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Thomas24
12.06.2002, 20:18
@Manu: Oh doch... es kann immer schlimmer werden.

Es geht ja gar nicht darum, das das Fach an sich dröge und uninteressant wäre. Oder einfach "nicht das richtige", oder wir wären "nicht wahrhaft berufen".

Nein. Die Medizin an sich ist wirklich interessant (oder kann es sein).

Es geht einfach darum, das man in dem Fach, in dem man eigentlich arbeiten möchte und in dem man immatrikuliert ist vielerorten einfach eine Ausbildung (und anschließende Berufsperspektive) vorfindet, die einfach jeder Beschreibung spottet.

Es bleibt dabei: wer Medizin uuuunbedingt machen möchte, um seines Seelenheils oder Lebensglück willen- bitte, tut es.
Aber macht es an einer medizinischen Fakultät, die den Namen "Ausbildungsstätte" auch verdient.

12.06.2002, 20:32
@Thomas24

Sicher, du hast Recht. Aber das mit den seltsamen Lerninhalten findest du leider überall. Hier kannst du z.B ein Informatik - Studium durchziehen, ohne dabei auch nur einmal einen Rechner anzurühren (...!). Welche Unis sind eigentlich in Dt. zu empfehlen?

eva_luna
13.06.2002, 01:42
@ manu

doch, es kann schlimmer als informatik werden, glaube mir!

*g* dito, fachfremd geht es bei uns auch zu - habe bis jetzt an der uni noch keinen einzigen patienten gesehen. nach dem 1. semester musste ich sehr herzlich lachen, als ich den schein "einführung in die klinische medizin (mit patientenvorstellung)" (so steht das tatsächlich wortwörtlich auf dem schein!) abgeholt habe - der patient war vermutlich virtuell nur im hirn der kursleiter vorhanden...

gruß
eva_luna

Laura
13.06.2002, 15:59
Hallo Thomas24,

danke für deine antworten.
nur zwei fragen :-)
1. Warum ist der Betreff deines Antworten-Beitrags "aladdin" ??
2. mit dem auswandern ins ausland um dort zu studieren.. eigentlich eine ganz nette sache.. nur wird das medizinstudium auf französisch sicher nochmal schwerer sein. man müsste die sprache schon sehr gut können.. aber vor allem: weißt du, ob man mit einem ausländischen abschluss später dann auch in deutschen krankenhäusern arbeiten kann?

13.06.2002, 20:32
Hi!

Könnt ihr mir vielleicht sagen, welche Unis nun eigentlich zu empfehlen sind?
Würde mich echt freuen.

;-) manu

13.06.2002, 20:48
@manu

sorry wenn du etwas Ahnung von dem Uni Studium Informatik hättest wüßtest du das die Informatik, die man da lernt nicht zwingend einen Computer erfordert und der typische Diplom Informatiker bei seiner späteren Arbeit nicht an einem Computer sitzt und programmiert, das machen Programmierer.

Thomas24
13.06.2002, 23:53
@ Laura:

Abschlüsse, die innerhalb der europäischen Union erworben worden sind, werden anerkannt.

Das französische System stellt
eine interessante Alternative dar:
Nach dem Bac werden nahezu alle Bewerber auf ein Medizinstudium zugelassen. Nach einem Jahr wird dann in einem gnadenlosen Concours ausgesiebt, und wer besteht bleibt MedizinstudentIn.

Eigentlich eine win-win Situation:
-alle Studis hatten dieselben Ausgangschancen
(Deutschland: alljährlich das ZVS "Opfer" Gejammere, Kapazitätsklagen, absurde Quotenregelungen, noch absurdere Wartezeitregelungen)

-die Methode berücksichtigt die Tatsache, das die schulischen Abschlußzeugnisse keine Studierfähigkeit mehr garantieren
(Dt. Abitur: zum Teil abenteuerliche Fachkombinationen, während Naturwissenschaften oft durch Abwesenheit glänzen. Trotzdem, darf JEDES Fach studiert werden).

-Jeder kann sich im Studium in einem harten Wettbewerb beweisen (in Deutschland werden wir auf "halber Flamme" geköchelt. Nach dem Physikum KANN man de facto gar nicht mehr fliegen), und frühezeitig feststellen, ob Er/Sie dem Druck der Anforderungen gewachsen ist.

-Die Unis können auf diese Weise sehr effizient eine kleine, feine Zielgruppe angehender Ärzte auswählen, die unter besseren Bedingungen als hier ausgebildet wird (und arbeiten kann).
Die andere Alternative wäre ein System, das den US angelehnt ist (Trennung von Premed( College und Med School).

Aber bis wir so etwas haben, wird noch viel Wasser den Rhein herunterfliessen. Möchtest Du denn nach Frankreich ?




@ Manu: Ich verstehe deine Frage nicht.
Was meinst Du mit "welche Uni empfehlenswert" wäre.
1) Welches Fach denn. Doch nicht etwa MEDIZIN ?
2) Falls die Antwort auf 1) Ja sein sollte:

im Bereich der Lehre: die alternativen Refoprmprojekte (Charité etc.)

Im Bereich der Forschung: München (LMU), Heidelberg, Erlangen, Düsseldorf, Freiburg. In Teilbereichen auch Unikliniken, die man sonst weniger auf seiner Rechnung hat (Aachen, Essen etc.)

Im Bereich Patientenversorgung: stark vom Fachgebiet abhängig.
Aber wenn Dich Informatik an*****, weil Du dir von deinem Studium ganz andere Inhalte erwartet hattest- dann wirst Du doch nicht so blauäugig sein, und sehenden Auges an einer deutschen Uni Medizin studieren gehen- oder ?? Dann wirst Du nämlich rasch feststellen, das es *SEHR WOHL NOCH SCHLIMMER* als in der Informatik werden kann. Mach Dich also nicht unglücklich-

Thomas24
13.06.2002, 23:55
Habe im Bereich der forschungsintensiven Unis mit guter wissenschaftlicher Reputation natürlich Göttingen und die MHH vergessen. Sorry !

14.06.2002, 11:17
Hi Thomas,

Im Rahmen der für Forschung bekannten Unis solltest Du aber Düsseldorf streichen. Es ist ja wohl etwas lächerlich, diese niveaulose Retortenuni mit Heidelberg oder Freiburg zu vergleichen.

14.06.2002, 16:35
Hi Thomas,

mhm das hört sich ja echt super an, dass das alles anerkannt wird.
Ich finde auch, das bei unserer NC regelung in deutschland ganz schön was falsch läuft.
In manchen schulen kannst du beim abi ja sogar deutsch und mathe abwählen. das finde ich lachhaft.
andererseits hat das franz. system auch nachteile. die schüler lernen kaum eigenständiges denken, sie schreiben im unterricht nur mit, lernen auswendig.. das diskutieren und melden etc. sind die nicht gwöhnt. achja und die selbstmordrate unter den jugendlichen ist sehr hoch. wenn du nämlich den endgültigen zugang zur uni nicht schafft, stehst du ohne chance da, je wieder rein zu kommen. da bricht für viele die welt zusammen. logischerweise.

ob ich nach frankreich will? naja in erster linie muss ich noch mein juraexamen bestehen. .. und ich dachte, wenn ich danach tatsächlich den mut haben sollte, noch ein zweitstudium zu beginnen, ja dann würde ich schon auch ans ausland denken... einfach weil ich mit dem deutschen uni - system nicht soo zufrieden bin, (was ich jetzt von medizin höre, scheint das ja auch nicht so super zu sein), dann weil ich gerne mal raus und weg von allem gehen würde.
problematisch wäre natürlich das geld. ich kann mir nicht vorstellen, dass ein komplettes studium in frankreich, uk, holland .. finanziell im rahmen liegt, und ein stipendium krieg ich als jura-absolvent mit zweitstudiums-ambitionen bestimmt nicht.

hab ich das richtig gelesen? du gehst nach boston? fürs pj? das ist ja supergenial. in boston zu studieren ist auch so ein traum von mir. ich finde neuengland einfach klasse. vielleicht sollte ich doch einen LL.M.- an der harvard law school in erwägung ziehen.
:-)
Hat ein dozent meiner uni gemacht.. das schreibt er jetzt auf seinen briefkopf imer mit drauf.
"anderas s.. , Dr. jur., LL.M Harvard"
Genial, was?


Ach ja und was ist die charité? ist das dieses reformprojekt in berlin?

Laura
14.06.2002, 16:36
hab vergessen, mich anzumelden.. der obige beitrag da ist von mir. :-)
Laura

Thomas24
14.06.2002, 22:53
@Laura

Die Charité ist ein sehr renommiertes Klinikum in Berlin, mit einer großen Vergangenheit- gewissermassen war es früher einmal das deutsche Pendant zum Brigham´s, oder der Mayoclinic des 19/20 Jahrhunderts.

Tja die Finanzierung des Studiums in Frankreich oder NL/ UK wird nicht ganz einfach- sechs Jahre wollen ja auch irgendwie finanziert werden. Wie stehen deine Chancen auf ein Prädikatsexamen? Siehst Du evtl. eine Möglichkeit in die Begabtenförderung aufgenommen zu werden (es muß nicht zwingend die Studienstiftung sein, wie wär´s mit der F. Naumannstiftung und den anderen ?).

Mein PJ Aufenthalt in Boston ist noch nicht in trockenen Tüchern,(die dafür vorgesehenen Forschungsgelder und Drittmittel sind noch nicht bewilligt) und woher weißt Du überhaupt davon ?

Ciao,
Thomas

Laura
15.06.2002, 09:43
Hi Thomas,

mhm mit dem Prädikatsexamern ist das so eine Sache. ich bin im Studium immer unter den besten gewesen, aber man sagt, dass das examen ganz anders sei. vor allem die psychische belastung kann ich nicht einschätzen. Ansonsten hoffe ich natürlich schon auf ein cum laude.. muss ja nicht summa oder magna sein. (bescheiden, ne?)

Ja die Naumann Stiftung .. das ist in der tat sehr reizvoll, ... aber glaubst du, rein logisch, die geben jemanden mit zweitstudiumsambitionen eine chance? wollen die nicht nur leute, die geradeaus gehen und seit sie zwölf sind, wissen, was sie wollen? Ich mach mich doch lächerlich, wenn ich bei einer begabtenstiftung ankomme und sage: "hey, ich äh jurist aber eigentlich medizin, ähm und deswegen ihr mir bitte geld geben?"
:-)
Hast du ein stipendium?


Zu Boston: ich hab andere beiträge von anderen medizinern hier im forum gelesen, um mehr über freud und leid dieses studiums zu erfahren, und irgendwie stand da glaub ich auch irgendwas von dir und boston.
wünsch dir jedenfalls viel glück!!! ist eine geniale sache. da ist eines der weltbesten lehrkrankenhäuser, soweit ich weiß.

Viele Grüße,
Laura

Thomas24
16.06.2002, 00:24
@Laura

Ja, habe ich (ist aber ein ausländisches, ich bin nämlich Ausländer. Und wenn sich der Wechselkurs weiterhin so ungünstig entwickelt- ja lassen wir das... ). Und es ist durchaus möglich eins zu bekommen- auch wenn man nicht dei Reinkarnation von Albert Einstein ist.
Die Liberalen haben durchaus nicht nur Leute gefördert, die von Anfang stur auf ein Ziel hin fixiert waren- sondern es gibt sogar bei denen Leute, deren Lebenslauf sich ziemlich interessant liest ;)

Nicht zu vergessen die ganzen anderen Stiftungen, die ausdrücklich Leute mit "buntem Hintergrund" auffordern, sich bei Ihnen zu bewerben. Stiftung Regenbogen (Grünen nahe Organisation) beispielsweise...
Am besten, Du gehst einfach mal zu einem der Vertrauensdozenten der Stiftungen an deiner Uni (dem Vorlesungsverzeichnis zu entnehmen) und sprich Sie mal darauf an.

Da Du im Studium nicht gerade unangenehm durch die Trias von Dummheit, Faulheit und mangelndes Engagement aufgefallen bist, dürften Dir die meisten Stiftungen -zumindest prinzipiell- offenstehen. Ein Versuch wäre es doch auf jeden Fall wert-

Ich drücke Dir die Daumen !

Laura
17.06.2002, 21:40
danke.
ach geh.. der wechselkurs? darf ich fragen, welcher es ist, der dein wohl und wehe beeinflussen könnte? :-)

schöne woche wünsch ich dir,

Laura

Thomas24
17.06.2002, 23:06
@Laura

Der koreanische Wechselkurs- und den hat´s in den letzten zwei Jahren ganz schön erwischt (und so schnell kann ein Stipendium einschmelzen, wie Eis in der prallen Sonne...naja, Schwamm drüber, die Zeiten werden wieder besser). Und ab und zu jobben hat auch noch niemandem geschadet ;)

Gruß,
Thomas

Laura
28.06.2002, 10:09
Hi Ihr alle,

Thomas24, ach vom koreanischen wechselkurs weiß ich gar nichts. aber sei doch froh, dass du grundsätzlich schonmal ein stipendium hast.
ja nebenher arbeiten.. aber schafft man das denn neben einem medizinstudium?? neben jura ist das kein problem. aber es kommt wahrscheinlich auch drauf an, wieviele stunden.
wo arbeitest du denn?

viele grüße, Laura

Thomas24
29.06.2002, 08:57
Hi Laura,

die meisten Komilitonen bringen Nebenjob/ Promotion/ Hobbies-Freizeit / oder evtl. sogar eine eigene Familie ganz gut unter einen Hut. Sooo stressig kann in Deutschland das Studium an einer staatlichen Uni gar nicht sein, das man völlig dekompensieren würde-

Für Studis aus der Medizin bieten sich die allseits beliebten pflegerischen Nebenjobs/ Nachtwachen an. Auch als Rettungssani (nach entsprechender Ausbildung) verdingen sich einige- andere hingegen machen nicht medizinische Dinge, wie Call Center/ Kellnern etc. Man kann auch als HiWi arbeiten (ok, schlecht bezahlt- aber wenn man ohnehin experimentell promoviert und die ganze Zeit im Labor ist, kann man auch dafür bezahlt werden... Stichwort: "Drittmittel" ;)).

Du brauchst auch kleine finanzielle Polster für die kleinen Katastrophen des Lebens. Und da Famulaturen, Blockpraktika etc. in den Semester"ferien" stattfinden, kannst Du in diesen Zeiten eben nur eingeschränkt arbeiten. Rücklagen für Auslandsaufenthalt und Examensphase (PJ ... !!) sollte man sich langfristig anlegen- ist aber alles gut machbar.

Fazit: Verhungern wirst Du also nicht.
Ciao !

Laura
01.07.2002, 13:30
nee verhungern nicht. das ist klar. obwohl.. wenn ich ein zweitstudium machen will, kommen ja die horrenden (!!!!!) zweitstudiengebühren von mindestens 500 euro / semester dazu. und dann frag ich mich halt schon, wie man das finanzieren könnte. v.a. da meine eltern (irgendwo verständlicherweise) gesagt haben, finanziell voll unterstützen tun sie mich bei einem zweitstudium bestimmt nicht. ergo muss ich ne ganze menge geld irgendwo verdienen,. nun kriegt man als jurist im erstem StEx bestimmt einige gute Nebenjobs. Aber was davon ist wirklich neben der Praktika mit anwesenheitspflichten und labor usw. zu schaffen. rein zeitlich meine ich. Nichtmal so sehr vom lernen her.
Naja.
Viele Grüße,
Laura

kristinm
12.05.2003, 12:34
Hallo!

Ich habe jetzt 2 1/2 Jahre Doppelstudium Jura und Medizin hinter mir und gerade mein Physikum gemacht. Nun gehts an die Examensvorbereitung Jura... Ächz. Durch Zufall bin ich auf eure Diskussion gestossen. Gibts das Forum Jura+Medizin noch?

LG! Kris