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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TdL Tarifverhandlungen 2026



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Dooly
12.12.2025, 19:18
Es wird Zeit für diesen Thread. Der Marburger Bund hat ungewohnt frühzeitig seine Homepage zur Tarifrunde ins Leben gerufen https://www.marburger-bund.de/tdl-tarifrunde-2026 und den ersten Artikel veröffentlicht: https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/tdl-vorbereitung-tarifrunde2026
An die Mitglieder ging zudem folgende Nachricht per Messenger:
33719
Zu vergangenen Runden kann man nachlesen:
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?107443-TdL-Tarifverhandlungen-2022
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?109488-TdL-Tarifverhandlungen-2023

Medierror123
13.12.2025, 21:20
In der aktuellen wirtschaftlichen und finanzpolitischen Situation wird es wohl kaum eine spürbare Entgelterhöhung geben...Vermutlich 0,7% oder sowas in der Art :-(

Dooly
19.12.2025, 19:28
Es wirkt etwas befremdlich, dass der MB von einer Konsolidierung spricht. Sehr unorthodox, wirkt so, als ob die Fallhöhe möglichst gering wirken soll. Ist ja nicht so, dass es im letzten Jahrzehnt großartige Quantensprünge gab.

anignu
19.12.2025, 22:42
Kommt jetzt wieder der ewige Motzer durch?

Was sind denn für dich "Quantensprünge"? Senkung der Wochenarbeitszeit? Mehr Urlaubstage? Verlässliche Dienstplanung? Verpflichtende Arbeitszeiterfassung? usw.? Haben sie alles erreicht. Und ja, es gibt noch Probleme bei der Arbeitszeiterfassung. Da gibt es inzwischen erste Gerichtsurteile usw. Denn eigentlich ist die Sache klar. Wird halt noch nicht perfekt umgesetzt.

Das große Problem ist doch dass bei jeder Änderung ein gewisses Preisschild draufsteht. Und nun wollen sie sich diesmal eben um klare lineare Erhöhungen bemühen. Macht doch Sinn. Ich persönlich wäre wieder für Verbesserungen beim Rufdienst, aber das ist extremst teuer.

Ich seh es daher genau im Gegenteil so: die Fallhöhe ist dadurch deutlich höher! Wenn man sagt "ich kämpfe ausschließlich um eine Erhöhung des Geldes" dann muss man sich genau daran und nur daran messen lassen. Und dann können so Leute wie ich im Nachhinein nicht mehr sagen "aber immerhin haben sie A, B und C erreicht". Also ist meiner Meinung nach die Fallhöhe nun umso höher!

Leckrer
20.12.2025, 05:31
Meiner Meinung nach wären endlich mal Verbesserungen des Schicht- und Wechselschichtmodells notwendig. Wie lange soll man am Ende der Ausbildung noch weniger verdienen als ein Assistent im 1-2. Jahr mit BD?

Dooly
20.12.2025, 07:40
Wenn Konsolidierungen angestrebt sind, dann ist der MB das nächste Jahrzehnt damit beschäftigt. Sollte tatsächlich in irgendeinem Aspekt eine Konsolidierung erwirkt werden, wäre das natürlich gut. Ich hab da allerdings keine positiven Erwartungen, daher bleibt für mich derzeit alles außer einer Entgelterhöhung wertlos. In einer Mitteilung 2022 hatte der MB gesagt, dass die Neureglung des Schichtaystems nicht möglich ist, ohne den ganzen TV zu kündigen. Die Forderungen diesbezüglich waren anscheinend schon im Vorfeld Quatsch. https://www.marburger-bund.de/sites/default/files/files/2022-08/22-08-31%20Details%20Tarifeinigung%20TV-Ärzte.pdf
(Unter „Keine Verbesserung bei den Zuschlägen“)

Leckrer
20.12.2025, 22:38
"Wir haben uns deshalb dafür entschieden, die tarifrechtlichen Möglichkeiten, dieses Problem direkt zu adressieren, auszuweiten und umfangreiche Kündigungsmöglichkeiten für den gesamten Komplex der Schicht- und Wechselschichtarbeit vereinbart."

...heißt es doch u.a. in dem von dir zitierten Beitrag, oder? Dann gäbe es doch jetzt Möglichkeiten?

Es tritt nämlich genau das ein, was schon vorherzusehen war. Immer mehr Kliniken überführen in das Schicht-/Wechselschichtsystem, damit noch mehr Routine in den Tag gequetscht werden kann und der AN sieht dann für die gesamte Schicht inkl. der hochkomplexen Behandlung um 21 Uhr 5-7€ brutto mehr... : )))))

ThomAl
21.12.2025, 07:21
Ich gehöre auch zu denjenigen, die mit den Entscheidungen und Errungenschaften des MB ab Corona extrem unzufrieden waren. Sich jetzt ohne Umschweife auf die Entgelttabelle zu fokussieren, halte ich allerdings für genau das richtige! Da gibt es keine Schlüfplöcher für die AG-Seite, es kommt allen zu Gute und macht eine Schönreden der Ergebnisse durch „Fortschritte“ in anderen Aspekten unmöglich. Deshalb sollten wir das jetzt einmal alle unterstützen und können den MB dann direkt an dem Ergebnis messen.

Dooly
21.12.2025, 08:12
...heißt es doch u.a. in dem von dir zitierten Beitrag, oder? Dann gäbe es doch jetzt Möglichkeiten?
So wird es dargestellt. Wie immer vor dem Hintergrund des „Gewerkschafts-Sprech“, kommunikativ verkürzt, politisch zugeschärft, in seinem Erfolg aufgebläht, usw. So trivial ist die Sache nicht, wenn man im Änderungs-TV schaut.

LasseReinböng
22.12.2025, 11:27
Hm, es scheint ein bundesweites Phänomen zu sein, daß Unikliniken von der 42h auf die 40h-Woche umschwenken bzw. das sieht anscheinend der TV-Ärzte für Unikliniken ab 1.1.2026 vor. Habe es bereits in Sachsen-Anhalt mitbekommen aber dachte zunächst, daß sei ein lokales Phänomen.

Was haltet ihr davon ? Für mich klingt es eher wie eine Gehaltskürzung durch die Hintertür...

Leckrer
22.12.2025, 12:11
Die Frage ist hoffentlich nicht ernst gemeint. Wenn doch, dann GUTEN MORGEN.

https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?109488-TdL-Tarifverhandlungen-2023/page120

Hier kannst du eine 40-seitige Diskussion ab Bekanntgabe am 27.03.2024 darüber lesen (zumindest in der mobilen Forumsansicht).

LasseReinböng
22.12.2025, 15:46
Die Frage ist hoffentlich nicht ernst gemeint. Wenn doch, dann GUTEN MORGEN.

https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?109488-TdL-Tarifverhandlungen-2023/page120

Hier kannst du eine 40-seitige Diskussion ab Bekanntgabe am 27.03.2024 darüber lesen (zumindest in der mobilen Forumsansicht).

Ja Servus 😀 ! Ich habe einige Zeit außerhalb des TV gearbeitet und mich daher wenig drum gekümmert. Trotzdem danke für den Link.

Dooly
22.12.2025, 19:14
Hahaha Guten Morgen hab ich ja ewig nicht mehr gehört.

Kurz zusammengefasst zu diesem Thema: Die Stundenreduktion in Kombination mit einer Arbeitszeiterfassung ohne Erhöhung des Entgelts war Teil des letzten Abschlusses. Umgesetzt wurde das erwartungsgemäß in der Regel nicht. In Greifswald hatte ein Oberarzt mit dem MB geklagt, Stand heute gab es einen Gütetermin am 8.12. zu dem aber nichts weiteres online verfügbar ist. https://www.marburger-bund.de/mecklenburg-vorpommern/pressemitteilung/universitaetsmedizin-greifswald-verstoesst-gegen-vorgaben Selbst wenn es nicht zu einer Einigung kam, sind die möglichen Szenarien sehr wahrscheinlich entsprechend den möglichen Szenarien der Einwirkungsklage des MB https://www.marburger-bund.de/bundesverband/pressemitteilung/marburger-bund-klagt-auf-umsetzung-der-elektronischen U. a. vor diesem Hintergrund kündigt der MB nun eine „Konsolidierungsrunde“ an, s. Eingangsposting.

anignu
25.12.2025, 01:28
Kurz zusammengefasst zu diesem Thema: Die Stundenreduktion in Kombination mit einer Arbeitszeiterfassung ohne Erhöhung des Entgelts war Teil des letzten Abschlusses.
Kurz zusammengefasst: entweder lässt du wesentliche Teile, nämlich die tatsächliche Entgelterhöhung, bewusst weg oder du weißt es tatsächlich nicht. Beide Varianten gefallen mir nicht.

Die Fakten:
Die letzte Tarifrunde war 2024. Dabei wurde erreicht:
- verpflichtende Arbeitszeiterfassung
- Stundenreduktion (von 42 auf 40 Stunden sind eine rechnerische Gehaltserhöhung von auch ca. 5%)
- Erhöhung des Entgelts in 2 Stufen: 4% zum 1.4.24 und 6% zum 1.2.25.
- Laufzeit von 30 Monaten bis 31.03.2026

Und dann kann man das bewerten: rein aufs Entgelt entspricht dies einer Erhöhung von ca. 10% in 30 Monaten oder ca. 4% pro Jahr. Meiner Meinung nach sollte man die 5% der Stundenerhöhung mit rein rechnen, das wären dann ca. 6% pro Jahr. Schonmal ziemlich ordentlich.
Und dann noch die verpflichtende Arbeitszeiterfassung. Ja, die wird noch nicht überall umgesetzt. Aber immerhin steht sie inzwischen schwarz auf weiß im Tarifvertrag und ist somit einklagbar.

Gendra
26.12.2025, 13:09
Kurz zusammengefasst: entweder lässt du wesentliche Teile, nämlich die tatsächliche Entgelterhöhung, bewusst weg oder du weißt es tatsächlich nicht. Beide Varianten gefallen mir nicht.

Die Fakten:
Die letzte Tarifrunde war 2024. Dabei wurde erreicht:
- verpflichtende Arbeitszeiterfassung
- Stundenreduktion (von 42 auf 40 Stunden sind eine rechnerische Gehaltserhöhung von auch ca. 5%)
- Erhöhung des Entgelts in 2 Stufen: 4% zum 1.4.24 und 6% zum 1.2.25.
- Laufzeit von 30 Monaten bis 31.03.2026


Die Fakten sind (teilweise) korrekter als die Voraussagen, aber im Gesamtkontext dennoch geschönt dargestellt.

Der realistischere Blick:
1. Nach Corona (also aus einer einmaligen Verhandlungsposition heraus) gab es 2022 erstmal ne Nullrunde + Einmalzahlung und erst am Ende der einjährigen Laufzeit 3,35%.
2. Der aktuelle Tarifvertrag begann erstmal mit einer Nullrunde von 06/23 bis 04/24.
3. Dann gab es die zwei Stufen mit 4% zu 04/25 und 6% zu 02/25.
4. Die Arbeitszeitreduktion zu 01/26 hat in allen mir bekannten Kliniken nur auf dem Papier zu einer Änderung geführt. Nirgendwo wurde die tatsächliche Arbeitlast reduziert oder neue Stellen geschaffen.
5. Die verpflichtende Arbeitszeiterfassung war bereits der zentrale Bestrandteil des Tarifabschlusses 2019 (!). In der aktuellen Version ist lediglich ein Nebensatz ("elektronische Verfahren oder auf andere Art mit gleicher Genauigkeit so zu erfassen") weggefallen, in der irrigen Annahme, das damit der Anspruch auf eine Stechuhr begründet werden kann. Aus meiner Sicht einer der größten Fehler des MB.

Rechne ich die Tarifentwicklung seit 2019 zusammen kommt ich auf einen Wert kann oberhalb der Inflation. Ob man dies angesichts der wohl einmaligen historischen Chance (Corona) als gut oder schlecht bewertet muss jeder selbst entscheiden.

Meine Hoffnung für die kommenden Verhandlungen: Neben einer (vermutlich spärlichen) linearen Erhöhung, SCHREIBT ENDLICH DIE STECHUHR (wortwörlich) in den Vertrag!!! Selbstversändlich mit verpflichtender Kopplung an das KIS, so dass eine Erbringung von Arbeitsleistung ohne eingebucht zu sein technisch ausgeschlossen ist.

StuartProwerFaktor
27.12.2025, 17:21
Kurz zusammengefasst: entweder lässt du wesentliche Teile, nämlich die tatsächliche Entgelterhöhung, bewusst weg oder du weißt es tatsächlich nicht. Beide Varianten gefallen mir nicht.

Die Fakten:
Die letzte Tarifrunde war 2024. Dabei wurde erreicht:
- verpflichtende Arbeitszeiterfassung
- Stundenreduktion (von 42 auf 40 Stunden sind eine rechnerische Gehaltserhöhung von auch ca. 5%)
- Erhöhung des Entgelts in 2 Stufen: 4% zum 1.4.24 und 6% zum 1.2.25.
- Laufzeit von 30 Monaten bis 31.03.2026

Und dann kann man das bewerten: rein aufs Entgelt entspricht dies einer Erhöhung von ca. 10% in 30 Monaten oder ca. 4% pro Jahr. Meiner Meinung nach sollte man die 5% der Stundenerhöhung mit rein rechnen, das wären dann ca. 6% pro Jahr. Schonmal ziemlich ordentlich.
Und dann noch die verpflichtende Arbeitszeiterfassung. Ja, die wird noch nicht überall umgesetzt. Aber immerhin steht sie inzwischen schwarz auf weiß im Tarifvertrag und ist somit einklagbar.

Ich will diese "Nichterfassung" jetzt nicht schönreden, aber: Sie hat auch Vorteile. Man kann ja als Arbeitnehmer erstmal alles behaupten, sofern es halbwegs (!) plausibel ist. Wenn es dann rechtlich hart auf hart kommt, z.B. nach Kündigung, dürfte ein Arbeitgeber es sehr schwer haben an den durch den Arbeitnehmer angegeben Überstunden zu rütteln.

Dooly
31.12.2025, 10:32
Hm das ist aber genau wie der Abschnitt mit der Stundenreduktion+Zeiterfassung nur als theoretisches Konstrukt möglicherweise vorteilhaft aber praktisch bleibt es in der Realität ohne Effekt. Ohne Umsetzung, in deinem Beispiel also Klage und Behauptungen, bleibt es Theorie.

Dooly
08.01.2026, 22:36
Verdi verhandelt nächste Woche endlich weiter und zumindest an einem Standort hat Verdi vor den nächsten Verhandlungsterminen zum Warnstreik aufgerufen: https://cio.uk-koeln.de/informationen/kontakt/aktuelles/detailansicht/warnstreiks-am-13-und-14-januar-2026/

docdean
11.01.2026, 20:16
Weil wir zuerst durchsetzen, was wir bereits erreicht haben

Vielleicht bin ich naiv, aber ich versteh da wohl grundsätzlich was nicht: Warum sind das zwei verschiedene Dinge?
Wie hat man in einer Vertragsverhandlung etwas "erreicht", wenn man es Jahre später erst noch "durchsetzen" muss? Sollte das nicht eher heißen, dass es im nächsten Änderungsvertrag fest drin steht und ab dann eingehalten werden muss? Warum ist seit 2019 eine elektronische Zeiterfassung vorgeschrieben und meine Klinik hat sie bis heute, sieben Jahre später, immer noch nicht? Kann ich meiner Chefin vorschlagen, von Teilzeit auf Vollzeit zu hochzugehen, ab dem nächsten Monat das Geld einstreichen und dann trotzdem nach 30 Stunden nach hause gehen, wenn ich verspreche, das spätestens zum nächsten Jahr ganz bestimmt wirklich umzusetzen?

Dooly
12.01.2026, 22:42
Das ist ja genau der Kern des Problems: Tariflich erreicht heißt Anspruch auf dem Papier, nicht automatisch Wirksamkeit und Umsetzung im Betrieb. Bei uns ist nun die Stundenreduktion „personalneutral“ umgesetzt – wie es so schön aus dem Direktorium heißt.

Verdi streikt die ganze Woche an unterschiedlichen Stellen in ganz NRW. Unikliniken sollen wohl neben Köln auch Bonn, Essen und Düsseldorf streiken.