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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium in Harvard



dr.medicus
07.03.2002, 10:11
Mich würde interessieren, ob es möglich ist, nach dem Physikum für ein Vollstudium, nicht nur ein Auslandssemester, an eine US-Medical school zu wechseln.Und falls, ob man bei guten Schulen wie Harvard eine Chance als Ausländer hat, angenommen zu werden. Vielleicht hat jemand von Euch ja einen solchen Wechsel vollzogen und kann mir darüber Auskunft erteilen.

Alex
14.03.2002, 12:39
Kannst Du vergessen. Für eine Medical School Bewerbung mußt Du bestimmte Vorraussetzungen erfüllen, u.a. eine pre-medical college education etc. Das heisst, um Dich bewerben zu können, müsstest Du noch einmal mindestens zwei Jahre College machen, Dich dann bewerben und vielleicht klappt's dann (auch an einer sehr guten Medical School). Bei uns in Düsseldorf hat das einer gemacht, der studiert jetzt an der Yale University in New Haven. Ein sehr teures Unternehmen, wahrscheinlich nur mit reichen Eltern zu finanzieren.

Meiner Meinung nach kein guter Weg. Erstens verlierst Du Zeit, zweitens kostet es viel Geld, und drittens kannst Du auch nach dem Studium - ohne viel Zeit und Geld zu velieren - in die USA wechseln - für die Facharztausbildung. Vorraussetzung - Du hast gute deutsche und amerikanische Examen und ein paar gute Kontakte. Letztere kannst Du Dir zum Beispiel durch eine Dr. Arbeit erarbeiten.

Grüße,

Alex

06.04.2002, 04:26
Wie der Alex sagt...schwierig.

Die meisten Medical schools setzten etwa folgendes voraus (entnommen von der University of Minnesota):

-English One year composition and/or literature
-Biology General biology, with lab
-Zoology or animal biology, with lab
-Genetics and/or cell biology recommended, not required)

-Chemistry Two semesters general, with labs
Two semesters organic, with labs
-Biochemistry, with lab
-(Physical chemistry or quantitative analysis recommended, not
required)

-Mathematics Calculus or upper-level statistics
-Physics One year, with labs
-Liberal Education At least 18 semester credits (A/F) in social
and behavioral sciences and humanities
(=Psychologie, Soziologie usw.)

Anerkennung deútscher Scheine ist schwierig da sie meist unbenotet sind. Auch wenn es klappt mit der Anerkennung reicht es vom Umfang des Stoffes und Stundenzahl nicht aus.
Darüberhinaus müsstest du TOEFL und MCAT schreiben (http://www.aamc.org/stuapps/admiss/mcat/).

Alles sehr teuer und schwierig. Danach kannst du Dich für's Studium bewerben und dann ist es nicht einmal sicher ob du aufgenommen wirst. Falls ja, drohen dir saftige Gebühren.

Überlege es dir gut.

Gruß,
Matthew (mulvahill@hotmail.com)

eva_luna
19.04.2002, 19:31
hi dr.medicus,

das mit usa würde ich mir sehr genau überlegen -

1. wird es ausgesprochen schwierig, überhaupt an einen platz zu kommen, v.a. weil dir wohl kaum jemand die deutsche vorklinik anerkennen wird

2. lassen viele unis generell überhaupt keine ausländer für ein volles medizinstudium zu

3. falls du es trotzdem irgendwie schaffst, wird das ganze (außer für den fall einer millionenerbschaft :) unbezahlbar, da man als ausländischer student meist doppelt & dreifach in sachen tuition fees zur kasse gebeten wird

4. ist das studium (es ist ja nicht nur die tuition, wo wohnen & was essen muss man ja auch noch) also kaum zu finanzieren, da man als ausländer meist keinen anspruch auf stipendien und schon gar nicht auf staatliche loans hat.

Lava
22.04.2002, 14:04
Stichwort amerikanisches Stattsexamen. In einem Studienführer habe ich vor einiger Zeit gelesen, dass man das an deutschen Unis auch irgendwie machen kann. Geht das? Muss man zusätzliche Kurse belegen?

eva_luna
23.04.2002, 09:22
hallo janine,

die amerikanischen stexe usmle step 1 + 2 kann man in deutschland an verschiedenen testzentren machen, z.b. in münchen. von den unis werden meines wissens keine kurse angeboten, vorbereiten muss man sich selbst. der spaß ist nicht ganz billig ($ 640 pro examen plus auslandszuschlag), infos gibts unter http://www.ecfmg.org/ und http://www.medizinstudent.de/ . für eine anerkennung in den usa braucht man außerdem noch den csa (clinical skills assessment), den man nur in philadelphia machen kann.

habe mal irgendwo gelesen, dass man usmle step 1 am besten nach dem 1. deutschen stex, usmle step 2 nach dem pj ablegen sollte.

viele grüße
eva

Lava
23.04.2002, 15:37
Nee, das klingt nach zu viel Aufwand. Für Famulaturen in den USA baucht man aber den Quatsch nicht, oder? Und wenn man schon einen Facharzt in Deutschland gemacht hat, wird wenigstens der anerkannt? Ich meine, ich will nicht unbedingt in die USA, aber es interessiert mich.

eva_luna
24.04.2002, 12:49
hi janine,

lohnen tut es sich das usmle auf alle fälle, nicht nur wenn man einen längeren aufenthalt in den usa plant. ein gutes usmle-ergebnis macht sich mit sicherheit auch im lebenslauf ganz gut, außerdem zeigt man auch bei evtl. bewerbungen in anderen ländern, dass man einen gewissen "standard" (und standard ist heutzutage in der medizin nun mal alles was amerikanisch ist, ob´s uns passt oder nicht :) mit seiner ausbildung erreicht hat.

ob man das usmle schon für famulaturen braucht, weiß ich nicht (kommt bestimmt auf die uni an), ich habe aber schon gelesen, dass einige unis für das pj in den usa den step 1 verlangen. der deutsche facharzt wird in amerika meines wissens nicht problemlos anerkannt, man braucht auf jeden fall eine ecfmg-zertifizierung (das wird vermutlich über das clinical skills assessment und den toefl laufen). ...alles nicht so ganz unkompliziert! :)

gruß,
eva

eva_luna
24.04.2002, 12:53
...mir ist noch eine seite eingefallen, auf der einige gute infos gesammelt sind:

http://www.chirurgische-klinik.de/chifolab/agtek/usa.html