Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diskussion aus: "Nebenjob im Rettungsdienst" oder auch: Erweiterung der Notkompetenz?
Allwetterretter
21.01.2007, 16:39
Was will der gemeine RA denn noch alles? Er darf jetzt schon mehr als jeder andere med. Beruf (Heilpraktiker mal ausgenommen, is ja auch kein "BERUF" :-)) )
Welche Maßnahme haältst du für so unentbehrlich das sie unbedingt und sofort erfolgen muss oder Patient tot? Analgesie in RAs Händen (als "Regelkompetenz") halt ich für unfug. Narkoseeinleitung sowieso, auch wenns viele gern hätten. Thorxentlastungspunktion? Kannste dem Patientemn gleich ein Messer in den Brustkorb rammen, geht schneller.
Dafür kann der RA einfach zu wenig.
Oooh, ich hab ins Wespennest gestochen... *freu*
Welche Maßnahme haältst du für so unentbehrlich das sie unbedingt und sofort erfolgen muss oder Patient tot?
Alle Maßnahmen, die notwendig sind, einen Patienten vor dem Ableben, oder auch "nur" vor Folgeschäden zu bewahren.
Analgesie in RAs Händen (als "Regelkompetenz") halt ich für unfug.
Es soll ja Menschen geben, die auf Schmerzen stehen. Aber das Gros der Patienten freut sich schon über eine Analgesie...
Narkoseeinleitung sowieso, auch wenns viele gern hätten.
Was die Narkose für elektive Operationen angeht, geb ich dir sogar voll und ganz recht... Noch sind wir glücklicherweise nicht so weit, dass z.B. TEP-OPs ambulant im RTW vor der Haustür durchgeführt werden müssen...
Thorxentlastungspunktion?
Ist sicherlich keine Standardmaßnahme beim internistischen Patienten, aber man munkelt, dass es schon Menschen gegeben haben soll, die einen Spannungspneu trotz - oder gerade wegen??? einer Entlastungspunktion überlebt haben...
Kannste dem Patientemn gleich ein Messer in den Brustkorb rammen, geht schneller.
Uuuups, ich dachte immer, das macht man anders... Aber da hab ich den Herrn Monaldi wohl falsch verstanden...
Dafür kann der RA einfach zu wenig.
Was kann denn deiner Meinung nach "der Rettungsassistent"?
Ich finde die Diskussionen über dieses Thema immer wieder nett.
Manchmal hab ich dabei den Eindruck, als wolle man einem kleinen Kind sein Spielzeug wegnehmen ...
:-meinung
Dabei geht es doch hoffentlich beiden Seiten - den Ärzten und den Rettungsassistenten - darum, den ihnen anvertrauten Menschen zu helfen.
Das Problem ist die Indikationsstellung.
Ich kenne viele erfahrene RA, die ich selber um Rat fragen würde... aber ich kenne auch Dumpfnasen, denen es trotz jahrelanger Erfahrung an Kompetenz mangelt.
Von daher bin ich eher gegen einen Freibrief.
:-meinung
Was will der gemeine RA denn noch alles? Er darf jetzt schon mehr als jeder andere med. Beruf (Heilpraktiker mal ausgenommen, is ja auch kein "BERUF" :-)) )
Welche Maßnahme haältst du für so unentbehrlich das sie unbedingt und sofort erfolgen muss oder Patient tot? Analgesie in RAs Händen (als "Regelkompetenz") halt ich für unfug. Narkoseeinleitung sowieso, auch wenns viele gern hätten. Thorxentlastungspunktion? Kannste dem Patientemn gleich ein Messer in den Brustkorb rammen, geht schneller.
Dafür kann der RA einfach zu wenig.
Hihi, die Meinung find ich auch cool :-top
Regelkompetenz ist eh sone Sache, bei der ich als ÄLRD auch Bauchweh hätte, wenn ich die freigeben würde. Analgesie im RD macht schon Sinn, wenn es für das RD Personal eine entsprechende zusätzliche Schulung über das jeweilige Medikament geben würde. Es soll ja noch Landkreise geben (oder auch gewisse Inseln) , da dauert es mal seine Zeit bis ein Doc da is. Ich glaub schon, das der Pat. da sehr dankbar wäre, wenn man ihm sagt, das es jetzt eben keine 30min mehr dauert, wo er die Schmerzen über sein abgerissenen Unterschenkel (im Extremfall) ertragen muss....
Ich muss leider gestehen, das ich hier nix davon gelesen habe, das RA's in NK Narkoseeinleitungen und Thoraxpunktionen durchführen sollen, wo steht denn das? Da stimm ich dir wohl zu, für diese beiden Sachen reicht die Ausbildung der RA's derzeit nicht aus. Messer in Brustkorb rammen, entschuldige bitte, wir leben im 21. Jahrhundert ;)
@Retter
Wenn ich Schmerzen hätte wär ich auch froh wenn ich ne ordentliche Analgesie bekommen würde. Aber nicht von so manchem RA den ich kenne. Und wenn du mit Analgetika um dich hauen willst dann mußt du die komplette Narkoseführung beherrschen.
Thoraxentlastungspunktion: Wird immer wieder zur Regelkompetenz gefordert.
Analgesie im RD macht schon Sinn, wenn es für das RD Personal eine entsprechende zusätzliche Schulung über das jeweilige Medikament geben würde.
Da liegt das Problem bei vielen: Es gibt Dinge die kann man eben nicht in kuschligen Wochenendkursen lernen wie sonst vieles im RD. Es gibt massig RDler die noch nie eine Ausbildung genossen haben und denen willst du in "Zusatzkursen" beibringen wie er die richtigen Analgetika auswählt, KIs, Komplikationen inkl. Intubation etc. sicher beherrscht?
Oder die richtige Indikation für eine Entlastungspunktion stellen? Wie oft habt ihr schon eine gesehen? Glaubt ihr wirklich die breite Masse der RDler kann mit Auskultation, Perkusion etc. umgehen?
1.Regel, Freunde:nihil nocere
Ich denke auch: das Hauptproblem, das einer Regelkompetenz im Wege steht, ist die mangelnde Vergleichbarkeit der RettAss-Qualifikation (vom anerkannten Transportsanitäter bis zum motivierten Rettungsassistenten ist da alles vertreten)
Kann mir kurz jemand sagen,was eine pulslose VT ist?
Pulslose ventrikuläre Tachykardie :-stud
Ja danke, weiß ich. ;-) Aber was ist das genau? Wie unterscheide ich das von der Asystolie?
@Retter
Da liegt das Problem bei vielen: Es gibt Dinge die kann man eben nicht in kuschligen Wochenendkursen lernen wie sonst vieles im RD. Es gibt massig RDler die noch nie eine Ausbildung genossen haben und denen willst du in "Zusatzkursen" beibringen wie er die richtigen Analgetika auswählt, KIs, Komplikationen inkl. Intubation etc. sicher beherrscht?
Oder die richtige Indikation für eine Entlastungspunktion stellen? Wie oft habt ihr schon eine gesehen? Glaubt ihr wirklich die breite Masse der RDler kann mit Auskultation, Perkusion etc. umgehen?
1.Regel, Freunde:nihil nocere
Naja, wir reden hier ja nicht von RD'ler, die noch nie eine Ausbildung genossen haben wie du so schön sagst, sondern schon von RA's, die ihre Urkunde nich mal eben bei ebay ersteigert haben. Das es dadrunter Pappnasen gibt und solche, die es richtig gut können, steht jetzt nicht zur Debatte.
Wieviele Hausärzte gibt es denn, die schonmal eine Entlastungspunktion gesehen, geschweige denn gemacht haben, hm?
Sorry, ich finde deine Beiträge tendieren stark in die Richtung: Alle RA's sind Flachschippen und können garnix.
Asystolie: Kreislaufstillstand, Nulllinie im EKG
pulslose VT: sehr schnelle ventrikuläre Tachykardie mit insuffizienter Auswurfleistung
Naja, wir reden hier ja nicht von RD'ler, die noch nie eine Ausbildung genossen haben wie du so schön sagst, sondern schon von RA's, die ihre Urkunde nich mal eben bei ebay ersteigert haben. Das es dadrunter Pappnasen gibt und solche, die es richtig gut können, steht jetzt nicht zur Debatte.
Wieviele Hausärzte gibt es denn, die schonmal eine Entlastungspunktion gesehen, geschweige denn gemacht haben, hm?
Sorry, ich finde deine Beiträge tendieren stark in die Richtung: Alle RA's sind Flachschippen und können garnix.
Schwachsinn.
Warte mal bis du die Realität im deutschen RD kennengelernt hast. Ich rede nicht von Ebay-RAs sondern von den abertausenden Anerkannten. Wie willst du die bei der "Regelkompetenz" ausklammern.?
Die Ausbildung is zu kurz, zu oberflächlich. Und die Jahrespraktikas sind häufig nichts wert weil es keine effektive Kontrolle gibt.
Ich denke auch: das Hauptproblem, das einer Regelkompetenz im Wege steht, ist die mangelnde Vergleichbarkeit der RettAss-Qualifikation (vom anerkannten Transportsanitäter bis zum motivierten Rettungsassistenten ist da alles vertreten)
und es reicht sogar weiter bis zum ÜBERmotivierten RA!
Skalpella
21.01.2007, 23:22
Ich denke auch: das Hauptproblem, das einer Regelkompetenz im Wege steht, ist die mangelnde Vergleichbarkeit der RettAss-Qualifikation (vom anerkannten Transportsanitäter bis zum motivierten Rettungsassistenten ist da alles vertreten)
Dem stimme ich voll und ganz zu. Keine Ahnung, wie man das trennen soll. Ich bin selber Anästhesieschwester und hab immer diese RA (ja: RA, nicht RS!)-Praktikanten am mitlaufen, die Basismaßnahmen wie Medikamente aufziehen, Hauptwirkungen, Maskenbeatmung und Nadellegen... lernen sollen. Und da ist echt alles dabei: von den Naturtalenten, die alles behalten, super beatmen, nadellegen, intubieren bis hin zu denjenigen, die sofort abblocken, wenn man anfängt, Medikamente zu erklären (Hauptwirkung, Dosierung, mg/ml...). Wörtliches Zitat: des brauchst mir net erklären, des versteh ich eh net...
Dabei weiß ich, dass es auch auf die Schule und den Ausbildungsstand ankommt, aber auch dass auch anerkannte RAs sagenhaft gut sein können, dass oftmals der Arzt (unerfahren, Hausarzt, fährt 3x im Jahr Notarzt) von den guten und erfahrenen RAs geleitet wird.
Keine Ahnung, wie man da differenzieren soll. Die richtig guten, fitten RAs befinden sich halt immer in der rechtlichen Grau-bis Schwarzzone. Die schlechten währen mit einer erweiterten Kompetenz total überfordert... :-nix
@medianab:
Apropos Anästhesieschwester/pfleger: Ihr habt ne fünfjährige (3+2) Ausbildung und dürft eine geregelte, vorher geplante Narkose nicht allein einleiten/aufrechterhalten, was, mit Verlaub, ja z.B. bei orthopädischen Eingriffen (von kardiochirurgischen Eingriffen oder gefäßchirurgischen mit Aorta abklemmen etc. rede ich hier nicht!) nun keine Hexerei ist, während RAs draußen unter suboptimalen Bedingungen, ohne Anamnese etc pp und mit einer viel kürzeren Ausbildung das für sich beanspruchen.
Ich finde die Regelung mit einer klaren Liste an "kompetenzmedikamenten" nicht schlecht, einige davon könnten meinetwegen auch Regelkompetenz werden, z.B. neben den "Klassikern" Supra bei Rea, Berotec bei Asthma etc....H1-Blocker, Adrenalin bei Wespenallergikern. Narkotika, Analgetika und insbesondere bei Antiarrhythmika würde ich selber dann aber doch ganz gerne von einem ARzt bekommenEhe mich jetzt wieder alle RDler hauen: Ich kenne durchaus einige RAs, die wegen mir jedes auf dem NEF befindliche Medikament verabreichen dürften und ebenso einige Ärzte, von denen ich noch nicht einmal eine Ringer angehängt bekommen wollte, aber dieses Problem wird wohl nicht zu lösen sein.
Nächtliche Grüße,
Janny
.... aber auch dass auch anerkannte RAs sagenhaft gut sein können, dass oftmals der Arzt (unerfahren, Hausarzt, fährt 3x im Jahr Notarzt) von den guten und erfahrenen RAs geleitet wird.
...
Muß ich rechtgeben, hab ich vorhin zu einseitig ausgeteilt.
Skalpella
22.01.2007, 11:03
@medianab:
Apropos Anästhesieschwester/pfleger: Ihr habt ne fünfjährige (3+2) Ausbildung und dürft eine geregelte, vorher geplante Narkose nicht allein einleiten/aufrechterhalten, was, mit Verlaub, ja z.B. bei orthopädischen Eingriffen (von kardiochirurgischen Eingriffen oder gefäßchirurgischen mit Aorta abklemmen etc. rede ich hier nicht!) nun keine Hexerei ist, während RAs draußen unter suboptimalen Bedingungen, ohne Anamnese etc pp und mit einer viel kürzeren Ausbildung das für sich beanspruchen.
Janny
Da haste schon recht, aber es handelt sich bei dieser Regelung ja eher um ne politische Regelung. Zwei Kollegen (auch3+2) von mir sind in die Schweiz gegangen und fahren dort alle Narkosen. Ist halt dort so geregelt.
BTT: Es ist halt so, dass diese Regelung im Krankenhaus niemandem das Leben kostet (meist...), während es ja bei der diskutierten erweiterten Kompetenz im Extremfall um Leben und Tod gehen kann... Aber wie schon gesagt: ich hab keine Ahnung, wie man das regeln sollte... :-nix
und es reicht sogar weiter bis zum ÜBERmotivierten RA!
In meiner Heimat stellt diese Gruppe fast die Mehrheit.
Ich muß zugeben, daß ich in meinen jungen RA-Zeiten auch schon so manche Regel gebrochen habe, bei mir ist nicht immer nur VEL durch den Zugang gelaufen. Aber, man wird älter und reifer, inzwischen stehe ich dem ganzen Thema ziemlich kritisch gegenüber. Es gibt sie wirklich, die RAs, denen ich das zutraue mit einer Reglkompetenz (jetzt mal unabhängig von ihrem fiktiven Umfang) verantwortungsvoll umzugehen. Aber es gibt halt doch zuviele Vollidioten in diesem Business, als daß ich mich tatsächlich für eine solche Regelung aussprechen könnte.
Kackbratze
23.01.2007, 11:21
Die Frage ist doch, inwieweit die Ausbildung ausreicht.
Auch im Krankenhaus ist es teilweise abstrus, da wollen die Krankenschwestern teilweise mehr Kompetenzen (Braunülen, Infusionen anhängen, etc), andererseits verlagen dann die Pflegedienstleitung und der Betriebsrat, dass die Krankenschwestern sich "nur auf die Pflege" konzentrieren.
Und die gleiche Diskussion wird bei den RettAss geführt.
Wenn die Ausbildung ausreichend ist/wird, sehe ich da kein Problem.
Das ParaMedic System funktioniert doch auch, warum sollte man sowas nicht auch hier machen?
Es ist klar, dass es immer ein paar Pfeifen geben wird, aber die werden dann auch schnell aussortiert, wenn was nicht klappt.
Ich glaub da werden wir noch lang,lang diskutieren können.
RAs wollen die Regelkompetenz.
Heilpraktiker die Kassenzulasung und das Recht Medikamente zu verschreiben.
Pflege will mehr ärztliche Aufgaben, eigene Praxen und Budget.
Optiker Augendruckmessungen machen (glaub das dürfen se jetz auch wieder so a bissl)
Die Argumente sind IMMER die gleichen.
1. Dadurch wird vieeeeel Geld gespart.
2. Die böööse Ärztelobby is sooo mächtig und will Pfründe sichern
3. Ich kenn da nen Arzt der is so schlecht da könnt ich das viel besser.
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