Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : AIP für Deutsche mit österreichischem Abschluß
Sackbauer
08.07.2005, 15:10
Weil hier ja grad so von fehlender Gleichberechtigung und rassistischer Engstirnigkeit an "Alpen-Unis" (Zitat Spiegel) die Rede ist, möcht ich schon alle NC-Flüchtlinge, die jetzt den Weg nach Süden antreten, auf was hinweisen: Euch ist schon bekannt, daß ihr, wenn ihr in Österreich studiert, in Deutschland das AIP machen müßt!!!? Ja, richtig gehört. Das gibts zwar für in Deutschland Studierte nimmer, als Ösi (und alle in Ö studiert-Habende) gibts das aber immer noch!!
Das heißt, abhängig vom Bundesland 18-36 Monate Knechtdienst für 700 Euronen. Im Osten, wo ja die eigenen Leute in Scharen flüchten und jetzt Angst vor der Polen&Russen-Invasion an den Kliniken herscht, sieht mans nicht so eng, da dürfen die lieben Ösis gerne Lückenbüßer spielen, im glorreichen Westen, dort va. im Süden und auch in den Ballungsgebieten des Nordens (Ruhrpott, Berlin, Hamburg) is aber nix zu machen, da in Östereich die Vollapprobation erst nach 36 Monaten Turnus verliehen wird und man da natürlich keine Chance gegen die "Piefkes" hat.
Nochwas: Die Regelungen, die jetzt den Ansturm begrenzen sollen, sind übrigends von euren eigenen Landsleuten ausgeheckt worden. Nahezu die gesamte Führungsriege der Innsbrucker Universität (und in Wien und Graz wirds net viel anders sein), kommt aus Deutschland, vom Rektor über Vizerektor, der halbe Senat und 75% aller Klinikvorstände abwärts.
PS: ach ja, hier ist der Link zu obigem:
http://www.bundesaerztekammer.de/30/Auslandsdienst/20FAQ/AbschaffungAIP.html
netfinder
08.07.2005, 15:12
und was willst du uns damit sagen?
Sackbauer
08.07.2005, 15:15
Wer lesen kann ist im Vorteil: daß du als Absolvent einer österreichischen Uni (also auch DU, wenn du in Wien studierst) in D immer noch AIP machen mußt!
netfinder
08.07.2005, 15:19
hm naja, im vergleich zu keinem Platz in Deutschland ist ein Platz mit AIP in Österreich immer noch besser. Deiun Versuch, es deutschen Studenten weniger schmackhaft zu machen in österreich zu studieren, wird also nicht ganz funktionieren.
Sackbauer
08.07.2005, 15:31
Schau, mir is des völlig egal, wer wo studiert, ich bin schon fertig.
Ich wollte mit dem Post nur sagen, daß es mit der Gleichberechtigung der Österreicher in Deutschland auch net so weit her is. Also vielleicht zuerst vor der eigenen Türe kehren.
Pünktchen
08.07.2005, 16:19
Hmmm...aber das ist doch bekannt, das die Abschlüsse nicht unbedingt gleichwertig zu behandeln sind oder irre ich :-nix ist natürlich nen guter Hinweis für die Leute, die sich grade auf Österreich freuen.
Ich hab mich jetzt auch nicht damit auseinander gesetzt, aber ich hoffe, diejenigen, die dort studieren (wollen), wissen, ob, wann bzw unter welchen Umständen sie zurückwechseln könnten.
Im übrigen kann ich die Österreicher verstehen in ihrem Unmut über die Deutschen. :-) Nicht alles was für den einzelnen Vorteile bringt ist gut.
Sackbauer
08.07.2005, 17:04
Ich hab mich jetzt auch nicht damit auseinander gesetzt, aber ich hoffe, diejenigen, die dort studieren (wollen), wissen, ob, wann bzw unter welchen Umständen sie zurückwechseln könnten.
Huihui, wechseln? Das is selbst in Österreich innerhalb unserer 3-Medizin-Unis fast ein Ding der Unmöglichkeit. Klingt lächerlich, is aber so, da jede Uni ein eigenes Curriculum hat.
Pünktchen
08.07.2005, 17:22
Huihui, wechseln? Das is selbst in Österreich innerhalb unserer 3-Medizin-Unis fast ein Ding der Unmöglichkeit. Klingt lächerlich, is aber so, da jede Uni ein eigenes Curriculum hat.
mir war doch auch so. es sollte sich halt jeder gut überlegen ob man das machen will :-meinung
Was spricht denn dagegen, in Österreich zuende zu studieren und danach wieder in die Heimat zu ziehen???
Ich verstehe nicht, warum immer alle die Unis wechseln wollen...
hallo beisammen
Das mit dem zurückziehen ist ja das Problem. Da ich gerade überlege in D die Facharztausbildung zu machen ist mir das "EX-AIP" Problem bekannt. Es ist de facto schwer möglich die Approbation in D zu erhalten, wenn man in Ö studiert hat, obwohl es dort direkt nach dem Studium vergeben wird.
Das heisst: wer in Ö studiert hat (so wie ich die o.g. Infos der BÄK verstehe: auch als Deutscher) muß seinen "Turnus" auch da beenden - mit allen Wartezeiten (STMK: ca 1,5a, W knapp vor der Pension kann man beginnen) und auch den durchschnittlichen Ausbildungsdauern und (Chirurgie-)Warterotationen (Turnus dauert im Schnitt 4-5 a !!!!).
Die andere Möglichkeit ist in D die Fächer des Turnus zu absolvieren und in Ö anrechnen zu lassen. Der Schönheitsfehler dabei: man muß sich selbst um seine 2 Mon Augen, 2 Mon Derma etc. immer mit neuer Arbeitsstelle kümmern, wobei die Info aus D bei einer Jobmesse von der BÄK kam, dass die Ausbildungszeit für den Ö-Turnus in D "sehr lange" ist und auch definitiv abgeraten wurde. ;-). Danach erhält man die App.
Wer den FA machen will und in Ö studiert hat, kann die Zeiten in D absolvieren und sich in Ö mit Gegenfächern anrechnen lassen (gegen Gebühr(dzt:€300)( Detailinfos auf www.aerztekammer.at))und anschliessend die Facharztprüfung in Ö ablegen und damit dann in D eine Approbation erhalten, wobei es in Ö den FA für Allgemeinmedizin (noch???) nicht gibt.
Aber eine Gute Nachricht zum Schluß: Ö überlegt nach Auskunft der Ö Ärztekammer die Einführung einer Approbation in Ö mit (angeblich 3 Mon Chir, 3 Interne, und 6 Mon Wahlfächern). Wobei nur die Frage bleibt: werden wir das noch erleben - und wer die Ö Politik kennt wird hier nicht zu lachen beginnen ;-)
noch was zum Schluß: ich will euch das Wechseln nicht vermiessen (mich betrifft der Studienplatz"kampf" nicht mehr...bin (fast)fertig, aber denkt auch an die Konsequenzen für euer gesamtes Leben.Und wenn Ö das heilige Medizinland wäre, würden nicht viele Kolegen ins Ausland wechseln wollen.
lg Ombia
Pünktchen
09.07.2005, 11:52
@ombia
hab ich das richtig verstanden, daß ihr nach dem Studium ohne Prüfung eure Approbation bekommt und anschliessend eure Turnuszeit absolvieren müsst? Oder bekommt ihr die Approbation erst nach der Turnuszeit? Was ich für unverschämt halten würde, dann würde das eigentliche Studium bis zum Arztsein schon 10 jahre mind dauern...oder irre ich da?
tag schön!
Leider bekommen wir KEINE approbation in D und auch in Österreich erst nach der Turnuszeit das sog. ius practicandi (das recht zur selbständigen berufsausübungim und Niederlassungsfreiheit)
Du bist also nach dem Studium im Ö Dr. med. univ. darfst aber nur im KH (oder in Lehrpraxen für max 6 Mon. deiner Turnuszeit für €750 (in der Praxis, KH mit 5-6 Diensten €2000) und Verzicht auf Urlaubs/Weihnachtsgeld in der Lehrpraxis) den Turnus machen mit obigen Zeiten bei denen du (eigentlich) nur unter Aufsicht arbeiten darfst oder kannst mit (vieeeeeeel) Glück, wenn die Abteilung keinen Turnus voraussetzt (was aber fast immer der Fall ist, da du eigenverantwortlich als Arzt für Allgemeinmedizin bist) eine Ausbildung zum Facharzt (=dt. "Weiterbildung) beginnen.
Weiss leider nicht genau was du mit "arztsein" verstehst.... aber im KH als Turnusarzt spielst du natürlich schon Arzt....auch wenn du sehr viel verwaltest und dein Fachärzte die Entscheidungen treffen....
Ich weiss zwar, dass man keine Fremdforen posten sollte aber lies doch auch mal im www.turnusarzt.com (im Forum) nach über die Ö Ausbildung....
Will jetzt nicht alle verunsichern... aber wenns hier rosiger aussehen würde, müsste ich mich (trotz guter Noten und einiges an Vorerfahrung) nicht mit der Frage beschäftigen wo ich denn arbeiten >DARF<.Immerhin haben wir in Ö 6000 arbeiltslose Jungmediziner.
Und die Arbeitsbedingungen im D schauen für den österr. Studenten und Turnusarzt"aspiranten" gar nicht so schlecht aus...(Bezahlung, Arbeitszeit,....) *leider*
Trotzdem ist Medizin ein wunderschönes Arbeitsgebiet und ich bin froh studiert zu haben.... nicht dass das posting gefrustet wirkt....
bis denne
ombia
Mr. Listen
15.07.2005, 00:07
... lieber Sackbauer, mal wieder falsch =)
da genau dieses Thema mich in näherer Zukunft persönlich betrifft (werde in ca. 1 Jahr in Wien fertig), weiss ich zufällig, dass dies eine kurzfristige Übergangsregelung für Bayern war, allerdings ohne rechtliche Grundlage und noch dieses Jahr abgeschaft wird. Man wird in D eine Approbation brauchen, die man in Ö erst nach absolviertem Turnus/FA bekommt. Diesen kann man allerdings ohne Einschränkungen in Deutschland machen, indem man sich dort eine zeitlich begrenzte Arbeitsgenehmigung austellen lässt (für die Dauer des Turnus/FA) und nach absolvierter Weiterbildung zurück nach Ö geht und dort den Turnus anerkennen lässt/die FA-Prüfung absolviert. Danach verfügt man über ein Jus Practicandi und kann damit überall in Europa praktizieren.
Aber schön dass du es nicht aufgibst... :-top
ooops, da fällt mir gerade auf, dass ombia das ja schon sehr gut ausgeführt hat; scheint Ahnung zu haben :-top
Sackbauer
15.07.2005, 09:01
@Mr Listen: nana, net groß daherreden, wenn man sich net auskennt. Wenn du in einem Jahr fertig wirst, dann solltest du dich schon mal genauer informieren.
Ich wünsch dir viel Spaß, mit einer §10-Abs 5 BÄO-"Lizenz" dir die Fächer des Turnus in D zusammenzusuchen, va. die kleineren wie Haut, HNO, Kinder..... :-top
Ich kenn da genügend, die das nach x-fachen frustranen Versuchen wieder aufgegeben haben, da dich ohne Jus kein Mensch einstellt.
Man könnte ja fast meinen, dass da eine frustrierte Person aus eigener Erfahrung spricht ?! ;-)
tag schön!
@ sackbauer
DA hast du mal recht... das uss ich wohl (widerwillig ;-) ) zugeben... dass der Turnus in D länger dauert als in Ö (Ö Derma 2 Mon., etc.) stimmt, da du in D dir dein Curriculum sozusagen selbst zusammensuchen musst.
Wenn du allerdings die Wartezeit in Ö auf den Turnus mitrechnest, in der du KEINEN Cent verdienst,etc. scheint das ganze eine Alternative zu sein. Für alle die ein Fach anstreben schaut die Sache ja noch ganz anders aus.
Auch warnt die D Bundesärztekammer dezitiert vor einem Turnus in D, da er länger dauert als in Ö.... aber sind wir uns mal ehrlich.... Wer kennt wen, der wen kennt, der wiederum wen kennt, der den Turnus in den vorgegebenen 36 Mon. absolviert hat.... in der Regel 4-4,5a !!!! So unterschreibts du zum Beispiel bei der KAGES (steirischer Krankenhausbetreiber für fast alle Häuser in der STMK) dass du darauf verzichtest deinen Chirurgieturnus anrechnen zu lassen und ihn WIEDERHOLST.
soviel also dazu... nix für Ungut, aber nur jammern bringt uns auch nicht weiter!!!!!!!!
ombia
Wenn man das alles so hört könnte man ja glatt depressiv werden. Aber kann man es nicht auch von der anderen Seite betrachten. Es ist doch auch sehr interessant in alle Disziplinen der Medizin einmal gearbeitet zu haben, das macht die Entscheidung für einen späteren Facharzt bestimmt um einiges einfacher :-stud
Wobei auch nochmal deutlich zu sagen ist.... DER TURNUS IST KEIN MUSS UM EINEN FACHARZT ZU MACHEN :-)
nur damit sich die depressionen nicht allzulange halten *g*
ombia
Aber ohne Turnus dauert es doch zum Facharzt erheblich länger, oder wie ist das ? Dieses System in Österreich ist doch um einiges komplizierter als erwartet :-nix
Sackbauer
15.07.2005, 11:07
Aber ohne Turnus dauert es doch zum Facharzt erheblich länger, oder wie ist das ? Dieses System in Österreich ist doch um einiges komplizierter als erwartet :-nix
Das System in Österreich is, um es kurz zu sagen: SCHEI*E.
Aber in Deutschland is es net viel anders. Und jeder der ein wenig in der Birne hat, haut ab. Nach UK, oder Skandinavien.
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