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Leelaacoo
13.07.2005, 18:38
Lieber Leggo...das ist es ja gerade, was eine eigene politische Meinung und Egoismus unterscheidet...man muß an das Ganze denken und nicht nur an sich (was allerdings auch recht vielen Politikern nicht gelingt).
Und weil eben (zum Glück) viele Mediziner nicht raffgieriges Denken verinnerlicht haben, sondern eben das Denken an Mitmenschen und deren Lage wirst du hier auch nicht viele finden, die die "Reichensteuer" absolut ablehnen...finde ich nur vernünftig. Gute Lösungen sind eben komplizierter als nur Schlagworte verbreiten...
Deine Zahlen sind nicht untermauert und stimmen auch nicht, denn, wie gesagt, sieh die Masse. Ansonsten ist die Argumentation mit den geringeren Steuern bei Wenigverdienern (und definiere mir mal bitte, wo DAS aufhört oder anfängt...1000€ netto, 2000...3000???) im Hinblick auf die Mehrwertsteuer eben NICHT stimmig...die beträgt ja für alle 16 bzw. evtl. 18% (in Worten: PROZENT)

Aber jedem seine Meinung, dafür ist Politik ja da :-))

LG Lee

Gersig
13.07.2005, 18:42
*unterschreib* :-dafür :-meinung

Leggo1
14.07.2005, 00:50
Lieber Leggo...das ist es ja gerade, was eine eigene politische Meinung und Egoismus unterscheidet...man muß an das Ganze denken und nicht nur an sich (was allerdings auch recht vielen Politikern nicht gelingt).
Und weil eben (zum Glück) viele Mediziner nicht raffgieriges Denken verinnerlicht haben, sondern eben das Denken an Mitmenschen und deren Lage wirst du hier auch nicht viele finden, die die "Reichensteuer" absolut ablehnen...finde ich nur vernünftig. Gute Lösungen sind eben komplizierter als nur Schlagworte verbreiten...


Leider ist es mir vergönnt euch in 30 Jahren an diese Diskussion zu erinnern und zu überprüfen inwiefern sich euere Meinung bis dahin ändert. Aber das wäre ganz schön spannend und ich wette, dass ein Grossteil von euch bis dann ganz anders denken wird.

A propos Reichensteuer: die progressiven Steuersätze entsprechen bereits einer solchen, bei der SPD geht es um eine ad absurdum-Führung dieses an sich korrekten Prinzips.

A propos Egoismus: wir sind alle Egoisten, selbst die Atruisten sind Egoisten, indem sie sich durch ihren Handeln besser fühlen.

Schlagworte? wo sind hier Schlagworte?

Meine Zahlen stimmen nicht? Hast du andere? Luckyblue hat offensichtlich ähnliche Zahlen, und ich schätze ihn als verlässlich ein.

LG, Leggo

Leelaacoo
15.07.2005, 19:48
Also ich war jetzt ziemlich lange auf der Seite des Statistischen Bundesamtes und habe eine derartige Aufstellung nicht gefunden...
Jedoch mußt du auch beachten, daß diese "oberen 10 000" auch fast 80% des Gesamteinkommens beziehen...wogenen 68% angenommener Anteil an dem Steueraufkommen ja eigentlich zu niedrig ist...

Aber das ist müßige Rechnerei...wenn du bedenkst, daß diese ominöse Reichensteuer erst ab einem haushaltseinkommen von über 500 000€ im Jahr greifen würde... :-wow
Ich bin mal gespannt, wer von uns in 30 Jahren DA drunter fällt :-top

Da würde der normale Doc doch ganz schön mit den Ohren schnackseln, wie man hier sagt ;-)

LG Lee (die Statistiken eh von Grund auf misstraut...glaube nie einer Statistik etc. etc. etc.)

Leggo1
16.07.2005, 11:53
Da hast du recht, die Reichensteuer betrifft die obersten 0.2% der Bevölkerung, also die grosse Mehrheit von 99.8% ist nicht betroffen. Diesen 0.2% wird dann beinahe das halbe Einkommen weggesteuert, aber das geht all jenen mit dem Spitzensteuersatz heute schon ähnlich. Allerdings sind 1.5 Milliarden Mehreinnahmen auch nicht die wirklich die Lösung aller Probleme - zudem ist Geld in diesen Einkommensschichten ausserordentlich mobil.

:peace:

Pünktchen
16.07.2005, 14:02
Juchu :-party

CSU/CDU-Politiker haben schon immer nette Ideen gehabt...aber manchmal glaub ich sie trinken zu viel Bier...Lasst uns Bier zum Grundnahrungsmittel machen und den Mehrwertsteuersatz somit senken, damit die Leute mehr Bier trinken ;-) *wow* Bayern kauft den Morbus Mecklenburg ein?


Quelle: www.spiegel.de (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,365516,00.html)

Pünktchen
16.07.2005, 14:07
Diese Wahlnewsticker ist echt cool....da weiss man was man so verpasst in den Wahlprogrammen....


CDU/CSU und ihre Familienpolitik :-??? (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,365313,00.html)



Quelle: www.spiegel.de

jea.ww
28.07.2005, 01:11
... man kann wohl behaupten, dass rot - grün in den letzten Jahren auf der ganzen Linie versagt hat und deswegen bin ich als Bayer :-) eben für schwarz oder gelb.
und ganz ehrlich ihr lieben, was soll denn für n großartiges wahlprogramm her bei dieser katastrophalen Lage? Ich persönlich habe beim Programm von CDU/CSU wenigstens den Eindruck da steckt was dahinter - und dieses kann man aus meiner Sicht von den Roten nicht behaupten.
Aber jedem seine Meinung - und im Übrigen bin ich mit Leggo einer Meinung in ein paar Jahren, wenn ihr voll im Arztberuf steht, dann werdet auch ihr eher zu einer schwarzen Politik tendieren (wobei ich mehr die Grundeinstellung meine). :-dafür :-dafür

Psycho-Berlin
19.08.2005, 09:57
Ohoho! Wahlprogramm: Über 20 Parteien sind zur Bundestagswahl zugelassen. Schon alle Wahlprogramme gelesen?

Und wenn ja: Seit wann wird denn umgesetzt was in den Programmen steht? Seit wann wird denn gemacht, was VOR der Wahl gesagt wird?

Wahlprogramme hören sich bei den meisten Fällen recht toll an - die Frage ist eben, was wie umgesetzt wird.

Andix

Psycho-Berlin
19.08.2005, 10:40
@ Leggo1: Du schreibst:
"Ich bin erstaunt, ausgerechnet in einem Medizinerforum auf so viele Anhänger von Forderern einer Reichensteuer zu treffen. Ihr alle meine Lieben werdet zu den 20% Topshots gehören, ob ihr das wollt oder nicht, ob Mediziner nun gut oder doch subj. schlecht bezahlt werden. Nicht als Assi, aber später schon. Aber dann kann man ja seine Meinung revidieren - jede Meinung zu seiner Zeit? ...oder ist das inkonsequent??"

Ich denke mir, lieber Leggo, dass es unter Medizinstudenten halt auch ein paar gibt, die neben dem Ergreifen eines sozialen Berufs auch sozial denken und eben nicht nur daran, wie viel Kohle sie irgendwann verdienen. Es soll ja auch so etwas wie ein soziales Gewissen geben (habe ich mir sagen lassen)

Aber mal ehrlich: Du machst Dir darüber Gedanken, ob sie Dir in 30 Jahren ein paar Prozent mehr von Deinem Chefarzt(oder was auch immer)-Gehalt abziehen. Vielleicht, weil Du Dir dann Dein drittes Auto erst ein halbes Jahr später kaufen kannst?

Klar, Du wirst wahrscheinlich zu den 20% Topshots gehören - das ist schon wichtig. Aber vielleicht will manch anderer auch einfach nur ein guter Arzt werden. Mit solchen Aussagen "vom wir hier oben und der großen Masse da unten" erfüllst Du schön das gängige Ärzte-Stereotyp!

Andix

Neely
19.08.2005, 19:39
Ich halte das für volkswirtschaftlichen Blödsinn. Wir sind immer noch in einer Rezession, und ich halte eine antizyklische ("keynesiansiche") Staatspolitik für wesentlich sinnvoller.)

Das halten Politiker nur leider schon seit den 70er Jahren für sinnvoller, wohin das geführt hat, sehen wir ja jetzt sehr deutlich. Die Forderung nach Erhöhung des Staatskonsums setzt voraus, dass Schillers Prinzip der Globalsteuerung funktioniert, bei einer derart diversifizierten Marktlandschaft kann davon jedoch nicht mehr augegangen werden.

Außerdem müsste der Staat dafür weiterhin Kredite aufnehmen, was den Preis für Geld, sprich den Zinssatz, erhöhen würde, da ja die Nachfrage nach Geld sehr hoch ist. Somit wird es für private Investoren und den Mittelstant teurer, an Kapital für Investitionen zu kommen. Dabei ist die Privatwirtschaft viel zuverlässiger bei der Wahl der Investitionsart, da sie wettbewerbsorientierter funktioniert, Mittelständler kämpfen ums Überleben, nicht um Lobbygruppen.




Geld in Umlauf bringen kann nur der, der welches hat. )

Sehe ich genau so, das Problem ist, dass der Staat eben keines mehr hat.



Für das gros der Endverbraucher und Firmen bedeutet eine höhere Mehrwertsteuer lediglich höhere Anschaffungskosten für Materialien, Verbrauchs- und Konsumgüter.
Eine Senkung der Lohnnebenkosten sehe ich da nicht.


Es ist nicht gesagt, dass die Firmen bei der jetzigen Inflationsrate die Preiserhöhung auf die Verbraucher abwälzen können. Betrachtet man jedoch die Rekordgewinne deutscher Firmen, sogar mit Entlassungen und Rationalisierungsmaßnahmen wie bei Deutscher Bank oder Allianz verbunden, dann werden das die Unternehmen verkraften.

Wenn das Land, von dem aus sie trotz Globalisierung noch ihre Zentrale, ihr Herzstück, haben, am Boden liegt, dann sollte ihnen die Zukunft dieses Standorts schon eine kleine Profiteinbuße wert sein, langfristig betrachtet.

Lohnnebenkosten kann man nur senken, wenn man den Steuerausfall woanders wieder reinholt, zumindest bei einer Politik "aus einem Guss", einem schlüssigen Gesamtkonzept statt dem Stopfen von Löchern, nur um andere wieder zu schaffen.

Leelaacoo
20.08.2005, 08:31
Es ist nicht gesagt, dass die Firmen bei der jetzigen Inflationsrate die Preiserhöhung auf die Verbraucher abwälzen können. Betrachtet man jedoch die Rekordgewinne deutscher Firmen, sogar mit Entlassungen und Rationalisierungsmaßnahmen wie bei Deutscher Bank oder Allianz verbunden, dann werden das die Unternehmen verkraften.

Wenn das Land, von dem aus sie trotz Globalisierung noch ihre Zentrale, ihr Herzstück, haben, am Boden liegt, dann sollte ihnen die Zukunft dieses Standorts schon eine kleine Profiteinbuße wert sein, langfristig betrachtet.

Lohnnebenkosten kann man nur senken, wenn man den Steuerausfall woanders wieder reinholt, zumindest bei einer Politik "aus einem Guss", einem schlüssigen Gesamtkonzept statt dem Stopfen von Löchern, nur um andere wieder zu schaffen.

Das Problem dabei ist ja gerade, daß die Beziehung zum Standort Deutschland für große Unternehmen garnicht mehr existiert. Ein Briefkasten und ein paar Kreative in Köln oder München oder Stuttgart und der Rest-die Produktion, für mich das Herzstück-in Asien und Osteuropa...warum sollen wir glauben, daß es diesen Firmenchefs und Managern auf einmal einfällt, Deutschland retten zu wollen? Und es wird ihnen keinesfalls eine Profiteinbuße wert sein, wenn sie schon bei ordentlichen Gewinnen abwandern, um diese Gewinne in schwindelerregende Höhen zu treiben...mit dem Preis, daß sie bald keine Endverbraucher haben werden, die ihre Waren erstehen können...aber hey, was macht das schon, wenn man 5-10 Jahre lang 800 000€ im MONAT verdienen kann, liebe Manager? Nach mir die Sintflut...so ist die momentane Atmosphäre.
Warum hat denn die USA wieder strenge Einfuhrbestimmungen für Textilien aus Asien eingeführt, nachdem sie sie kurzfristig aufgehoben haben? Weil sie viele Jobs verloren und gegensteuerten...wenn man schon den USA nacheifert, sollte man sich auch damit auseinandersetzen...und nicht heiliger als der ´heilige Geist sein wollen (wie meine Oma immer treffend ausdrückte).
Ich stimme dir zu Neely, dass die Politik aus einem Guss sein sollte...aber wenn die Wirtschaft davon ausgenommen ist, dann ist die Politik doch nun wirklich ziemlich machtlos und verwaltet nur die verbrannte Erde, die die Globalisierung hinterlässt...da gibts aber nun mal nicht viel zu verteilen.
Dazu müssten wir eine Gesellschaft haben, in der ALLE mitziehen und sich ALLE verantwortlich fühlen für das Wohl des Landes...ein wenig Patriotismus eben...aber das ist so illusionär, ich kann daran nicht mehr glauben.

LG Lee

Evil
20.08.2005, 10:16
Ich denke auch, daß die soziale, d.h. staatlich mitbeeinflußte Marktwirtschaft die beste Lösung darstellt.
Allerdings sind polemische Heißluftblasen wie Müntes Heuschrecken-Rede da nicht sehr effektiv (auch wenn er nicht ganz unrecht hat), und rote Klassenkampfpolitik schießt eindeutig übers Ziel hinaus.

Aber freut Euch, alles wird gut! (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,370464,00.html) :-))

Neely
20.08.2005, 12:22
Das Problem dabei ist ja gerade, daß die Beziehung zum Standort Deutschland für große Unternehmen garnicht mehr existiert. Ein Briefkasten und ein paar Kreative in Köln oder München oder Stuttgart und der Rest-die Produktion, für mich das Herzstück-in Asien und Osteuropa...warum sollen wir glauben, daß es diesen Firmenchefs und Managern auf einmal einfällt, Deutschland retten zu wollen?

Retten wollen sie Deutschland sicher nicht aus irgendwelchen sentimentalen Traditionen heraus, aber dieser Standort hat auch gravierende Vorteile. Die Zentrale ist das Herzstück, auch die Forschung und Entwicklung, welche man nicht einfach so auslagern kann. Einerseits fehlt im Ausland, trotz aller sensationshascherischen Schlagzeilen der einschlägigen Presse, noch immer hochqualifiziertes Personal, die Tatsache, dass China viel mehr Ingenieure ausbildet sagt auch noch nichts über deren Qualifikation aus.

Ein weiteres Problem ist die unsichere Rechtslage. Zahlreiche Mittelständler sind schon pleite gegangen, nachdem sie das Abenteuer China gewagt haben. Das Problem war, dass sie zu viel auslagerten, so dass die Chinesen das Know-How abgesaugt haben und dann selbst das Gleiche viel billiger produzieren konnten, da es in China kein Recht auf geistiges Eigentum oder Schutz von Copyrights gibt. Auch haben Ausländer vor den Gerichten IMMER das Nachsehen, diese können ja nicht einmal eigenständig agieren, nur innerhalb von Joint Ventures. Und wie viele Unternehmen in Asien auf die Schnauze gefallen sind, dürfte spätestens nach Schrempps Abgang bekannt sein.


Und seien wir ganz ehrlich: So wirklich EU-kompatibel sind die 10 Neuen nun auch wieder nicht (ich weiß, wovon ich spreche, glaubt mir).




Und es wird ihnen keinesfalls eine Profiteinbuße wert sein, wenn sie schon bei ordentlichen Gewinnen abwandern, um diese Gewinne in schwindelerregende Höhen zu treiben...mit dem Preis, daß sie bald keine Endverbraucher haben werden, die ihre Waren erstehen können...aber hey, was macht das schon, wenn man 5-10 Jahre lang 800 000€ im MONAT verdienen kann, liebe Manager? Nach mir die Sintflut...so ist die momentane Atmosphäre.

Die Manager sind als Sündenböcke leider schon etwas überholt, nämlich von Private Equity Firmen und Hedge Funds, die selbige mächtig unter Druck setzen und, sofern sie ihre Kräfte als Investoren ballen, diese jederzeit wieder abservieren können; selbst Ackermann schwitzt schon Blut und Wasser, weshalb er die Gewinne immer weiter hochtreibt, sein Stuhl wackelt auch gewaltig.

Sicher ist der Verdienst heftig, aber die Macht ist eben noch attraktiver, zum Ausgeben hat man ohnehin keine Zeit.



Warum hat denn die USA wieder strenge Einfuhrbestimmungen für Textilien aus Asien eingeführt, nachdem sie sie kurzfristig aufgehoben haben? Weil sie viele Jobs verloren und gegensteuerten...wenn man schon den USA nacheifert, sollte man sich auch damit auseinandersetzen


Erstens, weil man nicht mit so heftigen Zuwachsraten der Importe gerechnet hat; es ist auch nicht im Sinne der WTO, dass ganze Industriezweige von heute auf morgen weggespült werden, jede Anpassung soll langsam verlaufen, da Stabilität auch das Fundament freien Handels ist.

Zweitens, weil China mit falschen Karten spielt und sich hartnäckig weigert, ihren hoffnungslos unterbewerteten Yuan dem freien Wettbewerb auf dem Devisenmarkt preiszugeben. Die neueste Anpassung war auch nur ein Scheinmanöver, die Aufwertung beträgt effektiv etwa 2%, also so gut wie nichts, da der Währungskorb, gegenüber dem eine gewissen Schwankungsbreite zugelassen wurde, sehr, sehr begrenzt ist. Ob der Yuan nun nur an den Dollar oder noch eine handvoll anderer, stabiler Währungen gekoppelt ist, macht eben letztlich keinen Unterschied. Wer die Spielregeln verletzt, wird abgestraft; dies stärkt diese Regeln des freien Handels aber nur, anstatt sie zu abzuschwächen.

short
23.08.2005, 09:46
Ich sehe das auch so: Lohnnebenkosten bei lahmender Binnenwirtschaft durch Mehrwertsteuererhöhung zu subventionieren ist in meinen Augen der falsche Weg!

Bei der Mwst-Frage muss man sich fragen, was das Hauptproblem in Deutschland ist. Ich finde, dass die hohe Arbeitslosigkeit das Hauptproblem ist. Und mit den Plänen der Union lässt sie sich besser bekämpfen als jetzt. Denn man muss sich vor Augen führen, dass 85% der Arbeitslosigkeit strukturelle Arbeitslosigkeit ist und nur 15% konjunkturelle. Dies führt zum Schluss, dass sich die Arbeitlosenzahlen auch bei einer Hochkonjunktur nicht senken lassen (was auch unter Kohl zu beobachten war), sondern mit Strukturreformen (Sozialsysteme, Lohn- und Arbeitsmarktpolitik etc). Und da sehe ich die geplante Senkung der Lohnnebenkosten der Union als einen richtigen Schritt. Zwar wäre mir die Gegenfinanzierung druch Subventionsabbau lieber, aber diese Art der Senkung ist besser gar keine.


wenn ich wenig Kohle habe und die Mwst ansteigt, werde ich doch beim Einkaufen noch mehr auf günstige Produkte achten, was für die Wirtschaft, insbesondere den Mittelstand, tödlich ist. [...]
Besser: eine Kürzung der Eigenheimzulage, die immerhin knapp 11 Milliarden € verschlingt.

Dafür hat die Wirtschaft mehr Geld für Investitionen durch die Senkung der Lohnnebenkosten.

Mit der Eigenheimzulage hast du absolut Recht. Ob dies als Gegenfinanzierung der Senkung der Nebenkosten reicht oder gar für das Stopfen zahlreicher Haushaltslöcher?


...die Lohnnebenkosten...dieses unendliche Thema. Die versprochene Senkung des beitrags zur Arbeitslosenversicherung soll laut CDU 2,5% betragen....na, sind wir damit WESENTLICH konkurrenzfähiger???

Dies doch schonmal ein richtiger Schritt, du kannst doch keine Senkung von 10% binnen 2 Jahren erwarten.


Zur Eigenheimzulage: Wieso kommt denn niemand auf die Idee, eine Einkommensgrenze dafür festzulegen??? Seltsam...ebenso für das Kindergeld...und die Pendlerpauschale...

Die Besserverdienenden zahlen eh schon mehr druch den progressiven Steuersatz, das sollte doch reichen. Außerdem leben hier nicht gerade viele Reiche, als dass dein Vorschlang viel bringen würde, außer die leidige Neiddiskussion zu entfachen, was man (Herr Bsirske und co :) ) in Deutschland leider SEHR gerne tut.


Diese Wahlnewsticker ist echt cool....da weiss man was man so verpasst in den Wahlprogrammen....
CDU/CSU und ihre Familienpolitik

Da steht doch als Begründung, dass das Geld hierfür fehle. Man kann ja nicht gegen Subventionsabbau, Steuererhöhungen und für bessere Kinderbetreuung gleichzeitig sein, irgendwo muss das Geld ja herkommen. (damit bist nicht du gemeint, pünktchen)


Ein Briefkasten und ein paar Kreative in Köln oder München oder Stuttgart und der Rest-die Produktion, für mich das Herzstück-in Asien und Osteuropa...warum sollen wir glauben, daß es diesen Firmenchefs und Managern auf einmal einfällt, Deutschland retten zu wollen?

Willkommen in der Realität der Globalisierung. Das Kapital wandert dorthin, wo es am günstigsten für das Kapital ist. Entweder man macht es günstig oder man hat noch mehr Arbeitslosigkeit und zahlreiche andere Probleme.

guinea pig
01.11.2005, 00:59
Ein Schritt, den ich nachvollziehen kann. Innerparteiliche Opposition durch Frau Nahles schwächt die neue Regierung und mindert die Aussichten, daß sich die neue Regierung überhaupt den großen Zukunftsaufgaben zuwendet.

Eigentlich sind doch mit der großen Koalition die besten Voraussetzungen für eine grundlegende Reform des Sozialstaates gegeben. Aber anstatt die besten Kräfte in der neuen Regierung zu bündeln, verfolgen die Schwergewichte der deutschen Politik nur ihre Partikularinteressen (insbesondere Koch u. Stoiber).

Ich würde den mutmaßlichen Ministern der großen Koalition ( =unzertrennlich verbunden mit Erfolg bzw. Mißerfolg der großen Koalition und daher die einzigen wahrhaft staatstragenden Politiker) zu einem schnellen Abschluß der Koalitionsgespräche raten. So wären sie in der Lage, den Einfluß und die Macht auszuüben , deren es zur Zähmung aufmüpfiger Ministerpräsidenten und unfähiger Sozialutopisten bedarf.

Muriel
01.11.2005, 10:40
Tja, so sollte jeder vernünftig denkende Mensch das Ganze wohl auch sehen, stattdessen muss ich was von evtl. Neuwahlen am 26. März lesen :-nix
Langsam habe ich wirklich keine Lust mehr auf diesen ganzen Zirkus. Diese Klein- (Groß-?) Kriege und das ewige Hin und Her nehmen ja bald Weimarer Züge an, bleibt nur zu hoffen, dass die Folgen andere sind...

synosoph
01.11.2005, 12:03
Neuwahlen wird es bestimmt nicht geben. Medienrauschen....

Evil
01.11.2005, 12:17
Aber vielleicht doch noch Jamaica...

Yeah, Bacardi :-dance :-keks