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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sinnvolle Alternativen / Studium im Ausland



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Dr. Pschy
29.04.2006, 09:04
1. In Wien brauchst du kein grosses Latinum, da musst du nur im 2. oder 3. Semester eine Pruefung machen, die aus einem Kreuzwortraetsel und einem Vokabeltest besteht. Keine allzu grosse Huerde also.

2. Semestergebuehren liegen ab naechsten Jahr 120 Euro unter dem deutschen Schnitt, also eher von Vorteil?

3. Lebenshaltungskosten werden schlimmer dargestellt als sie sind, zumindest in Wien. Wer keine allzu grossen Ansprueche stellt kann gut wohnen, auch ohne arm zu werden. Lebensmittel sind geringfuegig teurer, das liegt aber an den 10%/20%-Mehrwertsteuersaetzen, die es im uebrigen auch bald in Deutschland gibt, von daher relativiert sich das wieder.

4. Ich hab vor dem Studium Zivi und RA-Ausbildung gemacht und es keine Sekunde bereut. Unabhaengig von sehr guten Nebenverdienstmoeglichkeiten hab ich stofflich viel fuers Studium mitgenommen, auch wenn das immer gerne in Frage gestellt wird.
Im uebrigen kann ich es mir kaum vorstellen, dass jemand deshalb Oberarzt wird, weil er vor dem Studium mal ne dritte Sprache gelernt hat oder viel im AUsland war.

Gruber
29.04.2006, 09:59
Wenn man allerdings das Studium in Wien oder Österreich absolviert hat und während des Studiums nicht nach Deutschland wechseln konnte, gehen die Schwierigkeiten erst richtig los.

Denn man hat keine Approbation und bekommt sie mit österr. Studienabschluß in Deutschland auch nicht mehr. Heißt: Man kann zwar in Deutschland arbeiten und sich Ausbildungszeiten holen, muß sich die allerdings im europäischen Ausland (z.B. Österreich) von den dortigen Behörden nach den jeweiligen nationalen Richtlinien (, die mit den deutschen mitnichten ident sind, sodaß die Behörde ständig neue Nachweise fordern kann...) anerkennen lassen, um dann überhaupt zur Facharztprüfung im befreundeten Ausland (z.B. Österreich) antreten zu dürfen.

Hat man nun das Facharztdiplom im Ausland erworben, wird es automatisch in Deutschland anerkannt. Das kostet viel Zeit und Geld. :-kotz

Und erspart u.U. den Anwalt trotzdem nicht.

Ellen21
29.04.2006, 10:29
@bundi
Ich hab so ne Berufsakademie-Ausbildung (International Business) und nebenher auch Spanisch gelernt.
Doch an den Unis kümmert sich niemand darum. Ich finde es auch von Vorteil für später, im nicht-medizinischen Bereich was getan zu haben, v.a. im wirtschaftlichen Bereich.
Aber ein Studienplatz hab ich deshalb noch lange nicht in Sicht. Ich find's echt übel, dass die Unis solche Ausbildungen/Studien nicht berücksichtigen.
Ich muss mich eher noch rechtfertigen, warum ich den "sowas" studiert habe und nicht eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht habe.....

Und übrigens:Während der Berufakademie sammelt man Wartesemester!! nur leider nichtgenügend....

Gruber
29.04.2006, 11:21
@bundi
Ich hab so ne Berufsakademie-Ausbildung (International Business) und nebenher auch Spanisch gelernt.
Doch an den Unis kümmert sich niemand darum. Ich finde es auch von Vorteil für später, im nicht-medizinischen Bereich was getan zu haben, v.a. im wirtschaftlichen Bereich.
Aber ein Studienplatz hab ich deshalb noch lange nicht in Sicht. Ich find's echt übel, dass die Unis solche Ausbildungen/Studien nicht berücksichtigen.
Ich muss mich eher noch rechtfertigen, warum ich den "sowas" studiert habe und nicht eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht habe.....

Und übrigens:Während der Berufakademie sammelt man Wartesemester!! nur leider nichtgenügend....

Weil man keine Leute will, die schon mal hinterm Tellerrand waren - je beschränkter der Horizont, umso führbarer die Lemminge.

In Skandinavien ist das ganz anders - da kann man auch noch mit 40 als früherer Bergbauingenieur mit Familie Medizin machen, wenn`s paßt.... :-stud

bundi
29.04.2006, 12:22
@Ellen21
Das man mit einer nicht-medizinischen Ausbildung oder einem nicht-„organischen“ Studium (Chemie, Biologie, etc.) bei den Aufnahmegesprächen an einer Medizinischen Fakultät nicht gerade seine Motivation für den Studiengang Medizin zum Ausdruck bringt, liegt mein ich auf der Hand. Auch wenn die Beweggründe (wie bei uns z.B.) für diese Qualifikationen von vornherein auf die spätere Tätigkeit als Arzt gerichtet sind. Natürlich muss man das den Auswahl- Beauftragten an den Unis auch so erklären.
Der Unterschied liegt wahrscheinlich darin, dass wir eher den Focus schon auf die Zeit nach dem Medizinstudium haben, um sich als fertiger Arzt oder auch Facharzt noch weiterentwickeln zu können oder um auch eine gewisse Absicherung, bzw. Rückfallposition zu haben. Die Meisten, die eine Ausbildung in einem „einschlägigen“ Beruf (RettAss, KPfleger, etc.) machen, denken eher an das Studium an sich. Also Nebenverdienstmöglichkeiten während des Studiums und erleichterter Umgang mit der Materie Medizin an sich. Das kann natürlich jeder so handhaben wie er will.
Jedenfalls kann ich mir gut vorstellen, dass dich deine Sprachkenntnisse (sofern du sie trainierst) und dein Wirtschaftsstudium später, als fertige Ärztin durchaus weiterbringen könnten. Und wie Gruber richtig sagt, hast du mal hinter den Tellerrand geschaut, was immer eine Erfahrung wert ist. Schließlich spielt der Umgang mit Geld in der Gesundheitsversorgung eine immense Rolle, was immer unterschätzt wird.

Adrenalino
29.04.2006, 15:01
Ich, als einer derjenigen, der die Krankenpflegeausbildung macht, arbeite ich nicht -nur- für das Medizinstudium in der Pflege (was sicherlich auch der Fall ist), sondern auch für die Zeit danach.
Für das Studium intern erhoffe ich mir einen gewissen Wissens und Erfahrungsvorsprung vor den "frischen Abiturienten" und leichteres lernen, da ich schon viele Fallbeispiele in der Klinik gesehen habe, und somit besser verknnüpfen kann.
Für die Zeit NACH dem Studium erhoffe ich mir, dass der Einstieg in das Krankenhaus etwas leichter wird, ich besser mit den Schwestern klarkomme, sie besser verstehen kann (schließlich werde ich ja dann jeden Tag mit ihnen zusamenarbeiten);
und dass ich zu den Patienten einen guten Draht habe, bzw. eine ergänzende Sicht zu der rein medizinischen Sicht bekomme. Die Pflege ist ja eigentlich mehr als eine Arzt-assistierende Tätigkeit, sondern hat einen etwas anderen Blick auf den Patienten, aus einer anderen Perspektive. So sehe ich auch meine Ausbildung als "Zusatzqualitfikation". Arzt und Krankenpfleger. Auch wenn beide Berufe viel gemeinsam haben, gibt es doch einige Unterschiede, die sich ergänzen können. Ich denke, das deckt gute Bereiche im sozialen Feld ab.

Sicherlich habe ich überlegt, ob ich nicht eine ganz andere Ausbildung machen soll (Bereich Finanzen, Management, Informatik), was sicherlich sehr sinnvoll wäre!
Aber im Endeffekt interessiert mich das eigentlich nicht die Bohne; so kann man keine Ausbildung starten. Und als Arzt werd ich daher wahrscheinlich auch nicht -mit meinem geringen Interesse- irgendwas mit Informatik verknüpfen (da ich davon ausgehe, dass sich meine Fähigkeiten und Interessen nicht großartig ändern werden).

Wer aber einen Hang/Interesse an einem anderen Bereich hat (also Finanzen, Management, Informatik, Wirtschaft...) denke ich, ist es sicherlich positiv eine "Zusatzqualifikation" zu erwerben.
Kommt eben auf die einzelne Person darauf an..

bundi
30.04.2006, 14:46
@Adrenalino
Dein Wissens- und Erfahrungsvorsprung durch die Krankenpflege macht sich frühestens in den klinischen Semestern bemerkbar. Und das meist nur, wenn man die Krankheit aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet. Die pathologischen Hintergründe erfährst du höchstwahrscheinlich auch erst im Studium selbst. In den vorklinischen Semestern wirst du durch deine Ausbildung kaum Aha- Erlebnisse haben, da man hier die biochemischen Grundlagen, Fachbezeichnungen und Körperfunktionen lernt, was mit Krankheit selbst noch nichts zu tun hat.
Leichteres Lernen gegenüber den „frischen Abiturienten“ kann ich mir daher auch nicht vorstellen, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie selten man in einer Berufs- Ausbildung zum „richtigen“ Lernen gefordert ist. Die Gehirne von Abiturienten, die gerade ihr ABI absolviert haben dürften da um einiges mehr aufnahmefähig und trainiert sein.

Mit anderen Menschen (Schwestern, Patienten, etc.) gut zurechtzukommen, verständnisvoll und teamfähig zu sein lernt man normalerweise schon im Leben selbst, dazu brauch ich nicht unbedingt eine Krankenpfleger- Ausbildung. Dass du auf Grund deiner Ausbildung die Schwestern besser verstehen kannst und dass du einen ergänzenden Blickwinkel auf den Patienten hast ist nachvollziehbar und spricht auch für die Ausbildung. Letztendlich willst du aber später mal der sein, der die Spritzen setzt, die Medikation bestimmt und im Extremfall die Verantwortung über Leben und Tod hat und nicht derjenige, der die Windeln wechselt und den Nachttopf ausleert (sonst würdest du von vornherein Krankenpfleger bleiben wollen).

Wenn ich also dem Nutzen der Krankenpfleger- Ausbildung für das Medizinstudium und die Zeit danach, die Anforderungen und den Aufwand (3 Jahre Ausbildungszeit!) gegenüberstelle, ist die Ausbildung für mich persönlich nicht die sinnvollste Alternative. Das diese Ausbildung jedoch interessant und lehrreich ist, steht allerdings außer Frage.

Viel Glück bei der Abschlussprüfung! :-top

Shakespeareslady
30.04.2006, 14:55
ich kann mich euch beiden in gewissen punkten anschliessen.
trotzdem: ich arbeite seit einem monat wieder in der pflege und prinzipiell kam ich schon im kpp von vornherein prima mit schwestern und patienten klar. sicher verliert man manche "ängste" o.ä. im umgang mit den patienten, aber da sehe ich die ausbildung nicht wirklich als chance für so etwas. jeder, der von der arbeit in der klinik begeistert ist und für und mit den patienten arbeiten möchte, braucht für so etwas keine ausbildung.
und das lernen verlernt man doch wirklich. ich hätte am liebsten eine kurze ruhepause nach dem abi gehabt und dann DIREKT wieder angefangen zu lernen und richtig gefordert zu werden...und da ist der schulunterricht mit den univorlesungen wohl kaum vergleichbar, zumindest grösstenteils.