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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Terri Schiavo



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Sorpresa
25.03.2005, 11:24
Wenn das für dich beschimpfen sein sollte.... Sensibelchen ;-)

oooch neeeee!!!!
kein sensibelchen... *heul*
;-)
aber da sind dir ja schon wieder die argumente ausgegangen... und nett war deine aussage wirklich nicht... :-?

Rico
25.03.2005, 11:38
Ich greife nicht die Mediziner an sondern kritisiere die Kaltherzigkeit einiger User hier. Verwechele nicht Distanziertheit mit Kaltherzigkeit.
Es ist absolut unnötig sich hier öffentlich und in einem Internetforum (!!) in Ergriffenheit zu üben.

Es ist ein fundamentaler Unterschied, ob man das ganze am Krankenbett oder mit Angehörigen erörtert, oder ob man es auf einer neutralen Warte objektiv diskutiert.

Klar wünscht man jedem Koma-Patienten, daß er eines morgens die Augen wieder aufmacht und wieder ganz der alte ist, aber man muß halt auch realistisch sein, wenn es keine Hoffnung mehr gibt und dann aufhören, eine maximale Therapie zu betreiben.

Sowas als Mord zu bezeichnen (also Töten aus niederen Beweggründen wie Rache, Geldgier oder Befriedigung des Sexualtriebs) ist schlichtweg falsch.

Christoph_A
25.03.2005, 12:18
Die arme Frau soll doch endlich in Ruhe sterben können-dieses Gezerre in den Medien hilft doch nun wirklich keinem-weder der Familie,die nicht die Zeit erhält,endlich in Ruhe loslassen zu können,nicht dem Ehemann,der von einigen sogenannten Christen ja schon als Satan in Person gebrandmarkt wird und erst recht nicht der Patientin-wer so lange im Wachkoma gelegen hat wird nie mehr aufwachen und selbst wenn sie es doch täte,was nur passiert,wenn Weihnachten und Ostern an einem Tag sind und gleichzeitig die Hölle zufriert, wäre sie zeit Lebens ein Vollpflegefall und auf Maschinen angewiesen. Das ist doch kein Leben! Respekt vor dem Leben haben,heißt auch,es loslassen zu können,grade wir Mediziner sollten das immer bedenken-Leiden lindern ist eine Sache,sie unnötig zu verlängern eine andere. Die Einstellung der Gegner des Sterbeprozesses bei dieser Frau ist für mich eigentlich genau das Gegenteil dessen,was christlich ist.

medimädchen
28.03.2005, 14:15
Das ist doch kein Leben! Respekt vor dem Leben haben,heißt auch,es loslassen zu können,grade wir Mediziner sollten das immer bedenken-Leiden lindern ist eine Sache,sie unnötig zu verlängern eine andere.

:-meinung ...Fakt ist halt auch einfach, das diese Frau allein durch die Hilfe der Medizin gar nicht diese Alter erreicht hätte (Magensonde etc.). Ich persönlich fühl mich hin und her gerissen. Ich verstehe einerseits den Mann, der seine Frau endlich gehen lassen möcht und die Eltern, die fest an ihrem Kind halten. Ich denke grade auch als Eltern ist es schwer, irgendwann los zu lassen und sie einfach gehen zu lassen.
Ich möchte wirklich nicht mit ihnen tauschen. Aber das ganze Mediengezerre find ich schrecklich und diese Art Tauziehen, wie man dort verfährt ist einfach nur eine Farce. So etwas solle in einem anderen Rahmen geklärt werden.

el_Barto
29.03.2005, 13:43
[QUOTE=medimädchen]:-meinung ...Fakt ist halt auch einfach, das diese Frau allein durch die Hilfe der Medizin gar nicht diese Alter erreicht hätte (Magensonde etc.).QUOTE]


Na mit dieser Meinung kannst Du bei uns so ziemlich das halbe Behindertenwohnheim ausradieren...

Egal, ich drücke ihr einfach nur noch die Daumen, dass sie es eeendlich hinter sich bringt!

Kennt Ihr das auch von den Intensivstationen? Die Leute, die ,,nich sterben können´´?

medimädchen
30.03.2005, 07:35
Na mit dieser Meinung kannst Du bei uns so ziemlich das halbe Behindertenwohnheim ausradieren...

Egal, ich drücke ihr einfach nur noch die Daumen, dass sie es eeendlich hinter sich bringt!

Kennt Ihr das auch von den Intensivstationen? Die Leute, die ,,nich sterben können´´?

...ja mittlerweile hoff ich auch nur noch, das es für sie nicht mehr allzu lange dauert.

Kenne das übrigens auch von der Inneren. Zum Teil liegen da (eine Station, auf der ich war) bis zu fünf alte Leutchen, die jedemal kurz vor Entlassung einen HWI kriegen und dann wieder 1 Woche bleiben müssen...aber eigentlich so langsam vor sich hin sterben...ist schon ganz schön heftig zum Teil.

Chrima
30.03.2005, 08:32
Hallo,

hab Eure Diskussion jetzt ein paar Tage verfolgt. Natürlich ist das eine dieser (typischen) Diskussionen, bei denen es kein "richtig" und kein "falsch" gibt und bei der auch nur schwer ein Konsens zu finden ist, aber mir ist doch aufgefallen, dass
1. die Leute die die aktuellen Geschehnisse im Fall Terri Schiavo (eher) befürworten zum Einen eher in der Lage und bereit sind das Ganze sachlich und vernünftig zu diskutieren, während die, die das Ganze (eher) ablehnen mir mehr und mehr den Eindruck machen ihre Meinung zu vertreten, komme was wolle, Diskussion unerwünscht und zudem den "Befürwortern" jedes Wort im Mund herumdrehen ... hallo ?! Hier hat doch niemand gesagt, man solle die Hälfte der Behindertenwohnheime ausradieren und es bestehen einfach Unterschiede zwischen Wachkoma und Wachkoma und
2. die Leute, die die aktuellen Geschehnisse (eher) befürworten im überwiegenden Fall bereits in fortgeschrittenen Semestern sind, vermutlich schon mehr Einblick in den klinischen Alltag und ähnliche Fragen erhalten haben und das Ganze meiner Meinung nach differenzierter betrachten. :-meinung

Das heißt jetzt weder, dass die Anderen keine Ahnung haben, aber man sollte vermeiden Meinungen in solchen Diskussionen zu personalisieren und dann irgendwelche Unterstellungen zu machen und Fakten zu verdrehen ...

Gruß
Chris

Rico
30.03.2005, 10:28
@ Chrima: :-top


Fakt ist halt auch einfach, das diese Frau allein durch die Hilfe der Medizin gar nicht diese Alter erreicht hätte (Magensonde etc.).
Na mit dieser Meinung kannst Du bei uns so ziemlich das halbe Behindertenwohnheim ausradieren...Nun gibt es ja einen gewissen Unterschied zwischen einer Behinderung, die einen z.B. an der Nahrungsaufnahme hindert und dem Zustand, in dem sich Terri Schiavo befindet.

Und erstaunlicherweise führen in der Medizin unterschiedliche Diagnosen zu unterschiedlichen Therapieindikationen... Wunder, oh, Wunder...

synosoph
30.03.2005, 11:23
Eigentlich vermischen sich hier zwei Diskussionen:

1. Die Frage, was wir persönlich in solchen Situationen für ethisch vertretbar halten. Dazu gehören unsere Einstellungen zur Sterbehilfe, Selbstbestimmungsrecht etc. Im weitesten Sinne geht es um unser Menschenbild im allgemeinen. Dabei wird man wohl immer an einen Punkt kommen, an dem unterschiedliche "Weltanschauungen" stehenbleiben.

2. Konkret geht es hier aber nur um Kritik am amerikanischen Rechtssystem, und nicht um unser Befinden um Terri Shiavo. Die Frage ist, ob aufgrund einer Aussage eines Ehemannes, die auch noch im Widerspruch steht zu denen anderer Angehöriger, das Leben eines Menschen passiv beendet werden kann. Anders formuliert: Wie läßt sich der Patientenwille einwandfrei feststellen? Nichts anderes kann in so einer lebensentscheidenden Frage ausschlaggebend sein.

Will hier irgendjemand behaupten, der Wille von Terri Shiavo sei auch nur annährend einwandfrei geklärt?!?

Ich finde das persönlich mehr als fragwürdig, zumal hier Aussage gegen Aussage steht. Das ist meine Kritik: Das amerikanische Rechtssystem hat für mich an der Stelle ein Problem, wo die mündlichen Überlieferung eines Menschen zu einer Entscheidung über Leben und Tod eines anderen Menschen führt.

Nein, so kann es nicht gehen!! Das ist mehr als bedenklich und sollte jeden aufschrecken! :-meinung


Noch einmal: Es geht hier überhaupt nicht um die Frage, was wir für Terri Shiavo am besten halten, für wie lebenswert wir ihr Leben halten, ob sie höhere Wahrnehmungen empfindet etc. Die Frage hat nichts mit Medizin zu tun.

ehec
30.03.2005, 11:32
zitat synosoph: "Das amerikanische Rechtssystem hat für mich an der Stelle ein Problem, wo die mündlichen Überlieferung eines Menschen zu einer Entscheidung über Leben und Tod eines anderen Menschen führt."

in dem land, in dem du und ich und alle anderen deutschen leben, sieht es aber ueberhaupt nicht anders aus. auch hier ist der muendlich ueberlieferte mutmassliche patientenwille vom behandelndem arzt oder team zu befolgen; alles andere ist i.ue. koerperverletzung.

gebe gott, dass ich im fall der faelle an aerzte gerate, die meinen (muendlich "fixierten") willen respektieren und nicht ihre vorstellung von ihrem leben und ihrem sterben meinem wehrlosen koerper aufdraengen.



ehec

synosoph
30.03.2005, 11:40
Ich glaube nicht, daß in Deutschland so eine Entscheidung getroffen wird bloß aufgrund der Überlieferung des Ehemannes, wenn diese im vehementen Widerspruch zu den Aussagen der anderen nahen Angehörigen steht.

Es geht nicht um den Vergleich der Rechtssysteme (wenn es denn in Deutschland soweit ist, reden wir eben über das deutsche Rechtssystem).

Es geht um die Feststellung des Patientenwillens, und der ist für mich nicht geklärt. Und genau das möchtest Du doch auch: Daß Dein Wille und nicht der eines anderen in diesem Fall maßgebend ist.

ehec
30.03.2005, 11:59
in deutschland wird in einem solchen falle eine vormundschaft bestellt, und die wuerde der ehemann und nicht die eltern bekommen.


ich kann in diesem speziellen falle nur leider nicht verstehen, wie hier immer wieder und auf auesserst toenernen fuessen stehend zum einen saemtlichen amerikanischen gerichten unfaehigkeit und dem ehemann niedere beweggruende unterstellt werden. wie soll man das aus der ferne beurteilen koennen? was laesst dich zum beispiel vermuten, dass hr. schiavo luegt? dass jeder richter in jeder bisher teilweise zum dritten, vierten, fuenften mal falsch entschieden hat? dass fr. schiavo sich anders entschieden haette?



die macht der bilder praegt die debatte. gegruendet auf unwissenheit ueber die begriffe koma, bewusstseinsverlust, appalisches syndrom, locked-in-syndrom, hirntod etc. werden fernsehaufnahmen der fr. schiavo von der sog. religioesen rechten in den usa dazu missbraucht, um im fernsehzuschauer gefuehle von mitleid und empoerung zu wecken. ein angebliches laecheln wird als ausdruck einer vorhandenen perseonlichkeit gedeutet - das ist genau so wenig richtig, wie ein schlagendes herz, die warme haut oder der per maschine sich bewegende brustkorb bei dezerebrierten patienten auf der intensivstation etwas ueber den zustand des gehirnes oder die lebensfaehigkeit aussagen.



ehec

Babe
30.03.2005, 15:42
Das Schicksal von der Terri Schiavo ist echt schon schlimm genug, 15 Jahre Wachkoma, Beatmung, etc. ist eine ewiglange Zeit!!!

Aber, was ich richtig schlimm finde, ist, dass die ganze Story so durch die Presse rasen muss und in den Zeitungen als "Top"-Schlagzeilen "aufgeputscht" werden.

Warum muss man der armen Frau noch ein Kamera-Team aufhetzen, die sie filmen, dieses Material weltweit in der Presse gezeigt wird. Warum kann man sie nicht von Presse-Seite in Ruhe lassen. Ich denke mal, dass das eine reine Aufgabe von den Familienangehörigen ist.

Gruß, Melle

synosoph
30.03.2005, 15:50
in deutschland wird in einem solchen falle eine vormundschaft bestellt, und die wuerde der ehemann und nicht die eltern bekommen. So einfach ist das nicht, mal eben eine Vormundschaft bestellen und der dann die Entscheidung über Leben und Tod überlassen. Wenn das nicht vorher schriftlich von dem Patienten verfügt wurde, ist das ein sehr schwieriges Prozedere und mit juristischen Auflagen verbunden.



ich kann in diesem speziellen falle nur leider nicht verstehen, wie hier immer wieder und auf auesserst toenernen fuessen stehend zum einen saemtlichen amerikanischen gerichten unfaehigkeit und dem ehemann niedere beweggruende unterstellt werden. wie soll man das aus der ferne beurteilen koennen? was laesst dich zum beispiel vermuten, dass hr. schiavo luegt? dass jeder richter in jeder bisher teilweise zum dritten, vierten, fuenften mal falsch entschieden hat? dass fr. schiavo sich anders entschieden haette?Das kannst du jetzt aber nicht mir vorwerfen. Zu den inhaltlichen Fragen, habe ich mich überhaupt nicht geäußert. Kann ich auch gar nicht, weil mir die Informationen fehlen. Aber die Entscheidung über Leben und Tod eines Menschen einzig an die umstrittene und nicht schriftlich fixierte Überlieferung eines anderen Menschen zu knüpfen, finde ich nicht akzeptabel. Zweifel können hier nicht ausgeräumt werden und im Zweifel muß ich mich dann für das Leben entscheiden.



die macht der bilder praegt die debatte. gegruendet auf unwissenheit ueber die begriffe koma, bewusstseinsverlust, appalisches syndrom, locked-in-syndrom, hirntod etc. werden fernsehaufnahmen der fr. schiavo von der sog. religioesen rechten in den usa dazu missbraucht, um im fernsehzuschauer gefuehle von mitleid und empoerung zu wecken. ein angebliches laecheln wird als ausdruck einer vorhandenen perseonlichkeit gedeutet - das ist genau so wenig richtig, wie ein schlagendes herz, die warme haut oder der per maschine sich bewegende brustkorb bei dezerebrierten patienten auf der intensivstation etwas ueber den zustand des gehirnes oder die lebensfaehigkeit aussagen.Ich wiederhole mich: Die emotionale Medienmaschine, die da aufgefahren wird, um mit dieser Geschichte Geld zu verdienen, finde ich ebenso verwerflich wie Du. (Ohne eigenen Fernseher bekomme ich davon zum Glück auch kaum was mit.)

Aber Du kannst mir glauben, daß sich meine Ablehnung der Gerichtsentscheidungen nicht aus solchen Mitleids- oder Empörungsgefühlen ableitet. Medizinisch und ethisch habe ich mich zu Terri Shiavo nicht geäußert und werde es hier auch nicht tun. Das gehört für mich zur Diskussion Nr. 1 (s.o), und hauptsächlich daraus besteht die von Dir beschriebene öffentliche Debatte.

Aus meiner Ablehnung der Rechtsprechung lassen sich überhaupt keine Rückschlüsse ziehen, wie ich entscheiden würde, wenn ich die alleinige Vormundschaft über sie hätte.

Diskussion 1 hat für mich mehr mit Vernunft und Gefühl zu tun, während es bei Diskussion 2 hauptsächlich um Verstand und Recht geht.

Mariposa
30.03.2005, 19:54
Ich finde diese ganzen Moralapostel die vor der Klinik stehen und demonstrieren und deren Gesichter man von eben solchen Aktionen vor Abtreibungskliniken oder Demonstrationen gegen Homsexuellen kennt oberheuchlerrisch. Niemand von denen denkt wirklich an die Frau!!

medimädchen
31.03.2005, 07:07
Ich finde diese ganzen Moralapostel die vor der Klinik stehen und demonstrieren und deren Gesichter man von eben solchen Aktionen vor Abtreibungskliniken oder Demonstrationen gegen Homsexuellen kennt oberheuchlerrisch. Niemand von denen denkt wirklich an die Frau!!

Na klar - es bietet sich ja hier auch eine hervorragende Platform für allerlei andere - religiöse Gruppen und Sekten, Bürger/Menschenrechtler bla bla bla...jeder versucht die Situation für sich am besten zu nutzen und auszuschlaachten - eigentlich abscheulich, so was!!! :-???

DoktorW
31.03.2005, 16:08
sie ist tot....

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,349074,00.html

Lava
31.03.2005, 16:35
Ich fand es erschreckend, dass ich in den Nachrichten nicht ein einziges Mal den Brgriff "apallisches Syndrom" (denn das hatte sie ja, oder?) gehört habe. Wachkoma kam wohl mal vor... aber trotzdem: Religion hier, Geistliche da, aber über die medizinischen Fakten hat niemand geredet. :-(

Christoph_A
31.03.2005, 17:50
Endlich ist dieses unwürdige Spektakel vorbei. Diese Pseudochristen,die da vor dem Krankenhaus demonstrierten, sind für mich wirklich das Letzte. Wie Janine schon gesagt hat,hier wurde kaum über die medizinischen Fakten verhandelt,dafür wurde auf übelste Weise Polemik betrieben-die Frau habe gesprochen,sich artikuliert,etc.-sowas ist inakzeptabler Bullshit!
Aber mit Fakten kommt man ja bei solchen Fanatikern nicht weiter-sowas sind nichts anderes als kreuztragende Taliban!
Entschuldigt die harten Worte,aber sowas k**** mich an.

airmaria
31.03.2005, 18:01
...vor allem ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso sich die "Christen" überhaupt aufregen:
die Frau hat jahrelang gelitten und wird dann noch - vermutlich kurz vorm Wiederaufwachen - umgebracht... die kommt doch dann auf jeden Fall in den Himmel, wo es eh am schönsten ist, oder nicht?!

"Mary" airmaria