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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachteile der Privatversicherung



Die Niere
17.01.2005, 21:48
Da ich grad auf der Suche nach einer Krankenversicherung war, habe ich mich mal wieder mit dem Thema Privatversicherung und ihre Tücken beschäftigen dürfen.

Die beiden grössten Nachteile sind bekanntermassen:
1. im Alter massivst steigende Beiträge
2. bei grösserer Familie hohe monatliche Belastung, da die Kinder nicht mitversichert werden können

Nun erzählen mir die Versicherungsfuzzies folgenden Sachverhalt:

zu 1. durch Rücklegungsbeiträge (oder so ähnlich) in jungen Jahren können die Beiträge im Alter vor der Explosion bewahrt werden - in welchem Rahmen sich das dann bewegen soll, lassen sie aber aus. Also nix Konkretes. Ausserdem soll es die Möglichkeit geben sich bei Verringerung der Leistungen (dann also gleich beteutend mit der gesetzlichen) zu Beiträgen ähnl. der gesetzlichen Versichern lassen zu können - zumindest im Alter. Aber was heisst Alter?

zu 2. Pro Kind kann man 100 EUR rechnen - gilt das für die gesamte Zeit oder nur kurz nach der Geburt und später wird es dann teuer?

gruesse, die niere, die sich auch auf weitere Meinungen und Erfahrungen bzgl. private KV freut

DoktorW
17.01.2005, 21:50
2. bei grösserer Familie hohe monatliche Belastung, da die Kinder nicht mitversichert werden können

also ich bin sehr wohl familienmitversichert und privat! :-((

Werwolf
17.01.2005, 22:52
Ich bin aus Überzeugung (und weil´s momentan auch gar nicht anders ginge, ich bin arm *gnarz* :-(( ) Kassenpatient. Das findet mein Anlageberater natürlich nicht so gut. (Ich weiß, braucht man als Arbeitsloser natürlich nicht, war aber einer von den Jungs, die beim Stex rumstanden und Riegelchen verteilt haben, außerdem will er mein Vermögen aufbauen, etc. ;-) und hat mich in Sachen Versicherungen wirklich gut beraten, glaube ich zumindest.)
Jedenfalls habe ich beschlossen, auch Kassenpatient zu bleiben, selbst wenn ich demnächst ein Einkommen haben sollte, das mir eine Privatversicherung ermöglichen würde. Einmal aus der Gesetzlichen raus ist blöd, dann kommt man nämlich nicht wieder rein. Und später wird die Private echt teuer, auch wenn man jetzt schon irgendwelche Anwartschaften, Gesunheitszustanseinfrierungen, etc. macht. Ich werde mich einfach zu gegebener Zeit zusätzlich versichern, damit ich vielleicht im Falle eines Falles nicht im 4er-Zimmer liegen muß. Aber auf Chefarztbehandlung kann (und will) ich gerne verzichten. Das ist nicht immer so der Hit. Lieber an ´nen jungen, vielleicht noch etwas unsicheren Assi geraten, der lieber dreimal nachfragt, nachliest und vielleicht sogar zum Äußersten schreitet und nachdenkt, bevor er mir irgendwas anschafft. Und ein bißchen Plan hab ich ja auch selber von der Materie ;-) (Als ahnungsloser Kassenpatient, der sich mit Medizin nicht auskennt, kann das natürlich extrem übel sein- auch schon erlebt! Billiges Antibiotikum statt des teuren, obwohl in dem Stadium der Erkrankung halt nur noch das teure hilft. Wer Arzt ist und das zufällig weiß, hat Glück. Wer ahnungslos ist und gesetzlich versichert- ganz große *******! :-( )
Vom Grundsatz her finde ich aber einfach das Solidarprinzip der gesetzlichen Kassen gut und bin auch deshalb Überzeugungskassenpatient. Obwohl mir ansonsten Gutmenschentum eher abgeht :-))
Und ich habe natürlich großartige Ideen zur Rettung unseres Gesundheitswesens, die natürlich auch mit den Kassen zu tun haben, aber das ist ´ne andere Baustelle. :-))
Außerdem könnte ich bei der gesetzlichen, wäre ich polygamer Moslem, alle meine Frauen mitversichern. Großartig! :-party

Sebastian1
17.01.2005, 23:01
Dieser ganze Infokram steht mir auch eines Tages noch bevor *seufz* Wie sehen denn jetzige und zukünftige Kosten bei gesetzlich + private Zusatzversicherung aus? Und wie stark wirken sich prizentual/absolut die von vielen Privaten ja angeblich angebotenen Ärztetarife aus?

netfinder
17.01.2005, 23:04
bin auch mitverischert und privat, aber ich brauch das auch! Und wenn ich jetzt aussteigen wuerde, dann wuerde mich spaeter keine Versicherung der Welt wieder privat versichern, somit...

Neujahrsrakete
17.01.2005, 23:24
Außerdem könnte ich bei der gesetzlichen, wäre ich polygamer Moslem, alle meine Frauen mitversichern. Großartig! :-party
Das soll ja jetzt abgeschafft werden.
Ich dachte, ich les nicht richtig, als vor ein paar Tagen in den Nachrichten stand : "Zweitfrauen sollen nicht mehr kostenlos mitversicherbar sein". :-))

Ansonsten sehe ich das ziemlich genauso wie Werwolf.
Die Probleme, die einem daraus entstehen können, wenn man einmal (im Zweifel gezwungenerweise für immer) aus der gesetzlichen Kasse raus ist, sind mir zu gewaltig.
Ich werde mir wahrscheinlich eine private Zusatzversicherung anschaffen, die ich bei Geldmangel einfach wieder kündigen kann.

lara162
18.01.2005, 13:28
also ich bin sehr wohl familienmitversichert und privat! :-((
Ja, das ist ja auch richtig so, mitversichert geht. Der Unterschied ist nur dass bei den gesetzlichen die Familie automatisch mitversichert ist (quasi für lau und kostnix) und bei den privaten jedes Kind extra mitversichert werden muss, also auch zahlungspflichtig ist. Man läuft dann als mitversichertes Kind zwar auf einem niedirgeren Anteilssatz aber kostet eben doch Monat für Monat den Betrag X.

Vorteil wenn man sein ganzes Leben schon privat ist ist natürlich dass die Beiträge dann später konstanter bleiben und nicht so sehr absteigen wie bei welchen, die erst später in die privaten wechseln.

Kackbratze
18.01.2005, 18:06
Auch in der Privaten Versicherung kann man auf Chefarzt und EInzelzimmer verzichten.

Es geht mir bei der Privaten Versicherung hauptsächlich darum, dass es bei meinen Problemen eben KEINE Kostenprobleme gibt (ala Antibiose, wie oben genannt)

Ich hab auch kein Problem solidarisch zu sein, aber meiner Meinung nach ist sich jeder zuerst doch selbst der Nächste.

Und solange die öffentlichen Krankenversicherungen so schlecht sind, bevorzuge ich die Privaten

Die Niere
18.01.2005, 18:36
Und solange die öffentlichen Krankenversicherungen so schlecht sind, bevorzuge ich die PrivatenDass die Qualität der Privaten KV jetzt besser ist, wagt hoffentlich keiner zu bezweifeln, aber man muss eben auch bereit sein, dieses Standard später einmal teuer zu bezahlen - auch wenn "leider" keiner die Zukunft der gesetzlichen kennt und wohin die Gesundheitsreform überhaupt hin steuert.

gruesse, die niere

Kackbratze
18.01.2005, 19:37
Das Kasse auch teuer ist, sieht man spätestens dann, wenn man sich mal den Anteil der Barzahler anschaut, die hier im UK Göttingen rumlaufen.

Die sind alle in der AOK, aber um ihre Krankheiten, die die AOK nicht bezahlt, loszuwerden, greifen die Leute dann selber in die Tasche.

Ich weiss nicht, ob das soviel preiswerter ist.

Vystup
19.01.2005, 17:26
wenn ich mir die jüngste gesundheitsreform anschaue, bin ich doch auch sehr am überlegen, ob es nicht auch etwas gutes hat, ein paar euro mehr in eine private versicherung einzuzahlen. mache ich sowieso schon jetzt und es ist schon besser - das fängt damit an, dass man teilweise von heute auf morgen termine bekommt... die art und weise, wie unser wunderschönes land seine schulden verwaltet, lässt mich doch an der fähigkeit dieser menschen zweifeln, obendrein auch noch meine krankenversicherung zu sichern.

Solara
21.01.2005, 17:35
Hey,

warum schließt ihr denn nicht einfach ne private Zusatzversicherung zzgl. zur Gesetzlichen ab??

Grad wenn man Familie in Betracht zieht, kann das mit der Privaten ganz schön ins Geld gehen!
Beiträge steigen im Alter ganz gewaltig an - sehe ich am fam. Umfeld!

Und grad das mit "heute-auf-morgen-Termine-bekommen" hat auch stark abgenommen - ich habe beide Seiten kennengelernt :-sleppy !

Und für die Zukunft ist sowieso eine starke Beschneidung der Leistungen der Privaten geplant ... !

Auch noch negativ: der zusätzliche Papierkram!

:-meinung

Potti
21.01.2005, 19:16
Ich denke auch, dass die Unterschiede gar nicht mehr so gewaltig sind.
Ich habe auch beides gehabt, bin jetzt seit einem Jahr in der gesetzlichen. Und bemerke eigentlich überhaupt keinen Unterschied.

Das man bei Terminen mal schneller rankommt hatte ich extrem selten erlebt und war eigentlich überflüssig.
Die Behandlung im Krankenhaus war auf einer ganz normalen Station und was meint ihr, wie sehr es den lieben Schwestern interessiert, ob ihr privat seid?

Zu mir waren sie genauso unfreundlich und gemein, muß man leider sagen, wie zu allen andern auch. Gespräche mit dem Arzt haben nichts gebracht. Wenn die Schwester nachts keinen Bock hat, dem Mandelpatienten ein neues Kühlpack zu holen, kann man es schlicht vergessen.

Aber auch ambulant: kaum Unterschiede. Es finden weiterhin die selben Leistungen statt. Nur dass man sich jetzt kein Kopf mehr über die darauf folgende Rechnung machen muß, die wieder mal maßlos überzogen und kaum zurückerstattungsbar ist.

Ich habe das Gefühl, dass man einfach nur ein guten, netten Arzt braucht. Der versucht schon das beste für dich, gerade wenn du jung bist und Hand aufs Herz: welcher Arzt freut sich nicht, vor sich einen Medizinstudenten zu haben? Die sind dann echt meistens doppelt so nett. Auf jedenfall gesprächiger und interessierter, als vorher in der privaten, aber ohne Medistudium. Ist jedenfalls bei mir so gewesen.

Das wichtigste an der Privaten war für mich vor allem der Zahnarzt. Der ist nun für die selben Leistungen fast unbezahlbar geworden. Man muß alles, was über Amalgam geht, ganz alleine tragen. Früher war mir beim Zahnarztbesuch alles so selbstverständlich, was gemacht wurde.
Heute überlege ich echt jedesmal mit, weil eine Füllung 150,- Zuzahlung kostet, ein Inlay 1000,-.
Ich mach´s, das sind die einzigen Zähnchen, die ich habe.
Insofern ist eine private Zusatz echt optimal. Aber wenn´s geht, nur für den Zahnarzt, der Rest ist meiner Meinung nach überflüssig.
Fast alle Krankenhäuser, in denen ich war, hatten nur 2-Bett. Wenn´s so wichtig mit dem 1-oder 2-Bett ist, könnt ihr im Ernstfall doch einfach selber draufzahlen und schon kriegt ihr eins.
Streicht auch Brille, Homöopathie und Psychotherapie. Das kostet gewaltig und braucht nicht jeder.
Das ist ja das tolle. Das man sich bei der Zusatz die Leistungen selbst zusammenstellen kann.
Und Chefarzt...auf die Visite kann man auch verzichten. Das muß schon ein extremer Glücksfall sein, dass der bei den Privaten mal wirklich den Finger krumm macht. Im operativen Bereich ist der bestimmt manchmal sinnvoll, aber der Oberarzt oder so ist auch nicht schlecht.

Fazit: wenn man mittelmäßig gesund ist, also ab und zu mal Krank, sonst einigermaßen fit, lohnt sich das nicht so. Die Tausende flossen bei meinen Eltern nur so. Für stinknormale Blutbilder+ Labor, Sonos und schlichte Arztbesuche. Viele Arztbesuche, wo nichts gemacht wurde kosteten schnell 200-300 Euro. Die Privaten (ich war DKV) bezahlen schon längst nicht mehr alles!
Dem Arzt ist es egal, der zieht weiter seine 3,5 Sätze durch. Vor diesen schützt man sich mit der Kasse sozusagen. Alle Grunduntersuchungen werden (kostenlos) gemacht und Extrasachen zahlt man halt privat, oft unter 3,0-Satz.
Meine Schwester fängt jetzt auch an zu studieren und geht auch zur gesetzlichen. Sie muß nicht, sie will. Die monatliche Gebühr ist es nicht. Aber diese Rechnungen sind echt nicht mehr schön . Niemand ist freundlicher zu Dir. Wenn ja, dann spinnt da jemand.
Manchmal hatte ich sogar das Gefühl, dass die Schwester einen schon allein auf Grund der Privaten doof fanden.