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Celine
19.07.2006, 02:03
Hi,

ich habe vor ein paar Monaten ein Erlebnis gehabt, dass ich ohne Handschuhe bei einem älteren Herren ( so Familienvater, wie ich mich erinnere nierentransplantiert) Blut abgenommen habe und mir aus dem Butterfly-Schlau ziemlich viel Blut über die ganze Hand gelaufen ist. Naja, habe erst ma den Patienten versorgt und dann mich ( sprich Hände gewaschen, und desinf., aber erst nach so 1-2 Minuten). Habe mir eigentlich danach keine Gedanken gemacht, aber nun habe ich 4 Monate später einen geschwollenen Lymphknoten am Hals, dessen Ursache ich nichts Bestimmten zuordnen kann.
Jetzt kreisen natürlich meine Gedanken, und ich werde fast verrückt bei dem Gedanken, daß er HIV gehabt haben könnte. AHHHHHH.....ich werde bestimmt einen Test machen lassen, aber kann mich vielleicht ein bisschen beruhigen? Oder habe ich Grund zur Sorge.....?????? :-((

Evil
19.07.2006, 08:04
Ausschließen kann man nichts, aber wenn es keine Nadelstichverletzung war, sondern das Blut nur auf Deiner intakten Haut gelandet ist und Du keine offene Wunde an der Stelle hattest, ist das Risiko einer HIV-Infektion minimal.
Mal abgesehen davon, daß der Patient überhaupt HIV-positiv und infektiös gewesen sein müßte.

Da ist das Risiko einer Hepatitis B oder C schon beträchtlich höher, aber auch immer noch gering, also laß am besten alle 3 Serologien machen (auch wenn Du's vielleicht selber zahlen mußt).

Festus
19.07.2006, 14:59
Bei intakter Haut ist eine Infektion sehr unwahrscheinlich, da kommen die LKs viel eher von einer Infekt oder Ähnlichem.

Aber... gerade weil es ein Dialysepatient war (Risikogruppe für fast alles wegen den vielen Transfusionen etc) würde ich ganz klar eine Serologie machen.


Und in Zukunft bei so was direkt zum D-Arzt!

Rumpelstilzchen
19.07.2006, 19:04
Und wenn ich mir die Anmerkung erlauben darf: grundsätzlich und unter allen Umständen Handschuhe tragen.

Leijona
20.07.2006, 01:11
die anmerkungen: "quasi alles stehen und liegen lassen und direkt zum betriebsarzt" und "grundsätzlich handschuhe" sind schon richtig,
allerdings ist es super unwahrscheinlich, dass dir was passiert ist. kopf hoch!
die übertragung mit kontaminierter nadel ist schon ziemlich selten.
einen geschwollenen lymphknoten hat man aus unterschiedlichsten gründen, da reicht schon halsweh. typischerweise hättest du eine akute grippeähnliche erscheinung gehabt oder gar nichts.

!! wenn alle leute die ungeschützt sex mit jemand nicht nachweislich hiv-negativem gehabt hatten sich auch so viele gedanken machen würden?!!!

hallohaldol
20.07.2006, 01:44
1.bei (möglichem) kontakt mit blut:handschuhe tragen...aber das passiert dir sicher kein zweites mal....
2.mach dir keine sorgen!wird schon nichts sein....hatte mal ne ähnliche situation (ja,ich gebs zu,,auch ohne handschuhe....)...ich habe mir damals die akte und alle aktuellen laborwerte vom patienten genommen und somit die bedenken minimiert.....vollkommen weg waren sie aber erst als ich meine befunde hatte.

vielleicht interpretierst du in den lk etwas viel herein....es könnte noch so viel anderes sein:lymphom,leukämie,erkältung,bronchitis.......a lso mach dich nicht verrückt....ich halte eine ansteckung für nahezu unmöglich.

Evil
20.07.2006, 08:58
vielleicht interpretierst du in den lk etwas viel herein....es könnte noch so viel anderes sein:lymphom,leukämie
Sehr beruhigend... ;-)

Festus
20.07.2006, 11:42
Aber in der Tat fast wahrscheinlicher!

Selbst bei nachweislich HIV infizierten Patient und Stich mit blutgefüllter Hohlnadel ist das Ansteckungsrisiko gerade mal 0,3%

Cassjo
20.07.2006, 12:00
also ich finds echt ein wenig übertrieben von nem Lymphknoten gleich auf HiV zu schließen. Es gibt tausend Gründe für nen geschwollenen Lymphknoten. Sogar Stress kann so was auslösen.
Auch wenn das etwas hart klingt aber steigere dich da nicht rein oder würdest du dir nur weil sich Mal jemand räuspert sorgen machen das de TBC kriegst.
Wenn man im medizinischen Bereich tätig ist sollte man sein Blut in regelmäßigen Abständen sowieso testen lassen.
Und noch was es gibt vereinzelt komische Patienten aber normalerweise klären dich infektiöse Patienten darüber auf dass sie ansteckend sind. Sind doch auch kein Monster.
Also wie wahrscheinlich ist das das der Patient infektiös ist, nichts davon weiß und du dich mit intakter Haut angesteckt hast.
Autofahren ist gefährlicher und trotzdem machst du dir nicht so nen Kopf wenn du in eines einsteigst und losfährst. :-meinung

nightingale
22.07.2006, 22:03
1 Lymphknoten... wenn Du jetzt eine generalisierte Lymphknotenschwellung hättest, ja selbst dann wäre das immer noch recht unspezifisch, aber 1 einziger kleiner Lymphknoten :-love ...

Gisbern
23.07.2006, 11:43
chance 0,0000000001%

mir is schon so oft blut auf der haut gelandet...... dazu is unsere haut ja da, sie bietet exzellenten schutz. Und HIV ist auch noch eines der labilsten Geschöpfe, das Virus überlebt an frischer Luft keine minute.....

tinach
23.07.2006, 11:48
kann dich da gut verstehen..gedanken machen würd ich mich da viell auch..und sobald man einmal an die möglichkeit gedacht hat, lässt einen das nun mal nich mehr los..und auch wenn das risiko so gering ist, ist es ja für den betroffenen letztlich egal, wenn er zufällig gerade zu den 0,x% gehört..denke auch das einfachste ist ein test und der liefert dir ja jetzt nach den 4 monaten sogar schon sofort ein sicheres ergebnis..

ach eins noch..ich find solche überlegungen ganz und gar nicht übertrieben, sondern eher verantwortungsbewusst..denn ist nun mal n thema was man nich so egoistisch behandeln kann..eine absicherung tut ja in dem fall keinem weh..

also kopf hoch..wird denk ich mal auch nichts sein..

nightingale
23.07.2006, 13:33
chance 0,0000000001%

mir is schon so oft blut auf der haut gelandet...... dazu is unsere haut ja da, sie bietet exzellenten schutz. Und HIV ist auch noch eines der labilsten Geschöpfe, das Virus überlebt an frischer Luft keine minute.....

Man sollte sein Schicksal aber auch nicht herausfordern! Deine zehnte Stelle hinter'm Komma und die 1 Minute gilt auch nur unter bestimmten Bedingungen, wenn überhaupt!

Also hier auch noch mal von mir: Handschuhe kosten nix und den Weg zum Arzt solltest Du schon aus versicherungstechnischen Gründen einschlagen!

Celine
24.07.2006, 09:20
Also, habe ein Test gemacht und er war negativ. Ich weiss, dass ich mich da ganz schön reingesteigert habe und mit dem systemischen Lymphnknotenbefall war mir ja auch klar....aber bei solchen Sachen werde ich einfach panisch ;-) Ich habe schon während der restlichen Famulatur daraufhin immer Handschuhe getragen auch wenn man von den Assis oft belächelt wird .....aber es ist echt interessant, wenn man sieht, daß doch immer ein winziger Blutstropfen am Handschuh klebt, egal wie sauber man arbeitet.

Hoppla-Daisy
24.07.2006, 10:01
Celine, warte nur ab, wenn denen mal so etwas passiert. Dann lächeln die auch nicht mehr ;-)

Daisy, die auch nur noch Handschuhe trägt ;-)

Feuerblick
24.07.2006, 10:10
Assistenten, die andere wegen des Tragens von Handschuhen belächeln, stehen entweder auf Risiko für sich und andere oder sind schlicht gedankenlos und dumm. Lass dich nicht beeindrucken!

Funkel, die IMMER Handschuhe trägt, wenn auch nur ein winziges Infektionsrisiko bestehen könnte (bei Blut also IMMER) :-)

die chondropathia
24.07.2006, 10:19
In gewisser Weise macht es den typischen Mediziner aus, dass einerseits Risiken mit nachlassender Akuität verharmlost werden (oder: Berufsroutiniers arbeiten tendenziell ohne Gummi) und andererseits das Wissen um die Erkrankungen nur scheinbar beruhigt, nämlich solange keine Differenzialdiagnose auf die eigenen Beschwerden paßt!

Hinzugenommen die Tatsache, dass der Mensch Handlungen mittelfristig automatisiert (also nicht mehr darüber nachdenkt) und ohnehin die allmeisten Dinge nicht überdenkt (also meist irrational handelt), ergibt sich eine degenerative Tendenz der Handlungen mit der Zeit, die genau zu oben angeführtem verleiten: Berufsroutiniers arbeiten tendenziell ohne Gummi... :-notify

Rumpelstilzchen
24.07.2006, 10:44
Mir ist mal bei einer Hemikolektomie der Handschuh gerissen, weil ich beim Hakenhalten an diesem Rahmen (wie heißt der auf schlau?), der das OP-Gebiet offen hält, hängenblieb. Da sagte mein Oberarzt doch glatt: "Ach was, die OP dauert doch nicht mehr lange, brauchen Sie wirklich neue Handschuhe?"

War natürlich ein Scherz, aber mulmig war mir trotzdem, wenn ich mir überlege, wie wir da buchstäblich in der ******* gerührt haben.

little_lunatic
24.07.2006, 10:45
Celine, warte nur ab, wenn denen mal so etwas passiert. Dann lächeln die auch nicht mehr ;-)[...]
eben. hatte auch mal einen "unfall" in der art. ich glaub egal wie tough jemand ist: DA macht sich JEDER sorgen. da´s während der arbeit in der klinik passiert ist musste ich zum glück nix bezahlen und bin zum d- und später betriebsarzt.
ich glaub jeder der mal in so einer situation war weiß welche horrorszenarien man sich da im kopf zusammenspinnt. und die "was wäre wenn..." frage..
es ist ja nicht nur hiv sonder auch das schon genannte hep oder was es sonst noch gibt.

grüße,
little-lunatic, die seitdem für jeden sch* handschuhe trägt. auch fürs bz-messen. mir doch wurscht wenn´s jemand albern findet.

Bille11
24.07.2006, 11:00
ich trage nicht immer handschuhe, aber eins ist mir wichtig: jedem anderen studenten oder praktikanten, dem ich was zeige oder der was macht, während ich "dafür verantwortlich" *höhö* bin, lege ich es hochgradig nahe, handschuhe anzuziehen. und das machen die auch. ansonsten würd ichs doch lieber selbst machen..