Ich glaube fast nicht...aber die Kirchen hatten schon immer spitzfindige Spürnasen und Geheimdienste.. :-)

Entweder sagst du es selbst, dir entfleucht es beim Kaffeeklatsch oder man fragt dich direkt..
Ob die sich vom Amt die Austrittsbescheinigung erschleichen, mag ich anzweifeln. Die Kirchen führen ja meines Wissens kein Buch darüber.
Und ob dein Arbeitgeber beim Kirchenfinanzamt nachschaut, ob du irgendwann AUFGEHÖRT hast, Kirchensteuer zu zahlen und daher wahrscheinlich ausgetreten bist, kann sein...who knows?

Ergänzend: ich persönlich - wenn man halt nicht gerade auf den einen Job in dem einen Haus angewiesen ist - hätte kein Problem damit, die Kirche anzulügen, dass ich nie getauft wurde, aber ich würde schon gar nicht in so einem Verein anfangen, das dich ja praktisch zur Lüge anstiften muss. Sehr "christliche" Werte übrigens... :-)

Ach ja, und wer weiß, auf welche Ideen die kommen, wenn Jahre später rauskommt, du hast dir das Beschäftigungsverhältnis "erlogen" und sie hätten dich ja gar nicht eingestellt bla bla...am Ende fordern die noch Schadensersatz wegen "Vertrauensbruch" und bla bla..

Bender B. Rodriguez
24.07.2025, 16:00
Für Schadensersatz müsste ein Schaden nachgewiesen werden. Das wäre bestimmt interessant.

Relaxometrie
08.08.2025, 16:13
Heute hat die katholische Kirche leider mal wieder einen Sieg errungen. Wenn Interesse besteht, mal nach "Volz Lippstadt" suchen. Das heutige Urteil war absehbar, deswegen wird es dringend Zeit für eine Verfassungsänderung, damit die Kirchen ihren moralischen Sumpf nicht immer weiter auf Kosten der andersdenkenden Bevölkerung verbreiten können.
Sollen sie ihr eigenes Krankenhaus eröffnen und aus Kirchenmitteln finanzieren, dann können sie ihren dritten Weg im Arbeitsrecht und andere Dinge selbstverständlich anwenden. Aber aus öffentlich finanzierten Krankenhäusern gehört die Kirche hochkant rausgeworfen.

Tweety8008
08.08.2025, 16:22
https://www.zeit.de/gesellschaft/2025-08/klinikum-lippstadt-schwangerschaftsabbrueche-verbot-kirche-prozess

Für alle, die hier an die Kirche spenden oder gar Kirchensteuer zahlen: Schande über euch.
Solche Urteile sind das Resultat. Geld = Macht.

Jukka666
09.08.2025, 10:11
https://www.zeit.de/gesellschaft/2025-08/klinikum-lippstadt-schwangerschaftsabbrueche-verbot-kirche-prozess

Für alle, die hier an die Kirche spenden oder gar Kirchensteuer zahlen: Schande über euch.
Solche Urteile sind das Resultat. Geld = Macht.

Das ist ganz entscheidend, dass das ALLE hier und alle Menschen immer wieder hören:

- ein „christliches“ Krankenhaus wird zu NULL Prozent von der Kirche finanziert! Sondern aus Solidarbeiträgen, normalen Krankenkassenerlösen, Spenden etc. Höchstens irgendwelche Ordensleute für Verkündigung in der Kapelle etc.

- in Deutschland sind Katholiken und Evangelen in der Bevölkerung in der MINDERHEIT!! Es gibt mehr Konfessionslose und Nicht-Christen als die beiden grossen Kirchen, diese machen < 50% der Bevölkerung aus und das seit einigen wenigen Jahren, Trend weiter nach unten.

https://www.welt.de/vermischtes/article255852814/Austritte-Erstmals-mehr-Konfessionslose-als-Kirchenmitglieder-in-Deutschland.html

Von einem breiten Willen eines „christlichen Landes“ ist gar keine Rede mehr.

Und dennoch solche Urteile - mit Hilfe eines sakulären Gerichts. Schande, echt!

Überlege man sich mal, was es für einen Aufschrei gäbe; wenn es ein „islamisches Gericht“ gewesen wäre, das geurteilt hätte - dann wäre die Forderung nach Trennung von Religion und zivilen Belangen sofort in allen Zeitungen gewesen.
Aber so…

Jukka666
09.08.2025, 10:15
Das ist ganz entscheidend, dass das ALLE hier und alle Menschen immer wieder hören:

- ein „christliches“ Krankenhaus wird zu NULL Prozent von der Kirche finanziert! Sondern aus Solidarbeiträgen, normalen Krankenkassenerlösen, Spenden etc. Höchstens irgendwelche Ordensleute für Verkündigung in der Kapelle etc.

- in Deutschland sind Katholiken und Evangelen in der Bevölkerung in der MINDERHEIT!! Es gibt mehr Konfessionslose und Nicht-Christen als die beiden grossen Kirchen, diese machen < 50% der Bevölkerung aus und das seit einigen wenigen Jahren, Trend weiter nach unten.

Von einem breiten Willen eines „christlichen Landes“ ist gar keine Rede mehr.

Und dennoch solche Urteile - mit Hilfe eines sakulären Gerichts. Schande, echt!

Überlege man sich mal, was es für einen Aufschrei gäbe; wenn es ein „islamisches Gericht“ gewesen wäre, das geurteilt hätte - dann wäre die Forderung nach Trennung von Religion und zivilen Belangen sofort in allen Zeitungen gewesen.
Aber so…

Im netz steht sogar dass sich das Verbot sogar auf seine Privatpraxis erstreckt…hammer!

Dooly
09.08.2025, 10:53
In diesem Fall wurde es allerdings angenommen, dass der Rechtsweg nicht erfolgreich sein wird. Ich hab da noch keine Meinung gebildet, ob ich den Rechtsweg trotzdem, aus medialen Gründen, gut finde. Bei dieser Rechtslage muss der CA und auch die ganze Kompanie kündigen. Das ist nicht mit einer guten Versorgung auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand vereinbar.

Relaxometrie
09.08.2025, 11:38
Und dennoch solche Urteile - mit Hilfe eines sakulären Gerichts. Schande, echt!
Ich sehe alles, was Du geschrieben hast, zu 100% genau so!
Aber das Gericht konnte gestern nicht anders, als so zu entscheiden, weil die Kirchen nach Artikel 140 Grundgesetz nunmal (LEIDER!!!!!!!) diese Sonderrechte genießen. Insofern wäre es schlimm, wenn das Gericht jetzt einfach nach Gutdünken ("die Kirche ist nicht mehr überwiegender Volkswille") anders entschieden hätte.
Wichtig ist jetzt eine Verfassungsänderung, damit die Kirchen eben keine Sonderrechte mehr eingeräumt bekommen. Und die Ablöse der Staatsleistungen wäre auch ganz ganz ganz ganz ganz wichtig!!!



In diesem Fall wurde es allerdings angenommen, dass der Rechtsweg nicht erfolgreich sein wird. Ich hab da noch keine Meinung gebildet, ob ich den Rechtsweg trotzdem, aus medialen Gründen, gut finde. Bei dieser Rechtslage muss der CA und auch die ganze Kompanie kündigen. Das ist nicht mit einer guten Versorgung auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand vereinbar.
Meiner Meinung nach war es absehbar, dass der Chefarzt unterliegt und ich hoffe, dass der ihn vertretende -laut Medienberichten SO tolle- Anwalt ihn auch so beraten hat.
Aber um den Fall publik zu machen finde ich es sehr gut, dass er den Weg vor Gericht gegangen ist. Und, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ist es so, dass man nicht direkt zur höchsten Instanz gehen darf, sondern bei der untersten Instanz beginnen muss und sich dann hochklagt. Wobei aber nach meinem Verständnis auch eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht keine Chance hätte, solange Artikel 140 existiert. Und den abzuschaffen, ist politische Monsterarbeit. Sollte aber angegangen werden.

Ggfs. hätte eine Klage vor dem EuGH Aussicht auf Erfolg? Dort sind ja wohl schon öfter mal Sonderrechte der Kirchen kritisiert oder sogar eingesackt worden; habe aber noch nicht nachgelesen, was genau dort verhandelt worden ist.

Geschlossene Kündigung der gesamten gynäkologischen Abteilung wäre super. Der Chefarzt könnte es sich zumindest finanziell leisten, denke ich mal. Obwohl die (derzeit noch erfolglose) Klagerei ggfs. auch teuer wird. Obwohl.....sind Klagen vor dem Arbeitsgericht nicht kostenlos für den Klagenden?

Nefazodon
09.08.2025, 14:21
Klagen vor dem Arbeitsgericht sind nicht kostenlos. Vielmehr ist es so, dass vor den Arbeitsgerichten jede Partei ihre eigenen Kosten trägt.
Ich glaube nicht, dass diese Klage bisher allzu teuer war.

Ich wäre tatsächlich auf das Urteil der nächsten Instanz gespannt. Insbesondere inwieweit ein kirchlicher Träger dem Chefarzt verbieten darf, Abtreibungen in seiner Privatpraxis durchzuführen.

rafiki
09.08.2025, 14:50
Überlege man sich mal, was es für einen Aufschrei gäbe; wenn es ein „islamisches Gericht“ gewesen wäre, das geurteilt hätte - dann wäre die Forderung nach Trennung von Religion und zivilen Belangen sofort in allen Zeitungen gewesen.


Denke ich eher nicht, vielleicht ein wenig. Aber in ein paar Jahren dann ganz sicher nicht mehr.

Dooly
09.08.2025, 16:38
Von einem breiten Willen eines „christlichen Landes“ ist gar keine Rede mehr.Ist ja auch sehr wahrscheinlich nicht die Begründung des Gerichts. Wahrscheinlich kann eine AG einfach bestimmen, was die AN leisten müssen und was nicht. Da muss man ganz grundlegend dran, was die Trägerschaft von Krankenhäusern (und Kindergärten, Schulen) betrifft, und ansonsten muss man die Häuser einfach nach Möglichkeit meiden.

nystagmus
09.08.2025, 22:37
Das ist ganz entscheidend, dass das ALLE hier und alle Menschen immer wieder hören:

- ein „christliches“ Krankenhaus wird zu NULL Prozent von der Kirche finanziert! Sondern aus Solidarbeiträgen, normalen Krankenkassenerlösen, Spenden etc. Höchstens irgendwelche Ordensleute für Verkündigung in der Kapelle etc.

- in Deutschland sind Katholiken und Evangelen in der Bevölkerung in der MINDERHEIT!! Es gibt mehr Konfessionslose und Nicht-Christen als die beiden grossen Kirchen, diese machen < 50% der Bevölkerung aus und das seit einigen wenigen Jahren, Trend weiter nach unten.

https://www.welt.de/vermischtes/article255852814/Austritte-Erstmals-mehr-Konfessionslose-als-Kirchenmitglieder-in-Deutschland.html

Von einem breiten Willen eines „christlichen Landes“ ist gar keine Rede mehr.

Und dennoch solche Urteile - mit Hilfe eines sakulären Gerichts. Schande, echt!

Überlege man sich mal, was es für einen Aufschrei gäbe; wenn es ein „islamisches Gericht“ gewesen wäre, das geurteilt hätte - dann wäre die Forderung nach Trennung von Religion und zivilen Belangen sofort in allen Zeitungen gewesen.
Aber so…

Willkommen in „unserer“ Demokratie. Bei meinem ehemaligen katholischen Arbeitgeber musste selbst ich als Mann eine neue Vertragsergänzung unterschreiben, in der ich mich verpflichte, kein Kopftuch zu tragen, und in der generell davon abgeraten wird. Im darauffolgenden Satz wird jedoch ausdrücklich erwähnt, dass Nonnen in ihrer Funktion als Krankenschwestern weiterhin Kopftuch tragen dürfen und von dieser Regelung ausgenommen sind. Wir sind alle gleich, aber manche sind gleicher.

Tweety8008
09.08.2025, 23:38
Klagen vor dem Arbeitsgericht sind nicht kostenlos. Vielmehr ist es so, dass vor den Arbeitsgerichten jede Partei ihre eigenen Kosten trägt.
Ich glaube nicht, dass diese Klage bisher allzu teuer war.

Ich wäre tatsächlich auf das Urteil der nächsten Instanz gespannt. Insbesondere inwieweit ein kirchlicher Träger dem Chefarzt verbieten darf, Abtreibungen in seiner Privatpraxis durchzuführen.

Ich verstehe auch zu 0%, wie eine Kirche einem Arzt sagen kann, was er in seiner Privatpraxis machen darf und was nicht. Hat der Millionenschwere Schulden bei der Kirche mit seiner Praxis? Kommt das Moskau Inkasso von Jesus Christus persönlich, wenn er Abtreibungen macht und seine Schulden nicht bezahlt?

rafiki
10.08.2025, 05:41
Willkommen in „unserer“ Demokratie. Bei meinem ehemaligen katholischen Arbeitgeber musste selbst ich als Mann eine neue Vertragsergänzung unterschreiben, in der ich mich verpflichte, kein Kopftuch zu tragen, und in der generell davon abgeraten wird. Im darauffolgenden Satz wird jedoch ausdrücklich erwähnt, dass Nonnen in ihrer Funktion als Krankenschwestern weiterhin Kopftuch tragen dürfen und von dieser Regelung ausgenommen sind. Wir sind alle gleich, aber manche sind gleicher.

Dann hast du "unsere Demokratie" aber nicht verstanden. Die bezieht sich nämlich nicht auf Nonnen und Nicht-Nonnen.