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Evil
05.02.2006, 11:29
Aber bisher hat den keiner gesagt, oder? Auch aus dem glorreichen Westen nicht, dafür sind sich alle zu fein...

Pünktchen
05.02.2006, 11:33
ok...bin heute morgen noch nicht ganz da :-blush

Tse Tse
05.02.2006, 11:40
Auch wenn's nichts zu dem aktuellen Stand der Diskussion beiträgt:
Ich möchte mich korrigieren, ich hab mir die Karikaturen jetzt mal alle angeguckt.
Die sind wirklich unterste Schublade und ziemlich schlecht. Und kann man schon beleidigend auffassen.

Aber das rechtfertigt natürlich in keinster Weise was da abgeht.

Ich hab Angst einen Link zu posten :-(( *bibber*

Evil
05.02.2006, 11:40
@ Punkt: Häh, wieso das denn nicht? Was Du sagst, ist doch völlig richtig... :-)

Pünktchen
05.02.2006, 11:50
Wir haben das ja eben im Chat geklärt :-) ich dachte die dänische Zeitung hätte sich entschuldigt, aber ich hab keinen artikel gefunden und dachte wirklich ich hab es geträumt.


@tsetse
ich hab mich gestern mal getraut zu googlen und man findet tatsächlich die Karikaturen im I-Net, aber ich finde immer nur eine, sollen ja mehr gewesen sein und dazu noch gefälschte Karikaturen dabei gewesen sein. Ich möchte mir gerne nen bild machen, kannst du mir den Link per PN zu kommen lassen?

Tse Tse
05.02.2006, 12:50
Ich hab mich gerade mit einer muslimischen Mitbewohnerin über das Thema unterhalten.
Die hier promoviert, religiös und intelligent ist. Ich schreib das so vorneweg, weil ich denke, dass in den Ländern, in denen jetzt Leute auf die Straße gehen, womöglich diese nicht mal genau wissen, um was es überhaupt geht und bestimmt auch nicht jeder mit westlichen Werten, Pressefreiheit oder auch dem Sinn einer Karikatur vertraut ist, so wie meine Mitbewohnerin. Jedenfalls war sie auch recht beleidigt und wütend, wie man so etwas machen kann (also die Karikaturen veröffentlichen kann). Auch wenn sie keinen latenten Hass/Abneigung gegen den Westen hat, wie ich das bei anderen einfach mal annehme.

Bei ihr ging's in erster Linie einfach um das Abbild von Mohammed.
Mir ist das unverständlich, dass man sich da so aufregen kann (unabhängig davon dass das jetzt vermutlich auch künstlich aufgebauscht wird). Aber vielleicht verstehen wir die Kultur teilweise einfach wirklich nicht.

Jemand hat hier etwas von Kulturdialog gesagt, ich glaube das ist wirklich nötig. :-nix

suzi1609
05.02.2006, 12:55
warscheinlich eine Montage, aber lustig

suzi1609
05.02.2006, 12:56
hat sich schon erledigt

FrederikMD
05.02.2006, 15:21
Jedenfalls war sie auch recht beleidigt und wütend, wie man so etwas machen kann (also die Karikaturen veröffentlichen kann). Auch wenn sie keinen latenten Hass/Abneigung gegen den Westen hat, wie ich das bei anderen einfach mal annehme.
Bei ihr ging's in erster Linie einfach um das Abbild von Mohammed.
Mir ist das unverständlich, dass man sich da so aufregen kann (unabhängig davon dass das jetzt vermutlich auch künstlich aufgebauscht wird). Aber vielleicht verstehen wir die Kultur teilweise einfach wirklich nicht.
Jemand hat hier etwas von Kulturdialog gesagt, ich glaube das ist wirklich nötig. :-nix
Ich finde die Zeichnungen auch fragwürdig, den genaueren Sinn muss man wohl erst noch erfinden. Trotzdem, wenn man als Kreuzfahrer, Gottloser etc bezeichnet wird (was als tiefe Beleidigung gedacht und als Motivation für die eigenen Leute vorgebracht wird), interessiert das hier keinen. Warum? Vielleicht weil man es hier gewohnt ist, andere, auch unangenehme Meinungen zu hören. Das Syrien und der Libanon es jetzt zulassen, dass Vertretungen der EU und Dänemarks brennen, ist ein weiteres Zeichen der klammheimlichen Freude und der Untätigkeit. Ich habe mich hier auch mit einigen moslemischen Ärzten ausgetauscht. Natürlich ist das für Moslems keine schöne Angelegenheit, ihren "Gott" lächerlich gemacht zu bekommen.

surfsmurf
05.02.2006, 17:05
Trotzdem, wenn man als Kreuzfahrer, Gottloser etc bezeichnet wird (was als tiefe Beleidigung gedacht und als Motivation für die eigenen Leute vorgebracht wird), interessiert das hier keinen. Warum? Weil hier Religion nur noch an Weihnachten interessant ist: U-Boot Christ (http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Christ).

Ich glaube tatsächlich - wie Tse Tse schon bemerkt hat -, dass man sich als Mitteleuropäer einfach nicht vorstellen kann, wie tief die Muslime so etwas trifft. Und genau deswegen brauchen wir den interkulturellen Dialog so dringend. :-keks

Antiheld
05.02.2006, 17:11
Und dass die Hamas als Irans langer Arm Wahlen gewinnen kann, während Scharon Gaza und grosse Teile des Westjordanlandes räumt???? Das wäre so, als würde Polen freiwillig die ehemaligen deutschen Ostgebiete abgeben. Und daraufhin würden wir als dankeschön wieder die NSDAP wählen.
Dein Vergleich hinkt.

Die Wahl der Hamas ist in erster Linie als Abwahl der Fatah zu sehen.
Es ist nicht unbedingt überraschend, wenn nach einer langen Zeit der Misswirtschaft durch die regierende Fatah, die als korrupt und politisch unfähig gilt, sich die Wähler für eine neue politische Kraft entscheiden.
Für eine die als unbestechlich und sozial Verantwortlich gilt.

Die "aussenpolitischen Ziele" der Hamas, die Ablehnung Israels und des Friedensprozesses, dürfte für die Mehrheit zweitrangig gewesen sein.
Die Fatah hat es trotz Milliardenhilfen nicht geschafft, die Lebensbedingungen der Palästinenser zu verbessern.
Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordstand und die allgemeine Armut hat drastische Ausmaße angenommen.

Insofern ist die Wahl als eine Protestwahl zu verstehen, die sich gegen die Palästinensische Autonomiebehörde und die israelische Regierung richtet, die durch die Unterdrückung der Palästinenser das Wahlergebnis mit zu verantworten hat.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Hamas als Partei in der Regierungsverantwortung entwickelt.
Es wäre nicht das erste mal, dass sich eine extreme Partei, die plötzlich in der Verantwortung steht, mäßigt.
Die politische Wirklichkeit sieht aus der Sicht der Regierungsverantwortung grundlegend anders aus, als aus der Opposition.

FrederikMD
05.02.2006, 22:29
Dein Vergleich hinkt.

Die Wahl der Hamas ist in erster Linie als Abwahl der Fatah zu sehen.
Es ist nicht unbedingt überraschend, wenn nach einer langen Zeit der Misswirtschaft durch die regierende Fatah, die als korrupt und politisch unfähig gilt, sich die Wähler für eine neue politische Kraft entscheiden.
Für eine die als unbestechlich und sozial Verantwortlich gilt.

Die "aussenpolitischen Ziele" der Hamas, die Ablehnung Israels und des Friedensprozesses, dürfte für die Mehrheit zweitrangig gewesen sein.
Die Fatah hat es trotz Milliardenhilfen nicht geschafft, die Lebensbedingungen der Palästinenser zu verbessern.
Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordstand und die allgemeine Armut hat drastische Ausmaße angenommen.

Insofern ist die Wahl als eine Protestwahl zu verstehen, die sich gegen die Palästinensische Autonomiebehörde und die israelische Regierung richtet, die durch die Unterdrückung der Palästinenser das Wahlergebnis mit zu verantworten hat.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Hamas als Partei in der Regierungsverantwortung entwickelt.
Es wäre nicht das erste mal, dass sich eine extreme Partei, die plötzlich in der Verantwortung steht, mäßigt.
Die politische Wirklichkeit sieht aus der Sicht der Regierungsverantwortung grundlegend anders aus, als aus der Opposition.
Nun, mit welchem Geld denkst Du finanziert die Hamas ihre kleinen Wohltaetigkeiten an das Volk? Das ist doch hausgemachter Aerger, und inwieweit die Palaestinenser Israel ablehnen, darueber darf man sich keinen Irrtum erlauben: Haetten sie die Moeglichkeit, waere Israel schon lange von der Landkarte getilgt. Naja, ich moechte mal behaupten, dass es durchaus Christen unter uns gibt, denen diese Vergleiche auch nicht schmecken. Es ist eben eine Frage der Toleranz, deren Einseitigkeit aber eben nicht unser Denken und Handeln beeinflussen darf. Ich glaube im uebrigen, dass in den USA Christen einen tieferen Glauben haben und sich trotzdem nicht brandschatzend ueber irgendwelchen arabischen Botschaften hermachen. Das ist ein Ungleichgewicht der sozialen Reife einer Kultur, und nur weil es einigen Islamisten nicht passt und sie deshalb randalieren, sollte sich hier keiner schlecht fuehlen. Man stelle sich vor, ein Christ wuerde in einem arabischen Land mit der Ansicht aufwarten, seine Bikinimode sei seine Sache und sei vom Gast zu tolerieren...

supergirl17
05.02.2006, 23:22
Weil hier Religion nur noch an Weihnachten interessant ist: U-Boot Christ (http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Christ).

Ich glaube tatsächlich - wie Tse Tse schon bemerkt hat -, dass man sich als Mitteleuropäer einfach nicht vorstellen kann, wie tief die Muslime so etwas trifft. Und genau deswegen brauchen wir den interkulturellen Dialog so dringend. :-keks

Ich denke, dass trifft den Kern. Um starke emotionale Reaktionen hervorzurufen, muss man eben "Werte" angreifen, die der Person etwas bedeuten. Bei uns ist dies (meist- Ausnahmen bestätigen die Regel) nicht die Religion, aber dafür kann eine herabsetzende Äußerung über den Lieblingsfußballverein einige Menschen sehr aufbiringen- in diesem Fall für mein Verständnis unverhältnismäßig stark. Und wer nicht nachvollziehen kann, wieviel jemanden etwas wert ist, kann auch nicht den Grad der Verletzheit nach Kränkung verstehen.

PS: ich meine damit nicht, dass ich gewaltätige Reaktionen auf verbale u.ä. "Angriffe" in irgendeinerweise gutheißen kann

surfsmurf
06.02.2006, 08:38
Ich glaube im uebrigen, dass in den USA Christen einen tieferen Glauben haben und sich trotzdem nicht brandschatzend ueber irgendwelchen arabischen Botschaften hermachen.
Nee, aber über den Irak. :-D
Das war doch wegen den Massenvernichtungswaffen. Äh, warte mal. Die waren doch.....wir haben doch Satellitenbilder.....und diese mobilen Waffenlabors..... :-oopss
Und über soziale Reife zu sprechen in einem Land, wo Menschen hingerichtet werden und Kreationismus an den Schulen gelehrt wird, ist doch, nun ja, fragwürdig.

s*bärli
06.02.2006, 08:53
Nee, aber über den Irak. :-D
Die amerikanische Bevölkerung war doch mehrheitlich gegen den Krieg!

surfsmurf
06.02.2006, 11:48
Sorry, s*bärli, stimmt nicht.


"Do you approve or disapprove of the way Bush is handling the situation in Iraq?" 4/27-30/03 75 % Approve, 22% Disapprove, 2 % Unsure

"All in all, considering the costs to the United States versus the benefits to the United States, do you think the war with Iraq was worth fighting, or not?" 4/27-30/03 70 % Approve, 24 %Disapprove, 4% Unsure Quelle (http://www.pollingreport.com/iraq.htm)
Das war einen Monat nach Kriegsbeginn.

milz
06.02.2006, 21:11
ich revidiere meine Meinung von oben, es gibt an den Karikaturen nichts auszusetzen außer vielleicht mangelnde Sensibilität. Es gibt aber keinen Grund sich im nachhinein zu entschuldigen. Noch ein paar interessante Links:

Der Stein des Anstoßes:
http://www.welt.de/z/photos/index.php/item/karikaturen/ibdff5db62d6bc290b139265c0ffea5e0

Abbildungen des Propheten, ein alter Hut:
http://www.zombietime.com/mohammed_image_archive/

Proteste nach 4 Monaten!?:
http://www.n24.de/politik/ausland/index.php/n2006020614552700002

morgenbrise
06.02.2006, 23:45
.....

flopipop
07.02.2006, 00:26
Islam ist alles andere als Terror, Islam ist Frieden,

man muss aber schon einsehen, dass islam nicht die friedlichste religion ist. der koran ruft an manchen stellen unmißverständlich zum mord an "ungläubigen" auf, was von manchen für politische zwecke instrumentalisiert und mißbraucht wird.

SidVicious
07.02.2006, 10:10
werden und Kreationismus an den Schulen gelehrt wird, ist doch, nun ja, fragwürdig.
Stimmt nicht.


@All
Ich kanns mir nicht verkneifen, aber ich finde die Karikaturen lustig.
Ich habe das Gefühl, es geht eher um die Wahrheit, die hinter den K. stehen .
Wieso zeichnet jemmand Bilder von Mohamed mit einer Bombe auf dem Turban?Ich glaube, dass genau das es ist, was viele Menschen im Westen vom Islam hatlen. Und das ist meiner Meinung der Stein des Anstoßes.
Es geht hier um den Blick auf die Religion, die sich nach dem 11.9. entwickelt hat.
Die Angst vor Islamisten katalysiert sich imho in solchen Karikaturen.
Das die Reaktion nicht nur auf die K zurückzuführen ist, glaube ich ist jedem klar. Vor allem, da sie jetzt auch mittlerweile 3 Monate alt sind.
Die K. werden nur als Vorwand genommen, um die aufgestaute Wut der Muslimischen Völker herauszulassen.