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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Autorin auf Recherche...



Eva255
01.07.2006, 00:21
Hallo!

Nach langer Zeit ist die Autorin Eva mal wieder am Recherchieren für ihr neuestes Manuskript und hofft stark auf eure Mithilfe. Folgender Fall steht an:

Winter, seit ein paar Tagen Minusgrade. Früher Abend.
Ein Kind (sechs Jahre) ist ins dünne Eis eingebrochen, der See liegt an einer vielbegangenen Uferpromenade. Ein Passant (männlich, 50 Jahre, gute Kondition, hatte aber einige Tage zuvor einen grippalen Infekt) entdeckt das Kind und versucht, es zu retten, dabei bricht er selbst ein. Beide können sich an Land retten. Der Mann wickelt das Kind in seine Winterjacke, die er vor seiner Rettungsaktion vorsorglich ausgezogen hat, anschließend bricht er aber selbst vor Erschöpfung und Kälte zusammen. Mann und Kind werden wenige Minuten später von Passanten entdeckt, die auch den Krankenwagen alarmieren. Beide sind stark unterkühlt aber sonst unverletzt. Das Kind ist ansprechbar, der Passant nur eingeschränkt ansprechbar.

Welche Werte werden im Krankenhaus angegeben?
Welche Werte wären für den Passanten realistisch?
Welche Werte wären für das Kind realistisch?
Was müssen die Ärzte im Krankenhaus noch erfahren?

Behandlung erfolgt durch warme Infusionen, ist das so weit richtig?
Was wird per Infusion gegeben und wieviel?
Welche weiteren Schritte werden eingeleitet?

Der Mann und das Kind werden zur Beobachtung über Nacht im Krankenhaus behalten.
Während das Kind sich gut erholt, bekommt der Mann in der Nacht hohes Fieber.

Welche Gründe könnten dahinterstecken?
Womit wird das Fieber behandelt?

Gibt es in dem Fall Ungereimtheiten, die noch geändert werden müssten?
Wenn ja, welche? Und warum?

Würde mich sehr über zahlreiche und hilfreiche Antworten freuen! Bitte keine "Hassbeiträge" wie ich sie in anderen Foren schon gekriegt hab - ich hoffe sehr, dass ich hier ein faires Forum erwischt hab!
Aber da ich sehe, dass sich hier auch ER-Fans aufhalten ohne angefeindet zu werden, wage ich einfach mal zu hoffen, dass auch ich als Autorin hier einigermaßen willkommen bin und hilfreiche Antworten kriege...

Grüße,
Eva

Die Niere
01.07.2006, 09:47
Also sagen wir der RTW kommt an, schaut sich beide Patienten an und gibt dann ans Spital als Kurzform das an:

"2 Personen mit Status nach Einbruch im Eis, konnten sich selber retten, aktuell stark unterkühlt, keine sichtbaren Verletzungen
- 50 Jahre alter Mann, somnolent, Puls 120, Blutdurck 75/35, GCS (kannst du dir selber nach Lust und Laune ausrechnen -> http://de.wikipedia.org/wiki/Glasgow_Coma_Score_%28GCS%29), Temperatur 33,4°C, kardiopulmonal dekompensiert
- x Jahre altes Mädchen, ansprechbar Puls 100, Blutdurck 100/50, GCS (kannst du dir selber nach Lust und Laune ausrechnen -> http://de.wikipedia.org/wiki/Glasgow_Coma_Score_%28GCS%29), Temperatur 35,0°C, kardiopulmonal kompensiert
Sind in 15 Minuten da."

Warme Infusionen sind genau richtig. Zusätzlich passive Erwärmung in Form von Decken, die jedoch nicht erwärmt sein dürfen, bzw. in dem Fall dürfen die Extremitäten nicht erwärmt werden. Bei den Infusionen würd ich jetzt einfach mal Ringer-Lactat geben.

Das Fieber könnte ein Infekt sein zB eine Lungenentzündung (Pneumonie), die man erstmal antipyretisch (also gegen Fieber) mit Paracetamol oder Novalgin behandeln könnte...bei Schüttelfrost auch gerne Pethidin. Dann mal nen Arzt auskultieren lassen und ggf. nen Röntgen-Thorax machen und bei Bestätigung der Diagnose (wäre jetzt das Mittel der Wahl in CH).

gruesse, die niere (gibt es eine finanzielle Beteiligung wenn es ein Bestseller wird :-D)

luckyscrub
01.07.2006, 11:09
(gibt es eine finanzielle Beteiligung wenn es ein Bestseller wird :-D)

Soweit ich mich erinnere geht es um eine Fernsehserie ;-)
Und mit Fernsehvorerfahrung gibt es sicher die Möglichkeit einer kleinen Rolle *duck und wech*:-D

Evil
01.07.2006, 11:23
- 50 Jahre alter Mann, somnolent, Puls 120, Blutdurck 75/35, GCS (kannst du dir selber nach Lust und Laune ausrechnen -> http://de.wikipedia.org/wiki/Glasgow_Coma_Score_%28GCS%29), Temperatur 33,4°C, kardiopulmonal dekompensiert
Dafür würde dann ein Notarzt angefordert, der neben den warmen Infusionen auch noch Medikamente geben würde, abhängig davon, wie instabil der Patient ist. Da kann man dann sehr viel Budenzauber veranstalten, das wäre schon realistisch.

Und wenn er nachher eine Lungenentzündung (Pneumonie) bekommt, braucht er Antibiotika. Auch da reicht die Bandbreite des Verlaufes von "etwas überwachungspflichtig, aber stabil" bis zum Kreislaufkollaps mit invasiver Beatmung.

Die Niere
01.07.2006, 11:29
Dafür würde dann ein Notarzt angefordert, der neben den warmen Infusionen auch noch Medikamente geben würde, abhängig davon, wie instabil der Patient ist. Stimmt...in CH würden die mit dem RTW einfach noch nen bischen schneller fahren oder im schlimmsten Fall halt die REGA rufen, aber das wäre wohl für D und Alphateam ein wenign zu unrealistisch.

Hab jetzt mal gelesen um was es überhaupt geht. Hihi...das halte ich mit meiner Meinung zu der Serie lieber hinter dem Berg, aber wir helfen ja trotzdem gern alle weiter :-D

gruesse, die niere

Evil
01.07.2006, 11:37
Wobei, wenn das ein Gebiet mit NAW statt RTW ist, würde der bei kindlichem Eiseinbruch sofort gerufen, da ist der Notarzt ja schon drin.

Und es gibt auch Notärzte, die am Einsatzort am liebsten die komplette Intensivtherapie durchziehen würden... am besten auch noch operieren... und sowas ist grad im Moment bei der WM sehr witzig, wenn solche Leute dann auch noch als Leitende Koordinierende Notärzte der Region ernannt sind. :-keks

luckyscrub
01.07.2006, 12:31
Wobei das ganze ja in HH spielt und es meines Wissens nur noch in Berlin und Essen ein NAW System gibt. Sonst kenne ich nur NEFs