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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mitbewohner persönlichkeitsgestört - wie zur Theraphie bewegen?



Kunstpfuscher
12.07.2006, 16:47
Hallo!

Mein Mitbewohner hat, das habe ich mittlerweile recht gut herausgefunden, eine Persönlichkeitsstörung. Er ist schizophren.

Ich bin sicher. Ich bin selbst nicht normal, aber der ist echt krank. In ein paar Jahren wird er das Studium schmeißen müssen und kein Mensch wird je wieder mit ihm reden. Wie kann man sojemandem helfen, dass er mit nem Psychologen redet? Er zieht bald aus da (im Wohnheim) seine Wohnzeit aufgebraucht ist.

VG, Kunstpfuscher

Trojan
12.07.2006, 16:51
Ein Psychologe wird ihm da auch nicht helfen können.
Wenn Du der Meinung bist, dass Dein Mitbewohner medizin. Hilfe benötigt, empfehle ihm mal, zum Hausarzt zu gehen. Der weiss am besten, ob und welchen Facharzt Dein Mitbewohner braucht. Auf keinen Fall sollte man bei psych. Erkrankungen da selbst Hand anlegen, wenn man nicht viel davon versteht (und Schizophrenie ist ne Psychose und keine Persönlichkeitsstörung).
Also: Erster Ansprechpartner ist immer der Hausarzt!:-)
Gruss, Trojan

little_lunatic
12.07.2006, 17:29
um ihn dazu zu "bewegen" kommts u.a. darauf an ob er mehr ein offener mensch ist oder garnichts mit sowas zu tun haben will. rede vielleicht mal mit ihm. kenne viele die sich nicht zu einer therapie "trauen" obwohl sie selbst öfter schon drüber nachgedacht haben. die kennens dann meistens nur aus dem fernsehen. wenn man denen dann erzählt wie da der hase läuft schwindet die angst davor. ist aber schwer zu beurteilen weil viele sowas als angriff ansehen und komplett dicht machen. kommt imho auf den typ an. würd auch nicht auf JEDEN zugehen und losplappern (aber FAST jeden :-D ) was er genau hat kann nur ein arzt rausfinden. medikamente können psychologen nicht verschreiben. das machen dann entweder hausarzt selbst oder psychiater - also welche die medizin studiert haben. (stopt mich wenn ich senf erzähle :-) )
imho fährt man meistens mit therapie plus medikamenten recht gut. ist wohl "geschmackssache" und abhängig von der erkrankung.
letztendlich liegt es aber doch an IHM zum doc zu gehen. :-nix
ist immer nicht ganz einfach wenn´s andere betrifft

Kunstpfuscher
12.07.2006, 21:32
Also, dass der gestört ist, das ist keine Frage.

Ich denke, sinnvoller ist ein Psychologe. Schließlich ist das der "Psychoexperte" und auch wenn der nix verschreiben darf, so schließt der sich bestimmt mit nem Hausarzt kurz. Mein Mitbewohner hat hier garkeinen Hausarzt, wenn ich mich nicht täusche. Andererseits glaube ich, der behandelnde sollte Erfahrung haben mit "harten" Fällen, also wär einer aus der Uniklinik vor Ort insofern ganz gut.

Ich denke auch, psychologische Erkrankungen sind so komplex, dass eine normale Einteilung wie "Dickdarmkrebs", "Nierenbeckenentzündung" nicht so einfach möglich ist.

Auf jeden Fall ist der Typ krank, hat seine Geschwister terrorisiert, seine Eltern sind totunglücklich, sein Vater verkörpert sein totales Feindbild, er widerspricht sich innerhalb von Sekunden völlig, misst sich und andere mit völlig verschiedenem Maß, ist mal aggressiv und trotzig wie ein Kleinkind, dann erweckt er den EIndruck der EInsichtigkeit, handelt an anderer Stelle total unreflektiert, verhält sich absichtlich asozial, ist gehässig, nutzt andere aus.

Was der so schreibt und tut, das kann niemand glauben. Mich nennen viele schon verrückt. Ihn nennen sie im Wohnheim aber wirklich mit Spitznamen "Der Bekloppte". Und es gibt keinen Tag, wo man keinen GRund hat, ihn zum Psychologen oder Psychiater zu schicken...

Gibt es einen Suchdienst, der Psychologen und Psychiater umfasst? Ich kenne sowas nur von Psychologen. Oder kann man einfach mal bei der Krankenkasse fregen?

VG, der Kunstpfuscher (Ich studier übrigens Molekulare Biomedizin, hab mit der Materie also professionell nix zu tun. Hoffentlich gibts aber bald nen Doppelstudium für mich, damit ich noch die Approbation bekommen kann.)

little_lunatic
12.07.2006, 21:57
deine krankenkasse kann dir sicherlich eine liste mit welchen in deiner umgebung schicken. allerdings heißt das nicht, dass auch gleich ein therapieplatz frei ist. in großen städten gibts oft auch sozusagen "vermittlungsstellen"