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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pflegepraktikum - kein Bock auf Po wischen und Füße waschen



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Sunshine*w
19.09.2005, 17:03
Ich denke, wenn man eine solche Situation schon einmal erlebt hat/erleben musste, kann man sich besser in die Lage der hilfsbedürftigen Leute hineinversetzen.
Wenn man selbst schon einmal so hilflos war, dass man sich über jede nette, hilfsbereite Schwester/Praktikant(in) freut, die einem das Schamgefühl (etwas) nehmen kann...
Wenn dann allerdings ein Zivi oder Praktikant oder sonstjemand vor einem steht, angewidert guckt und nur sagt: "dann gehn wir mal aufs Klo" ...das ist ein ganz immenser Unterschied... nicht nur aus der Sicht einer alten Dame... Sunny ist erst 20 :-blush

Man sollte sich im Klaren sein, dass man selbst innerhalb weniger Sekunden in eine Situation kommen kann, in der man auf eine solche Art von Hilfe angewiesen ist... und man sollte sich überlegen, was man dann von Leuten mit einer "solchen" Einstellung halten würde...

Meine Sichtweise hat sich jedenfalls, seitdem ich es lange genug erleben "durfte", radikal geändert...

DjBonsai
19.09.2005, 22:13
Ich denke, wenn man eine solche Situation schon einmal erlebt hat/erleben musste, kann man sich besser in die Lage der hilfsbedürftigen Leute hineinversetzen.
Wenn man selbst schon einmal so hilflos war, dass man sich über jede nette, hilfsbereite Schwester/Praktikant(in) freut, die einem das Schamgefühl (etwas) nehmen kann...
Wenn dann allerdings ein Zivi oder Praktikant oder sonstjemand vor einem steht, angewidert guckt und nur sagt: "dann gehn wir mal aufs Klo" ...das ist ein ganz immenser Unterschied... nicht nur aus der Sicht einer alten Dame... Sunny ist erst 20 :-blush

Man sollte sich im Klaren sein, dass man selbst innerhalb weniger Sekunden in eine Situation kommen kann, in der man auf eine solche Art von Hilfe angewiesen ist... und man sollte sich überlegen, was man dann von Leuten mit einer "solchen" Einstellung halten würde...

Meine Sichtweise hat sich jedenfalls, seitdem ich es lange genug erleben "durfte", radikal geändert...

Ganz meine Meinung. Ich finde, mal sollte sich in die Menschen hineinversetzen und überlegen, wie man sich wohl selber fühlen würde, wenn man in der Situation ist. Aber trotzdem können das trotzdem nicht alle akzeptieren. Selbst, wenn man sich in einen Menschen hineinversetzt, ist es für viele schwierig so zu handeln, wie man es selber erwarten würde, wenn man in dieser Situation wäre.
Ob man deshalb ein schlechterer Arzt wird, weiß ich nicht genau. Es gibt sicherlich andere Gründe, die einen Menschen zu einem guten Arzt machen. Wünschenswert im Sinne der Menschlichkeit ist es schon, aber da hat wohl jeder seine eigene Meinung drüber.

Acyan
19.09.2005, 22:15
*editiert*

Shakespeareslady
19.09.2005, 22:20
bequem???
ich will dich in vielleicht 60 jahren mal über so nem fön auf der toilette hängen sehen...
warum willst du eigentlich medizin studieren, wenn dir der dienst am menschen so fern liegt? doc spielen gerne, aber bitte nicht anfassen müssen...gehts noch?

Loish
19.09.2005, 22:30
Vielleicht war das ja auch ein Witz.... :-)) aber ich habe hier gelernt vorsichtig zu sein, und dass es wohl bei weitem weniger Trolle gibt als ich spontan annehme. :-((
Wobei Acyan ja ein ziemlich eindeutiger Fall ist. *ggg*

DjBonsai
19.09.2005, 22:51
Warum müssen sich denn Patient und Pfleger/Praktikant beide einer unangenehmen Situation unterziehen (wodurch die Privatsphäre des Patienten zudem noch verletzt wird), wenn sich diese bequem vermeiden lässt ?

Privatsphäre im Krankenhaus? Die gibt man doch an der Pforte ab, oder nicht?

Ne...mal ernsthaft: Willst du Patienten mit dem Dampfstrahl reinigen lassen? Was ist, wenn sie nicht richtig sauber werden und dann Wundstellen bekommen, die dann eventuell auch noch eine Sepsis auslösen? Die persönlich
Betreuung und die Reinigung nach dem Stuhlgang kann man einfach einer Maschine mit eingebautem Fön nicht überlassen.

Wieso gibt es denn sowas wohl noch nicht für Babys, um die Eltern zu entlasten? Vielleicht, weil die Patienten ähnlich, wie Kinder sind und auch ein gewisses persönliches Verhältnis zu einer Pflegekraft aufbauen können, die ihnen das unangenehme Gefühl dann nimmt. Was stört dich eigentlich daran? Es ist doch nur Kot. Es riecht unangenehm....ok....aber ich habe mich immer mit den Patienten nett unterhalten, weil ihnen das einfach das Gefühl genommen hat "Den belaste ich doch nur...für den ist das doch bestimmt voll unangenehm...das muss mir leid tun und ich sollte mich deswegen schämen..."
Den meisten Patienten geht es eh schon schlecht genug und eine Person im Krankenhaus, die ihnen helfen kann, mit der sie aber lachen können ist doch sicherlich viel besser, für den psychischen Zustand eines Menschen, der sicherlich unter einem Krankenhausaufenthalt auch leidet, als eine Person, die sie nur auf eine Schüssel mit einem Wasserstrahl schleppt, damit sie dort "abgespritzt" werden, wie ein Auto mit einem Gartenschlauch.
:-meinung

TobiasN
19.09.2005, 23:04
Natürlich ist da ein Föhn integriert. Und zudem verstehe ich nicht, weshalb du dich über meinen Vorschlag so aufregst.

Warum müssen sich denn Patient und Pfleger/Praktikant beide einer unangenehmen Situation unterziehen (wodurch die Privatsphäre des Patienten zudem noch verletzt wird), wenn sich diese bequem vermeiden lässt ?

Ich denke, der Vorschlag geht einfach ziemlich an der Realität vorbei. Ich sehe bei meinem Praktikum täglich Patienten, die schaffen es kaum oder garnicht, sich alleine soweit auf die Seite zu rollen, dass ich ihnen den Hintern abputzen kann. Wie soll ich die auf das High-Tech-Scheißhaus bekommen? Ganz abgesehen davon, dass ich sie dort dann während der Verrichtung festhalten müsste.
Und welche Maschine leert den AP, schiebt den Katheter oder schmiert den Dekubitus am Popo ein, wenn man sich von allen weniger angenehmen Dingen fern halten will.
Wer sich nicht reif fühlt um Füße zu waschen oder Leute im Intimbereich zu waschen, der muss das ja auch nicht. Viele Arbeiten als Arzt sind aber auch nit viel angenehmer. Und ein Präp-Kurs kommt auch noch.

[edit: Mal wieder schneller gedacht, als die Finger folgen konnten]

Leggo1
19.09.2005, 23:41
Wer sich nicht reif fühlt um Füße zu waschen oder Leute im Intimbereich zu waschen, der muss das ja auch nicht. Viele Arbeiten als Arzt. Und ein Präp-Kurs kommt auch noch.

Mit welcher Ernsthaftigkeit hier die Empörung zuschlägt??! Dabei ist dieser thread sehr unterhaltsam...

Ich bin der bescheidenen Meinung, dass man ob all der Einfühlungswilligkeit nicht vergessen darf, dass Arztsein und Pflegersein zwei grundlegend verschiedene Dinge sind und dass es sich hier modernerweise um eigenständige Tätigkeitsgebiete (mit Zusammenarbeit, klar) handelt. Ein Arzt muss nicht die Fähigkeiten der Pflege haben und nicht umgekehrt. Dabei kann man sich trotzdem hervorragend verstehen und zusammenarbeiten. Aber es ist einfach falsch zu glauben, dass jeder Arzt unbedingt durch diese "Demut" hindurch muss und erst so zum reifen tollen Arzt werden kann. Mal ganz abgesehen davon, dass es infam ist, die Pflege als Tätigkeit hinzustellen, die erstmal gaaanz viel Überwindung braucht. Wir alle wissen: der Mensch gewöhnt sehr schnell an sehr vieles und mit der nötigen Professionalität...

Cranium
20.09.2005, 19:16
Ich verstehe die Aufregung net!
Viele Erfindungen wurden zu Anfangs belächelt und von allen Seiten versucht totzureden.
Aber es kam unter Umständen eine Nutzvolle Sache heraus.

Ich wäre jetzt auch net spontan auf einen Vollwaschautomat für den Anus mit 4000 Schleudertouren gekommen mit integrierter Trocknerfunktion und vielleicht auch noch mit dem Zusatzprogramm eincremen.

Aber mit Abstand betrachtet finde ich den Gedanken gar net so übel.

Klar bei der alten Dame, die vom Reinigungsstrahldruck an die Zimmerdecke emporgehoben wird, ist es net so vorstellbar.

Aber jüngere Semsester, vielleicht mit beiden Armen eingegibst,kommen also net an den Hintern, finde ichs gut.

Da kommen beide Seiten nicht in die unangenehme Situation.


Und was mich in dieser Diskusion wirklich nervt, ist dieses :
"Es ist doch nur Kot"

Aber es ist eben nicht einfach nur Kot!
Akzeptiert doch einfach mal, dass es Menschen gibt, die sich nicht über jeden Stuhlgang des Pat. riesig freuen und sich darum prügeln wer nun ans Steckbecken darf.

Nicht jeder der nicht so geraten ist, ist gleich ungeeignet für die Pflege und für die Med. schon gar net.

Jeder hat eine andere Einstellung zu diesem Thema!
:peace:

DjBonsai
20.09.2005, 23:14
Und was mich in dieser Diskusion wirklich nervt, ist dieses :
"Es ist doch nur Kot"

Aber es ist eben nicht einfach nur Kot!
Akzeptiert doch einfach mal, dass es Menschen gibt, die sich nicht über jeden Stuhlgang des Pat. riesig freuen und sich darum prügeln wer nun ans Steckbecken darf.

Nicht jeder der nicht so geraten ist, ist gleich ungeeignet für die Pflege und für die Med. schon gar net.

Jeder hat eine andere Einstellung zu diesem Thema!
:peace:

Was ist es denn sonst? Es ist eben nur Kot. Eine normale Ausscheidung, des menschlichen Körpers, mit der das Pflegepersonal oder die Ärzte wohl leben müssen. Ich verstehe auch nicht, was ihr daran so schlimm findet, oder was euch daran stört. Nur, weil es nun mal stinkt? Ihr könnt echt empfindlich sein.

Tigerettes15
21.09.2005, 01:18
Falsch! Du darfst so einiges machen - nur das nicht, wo du wahrscheinlich den höheren Benefit drin siehst.
Letztendlich darfst du all die Verrichtungen machen mit denen du nachher als Arzt, bzw. auch schon Famulant, nichts mehr zu tun hast. Was darfst du nicht? Spritzen (das lernste schon noch im Studium, hierfür ist das Praktikum sicher nicht da), Blutabnehmen (s.o.), Medikamente verteilen / stellen (was bringts dir wenn du's dürftest?, außerdem sind die Gefahren in dem Bereich wirklich zu groß als dass ich da einen Praktikanten ranlassen würde), Infusionen vorbereiten...
Aber du darfst dich in der gesamten Grundpflege austoben, darst betreuen, Patienten begleiten, einschleusen in den OP und natürlich auch aufräumen (was ja nunmal zur Pflege dazugehört). Außerdem noch einiges unter Aufsicht (RR-Messen etc.).

Also das ist von Station zu Station schon unterschiedlich. Bei meinem ersten Praktikum war auch viel Putzen dran, waschen, Bettpfannen leeren...aber da gabs sonst auch nicht so viele Aufgaben und direkt nach dem Abi hätte ich mich vielleicht auch nicht getraut Spritzen zu geben oder Infusionen an- und abzuhängen (wurde mir aber angeboten). Das war in einem kleinen Lehrkrankenhaus, fürs erste Mal optimal.

Nach dem ersten Studienjahr hab ich auf der Hämatologie (Stefan Morsch Station) in Benjamin Franklin (Berlin Steglitz), jetzt Teil der Charité-Unimedizin Berlin gearbeitet. Dort wurden vor allem Knochenmarktransplantationen usw. durchgeführt und ich hab viel und meinen Fähigkeiten entsprechen machen dürfen. Das Team war wundervoll.
So hab ich z.B Heparin spritzen dürfen, wo man nun wirklich nicht viel falsch machen kann, Infusion an- und abgehangen sowie vorbreitet, Medikamente bereitgestellt, die Blutabnahmen vorbereitet (gucken was abgenommen werden soll, Röhrchen beschriften, bereitstellen etc.). Das waren alles meine Lieblingsaufgaben und die haben sie mir nach der Zeit sogar extra für mich aufgehoben, auch wenn die vielleicht für die andere Schicht zugeteilt waren. Da Blutabnahmen über den ZVS abgenommen wurden, konnte ich das allerdings nicht machen.
Du siehst also die Aufgaben die du oben als unerlaubt genannt hast, dürfte ich alle machen.
Ansonsten hab ich bei Knochenmarkbiopsien, ZVK legen und Lumbalpunktion assistiert, sowie die Visiten mit dem Arzt gemacht. Die Schwester haben mir immer gesagt wo was los ist und versucht mir soviel wie möglich zu zeigen.

Im großen und ganzen muss ich sagen, dass ich super viel Glück hatte und ein super Team und daher auch sagen kann, dass das Praktikum mir viel gebracht hat. Ich denke diese Aufgaben reichen auch erstmal aus. Für weiteres sind die Famulaturen da, wo man sich ausreichend austoben kann.
Ich habe ein riesen Respekt vor den Pflegekräften bekommen und weiß, dass das emotional für mich nicht der richtige Job wäre.

Ich habe jetzt in den USA Famulatur auf einer Kinderintensivstation, Früh- und Neugeborenenstation gemacht sowie in einer Spezialpraxis für chronisch kranke Kids. Ich kam dort mit allen sehr gut klar, vor allem aber mit den Pflegekräften. Ich denke auch gerade weil ich mich in der Pflege miteingebracht habe, wenn ansonsten nix für mich zu tun war und mich auch für ihre Arbeit viel interessiert habe. (Umbetten, Botengänge, füttern, wickeln etc.) Von denen kann man oft mehr lernen als von den Ärzten! Dort sind die Schwestern stärker qualifiziert und es gibt auch sonst viele besondere "Pflegekräfte"...Occupational Therapist, Physical Therapists, Respiratory Therapist (machen, die ganzen Lungenübungen, Beatmungen, Intubation, etc), wo immer viel zu sehen und zu lernen war. Viele waren dort auch begeistert und überrascht, als ich ihnen von unsrem Praktikum erzählte. Denn dort sind Studenten oft arrogant oder besserwisserisch gegenüber den Pflegekräften.

Sicher macht so ein Praktikum nicht immer Spaß, es gab auch für mich Tage, wo ich nichts zu tun hatte. Aber nach drei Jahren Studium muss ich sagen, dass es mir trotzdem ne Menge gebracht hat. Vielleicht nicht was das medizinische Fachwissen angeht (dazu hat man ja noch 6 Jahre) sondern das zwischenmenschliche...wie gehe ich mit neuen Kollegen, mit Patienten udn deren Familien um, usw.
Auch später im Studium fragt man sich noch oft, wozu brauch ich das oder man muss Dinge machen die kein Spaß bringen. So ist das nun mal im Leben. Findet euch damit ab!

Sorry für den langen Text, aber das brannte mir nunmal auf den Nägeln.
Viel Spaß euch allen noch beim Praktikum und dem Rest des Studiums und alle die noch warten wünsch ich viel Glück und Erfolg!

Tigerettes15
21.09.2005, 01:34
zitat von leggo1:
[/QUOTE]Ich bin der bescheidenen Meinung, dass man ob all der Einfühlungswilligkeit nicht vergessen darf, dass Arztsein und Pflegersein zwei grundlegend verschiedene Dinge sind und dass es sich hier modernerweise um eigenständige Tätigkeitsgebiete (mit Zusammenarbeit, klar) handelt. Ein Arzt muss nicht die Fähigkeiten der Pflege haben und nicht umgekehrt. Dabei kann man sich trotzdem hervorragend verstehen und zusammenarbeiten. Aber es ist einfach falsch zu glauben, dass jeder Arzt unbedingt durch diese "Demut" hindurch muss und erst so zum reifen tollen Arzt werden kann. Mal ganz abgesehen davon, dass es infam ist, die Pflege als Tätigkeit hinzustellen, die erstmal gaaanz viel Überwindung braucht. Wir alle wissen: der Mensch gewöhnt sehr schnell an sehr vieles und mit der nötigen Professionalität...[/QUOTE]

Ich finde es schon ganz schön dreist den Pfelegberuf als "demütigende Arbeit" hinzustellen. "Demut" ist so ein negatives Wort. Siehst du den Pflegeberuf etwa auch als demütigenden (und damit als negativen) Beruf an? Ich habe großen Respekt vor der Pflege und weiß, vor allem nach dem Praktikum, dass das nichts auf Dauer für micht wäre. Und zwar nicht wegen der arbeit an sich, sonder wegen dem emotionalen Stress. Als Pflegekraft hat man noch intensiveren Kontakt zu den Patienten, was auf einer Station für Leukämiekranken (die man oft über Jahre hinweg begleitet) besonders belastend sein kann.
Ich selbst habe keine Pflegeausbildung vorher gemacht und denke trotzdem, dass das bißchen Praktikum ja nun keinen was schadet, warum kannst du in meinem obigen Beitrag lesen.
Auch als Arzt soltle man vielleicht in der Pflege zu packen können. Hab Gott sei Dank auch Ärzte gesehen, die mal schnell die Bettpfanne holen oder dem Patienten die Nase schnauben, wenn die sich nicht bewegen können und nicht wegen jedem kleine Mist gleich die Schwester holen, sondern das in der Zeit auch ganz schnell allein machen können.

THawk
21.09.2005, 09:16
@Tigerette
Irgendwie ist der Hintergrund wohl nicht übergekommen:
Es ging darum, was man als Praktikant ganz klassisch laut Gesetz(??) / Richtlinien des KH machen darf. Dass man nachher mehr machen darf (z.B. deine o.g. Blutabnahmen), weil es dir vom Pflegepersonal erlaubt wird ist etwas anderes! Trotzdem würde ich mal ganz stark vermuten, dass es auch im BF offiziell nicht zum Aufgabenbereich von Praktikanten gehört (die werden ja meist mit Zivis gleichgestellt und für die ist es auf jeden Fall vom Gesetz her verboten).

Ich finde es ja auch schön, wenn man viel lernt in dem Praktikum, aber trotzdem sollte man sich immer bewusst darüber sein, dass man im Schadensfalle ganz allein auf weiter Flur dasteht. Wenn bei irgendeiner Handlung, die du laut Richtlinie nicht machen dürftest, was passiert hast du die alleinige Verantwortung. Da hilft dir auch nicht wenn dir der Stationspfleger gesagt hat "mach doch mal".

Ciao, Lars

P.S.: Die Blutabnahmen wurden sicherlich aus dem ZVK und nicht aus der ZVS gemacht :-)) :-top :-))

Doctöse
21.09.2005, 10:06
Also bei meinem Praktikum war ich von der Klinik her versichert, falls was passiert. Das betraf auch das Blutabnehmen. Habe auf einer Intensiv mein Pflegepraktikum gemacht. Mit Blut abzapfen ausm ZVK, ausm arteriellen Zugang, ich durfte sogar unter ärztlicher Anleitung und Aufsicht bronchoskopieren. Letztendlich durfte ich ne Menge. Aber ich habe natürlich zusätzlich Pflege pur gehabt, denn die Patienten waren alles andere als mobil. Die Erfahrung des Praktikums möchte ich nicht missen. Es hat mir viel gebracht in Bezug auf Patientenkontakt, aber auch die Dinge, die ich so machen durfte waren natürlich echt nützlich :-top
Klar, das Personal hat dazu beigetragen, daß ich aus dem Praktikum viel mitgenommen habe. Habe auch noch ein anderes Praktikum gemacht (auf einer Inneren), da haben sich die Schwestern vor bestimmten Patienten geekelt, diese am Wochenende z.B. nicht gewaschen und drauf gewartet, daß am Montag die Praktikantin und der Pflegeschüler dies übernahmen. Die Oberschwester hat mich gehasst, weil ich mit den schwierigen Patienten komischerweise bestens zurecht kam und die bei mir alles brav machten, wie es angeordnet war. Naja, sie war eben ne grausame Ziege, kein Wunder, daß die Patienten da auf stur schalten. Hab ich dann nämlich auch gemacht. Das Innere-Praktikum war für mich also keine gute Erfahrung und hat mich nur zu der Erkenntnis gebracht, daß es eben auch verdammt sadistisches Pflegepersonal geben kann (nix gegen Decubitus machen und Patienten beschimpfen, daß er nen wunden Hintern hat).
Ob das Pflegepraktikum letztendlich gut fürs Studium ist, daß muß glaub ich jeder für sich selbst entscheiden. Für mich wars gut, dank der Zeit auf der Intensiv kann ich schon einige ärztliche Kleinarbeiten und das nette Personal hat sein übriges getan, daß ich sicher immer nett zu Schwestern und Pflegern sein werde. Wenn jemand natürlich nur schlechte Erfahrungen in seinem PP macht, dann ist es auch verständlich ,wenn er sagt, es hat ihm nichts gebracht, außer Hass aufs Pflegepersonal. Es gibt da schon Leute, die später als Arzt ihre "böse" PP-Station aufsuchen und es den Schwestern heimzahlen wollen ;-)
Aber wer sich weigert, daß Praktikum machen zu wollen, der sollte sich echt überlegen, ob Medizin dann das richtige is. Denn im späteren Berufsleben als Arzt muß man sich einer derartigen Maschinerie unterwerfen, da is das Pflegepraktikum doch wirklich ein Fliegenschiss gegen. Und wenn einer so dolle Angst vor all dem Kot hat, dann soll er halt an eine Klinik gehen, wo ihm Dank Vitamin B Aktensortieren als Pflegepraktikum angrechnet wird, auch wenn das reichlich unfair gegenüber uns allen is, die wir in die ******* gefasst haben :-meinung

Cranium
21.09.2005, 17:27
Was ist es denn sonst? Es ist eben nur Kot. Eine normale Ausscheidung, des menschlichen Körpers, mit der das Pflegepersonal oder die Ärzte wohl leben müssen.

Ich verstehe auch nicht, was ihr daran so schlimm findet, oder was euch daran stört. Nur, weil es nun mal stinkt? Ihr könnt echt empfindlich sein.

Du verstehst mich net!

Für die einen ist es einfach Kot.
Die können ihr Wurstbrot in der einen Hand und das Steckbecken in der anderen halten und einen kräftigen Bissen im Mund unter der Zunge haben.

Für die anderen ist und bleibt der Umgang mit Ausscheidungen eine unangenehme Geschichte.

Und das wichtigste was ich die ganze Zeit wiederhole ist, das es Menschen beider Art in Pflege und Med. gibt und immer geben wird.

Und das endlich hier aufgehört werden muss, Leuten bei denen nicht so ein Holidayfeeling beim Thema Kot und Ausscheidungen aufkommt als ungeeignet für diese Berufe zu brandmarken! :-???

nadie
21.09.2005, 18:50
Jaja.. und wundervoll ist es, wenn du Patienten dabei hast, die überhaupt nicht mehr wissen wo hinten und vorne ist und sich die Exkremente am ganzen Körper verschmieren inklusive Bett. Das durfte ich gestern alles mit dem Zivi wegmachen. Und dann hat der Patient noch MRSA. Wunderbar sage ich euch.. Aber da muss man durch! ;-)

DjBonsai
21.09.2005, 20:49
Und das endlich hier aufgehört werden muss, Leuten bei denen nicht so ein Holidayfeeling beim Thema Kot und Ausscheidungen aufkommt als ungeeignet für diese Berufe zu brandmarken! :-???

looool

Im Beruf wird man immerwieder mit unangenehmen Dingen konfrontiert. Manche Tätigkeiten mag man, manche nicht. Ich würde niemanden als ungeeignet für den Arztberuf abstempeln, nur weil er ein Problem mit Exkrementen hat.
Letztendlich werden doch es alle damit arbeiten müssen...egal ob sie wollen, oder nicht :-nix

Tigerettes15
21.09.2005, 20:53
So seh ich das auch. Wer bitte macht schon solche Arbeit gern..keine Krankenschwester, aber es muss halt gemacht werden, also findet euch damit ab. Es war auch nciht gerade meine Lieblingsaufgabe damals im KPP. Bei Babies habt ihr bestimmt weniger Probleme die Windeln zu wechseln.
Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß im Untersuchungskurs oder spätestens in der Famulatur, wenn ihr den Darm ausräumen dürft oder auch nur ne Analuntersuchung machen müsst. Da wird keine Rücksicht auf eure Gefühle genommen, sondern erwartet das ihr das ohne Murren macht. Da ist Po abwischen noch angenehmer!

Cranium
22.09.2005, 19:54
So seh ich das auch. Wer bitte macht schon solche Arbeit gern..keine Krankenschwester, aber es muss halt gemacht werden, also findet euch damit ab. Es war auch nciht gerade meine Lieblingsaufgabe damals im KPP. Bei Babies habt ihr bestimmt weniger Probleme die Windeln zu wechseln.
Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß im Untersuchungskurs oder spätestens in der Famulatur, wenn ihr den Darm ausräumen dürft oder auch nur ne Analuntersuchung machen müsst. Da wird keine Rücksicht auf eure Gefühle genommen, sondern erwartet das ihr das ohne Murren macht. Da ist Po abwischen noch angenehmer!


:-sleppy


Habe selbst schon digital ausgeräumt, und?

Die Quintessenz aller meiner vorigen Beiträge war nur, dass

Menschen, für die solche Tätigkeiten mit Ausscheidungen unangenehm sind genau so für die Pflege oder Medizin geeignet sein können, wie für Menschen, die gleichzeitig dabei essen können.
Es heißt hier an jeder Ecke:"Dann geh doch BWL studieren", "du bist ungeeignet" usw..
Das NERVT!

Wir drehen uns im Kreis! :-sleppy

Tigerettes15
22.09.2005, 20:13
Ich wollt mit meinem obigen Beitrag lediglich anmerken, dass dies Arbeiten sind die eben gemacht werden müssen und man sich damit eben abfinden muss. Außerdem kam ja das Argument, dass man Po abwischen usw. später als Arzt ja nicht machen müsste, dafür muss man aber sehr wohl die in meinem Beitrag genannten machen. Also es gibt immer für einige mehr oder weniger angenehme Arbeiten. Aber das gibts in jedem Job. Ich finde auch nicht, dass wenn es einem was ausmacht oder einem schlecht wird man ungeeignet ist. Ich hab ne Freundin die mit mir vor 3 Jahren Medizin anfing und damals kein Blut sehen konnte...sie ist immer noch dabei und wird bestimmt mal ne tolle Ärztin. Man gewöhnt sich an alles auch an die unliebsamen Aufgaben. Also findet euch endlich damit ab!