Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tsunami in Südostasien
Ich muß ganz ehrlich sagen, man kann sich die Reportagen und Nachrichtensendungen ja auch auf den Öffentlichen Sendern anschauen, sprich ARD oder ZDF.. RTL und Co übertreiben da sicherlich immer masslos.. Allein schon der deprimierte Unterton dort bei den Moderatoren, wo ich denke, das sie solche Informationen neutral rüberbringen müßten.. Dann die Sensationslust und wer bringt die besten Bilder der Toten :-??? Aber es liegt ja an jedem selbst, zu selektieren.. ;-)
Es tut mir sehr sehr leid was da passiert ist.. Der 11.9. ist mir damals auch sehr nahe gegangen, das viele Leid der Angehörigen und der Mut und das Engagement der Retter.
Aber das hier ist von der Natur, nicht von Menschen angerichtet worden und ich danke meiner Familie das ich in ein Land geboren wurde, das sozusagen einigermassen sicher ist.. hier im Ruhrgebiet gibt es keine Tornados, keine Hurricans, keine Erdbeben in dem Ausmasse.. Keine Überflutungen und keine Hitzeperioden oder Waldbrände...
Ich bin dankbar dafür und habe Anteilnahme für die, denen es grade schlecht geht und ja, ich habe gespendet.. Auch wenns nur 20€ sind.. Aber wenn jeder kleine Mann einen Teil spendet, ergibt sich auch eine große Summe..
Ich will Ärztin werden, ich will Menschen in Not helfen und das war meine mögliche Hilfe und es bereitet einem ein gutes Gefühl.
Grade wir hier in Deutschland.. Wo wir doch so gut im Jammern sind, wie schlecht es uns doch geht, wegen dem Euro und wegen der Arbeitslosigkeit, etc.. sollten uns mal besinnen, das es uns eigentlich richtig gut geht..
Wir vergessen das zu oft, ich auch.. So doof wie es klingt, aber dieses Unglück in Indien hat mich wachgerüttelt...
:-blush
@NJR: Man kann doch abschalten und trotzdem meckern. Nur weil man abschaltet, wird die Art der Berichterstattung ja nicht besser. ;-)
Ich finde es auch in Ordnung, sich ein paar Gedanken über die Darstellung in den Medien zu machen. Z.B. auch darüber, dass durch diesen Katastrophen Overkill sehr bald niemand mehr etwas über das Thema hören will. sobald die offizielle Zahl der Toten feststeht und der letzte Touri heil wieder in Deutschland gelandet sein wird, wird das Thema nicht mehr erwähnt werden. Damit sind die Probleme in den Regionen noch lange nicht gelöst.
Was du angesprochen hast, Rakete, dass mehr über die Ursachen solcher Katastrophen berichtet werden muss, ist auch vollkommen richtig. Aber ich glaube kaum, dass RTL und Co. sowas tun werden. Die müssen auch an ihre Wirtschaftlichekit denken. Bei allen Spendenaufrufen und Hilfsaktionen zweifle ich doch daran, dass sie in ihrer Arbeit so etwas wie einen Auftrag zur Verbesserung der Welt (wenn man so will) sehen. Denen geht es darum, Geld zu verdienen. Und Menschlichkeit in Form von Spendenaktionen kommt an. Ich werfe das den privaten Sendern nicht mal vor. Das ist meiner Ansicht nach einfach nur ein Fakt.
Den öffentlich-rechtlichen vertraue ich da schon mehr. Bei denen laufen auch Dokumentationen und Sendungen, die sich mit Themen wie Umwelt und Gefahren durch Katastrophen beschäftigen.
Übrigens ist ein Übel auch, dass sich die Länder, die von solchen Katastrophen besonders bedroht sind, eine sichere Bauweise der Häuser gar nicht leisten können. Die sehen zu, dass sie möglichst viele Unterkünfte für Touristen zusammenbringen.
Was mich übrigens extrem aufgeregt hat: kurz nach der Flutwelle, vielleicht ein oder zwei Tage danach, lief auf einem dieser Nachrichtensender (N24?), von denen man eigentlich Seriösität erwarten würde, eine Dokumentation, in der es ständig hieß: "wenn so eine Flutwelle die Küsten der USA treffen würde" etc. :-( Das kann doch nicht wahr sein!!! Da hat man eine echte Katastrophe und die berichten über was-wäre-wenn in den USA!!! Ich wette, die USA hätten nicht halbsoviele Probleme, mit einer solchen Katastrophe fertig zu werden. :-(
Goldmarie84
29.12.2004, 13:12
@Sr.Steffi und Janine: das ist ja das krasse, dass sogar "seriöse" sender solche darstellungen haben. ich hab nämlich gestern die tagesschau gesehen und eben die haben so schlecht berichtet wie ich es oben beschrieben habe...
also da war ich echt ziemlich enttäuscht von ard :-?
und es ist bestimmt so wie du es sagst, janine, dass sich in wenigen wochen keine sau mehr dafür interessiert was da los war und ist. irgendwie erschreckend... :-notify
sanderha
29.12.2004, 16:03
Hallo alle miteinander!
Mich hat die Naturkatastrophe wie jede andere auch diesmal ziemlich mitgenommen. Im Gegensatz zu meinen Familienmitgliedern, die solche Kommentare loslassen wie "Ähhhh, guck dir mal die ganzen Leichen an" und "Gott sei Dank sind wir da nicht hingefahren"
war mein erster Gedanke: "Ach du *******, so eine Katastrophe, und wieso bin ich hier, und nicht auf dem weg nach da?"
Im nächsten Moment denke ich dann wieder: hey, ich bin nur popeliger PJler, klar, in einem Jahr Ärztin, aber hey, sein wir mal ehrlich, du würdest kotzen und kopflos hin und herrennen.
Trotzdem hab ich das Gefühl, irgendetwas tun zu müssen und bin der Überzeugung auch mit den mageren Kenntnissen, die man von der Uni mitbekommt etwas tun zu können.
Ich meine, direkte Hilfe dort, wo sie mal wirklich gebraucht wird wäre doch toll.
Ich weiß ja nicht, geht es einigen von euch vielleicht auch so? Wenn ich solche Bilder im Fernsehen sehe surf ich immer stundenlang durchs Interent und suche nach einer Organisation oder so die mich als Privatperson unkompliziert und unbürokratisch mitnehmen würde, mitten ins Krisengebiet, damit ich dort irgendwie helfen könnte. Hat irgend jemand von euch damit Erfahrung? Mal abgesehen vom PJler sein( das hat ja bald ein Ende), gibt es irgendeine Möglichkeit irgendwo für solche Krisen einzusteigen, ohne gleich tagelange Vereinsarbeit zu leisten oder auf dauer verpflichtet zu sein.
Wäre sehr interessiert an solchen Organisationen und wäre für Infos jeglicher Art dankbar.
Gruß
Andrea
Hallo Sanderha
genau das Gefühl hatte ich auch.. Auch wenn ich nur Erst-Semestlerin bin und irgendwie "nur" Krankenschwester..
Ich habe meine PDL angesprochen, was wäre, WENN ich jetzt darüber fahren würde.. Das ginge laut ihrer Aussage auf keinen Fall.. Der Stellenplan würde leiden.. Das hat mich dazu noch sehr schockiert, wie engstirnig lebt man hier??
Ich werde wohl mir was anderes suchen. Mit so einer Einstellung möchte ich nicht arbeiten.
Deshalb habe ich ja was gespendet, in der Hoffung, das zumindest einem geholfen werden kann..
Ansonsten glaub ich, das nicht die Masse an Zahl der Helfer nutzt.. So wie ich es in einer Reportage gehört habe, ist auch viele Feuerwehrpesonal vor Ort, die sich speziell mit Verschüttungen und Erdbebenschäden auskennen oder in Bergungsarbeiten.. Bis man darin als Laie eingearbeitet wird, dauert sicherlich viel zu viel Zeit oder man bereitet als Laie noch mehr Schaden..
Aber wir können etwas an uns ändern, an der Einstellung zum Leben, zur Umwelt.. Nicht alles selbstverständlich nehmen.. Können uns fortbilden, das Interesse erweitern und vielleicht beim (hoffentlich nicht!) nächsten Mal kein Laie mehr sein..
Vor allem können wir stolz sein, kein ignoranter Mensch zu sein wie meine PDL!!! :-top
Steffi
Ps: Ich finde es grade gut, das die Massen an Leichen gezeigt werden, zumindest nur schemenhaft, es verdeutlicht nur diese Katastrophe. Ansonsten könnte sich keiner hier in Deutschland diese Ausmaße vorstellen und alles wäre verharmlost! Für mich sind die Deutschen "Jammerer" und "Kläger" über ihr eigenes "Leid". Da schadet es nicht, auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht zu werden.. Meine harte Meinung!
sanderha
29.12.2004, 17:40
Hallo Sr. Steffi
Das "nur" vor der Krankenschwester kannst du getrost weglassen, das ist ein wundervoller Beruf der meinen vollen Respekt verdient. Und deine PDL ist ja wohl lachhaft. Stellenplan... Die haben doch nen Schatten....typisch wir arroganten Deutschen.
Naja, bei jedem dieser völlig schrecklichen Katastrophen denke ich wieder dran, es muß doch eine Möglichkeit geben, aktiv zu helfen. Auf der anderen Seite denkt man natürlich, wir haben schon einen sozialen Beruf, helfen ja schon hier in Deutschland, aber man will immer noch mehr helfen...
Möchte aber dafür nicht in irgendeine Organisation eintreten müssen, mit Verträgen und irgendwelchen stupiden Weihnachtsfeiern. Einfach hinfahren und etwas tun. Aber organisiert, denn als einzelner läuft man nur kopflos durch die Gegend, oder?
Diese Katastrophe ist einfach so schockierend...
generellspeziell
29.12.2004, 19:47
Ich frage mich, ob es nicht gar zuviele Enthusiasten gibt, die gern hinfliegen möchten und zu wenig, die spenden wollen.
So weit ich die Situation verstehe, geht es vor allem um Medikamente, Trinkwasser und die ersten Schritte, Behausungen wieder aufzubauen.
Aber das ist nur eine Vermutung.
p.s.: Ich las von einer Gruppe Australier, die eigentlich zum Urlaub in die Region fliegen wollten, jetzt aber nicht stornieren sondern als freiwillige Helfer vor Ort zupacken wollen.
http://www.dzi.de/Was_kommt_von_der_Spende_an.pdf
Die halten 35%(!) Verwaltungsaufwand für noch "vertretbar"! Hart!
p.s.: Ich las von einer Gruppe Australier, die eigentlich zum Urlaub in die Region fliegen wollten, jetzt aber nicht stornieren sondern als freiwillige Helfer vor Ort zupacken wollen.
Sowas finde ich gut. Das würde ich auch machen, das hat sehr viel von Zivilcourage! :peace:
Neujahrsrakete
29.12.2004, 23:10
Hier (http://www.zeit.de/2005/01/13__Anklage) schonmal ein Beispiel für einen Text, der zum Nachdenken anregt.
Die seriöse Berichterstattung braucht eben ein klein wenig länger, bis sie erscheint, aber es gibt sie!!!
Goldmarie84
30.12.2004, 08:46
cooler artikel, den verschick ich gleich mal. :-dafür
danke, rakete.
Emergency Room
30.12.2004, 13:37
Ich habe heut für Ärzte ohne Grenzen gespendet....
Neujahrsrakete
30.12.2004, 23:29
Wenn Ihr mal kotzen wollt, dann lest das (http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2004/12/31/flut__touristen__baden/flut__sie__baden__schon__wieder,templateId=renderK omplett.html) hier.
Ich kann es nicht glauben. Oder ist das Bildzeitungsmache?
(Auf was für Ideen man kommt, wenn man ohne Fernseher auf Informationssuche geht......ich lese sonst nieeeeeeeeeeeeeeee Bildzeitung)
Daß der Tourismus dort irgendwann wieder weitergeht, ist normal.
Aber ein paar der Interviewten sind ja wohl...........nein, das kann nicht wahr sein. Das hat sich die Bildzeitung hoffentlich ausgedacht :-???
netfinder
31.12.2004, 01:32
omann, da kann ich mich dir nur anschliessen; wobei ich mir sicher bin, dass es auch diese Art von Touristen gibt. Du musst nur blöd genug sein ...
@njr: wie waers mit www.ard.de (tagesschau): da kannst Du Dir notfalls in etwas schlechterer qualitaet auch gleich noch die nachrichten ansehen.
Auf die Weise sparst Du Dir auf alle Fälle schon mal solche Erlebnisse...
nettie
Ich kann es nicht glauben. Oder ist das Bildzeitungsmache???
Das macht mich unglaublich wahnsinnig wütend.. Zitat:
"Jörg und Marlies T. aus Deutschland. Sie sind auf der größtenteils zerstörten thailändischen Ferieninsel Phuket. Und beschweren sich: „Durch die Unruhe und Panik kommt hier überhaupt keine Urlaubsstimmung auf.“ Die Ehefrau: „Wir verstehen nicht, daß die Einheimischen nichts dafür tun. Der Strand wird nicht saubergemacht, die Straßen auch nicht. Wir sind zum Schwimmen hier, gehen auch heute wieder baden.“ Ihr Mann ergänzt: „Die Liegen hängen hier in den Bäumen rum, da habe ich kein Verständnis für.“
Da möchte am liebsten rüberfliegen und denen mal freundliche in den Hintern treten, das die zufällig zw die verwesenden Leichen fallen
*sprachlos*
Auch wenns nur 20€ sind.. Aber wenn jeder kleine Mann einen Teil spendet, ergibt sich auch eine große Summe..
stimmt, das seh ich genauso. Ich habe auch gespendet, und hoffe, dass es -wenigstens ein bisschen - hilft.
Mir geht es im Übrigen auch so, dass ich mich am liebsten ins nächste Flugzeug setzen würde, um hinzufliegen und zu helfen. Aber ich bin mir natürlich auch völlig im Klaren darüber, dass ich als "kleine Studentin" :-)) in der Akutsituation wohl völlig überfordert wäre und so nicht wirklich von Nutzen...
Die Niere
31.12.2004, 11:46
Leute...glaubt ihr ehrlich, dass diese Touristen diese Dinge so wortwörtlich gesagt haben, wie sie jetzt in der BILD stehen??? Wohl kaum...
Mit Sicherheit gibt es dort noch einige wenige Idioten, die sich Touristen nennen, aber selbst die würden sich nicht wörtlich zu solchen Schnitzern hinreissen lassen.
gruesse, die niere, die es nun aber sehr albern findet, dass versch. Radiosender "Die perfekte Welle" nicht mehr spielen...
Ich habe mich auch lange Zeit der Berichterstattung entzogen, da ich die Katastrophen- Berichterstattung oftmals einseitig und übermässig emotional finde und ich ihr -dem Thema unangemessen- schnell überdrüssig werde. So habe ich bislang nur ein paar wenige Übersichts- und Hintergrundartikel gelesen und die Schlagzeilen bei Spiegel Online verfolgt, mich so Up- To- Date gehalten. Gestern Abend nun haben aber mein Kollege und ich mangels Alternativen einen ausführlichen Bericht über die Chronologie der Katastrophe mit einigen Bildern der eintreffenden Welle auf N24 geschaut und da hat es mir regelrecht die Kehle zugeschnürt. Unglaublich, mit was für einer Wucht diese Wassermassen alles in ihrem Weg zerstört haben. In dem Moment habe ich mich auch entschlossen, etwas zu spenden, obwohl das eigentlich auch nicht unbedingt so meins ist.
Übrigens geht meine Spende an "Ärzte ohne Grenzen" (http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/Organisation/Aktuell/Suedasien/Freie-Spenden.php), irgendwie habe ich zu denen das größte Vertrauen und die haben auch das Spendensiegel des DZI (http://www.dzi.de/seebeben_2.htm). Von den großen HiOrgs (wie meinem Arbeitgeber, dem RK) halte ich mich fern, die machen zwar auch sinnvolle Sachen, ich finde es jedoch unter aller Kanone und höchst unseriös, mit welchen Methoden diese Spenden einsammeln. Da ziehen irgendwelche Drückerkolonnen in Rettungsdienstklamotten um die Häuser, jagen armen Omis Angst ein und können dabei selber wahrscheinlich noch nicht mal die stabile Seitenlage... :-(
Rugger
Ps. Übrigens: Man muß sich halt auch mal vor Augen halten, daß es zB. von der Erdbebenkatastrophe in Bam vor ziemlich genau einem Jahr (mit ebenfalls einigen 10000 Toten) längst nicht so "starke" Bilder gab (allerdings waren auch weniger Deutsche betroffen), und so ist die Katastrophe schon nach wenigen Tagen aus den Medien verschwunden und somit auch die Spendenbereitschaft. Also hat der mediale Overkill auf gewisse Art und Weise auch sein Gutes...
Leute...glaubt ihr ehrlich, dass diese Touristen diese Dinge so wortwörtlich gesagt haben, wie sie jetzt in der BILD stehen??? Wohl kaum...
Zufälligerweise haben sie gestern in einer Reportage der ARD genau diese Leute interviewt.. Der Wortlaut war nicht identisch, aber der Sinn und das Bild was sie gaben... Sprangen fröhlich im Pool rum und zeigten lachend auf den zerstörten Untergrund.. Liegen am Strand wo vorher Kinderleichen eingesammelt wurden.. Deutsche Männer die sich wieder der Postitution bedienten.. Es hat mir Tränen in die Augen getrieben.... Ich wüßte nicht wie ich reagieren würde, wenn meine Freunde oder Angehörige da verunglückt wären und ich das live mitbekäme.
Sicherlich ist die "Bild" nicht authentisch.. Aber diese Leute gibt es wirklich..
Alles soll ja auch seinen normalen Gang gehen.. Aber so mitten in dem Chaos?
Vielleicht bin ich auch einfach nur zu weich für sowas.. :-nix
gruesse, die niere, die es nun aber sehr albern findet, dass versch. Radiosender "Die perfekte Welle" nicht mehr spielen...
Stimmt.. Oh mein Gott.. Wie sich der Sinn einen Liedinhalts plötzlich ändern kann... :-wow
flyingbarbar
31.12.2004, 14:28
Ich befürchte leider ist auch der Bild-Leser irgendwie repräsentativ für unser Land...........traurig aber wahr. Bleibt nur zu hoffen das er nur einen kleinen Teil ausmacht.
flyingbarbar
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