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Coppath
17.08.2005, 14:07
Sehe ich das richtig, dass ein Neueinsteiger in den ärztlichen Beruf ab dem 01.10.05 zunächst erstmal weniger bekommt als wenn er zum 01.09. angefangen hätte, dies nach den ersten Jahren jedoch umgekehrt ist und er von der Umstellung auf TVöD finanziell profitiert?
Oder kann mir einer die Vor- und Nachteile der Umstellung für Neueinsteiger erklären?

Danke im Voraus!

die chondropathia
17.08.2005, 15:02
Hoi Coppath, willkommen im Forum!

Zum TVöD, der hier alle etwas verunsichert gibt es bereits Beiträge (http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=22420).

Viel Spass noch hier, echelle!

pappydee
23.08.2005, 09:37
also, ich überlege gerade Medizin zu studieren, und ich kann nur sagen, dass die Gehaltsaussichten nicht unerheblich sind für meine Entscheidungen...!

dann lass es und studiere lieber bwl...mit der einstellung überstehste die vorklinik nicht...

2rang
25.08.2005, 22:44
Hallo erstmal.

Sagen wir mal, ein Assi verdient abzüglich sämtlicher Abgaben etwa 1700 Euro, richtig?

- Wieviel würde ich denn (grob über den Daumen gepeilt) in einer eigenen Praxis verdienen? - Vielleicht lohnt es sich dann doch eher nicht Chirurgie sondern Orthopädie zu machen ;-) ?

- Ein bekannter von mir verdient als Assi im ersten Jahr im Ausland (Oman) bei "super" Arbeitszeiten (ohne Dienste) knapp 7100 US$.
Und das (nat.) STEUERFREI !
Habt ihr vielleicht einen Link für mich wo man sich über Ärztegehälter im Ausland informieren kann?

Thanks

Philipp1986
15.02.2006, 22:42
Hi!
Ich hab jetzt viel in diesem Forum gelesen und es ist von recht niedrigen Gehältern die Rede, wenn ich sie mit dem vergleiche, was ich gelesen habe.

Jährliches Durchschnittseinkommen (brutto):
- Klinikärzte: 66.000€
- Hausärzte: 86.719€(Überschuss nach Abzug der Praxiskosten)
- niedergelassene Ärzte: 84.976 Euro im Westen
78.268 Euro im Osten
Quelle: http://www.medi-learn.de/medizinstudium/campus/Aktuelles/Uni-News/Zahlen-Fakten-Arztberuf-Pressemitteilung-BMG/

66.000€:12 = 5.500€ pro Monat
- womit ich mich durchaus anfreunden kann :-)

Ich wäre dankbar, wenn sich jemand dazu äußert.

test
15.02.2006, 23:20
Hi!
Ich hab jetzt viel in diesem Forum gelesen und es ist von recht niedrigen Gehältern die Rede, wenn ich sie mit dem vergleiche, was ich gelesen habe.

Jährliches Durchschnittseinkommen (brutto):
- Klinikärzte: 66.000€
- Hausärzte: 86.719€(Überschuss nach Abzug der Praxiskosten)
- niedergelassene Ärzte: 84.976 Euro im Westen
78.268 Euro im Osten
Quelle: http://www.medi-learn.de/medizinstudium/campus/Aktuelles/Uni-News/Zahlen-Fakten-Arztberuf-Pressemitteilung-BMG/

66.000€:12 = 5.500€ pro Monat
- womit ich mich durchaus anfreunden kann :-)

Ich wäre dankbar, wenn sich jemand dazu äußert.

Die Zahlen sind vom Bundesministerium für Gesundheit, also Ulla Schmidt. Von daher sind sie sehr stark anzuzweifeln, da Ulla Schmidt gerade alles versucht, um die Forderungen der Ärzte als lächerlich und unangemessen darzustellen. Die Kassenärztlichen Vereinigen, die die Bezahlung der niedergelassenen Kassenärzte organisieren, haben ganz andere Zahlen.
Es gab schon einen Brief des Hartmannbundes an das BMG, wie die oben genannten Zahlen zustande kommen. Allerdings weiß ich nicht, ob man beim BMG darauf reagiert hat.
Ich wäre diesen Zahlen gegenüber etwas skeptisch. :-meinung

Trojan
16.02.2006, 05:15
Die Zahlen stimmen nicht. Ganz schlicht und einfach.

Gruss,

T.

Fraggle
16.02.2006, 05:48
http://www.spiegel.de/img/0,1020,574726,00.jpg

...auch sehr interessante zahlen...

fraggle

PhineasGage
16.02.2006, 07:49
und selbst wenn man deine bruttozahlen nimmt(in denen m.E. auch die gesamten Privatabrechnungen von Chefärzten mit drinstecken), davon mal den spitzensteuersatz abzieht und neben den 60-70 StundenWochenarbeitszeit eine Familie ernähren will, könnte man drüber nachdenken, ob man in seinem leben alles richtig gemacht hat...

morbidAngel
16.02.2006, 10:19
also, die zahlen sind einfach falsch.


um es kurz zu machen: die meisten fangen ja so mit 27 jahren an, dann bekommt man 1700 netto, bei diensten oder überstunden (also dem bruchteil, der evtl. vergütet wird) kommen vielleicht noch 200 - 400 euro dazu. und das bei durchschnittlich 60 -70 stunden pro woche.

und ich denke, dass alles eher noch schlimmer wird, solange es genug dussel gibt, die sich vom versozialisierten, maroden gesundheitssystem ****** lassen.

meine meinung: länger als 1 jahr würde ich es nie aushalten, also ab ins ausland oder in alternative berufsfelder.

achja: als einstieg wäre das ja noch okay, aber leider entwickelt sich das gehalt ausser der altersberücksichtigenden steigerungen so gut wie gar nicht. das ist das hauptproblem.

GOMER
16.02.2006, 10:24
Zu den Zahlen von Ulla:

Das Durschnittsgehalt eines Klinikarztes errechnet sich unter Miteinbeziehung der Chef-Gehälter und den Erträgen aus der Privatliqudation, diese kann je nach Haus, Ort und Fachrichtung zwischen 40.000 und 1.200.000€ pro Jahr liegen. Daß dabei dann Durschnittsgehälter von 60.000 bis 70.000 herauskommen sollte für jeden nachvollziehbar sein. Tatsächlich verdient nur ein Bruch teil der Klinikärzte ähnlich viel, meist dann eher mehr (CA, Ltd. OA Uni, CA Uni)



Sagen wir mal, ein Assi verdient abzüglich sämtlicher Abgaben etwa 1700 Euro, richtig?

- Wieviel würde ich denn (grob über den Daumen gepeilt) in einer eigenen Praxis verdienen? - Vielleicht lohnt es sich dann doch eher nicht Chirurgie sondern Orthopädie zu machen ;-) ?

- Ein bekannter von mir verdient als Assi im ersten Jahr im Ausland (Oman) bei "super" Arbeitszeiten (ohne Dienste) knapp 7100 US$.
Und das (nat.) STEUERFREI !


1.) kann man so stehen lassen
2.) Kann man nicht pauschalisieren, zunächst mal musst Du einen Ort finden, an dem überhaupt noch eine lukrative Niederlassung möglich ist, bzw. musst eine gut gehende Praxis übernehmen, wenn Du die Gerätschaften, eingearbeitetes Personal und Patientenstamm mit übernehmen willst, musst Du meist erst mal eine saftige Ablöse abdrücken. Die kann sich bei einer Praxis in guter Lage und mit vielen PPs (z.B. süddeutsche Unistädte oder Metropolen wie HH, FFM, D'Dorf) durchaus im Bereich zwischen 100.000 und 2.000.000 bewegen.
3.) Bitte, bitte, bitte! Kapiert endlich, daß man sich nicht einfach so bei nem' Scheich bewirbt und dann den großen Reibach macht. In den Ölstaaten wollen die Arbeitgeber etwas sehen für ihr Geld, die nehmen nur top ausgebildete Leute mit langjähriger Erfahrung. Nach der Uni dahin und nach zwei Wochen 7er BMW, is ein Märchen.

Hellequin
16.02.2006, 11:37
achja: als einstieg wäre das ja noch okay, aber leider entwickelt sich das gehalt ausser der altersberücksichtigenden steigerungen so gut wie gar nicht. das ist das hauptproblem.
Und nach TvöD fällt die Gehaltssteigerung nach Alter auch noch weg, sprich es zählt nur noch Betriebszugehörigkeit. Und das bei befristeten Verträgen und evtl. begrenzter Weiterbildungserlaubnis an einigen Häusern.

Gruber
16.02.2006, 11:52
Nun gut, dann wird eben nicht mehr zum TVÖD gearbeitet - ganz einfach. Und Häuser mit begrenzten Weiterbildungsverträgen und/oder -ermächtigungen werden eben nicht mehr angesteuert.

Weiß z.B. aus der Patho, daß Fachärzte nie und nimmer mehr lediglich zum TVÖD wechseln.

Und daß es ländliche Häuser mit begrenzter Weiterbildungsermächtigung immer schwerer haben, Leute zu bekommen - nicht nur im Osten - ist auch kein so großes Geheimnis. :-nix

Philipp1986
16.02.2006, 15:26
Zu den Zahlen von Ulla:

Das Durschnittsgehalt eines Klinikarztes errechnet sich unter Miteinbeziehung der Chef-Gehälter und den Erträgen aus der Privatliqudation, diese kann je nach Haus, Ort und Fachrichtung zwischen 40.000 und 1.200.000€ pro Jahr liegen. Daß dabei dann Durschnittsgehälter von 60.000 bis 70.000 herauskommen sollte für jeden nachvollziehbar sein. Tatsächlich verdient nur ein Bruch teil der Klinikärzte ähnlich viel, meist dann eher mehr (CA, Ltd. OA Uni, CA Uni)


Das mit den Chefarztgehältern klingt einleuchtend.
Wie viele "normale" Ärzte kommen auf einen Chefarzt?
Und geht es dann den niedergelassenen Ärzten schon eher so gut, wie es die Zahlen ausdrücken?
Du hast ja die Zahlen noch nicht angezweifelt...

Philipp1986
16.02.2006, 15:32
Hat jemand Infos, ob die hohen Gehälter im Ausland vielleicht auch größtenteils auf die Chefarztgehälter zurückzuführen sind?

Ich mein, dass die Managergehälter in den USA die ganze Zeit viel höher waren ist ja allseits bekannt. Dass sich der Durchschnittsverdienst im Betrieb erhöht hilft dann nicht vielen (nur mal so als Beispiel)

nowiamsober
16.02.2006, 16:27
also in England und Australien sind die Anfangsgehälter (also für JHO's und SHO's) auch ziemlich mager (u.a. NHS website guggn). Weiß allerdings nicht ob die z.B. Überstunden und Diesnte extra vergütet bekommen.
Die starten dafür richtig durch sobald sie consultants werden. In deren Sphären kann man sich dann auch das Auto in Zuffenhausen bestellen.

jedenfalls kann man nirgendwo soweing verdienen wie Assistenten an der Uni-Leipzig. Da kriegt man so 1150-1250€ netto. Selbstredend werden Überstunden nich bezahlt oder abgebummelt, Weihnachtsgeld kennt man da auch nicht und Dienste sind mit drin.
(und das is kein hörensagen, sondern hat mir ein Assistent erzählt. hoffe aber immer noch, dass der mich verschaukelt hat)

Pünktchen
16.02.2006, 16:34
Da kriegt man so 1150-1250€ netto.

Kann ich nicht unbedingt bestätigen, aber kenne mindestens 3 Krankenhäuser an denen Anfänger ähnlich wenig bekommen, aber die Dienste kommen dort noch dazu (zumindest noch). :-)) aber wir reden ja auch von Ostgehältern, von denen eh keiner redet :-D

Muriel
16.02.2006, 17:28
Dass es die Gehaltssteigerung nach Alter wie beim BAT nicht mehr gibt, finde ich sogar richtig. Denn warum sollte ein Uni-Abgänger, der 30 Jahre alt ist, mehr verdienen als jemand mit 28, der schon drei Jahre im Job tätig ist und damit bedeutend mehr leisten bzw. mehr Erfahrung aufweisen kann? Dass man allerdings durch einen Jobwechsel (Stichwort begrenzte Weiterbildungsermächtigung) nach drei Jahren im Job auf einmal wieder das Anfangsgehalt in der Tasche haben soll, ist eine Frechheit :-dagegen
Es müsste ein Modell geben, wo nach tatsächlicher Berufserfahrung gezahlt wird :-meinung

GOMER
16.02.2006, 17:38
Ulla's Praxis Zahlen:

Ich kenn mich bei den Gehältern der Niedergelassenen nicht so gut aus, ich denke aber die Situation durfte der in der Klinik nicht unähnlich sein. Ein paar Spitzenverdiener ziehen den Schnitt schnell nach oben. Ich weiß allerdings nicht ob die Zahlen Stimmen, meine Mutter macht nach Abzug von Betriebskosten jedenfalls keine 80.000 brutto.


@Muriel:
Das beim BAT die Gehälter nicht nur mit Alter, sondern auch mit Dauer der Betriebszugehörigkeit stiegen, weisst Du schon, oder?

Gelbes Monster
17.02.2006, 07:49
Bekommt man im "Osten" wirklich so viel weniger? Wollte mich eigentlich bevorzugt da bewerben. Die "Buschzulage" gibt´s dann wohl nicht mehr? :-nix