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medigrace
02.08.2005, 16:27
also, ich überlege gerade Medizin zu studieren, und ich kann nur sagen, dass die Gehaltsaussichten nicht unerheblich sind für meine Entscheidungen...!

Civic
03.08.2005, 18:07
Spannend an den aktuellen Streiks finde ich, dass er daraus besteht mal die Regel-Arbeitszeit abzuleisten und in den meisten Krankenhäusern dadurch nichts mehr passiert. Überraschend fand ich auch die Unterstützung durch die meisten Vorgesetzten, die den Schwarzen Peter natürlich direkt dem Land zuschieben, das (zumindest bei den Uni Kliniken) für den massiven Sparkurs verantwortlich ist. Ich fände es mal spannend zu erfahren, wo das ganze Geld hingeht, was an jeder Stelle eingespart wird.

Großer Vorteil der Ärzte ist das massive Prestige in den meisten Bevölkerungsteilen, was dafür sorgt, dass die Beschwerden durchaus akzeptiert und ernst genommen werden. Den Meisten ist es wohl kaum bewusst, dass nicht jeder Arzt mit 35 ausgesorgt hat und es danach nur noch aus Liebe zum Menschen macht sondern es durchaus ein extrem harter und anstrengender (wenn natürlich selber ausgesuchter und dankbar angenommener) Weg ist -

Die Stimmung geht ja mehr in die Richtung "Ich kann es verstehen, ich wusste vorher wirklich nicht wieviel sie arbeiten, ich will natürlich einer sichergestellte und gute Behandlung etc." - daher habe ich eigentlich die Vermutung/Hoffnung, dass in den nächsten Jahren wirklich etwas passiert und unser Gesundheitssystem sich nicht langsam aber sicher verabschiedet und die Patienten ins Ausland abwandern ;-)

beachvolleyball
03.08.2005, 19:26
daß irgendetwas diesseits stundenlanger Wartezeiten für Otto Normalverbraucher in Notfällen, wochen - bis monatelanger Wartezeiten in Fällen, die "warten können" ( Beispiel schon jetzt: Mecklenburg-Vorpommern und die Augenärzte....) und heillos überfüllte und überrannte Kliniken in den Ballungszentren die "Öffentlichkeit" und die " Politik" aufrüttelt.

Ein wenig Streikfolklore macht sich in der Presse immer gut, in der Realität ist man von der Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes selbst nach der rechtlich absurden und von EuGH und der Kommission in Grund und Boden verdammten "Übergangsfrist" bis zum 31.12.2005 weiter denn je entfernt. :-((

Erst wenn man im Notfall nur mehr mit Glück irgendeinen Arzt zur Hand hat, wenn Omi und Opi, aber auch Nicht-Rentner (ja, das ist zynisch...) schlicht sterben, weil keiner mehr macht und man schon maßlos übertreiben muß, um überhaupt nach Stunden drangenommen zu werden, kommt vielleicht so etwas wie Haß auf - gegen den Arzt vor Ort, der sich nicht wegen des einzelnen ins Grab malocht. :-))

Erst wenn die Chefärzte selbst zur Blutabnahme dackeln und (lächerliche) Aufnahmen hinkritzeln müssen, werden sie vielleicht kündigen und als erster OA in der Hauptstadt noch ein paar Knechte haben. :-notify

Gegen die Wand fahren mit Höchstgeschwindigkeit - aber das Knautschen geht in Zeitlupe. :-party

camelot75
03.08.2005, 22:42
an: medimädchen

Ich will auch endlich GELD GELD GEEEEEEEELLLLLLLLLDDDDDDD!!!
__________________

warum denn immer nur geld, geld, geld? ich hatte nach 4 jahren selbständigkeit so ziemlich die spitze an geld erreicht, was man so mit 25 erreichen kann. ich hatte einen siebenstelligen betrag frei zu meiner verfügung. das ganze (in diesem fall das halbe) leben rennste hinter dieser kohle her. ich sag dir, wenn du es hast, dann macht es dich auch nicht glücklicher. ich habe mit diesem geld die heißesten plätze der glamour welt gesehen, gelebt, miterlebt und zum glück - im wahrsten sinne des wortes - auch überlebt. ich bin froh das ich aus dieser scheinwelt raus bin. ich bin jetzt 29, habe eine astreine bauchlandung mit einer 1a insolvenz hingelegt habe fast jeden cent durch verspekulation verloren, habe meinen porsche cayenne abgeben müssen und freu mich einfach nur noch auf mein medizin studium welches jetzt zum winter beginnt. und ich mach es nicht wegen dem geld. ich sollte sicherlich nicht verallgemeinern, aber mir hat das viele geld nicht gut getan und auch die menschen und die plätze wo ich war. das war alles nicht gerade glücklich und gesund. <<okjetztwiedergutdraufseinwollen>>

m.E. nach sollte das Medizin-Studium nicht als Garant für ein sorgenfreies Leben gesehen werden. So einfach kann ich mir das nicht vorstellen. Jetzt studier ich mal 10 Jahre und danach wird alles super. Bei meiner Mutter, Sie leitet ein Theater, sind fertige Mediziner Praktikanten <<absoluteshorrorszenarionpsychosoundtrackimhintergr undhör>> ;->

Also, ich wünsche hier jedem Erfolg und möge es uns alle besser gehen.... :-party

test
03.08.2005, 22:59
N

Ich wäre aber auch dafür, dass man anstatt des rigiden BAT ein leistungsbezogeneres Vergütungssystem einführt, das nicht allein an das Alter gekoppelt ist.

TVÖD ist doch nicht mehr an Alter gebunden und soll ab Herbst in Kraft treten.

el_corazón
04.08.2005, 07:38
TVÖD ist doch nicht mehr an Alter gebunden und soll ab Herbst in Kraft treten.

Stimmt, und zukünftig stehen bis zu 8 % des Gehalts des jeweiligen Arbeitgebers als variable leistungsabhängige Vergütung (Start in 2007 mit 1%) zur Verfügung! :-dafür

Als ich damals den Beitrag geschrieben hab, hatte ich noch nix vom TVÖD gehört. ;-)

die chondropathia
04.08.2005, 08:33
Ja der TVöD...bin mal wirklich gespannt auf meine erste Gehaltsabrechnung, wenn ich ab 01.10 unter EGG 13 anfange...ob ich mich da noch privat versichern kann? Man wird sehen -

greetz, echelle

lipa
11.08.2005, 20:57
Hallo leute , ich habe das ganze BAT -system nicht verstanden, kann mir jemand bitte sagen was Ia IIb und das ganze bedeuten soll. wieviel wird man nach dem Pj als Assistenzarzt Brutto verdienen? :-nix

die chondropathia
11.08.2005, 21:41
Das brauchst du auch nicht mehr zu verstehen, denn ab dem 01.10 gilt ja der TVöD. Für Infos einfach googlen, ansonsten guckst du HIER (http://paul.schubbi.org/bat/)

my 2 cents, echelle

julliett
12.08.2005, 06:36
also jetzt verstehe ich gar nichts mehr :-nix

Herzstromkurve
12.08.2005, 19:02
m.E. nach sollte das Medizin-Studium nicht als Garant für ein sorgenfreies Leben gesehen werden.

Wieso eigentlich nicht?
Ich bin 39 Jaher alt, FA mit 2 Schwerpunktbezeichnungen, habe gerade wieder netterweise einen 2-Jahresvertrag bekommen (klar, jetzt ohne Weihnachts- und Urlaubsgeld), meine Familie (3 Kinder+Frau) ernähre ich durch >15 Rufbereitschaftsdienste/Monat, Haus teuer gemietet, weil ich werd hier nicht bleiben, Babysitter zu teuer (Omas >500km weg). Wenn ich nachts um 3 nach einer Akut-PTCA nach Hause fahre, tu ich das mit dem guten Gefühl, netto immerhin die Hälfte der Anfahrtskosten des Waschmaschinenmonteurs verdient zu haben. Meistens bekommen wir am 14. des Monats noch Geld am Automaten, manchmal auch nicht.
Einfach auf irgendeine OA-Stelle in meiner Wunschregion bewerben geht nicht, meine Kiddys sollen ja mals studieren (für Bafög verdiene ich dann sicher zuviel), also muss weiter an der Karriere gebastelt werden....

Ich finde, ein paar weniger Sorgen hätte ich schon verdient. :-meinung

Zur Beruhigung: Ich liebe meinen Beruf, aber nicht die Bedingungen unter denen ich ihn ausüben muss.

die chondropathia
12.08.2005, 19:08
Ich finde, ein paar weniger Sorgen hätte ich schon verdient. :-meinung
Wenn du das sagst, dann hat das sicher Hand und Fuß...

echelle, dem das etwas mehr Information war, als er sich gewünscht hatte... :-nix -
lasst mir wenigstens ein ganz klein wenig Illusionen...

Leelaacoo
13.08.2005, 11:32
Ich bin auch immer wieder überrascht, wie erstaunt manch einer ist, wenn er hört, was die Ärzte so verdienen...auf die Stunde gesehen vor allem. Ich meine, wenn man schon mit 6 Jahren Studium, 6 Jahren Facharztausbildung und diversen Weiterbildungen schauen muss, wie man über den Monat kommt...was soll man denn bitte besser machen? Alle fordern mehr Ausbildung, Qualifikation und Flexibilität...aber ist das schon nicht das Maximum?
Auch die niedergelassenen Ärzte gammeln oft am Rande der Insolvenz herum...meine Mutter musste kürzlich das Haus verkaufen, eine Arzthelferin entlassen...oft Geld leihen, für das Benzin für den Arbeitsweg und einen Billigeinkauf bei Aldi ...und das bei ca. 70 Arbeitsstunden die Woche und alles in Eigenverantwortung. Als Fachärztin...
Ich weiß auch nicht...natürlich freue ich mich aufs Arbeiten...der Beruf an sich ist ja klasse, das einzige, was ich mir vorstellen kann...aber so?
Da bricht irgendwann schon mal die Motivation weg...und bevor jetzt jemand schreibt, man solle doch nicht so undankbar sein, schließlich verdiene man mehr als ungelernte Arbeiter...der soll sich mal die Lage genauer ansehen.
Und Jobgarantie gibts sicher nicht in D, auch nicht für Ärzte...wer sich wehrt, wird oft genug geschanzt und ersetzt...

LG Lee (a bisserl deprimiert)

die chondropathia
13.08.2005, 15:57
Also dieser Fred mutiert immer mehr zu einer Selbsthilfegruppe für (angehende) Ärzte, sozusagen Balint-Gruppenazubi, zumal ja inzwischen der letzte "und-deutschland-ist-DOCH-gut"-Prediger, seinem eigenen Monolog nicht mehr recht Glauben schenkend, final verstummt zu sein scheint.

Natioale Medizinertristesse, tse.... :-keks

Leggo1
13.08.2005, 16:42
Zudem wird eines oft vergessen: Studieren ist ein großes Stück Lebensqualität. Ich hätte mit 15 keine Ausbildung machen wollen. Ich hätte nicht als "Kind" bereits 8 Stunden jeden Tag arbeiten wollen. [] Immer mit der "Ausbildungsdauer" zu argumentieren und diese auf zukünftige Gehälter umzulegen ist nicht nur peinlich sondern geradezu moralisch unvernünftig.

:-???


Selten so viel Unfug gelesen.

genau!

beachvolleyball
13.08.2005, 16:55
erfordern, verdient man als Assi im BAT rund 2000 netto. Ohne "Pool"zulagen oder aber "Individuelle Vereinbarungen". :-(

Gilt also z.B. für Patho, Nuk, Strahlen, Labor oder aber Transfusionsmedizin. Rufbereitschaften, falls erforderlich, werden bescheuert vergütet, sind also der Rede nicht wert. ;-)

Im Facharztdasein sind die Entlohnungsbedingungen vergleichbar - Basislohn. That was it. Es sei denn, man geht in die Privatpraxis oder nützt den "Ärztemangel", falls überhaupt möglich. :-))

Wenn man also etwas mehr Lebensqualität haben möchte, gibt`s noch weniger Kohle und selbstverständlich auch keinen 9-2-5 Job. :-angel

die chondropathia
13.08.2005, 17:15
@leggo - wieso, der Mann hat doch recht! Wenn Studieren -neben der jedem gegönnten Kindheit- nicht der beste Lebensabschnitt ist - welcher dann???

Leggo1
13.08.2005, 17:22
@leggo - wieso, der Mann hat doch recht! Wenn Studieren -neben der jedem gegönnten Kindheit- nicht der beste Lebensabschnitt ist - welcher dann???

das Senium :-)) ich finde, er hat NICHT recht :-meinung Wenn ich mit Freunden vergleiche, die nicht studiert haben, so ist deren Lebensqualität im Vergleich zu meiner wesentlich besser!!!!!!! Das Studium ist doch wirklich nicht einfach Zuckerschlecken, sondern oftmals Entbehrung pur.

die chondropathia
13.08.2005, 17:45
Naja...ich fand gerade die entbehrungsreichen Zeiten irgendwie cool. Diese Selbstkasteiung - HERRLICH! No pain, no gain....ähöm.

Leggo1
13.08.2005, 18:22
Naja...ich fand gerade die entbehrungsreichen Zeiten irgendwie cool. Diese Selbstkasteiung - HERRLICH! No pain, no gain....ähöm.

du bist auch ein Masochist! :-keks