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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Habe da so ein Physik-Problemchen



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Steffi207
23.11.2004, 20:53
Hallo,

sitze gerade an meinen Physik Übungsblättern, die ich noch einmal durchrechnen wollte. Habe ganz von vorne angefangen (bei den vermeintlich ganz leichten) und kriege gerade eine Kriese!
Ich wollte gerade eine Übungsaufgabe zur gleichmäßig beschleunigten Bewegung lösen, habe aber, unterschiedlicher Ergebnisse, je nachdem, welche Formel ich anwende :-??? .
Also: Ein Flugzeug beschleunigt gleichmäßig und legt dabei 1000 Meter in 15 sec zurück. Da a="delta"v/2delta"t gibt das 1000m/15²sec².

In meiner Lösung haben wir jedoch die Formel x=1/a*t² zu a=2x/t² umgestellt und damit gerechnet, so dass sich 2000m/15²sec² ergibt.

Wieso kann ich denn die obere Gleichung nicht anwenden, irgendwie habe ich da ein Brett vorm Kopf?!

Danke im voraus!

Sidewinder
23.11.2004, 21:15
Du hast die STRECKE und die ZEIT, also musst du die Formel verwenden, die Strecke, Zeit und Beschleunigung verbindet, also s = 1/2 x a x t^2.

Steffi207
23.11.2004, 21:32
Ich kann doch für Geschwindigkeit auch Strecke /Zeit nehmen, und das ist beides gegeben... also statt v/t (s/t)/t , also (1000m/15s)/15s????

Sidewinder
23.11.2004, 21:52
In diesem Fall liegt aber eine beschleunigte Bewegung vor, d.h. die Geschwindigkeit nimmt in jedem Moment der Bewegung zu, du kannst also nicht einfach v mit s/t ersetzen, denn dann könntest du ja auch anstatt
v = a x t auch s/t = a x t schreiben und das nach s auflösen, damit wäre
s = a x t^2, was aber nicht stimmt, denn s = 1/2 x a x t^2!
Genauso kannst du in der umgestellten Formel a = v/t v auch nicht einfach mit s/t ersetzen!
Oder noch anders ausgedrückt, die Beschleunigung ist die ZWEITE Ableitung der Strecke nach der Zeit, also mathematisch ausgedrückt, d2s/dt^2 und damit wäre man dann wieder in "vereinfachter Schreibweise bei 2s/t^2 für die Beschleunigung!
Ich kanns leider nicht einfacher erklären!

Hoppla-Daisy
23.11.2004, 22:08
Bin ich frooooooooooooooh, dass ich diesen Schein gemeistert habe :-stud ;-)

Sidewinder
23.11.2004, 22:09
Am leichtesten tut man sich, wenn man nicht drüber nachdenkt, sondern einfach die Formel lernt und lustig einsetzt...

Steffi207
23.11.2004, 22:18
Danke für die Antworten!

Ich versteh es zwar nicht (ich sehe zwar ein, dass das nicht richtig ist, aber eigentlich müsste man doch die Variablen und Terme beliebig austauschen können), aber nehme es so hin. Ich werde mir die erprobten Lösungswege merken und mich bemühen, nicht weiter darüber nachzudenken!

Hatte ich erwähnt, dass ich Physik hasse???

Steffi207
23.11.2004, 22:20
Da warst Du wohl schneller, zu dieser Erkenntnis bin ich auch gerade gekommen!!

Steffi207
23.11.2004, 22:25
@Daisy: Das kannst Du wohl sein!!!!

Gast261118
03.12.2004, 23:53
Bin in physik durchgefallen.. ich sag Euch das ist echt hart>!!!!!

coni
10.12.2004, 14:27
Ist Physik denn wirklich sooooooooooo schwer? Eigentlich ist es doch ein einfaches, dankbares Fach: wenig auswendig zu lernen, selbst die Formeln muss man nicht auswendig lernen: Verstehen, anwenden, schon ist die Sache geritzt. Problem ist nur, dass viele schon in der Schule vor Mathe und Physik zurückgeschreckt sind und manchmal gar Physik in Klasse 11 abgewählt haben. Ehrlich, manche glauben ja, in Medizin sei die geballte akademische Intelligenz der Republik versammelt, aber wenn man so was liest, wird es einem selber schon peinlich. Zitat eines Anatomieprofessors in der Tutoren-Vorbesprechung: "Als ich mit Medizin angefangen habe, habe ich gedacht, dies sei der Gipfel akademischen Daseins. aber nach 2 - 3 Semestern wurden mir die Augen geöffnet." Ich persönlich fand, dass Physik und Chemie kinderleicht waren und das ist keine Angeberei, sondern Fact. Mich persönlich nervt das Auswendiglernen von Fakten viel mehr als Verstehen, weshalb ich schon manches mal bereut habe, den Physik-Studienplatz in Hamburg nicht angenommen zu haben... Kenne u.a. 2 Kommilitonen, die genauso denken

keldor`
11.12.2004, 01:01
studier mal physik, dann vergeht dir das lachen :>

ich glaub, das problem der physik in der medizin ist (zum GROSSEN teil) nicht die dummheit der studenten, sondern die fehlende bereitschaft, sich das ganze mal gründlich anzuschaun.
bei der qualität der vorlesungen isses kein wunder, dass niemand bock auf das fach hat und lieber ausschläft. ich persönlich sehe es ein, dass physik für das verständnis des körpers wichtig ist! aber deswegen gleich 3 klausuren?!

Steffi207
11.12.2004, 13:18
Ist Physik denn wirklich sooooooooooo schwer? Eigentlich ist es doch ein einfaches, dankbares Fach: wenig auswendig zu lernen, selbst die Formeln muss man nicht auswendig lernen: Verstehen, anwenden, schon ist die Sache geritzt. Problem ist nur, dass viele schon in der Schule vor Mathe und Physik zurückgeschreckt sind und manchmal gar Physik in Klasse 11 abgewählt haben. Ehrlich, manche glauben ja, in Medizin sei die geballte akademische Intelligenz der Republik versammelt, aber wenn man so was liest, wird es einem selber schon peinlich. Zitat eines Anatomieprofessors in der Tutoren-Vorbesprechung: "Als ich mit Medizin angefangen habe, habe ich gedacht, dies sei der Gipfel akademischen Daseins. aber nach 2 - 3 Semestern wurden mir die Augen geöffnet." Ich persönlich fand, dass Physik und Chemie kinderleicht waren und das ist keine Angeberei, sondern Fact. Mich persönlich nervt das Auswendiglernen von Fakten viel mehr als Verstehen, weshalb ich schon manches mal bereut habe, den Physik-Studienplatz in Hamburg nicht angenommen zu haben... Kenne u.a. 2 Kommilitonen, die genauso denken

Es ist wirklich schön für Dich, dass Physik und Chemie für Dich "kinderleicht" waren, und es tut mir wirklich leid, dass es Dir "selber schon peinlich" ist, dass wir hier wohl nicht Deinem Bild vom Mediziner als "Gipfel akademischen Daseins" entsprechen.
Ich finde Deine Aussagen angesichts eines Kommilitonen, der hier postet, dass er durch Physik durchfiel und sich schlecht fühlt, gelinde gesagt beleidigend.

Eine Sache der "Intelligenz " ist es wirklich nicht, wenn man Probleme mit Physik hat, zumal, wenn man, wie Du schreibst, Physik in der 11. Klasse abgewählt hat. Da hat jeder in der Schule wohl andere Interessen und Neigungen.

Wenn man jedoch so gar keine physikalische Vorbildung (mehr) hat, ist es schon eine Menge Stoff, die man verstehen muss - in wirklich kurzer Zeit.

coni
15.12.2004, 16:19
Stimmt, in der Schule hat jeder verschiedene Interessen und Neigungen. Medizin ist aber nun mal ein sehr naturwissenschaftlich geprägtes Fach (va. in der Vorklinik). Daher erscheint es doch logisch, dass man in der Schule entsprechende Kurse wählt, um sich eine adäquate Vorbildung zu verschaffen (und damit meine ich Physik und Chemie, nicht etwa Bio...). Übrigens hatte ich selber nur Physik, da aufgrund von Lehrermangels nur die Wahl zwischen Physik und Chemie bestand. Dennoch war Chemie ein Kinderspiel. Intelligenz besteht in der Tat aus vielen Komponenten, aber wenn ich in der Schule merke, dass mir Naturwissenschaften so gar nicht liegen, dann studiere ich nicht Medizin.

netfinder
15.12.2004, 16:51
Daher erscheint es doch logisch, dass man in der Schule entsprechende Kurse wählt, um sich eine adäquate Vorbildung zu verschaffen (und damit meine ich Physik und Chemie, nicht etwa Bio...).

nicht jeder weiss schon vorher, dass er dann Medizin studieren wird; ausserdem ist für Physik oft ein überdurchschnittlich hoher Aufwand nötig, um gute Noten zu bekommen (klar liegt wohl daran, dass man in der 6. Klasse ned so aufgepasst hat, aber wer weiss denn schon so frueh, dass er Medizin studieren will).

zu deinem Intelligenz-Geschwafel sag ich jetzt mal nix, aber vielleicht solltest Du wirklich Physik machen, dann waerst du (vielleicht) unter Deinesgleichen.

netfinder

Grizi
15.12.2004, 17:28
Ich hab im Moment nicht allzu viel Zeit um ausgedehnt auf die "Physik-Problematik" einzugehen, Doch nachdem ich mir die Beiträge so durchgelesen habe, muß ich sagen (auch wenn ich mich vielleicht bei einigen hier so ziemlich unbeliebt mache), dass CONI mit seiner Meinung absolut Recht hat.
Ich bi nicht der Meinung, dass er sich in irgend einer Weise wichtig machen will, es geht ihm dabei vielmehr um ein grundlegendes , wenn nicht gar essentielles Problem der Medizin: nämlich dass wir heutzutage viel zu viele unqualifizierte Ärzte/innen haben, weil sie halt schon während ihres Studiums viel zu oft stumpf auswendig gelernt haben (TeJu-Syndrom), anstatt auch nur ansatzweise zu versuchen, die MAterie zu verstehen, und hierbei beziehe ich mich nicht nur auf Fächer wie Physik und Chemie, sondern vor allem auch auf die Anatomie( ja, genau auch hier gibt es einiges zu verstehen z.B. Muskelmechanik usw.)
Ich weiß ja nicht wie es den anderen geht, doch ich finde es höchst bedauerlich und beunruhigend zugleich,wenn sich Studenten in der Klinik selbst einfachste physikalische und chemische Gegebenheiten nicht ableiten können.
Übrigens hatte ich in der Oberstufe kein Physikunterricht, trotzdem habe ich nicht davor gescheut, mir dieses in der Tat kinderleichte Fach für das Medizinstudium zu erarbeiten .
Damit will ich sagen, dass es jeder mal zumindest versuchen sollte, sich auch mit einer Thematik zu befassen( und damit meine ich nicht stumpfes Auswendiglernen), die einen auf den ersten Blick vielleicht als unüberwinbar erscheint -meistens stellt sich dann alles doch als sehr viel einfacher dar, als
es zunächst vermutet - man muß es halt nur versuchen....
In diesem Sinne wünsche ich euch allen noch viel Erfolg mit Physik und vor allem viele Grüße an CONI -weiter so .....

netfinder
15.12.2004, 17:37
Ich bi nicht der Meinung, dass er sich in irgend einer Weise wichtig machen will, es geht ihm dabei vielmehr um ein grundlegendes , wenn nicht gar essentielles Problem der Medizin: nämlich dass wir heutzutage viel zu viele unqualifizierte Ärzte/innen haben, weil sie halt schon während ihres Studiums viel zu oft stumpf auswendig gelernt haben

aha, daran liegt es also, das wir zu viele unqualifizeirte Aerzte (stimmt das?) haben?

Kackbratze
15.12.2004, 18:37
Ui, da hat aber mal jemand was ganz neues gesagt...komisch, warum kennen dann die meisten (Ausnahmen gibts immer) in meinem Semester solche Mechaniken und können die locker Ableiten?

Aber wieviel Newton jetzt gerade auf die lange Bizepssehne einwirken mussten wir nochnichtmal in Orthopädie ausrechnen...und der Orthopäde um die Ecke macht das auch nie...
Warum fragt man eigentlich nicht in der Anamnese "mit wieviel Kilojoule wurde denn die Rotatorenmanschette belastet als Sie auf den Arm gestürzt sind? Könnten Sie das mal bitte kurz überschlagen, damit ich das korrekt in die Akte eintragen kann?"?!?

Der Physikkurs ist die Basis für viele Dinge in der Medizin, das ist korrekt, aber durch stumpfes Auswendiglernen besteht man keine mündliche Prüfung.
Da ist dann nämlich das Transferwissen gefragt!

Steffi207
15.12.2004, 21:37
Ich glaube, auf einer Liste der wichtigsten Eigenschaften, die einen guten Arzt ausmachen, steht die Fähigkeit, die Frequenz und das Trägheitsmoment einer Kugel, die eine schiefe Ebene hinaufrollt, zu berechnen ziemlich weit hinten.

Da die meisten von uns statistisch gesehen in der hausärztlichen Versorgung "landen" werden, sind die "Soft-Skills" sicherlich genauso wichtig. Was nutzt es, wenn ich möglicherweise ein brillanter Naturwissenschaftler bin, aber keinen Zugang zu meinem Patienten finde, da mir die emotionale Intelligenz fehlt.

Meine Meinung ist zwar auch, dass man von einem Medizinstudent durchaus erwarten kann, sich physikalisches Grundwissen anzueignen, doch finde ich die Art und Weise, wie Coni das hier zum Besten gab einfach
unpassend und arrogant. Die Motivation, Medizin zu studieren, um der "akademischen Elite Deutschlands" anzugehören, halte ich für fragwürdig.

Ich hatte anfangs Probleme mit Physik, weil ich seit der Mittelstufe keinen Physikunterricht hatte - und das obwohl ich in der Schule Mathe- und Bio LK hatte (in beiden Fächern war ich im Abitur mit 13 Punkten vorbenotet), was wohl durchaus Naturwissenschaften sind. Also kann man nicht verallgemeinern, dass, wer Probleme mit Physik hat, für Naturwissenschaften generell ungeeignet ist.

Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass ein Medizinstudent mit nur durchschnittlichen naturwissenschaftlichen Fähigkeiten und Stärken im kommunikativen /sprachlichen Bereich und mit einer großen emotionalen Intelligenz durchaus seine Daseinsberechtigung hat und in manchen Bereichen der Medizin einem "Crack" im Bereich der Naturwissenschaften sogar überlegen sein kann.

coni
16.12.2004, 21:00
Sollte man sich als Mathe-LK'ler aber nicht die notwendigen analytischen Fähigkeiten erworben haben, um mit Physik so gar keine Probleme zu haben? Physik ist schließlich nichts anderes als angewandte Mathematik (bin übrigens ebenfalls ehem. Mathe-LK'ler, ebenfalls 13 Pts.). Natürlich ist Physik nur ein kleiner Teilbereich des medizinischen Studiums und hat für viele Ärzte so ziemlich keine Bedeutung mehr. Dennoch finde ich es essenziell, dass jemand, der ein naturwissenschaftlich gelagertes Fach studiert, sich auch mit dessen Grundlagen befasst und sie nicht nur einfach auswendig lernt, weil das ja viel bequemer ist. Das trifft nicht nur auf Physik und Chemie zu, sondern ist auch das, was ich als Anatomie-Tutor oft feststelle: 80% der Teilnehmer am Kurs sehen sich keine Bilder an, sondern lernen alles auswendig und können sich z.B. die Funktion von Muskeln nicht herleiten. Außerdem ist dieses Fach viel einfacher zu erlernen, wenn man Biolder im Kopf hat. Die Physik habe ich deshalb angesprochen, weil sie die ursprüngliche Thematik in diesem Thread darstellt, das Problem erstreckt sich aber auf alle vorklinischen und klinischen Fächer. Was nützt mir dann meine emotionale Intelligenz, wenn auf der anderen Seite meine fachlichen Fähigkeiten unzureichend sind?