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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : BAT oder was verdienen wir eigentlich einmal! (zusammengeführt aus 2 Foren)



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Nico
30.05.2002, 10:16
Also wenn es nur nach der Bezahlung ginge und den Aufwand des Studiums dafür, hätte ich gar nicht anfangen dürfen.
Dann wäre ich doch lieber eine kleine MTA geblieben, hätte die Verantwortung über Laborergebnisse und die Blutbank behalten, hätte mich über "laxe" Wochenend- und Nachtdienste im Labor gefreut und wäre mit meinen 5000,- DM brutto wohl sehr zufrieden gewesen.

Aber irgendwas fehlte mir......was bloß?
Ach ja: Stress und Überstunden hatte ich nicht. Und vielleicht brauche ich DAS zum Glücklichsein? *smile*

30.05.2002, 12:22
Hallo

@Hobbes

Ich wuerde entweder nach England Schweden oder USA gehen oder der Klinik ade sagen und in die Pharmaindustrie gehen.

@unregistered

Danke fuer die Quelle. Haette nicht gedacht dass der Verdienst im Schnitt so hoch liegt. Allerdings zeigt das auch das 100 000 euro im monat wie der eine spinner gesagt hat absolut nicht die regel ist.

hobbes
30.05.2002, 22:14
Nun meines Wissens sind die Verdienste gerade was England anbetrifft noch schlechter als in Deutschland.
Für die USA brauchst du erstens eine volle USMLE Akkreditierung und zweitens musst du wohl auch dein postgraduate dort verbringen. Zudem dürfet man Schwierigkeiten haben, überhaupt eine Aufenthaltsbewilligung zu erlangen, da die USA nicht auf deutsche Ärzte wartet.

Mit Pharmaindustrie muss ich eva_luna recht geben, dafür habe ich nicht studiert, um für die Pharmaindustrie im Arzneimittel Marketing zu arbeiten. Auch wenn die Besoldung dort wohl für die ungleich besseren Arbeitsbedingungen angemessen sein dürfte.

hobbes
30.05.2002, 22:15
Wir konstatieren übereinstimmend, dass die gegenwärtigen Besoldungen für AA und OA unangemessen tief sind. Was aber willst du mit deiner Aussage bezwecken, bzw. was sollen wir tun?

31.05.2002, 01:01
Wir konstatieren das überhaupt nicht übereinstimmend. Assistenzärzte und erst recht Oberärzte verdienen vollkommen ausreichend. Was soll immer dieser Unsinn mit der angeblichen Unterbezahlung?

Pascal
31.05.2002, 08:43
Also spätestenz wenn man die unbezahlten Überstunden einrechnet ist maln definitif unterbezahlt.

Ein Assistenzarzt hat in ner Klinik wo ich famuliert habe hat das mal ausgerechnet. Und er sagt selber die Summe die er am Ende hat ist schon recht gut wegen Diensten und so. Aber wenn er die Endsumme auf nen Stundenlohn zurückrechnet kommt er kaum über den Lohn einer Krankenschwester. Wohl nicht ganz angemessen oder? Klar er hat mehr am Ende stehen, aber auch wesentlich mehr Stunden.

31.05.2002, 09:44
@Hobbes in England verdient man deutlich mehr als in deutschland auch in relation zu den hoeheren Lebenshaltungskosten(werde mal nach genauen Zahlen suchen). Ausserdem will ich sowieso alle USMLE Steps machen.

@unreg

ich finde schon dass AA und OA in Relation zu ihrer Arbeitszeit zu wenig verdienen. Zum Vergleich in Schweden verdient ein AA ca. 3600 Euro/Monat hat eine 38,5 stundenwoche und bekommt Ueberstunden bezahlt oder als Urlaub angerechnet.

Bishop
31.05.2002, 17:06
[QUOTE]Original geschrieben von münchen2002
Hi Ihr begeisterten Medizinstudenten,
oder sollte ich schreiben, wir verblendeten Medizinstudenten.



Erde an München
Da ist aber jemand in München sehr unzufrieden mit seinem Studium und läßt gerade den Frust von 8 Semestern ab. Meine Güte hat sich da was angestaut.... :-)

Also ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Obwohl, den Einstieg lieferst du ja eigentlich frei Haus und zwar mit deiner Einteilung "...ihr begeisterten Medizinstudenten..." und "...wir verblendeten...". Also ich würde mich eher zu den begeisterten Studenten und dich eher zu den verblendeten zählen. Bitte nicht böse werden; es ist deine eigene Wortwahl. :-love

Nun zur Begründung:
8. Semester sagst du, da hast du denn nach Adam Riese vor 4 Jahren angefangen zu studieren. Einem Zeitpunkt, zu dem die Medizin angeschlagen am Boden lag, sozusagen der Talsohle der Konjunktur unseres Berufsfeldes. Einem Zeitpunkt, zu dem man von allen Seiten für verrrückt erklärt wurde, wenn man davon erzählte Medizin studieren zu wollen. Sogar die Vorbilder, oder besser gesagt diejenigen, die den langen Weg der Ausbildung schon hinter sich hatten sprachen von " einem großen Fehler " den sie mit ihrer Wahl begangen hätten. Die Aussichten waren grottenschlecht und der AiP als Taxifahrer nicht ganz unrealistisch.

DU hast trotz alle dem angefangen Medizin zu studieren. Herzlichen Glückwunsch! Eine gute Wahl meiner Meinung nach. :-) Nur wo sind der Ehrgeiz, der Idealismus etc. geblieben, die dich damals zu deiner Entscheidung gebracht haben ? Die musst du sicherlich gehabt haben, denn es stand auch schon damals fest, das man als Arzt nicht reich wird.
:-meinung

Jetzt befinden wir uns, soweit ich die Situation einschätzen kann auf dem Wege der Besserung. Nicht alles hat sich geändert, vieles muss sich noch ändern, aber das schönste ist doch, das man sich relativ sicher sein kann, seinen Beruf auch ausüben zu können. Was gibt es schöneres? Dafür hast du, haben wir doch studiert, um Ärzte werden zu können. Hast du studiert um Geld zu verdienen (verblendet?!) ? Dann informierst du dich ca. 8 Semester zu spät über Einkommen. Hättest du dich vor 4 Jahren schon mal so intensiv umgehört, wie jetzt, dann hättest du erfahren, das man mit weniger Zeit und Arbeitsaufwand viel viel mehr Geld in anderen Bereichen (z.B. unternehmensberatung) verdienen kann.

Jetzt aber Parolen wie " bereitet euch auf 1300 Euro vor" oder so, und schlechte Laune zu verbreiten, wo gerade etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist halte ich für unangebracht.

Also viel Spaß noch beim Studium

Bishop :-D

Lava
31.05.2002, 18:00
@Lion: KEIN Job der Welt ist anstrengend genug, dass er 20 Millionen Dollar rechtfertigt. KEINER! Oder siehst du das anders?
Die meisten Sportler können sich wohl geradeso über Wasser halten, aber da fallen mir auch ein paar Ausnahmen ein: NBA Stars oder Michael Schumacher z.B.

31.05.2002, 22:35
Lieber unregistered, der du auf jeden Fall alle USMLE-steps machen moechtest. Du redest ganz schon klug daher, dafuer dass Du wahrscheinlich noch nicht mal einen hast und zumindest von step 3 wohl gar nichts weisst.

Nur zur Info: ich bin gerade in den USA und hier wimmelt es nur so von Aerzten aus dem Ausland. Hauptproblem ist aber folgendes: im Normalfall werden erstmal alle US-citizens versorgt und dann die Auslaender. (das liegt auch daran, dass die scores der Auslaender im Schnitt niedriger sind und dass die wenigsten Auslaender gute Referenzen aus den USA vorweisen koennen)

Selbst wenn du dann eine ordendliche Residency bekommst, wirst Du erst mal ganz schoen schlecht entlohnt (man kann davon leben, keine Frage, aber nicht besonders toll).

Und jetzt der entscheidende Punkt: richtig Kohle machen hier dann die Attendings. Dafuer musst Du aber die komplette Facharztausbildung durchlaufen haben. So. Und jetzt schau Dir mal die Visabedingungen der USA an. Stichwort J1. Wenn Du nicht durch eine gluecklichen Zufall an eine greencard kommst, ist frueher oder spaeter Schluss mit Arbeiten in den USA. Soviel dazu.

hobbes
31.05.2002, 23:15
@bishop

Zur Verteidigung unseres Münchner Kollegen möchte ich anführen, dass es nicht ER war, der sich über zu tiefe Chefarztgehälter beschwert hat (das waren andere). Wenn er aber die zu tiefen Anfangsgehälter von Medizinern an den Pranger stellt, dann hat das eigentlich nichts mit "verblendet" und "dem grossen Geld" zu tun. Die wohl aufkommende leichte Frustration, welche in seiner Wortwahl mitschwingt, kann ich gut verstehen.
In einem vollständig regulierten Markt, wie beim Gesundheitswesen, werden (zum mindest bei Spitalangestellten) die Löhne vom Staat festgesetzt. Es wäre also eine legitime politische Forderung, die jungen Ärzte angemessen zu entschädigen. Dies auch in Relation zur, im Vergleich mit anderen Berufsgruppen ungleich höheren, Arbeitsbelastung. Diese hohe Arbeitsbelastung bleibt wohl auch in Zukunft bestehen, da sie in der Natur eines Ausbildungsplatzes in der Medizin liegt.
Man sollte aufhören alle diejenigen, welche auch mal öffentlich Lohnforderungen stellen, als "geldgierig" oder ähnlich hinzustellen.
:-meinung

01.06.2002, 00:49
Warum werden Assistenzärzte eigentlich überhaupt entlohnt? Wäre es nicht viel sinnvoller, einen "Arzt in Weiterbildung zum Facharzt" einzuführen, der bis zum Abschluß der Facharztausbildung noch als Student gilt? Diese Lösung erschiene mir sehr plausibel, da der Assistenzarzt ja schließlich trotz Approbation noch kein fertig ausgebildeter Arzt, sondern quasi ein Lehrling ist. Ohne Bezahlung könnte der Assistenzarzt dann auch als Gegenleistung für seine Arbeitsleistung eine gute Ausbildung verlangen, so daß der Facharztabschluß viel effektiver zu erreichen wäre.

Gruß
Jens

hobbes
01.06.2002, 01:15
:-dagegen
Ich auf jeden Fall kann es mir nicht leisten, bis über 30 OHNE Lohn zu hart zu arbeiten. Zudem leistet ein AA Arbeit. Übrigens ein Lehrling ist ja auch bezahlt.

01.06.2002, 08:19
Hallo @unreg

Ich habe noch keinen USMLE aber ich habe mich schon informiert darueber und weiss, dass 3 usmle steps und CSA gibt und ich weiss dass man usmle 3 auch erst nach ein paar jahren arbeit in den usa meist macht.
Ich weiss nicht wo das problem liegt wenn man sich vorher ueber solche dinge informiert und plant?? Ich weiss auch, dass man als Assistenzarzt ziemlich aehnlich wie hier verdient dafuer soll aber die Facharztausbildung dort besser sein. Ausserdem wenn man ueberdurchschnittliche Leistungen erbringt hat man die moeglichlkeit als Alien of Exceptional Ability eine greencard zu bekommen so viel dazu.

Wenn du dich so gut auskennst mit USA kannst du mir vielleicht sagen wo ich im INet informationen zu den Weiterbildungsmodalitaeten in den USA finden kann?

eva_luna
01.06.2002, 21:07
@ unreg (das posting über mir)

usa kannst du m.e. höchstwahrscheinlich vergessen (zumindest als arzt im krankenhaus - in der forschung schaut es für top-leute vermutlich ein wenig anders aus) - "foreign medical graduates" sind nämlich genau das, worauf die amerikanischen krankenhäuser schon seit jahren gewartet haben... ich habe sogar mal irgendwo gelesen, dass eine möglichst geringe ausländerquote gar als qualitätsmerkmal für ein residency program gilt.

=> wenn schon in die ferne schweifen, dann lieber ins europäische ausland!

viele grüße,
eva_luna

eva_luna
01.06.2002, 21:11
@ jens

danke, ich verzichte freiwillig. der sinn solcher forderungen wird sich mir auch in 20 jahren nicht erschließen.

eva_luna

Nico
02.06.2002, 08:15
Original geschrieben von Gast
Warum werden Assistenzärzte eigentlich überhaupt entlohnt? Wäre es nicht viel sinnvoller, einen "Arzt in Weiterbildung zum Facharzt" einzuführen, der bis zum Abschluß der Facharztausbildung noch als Student gilt? Diese Lösung erschiene mir sehr plausibel, da der Assistenzarzt ja schließlich trotz Approbation noch kein fertig ausgebildeter Arzt, sondern quasi ein Lehrling ist. Ohne Bezahlung könnte der Assistenzarzt dann auch als Gegenleistung für seine Arbeitsleistung eine gute Ausbildung verlangen, so daß der Facharztabschluß viel effektiver zu erreichen wäre.

Gruß
Jens


ALSO......
Natürlich ist man nach dem 3. Stex ein Arzt!!!
Und auch in der "Weiterbildung" arbeitet ein Arzt - er steht ja nicht nur daneben und sieht zu!
Warum dann ohne Bezahlung arbeiten?
Das stösst mir im PJ ja schon sauer auf:
Blutabnehmen, kleinere Arbeiten verrichten, usw. - und das den ganzen Tag lang.....und NICHT bezahlt!
Mensch, wovon soll man denn dann leben können ???

*grummel*

Ersa
03.06.2002, 08:39
Eine Bekannte hat einen Teil des PJ in der Schweiz gemacht und ganz gut verdient (dafür, dass man im PJ eigentlich ja nichts kriegt) und nun eine AIP-STelle angeboten gekriegt mit etwa 4000 Euro (AIP!!!). Wenn Ihr mich fragt: Dem Ausland sind wir mehr wert, das wird Deutschland in einigen Jahren ganz sicher zu spüren kriegen!

Lion
03.06.2002, 14:33
Hi janine,

Anstrengung proportional zu Höhe des Gehaltes????????
Was ist das denn für ein Schwachsinn.

Wenn in einem Bereich wie z.B. Formel 1, amerik. Sportligen (NBA, NFL,...) Millionen, teilweise Milliardenumsätze gemacht werden ist doch ein Gehalt wie z.B. das von Michael Schumacher (ca. 25 Mio EUR) nur ein WINZIGER Bruchteil. (Nicht falsch verstehen hasse M. Schumacher, habe noch nie ein Formel1-Rennen komplett gesehen und für mich ist das auch kein Sport- aber das steht hier nicht zur Debatte).

Wie kommst Du bitte auf die Kombination Sport und Anstrengung. Diese Menschen verdienen soviel Geld weil sie ein außergewöhnliches Talent oder besondere Fähigkeiten haben. Wenn das so alltäglich wäre gäb es tausende M. Schumacher, Dirk Nowitzki, Boris Becker und die würden dann alle mit Sicherheit nicht mehr so viel Geld verdienen.

Also für mich ist dieses ganze dämliche gelaber, z.B. Fußball-, oder Scampi-Millionäre wie man es zuletzt oft gehört hat, purer Neid. Frei nach dem Motto: Proletarier aller Länder vereint euch, nieder mit den Bonzen.
Sorry, aber ich verstehe die Ansichten vieler Menschen nicht. Man sollte doch lieber froh sein, daß man die Möglichkeit hat so viel Geld zu verdienen und so viel zu erreichen und sich auf sein eigenes Leben konzentrieren als neidisch die Einkommensverhältnisse anderer zu betrachten.

Ist halt meine Meinung. Vielleicht etwas extrem, aber ich denke halt, daß niemand das Recht hat die Leistung und das Einkommen eines anderen zu kritisieren, zumindest oder besser gesagt vor allem wenn man den Menschen nicht einmal kennt.

schöne Grüße

Lava
03.06.2002, 17:05
Wenn du den Thread aufmerksam gelesen hättest, Lion, wüsstest du, dass ich solche hohen Löhne mit dem gerechtfertigt habe, was diese Menschen einspielen. Denn mehr tun sie ja kaum: sie sind nur Mittel, andere Leute noch reicher zu machen und nebenbei die Massen zu unterhalten.

Außerdem finde ich, dass das etwas nach Traumwelt klingt, was du da behauptest. Außergewöhnliches Talent? Einzigartige Fähigkeiten????? Was bitte hat Britney Spears für Fähigkeiten? Jemand schreibt die Songs für sie, jemand spielt die Instrumente, jemand bringt ihr eine Choreographie bei. Und singen können tausende andere Menschen, die weniger berühmt sind, viel besser. Und es gibt auch viele Menschen, die besser aussehen! Was ich damit sagen will, ist, dass oftmals auch Glück oder fiese/gute (soll's auch geben) Machenschaften oder Beziehungen eine große Rolle spielen. Und die Möglichkeit, aus seinen Talenten Geld zu machen besteht meiner Meinung nach für so wenige Leute, dass es sich nicht lohnt, sich darüber zu freuen.

Neid? Hm... kann schon sein. Ich berufe mich hier aber auf die Gerechtigkeit. Ich fordere nicht gleichen Wohlstand für alle, aber für mich fängt Ungerechtigkeit dann an, wenn das Leben eines Menschen bedroht ist. Was für eine Chance haben denn Kinder, die in absolute Armut geboren werden?

OK, OK, das ist jetzt doch etwas sehr weit weg vom Thema. Ich wollte nur klarstellen, dass ich wohl zu diesen Linken gehören muss, wenn ich mich nicht darüber freue, dass einige wenige Stars so viel Geld verdienen, dass man damit unzähligen Menschen wenigstens eine Lebensgrundlage schaffen könnte.