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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gammastrahlung



xFreakx
18.12.2004, 20:39
.. wird diese jetzt nur zur Diagnostik (Gammakamera) oder auch zur Therapie eingesetzt ?

Wo genau sind dann die Unterschiede ?

Gruß
xfreakx

Froschkönig
18.12.2004, 21:37
Wo genau sind dann die Unterschiede ?
Kann grad kein konkretes Beispiel aus dem Ärmel schütteln, aber sehr einfach könnte man einen Unterschied durch die Halbwertszeit erreichen. In der Diagnostik würde ja eine möglichst kurze halbwertszeit reichen, in der Therapie dann eher eine längere....ebenso emmitieren verschieden Nuklide eine Gamma-Strahlung von verschieden hoher KEV-Stärke :-)

Neujahrsrakete
18.12.2004, 22:10
Zur Therapie mit Gammastrahlung fällt mir die Gamma-Knife-Behandlung ein.
In Aachen gibt es ein
Zentrum für Gamma-Knife-Behandlung (http://www.ukaachen.de/content/folder/1435150)

Faust601
19.12.2004, 09:18
Wenn mich meine Erinnerung an mein Radiologie-Modul nicht trügt, dann wurde die Strahlentherapie mit Gammastrahlung heute sehr zurückgedrängt. Klassischerweise verwendete man da etwa Cobalt-60, das Gammastrahlung mit einer Energie von 1,2 MeV emittiert.
Heute verwendet man dagegen eher Linearbeschleuniger. Mit denen kann man dann entweder direkt die emittierten Elektronen zur Bestrahlung oberflächennaher Tumoren verwenden oder aber mittels eines Goldtargets im Elektronenstrahl Photonenstrahlung für tiefer gelegene Tumoren erzeugen. (Ist genau wie Gammastrahlung dann auch Photonenstrahlung, ist aber eben per definitionem keine Gammastrahlung, da nicht von einem Radionuklid spontan emittiert.)
Die Linearbeschleuniger haben auch den Vorteil, dass ich meine Strahlenenergie im Prinzip frei wählen kann (ca. 3-21 MeV), außerdem entfällt natürlich der Umgang mit einem Radionuklid. Nachteil ist, die Geräte sind wesentlich teurer und technisch komplizierter. In weniger entwickelten Ländern findet daher wohl nach wie vor eher die Cobalt-Methode Verwendung.

Dann hast du noch Gammastrahlung in der Diagnostik erwähnt. Hier sind wir nun in der Nuklearmedizin.
Für die Szintigrafie (oder SPECT) brauchst du Gammastrahlung emittierende Radionuklide, z.B. für die Schilddrüsenszintigrafie mit 99m-Pertechnetat.
Nuklearmedizinische Therapie mit Gammstrahlern macht dagegen keinen Sinn, hierfür werden aufgrund der wesentlich stärkeren biologischen Wirkung (bei begrenzter Recihweite) Betastrahler verwendet, z.B. 131-Iod in der Therapie von Schilddrüsenerkrankungen.

xFreakx
19.12.2004, 16:23
Hey, danke für die schnellen Antworten !! :-party

Gruß
xfreakx

alex1
20.12.2004, 19:47
gamma Strahler finden außerdem noch therapeutische Anwendung zB in der Brachytherapie. Die ist kein nuklearmedizinisches, sondern ein strahlentherapeutisches Verfahren. Brachytherapie bei ZerxivCa wäre wahrscheinlich die häufigste Indikation.

Eine beliebte Substanz dafür wäre Iridium 192, ein gamma Strahler.