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Sidewinder
03.09.2006, 10:58
Also ich habe am Anfang immer rosa gelegt, mittlerweilen nur noch grün, meistens sogat weiß!
Momentan in der Anästhesie lege ich eigentlich nur noch graue und orange Zugänge.
Blau oder rosa benutze ich eigentlich gar nicht mehr, außer es geht mal wirklich gar nichts, dann tendiere ich aber immer noch eher zur rosanen.
Ich denke, es ist besser, wenn ein kleiner Zugang liegt als gar keiner.
Andererseits sollte man aber auch die Indikation etwas im Auge behalten. Wenn jemand jetzt nur ein paar NaCl zur Rehydrierung bekommen soll, dann ist es klar, daß man da keine graue Kanüle reinwürgen muß.

In der Anästhesie ist es halt bequem, weil man da ein bissl weniger "unter Druck" steht, das Ding augenblicklich gelegt zu bekommen. Wenn ich auf der Inneren bin und da sitzt ein Patient, der eh schon rummault, warum denn keine "richtiger Arzt" zu ihm kommen kann, dann nehme ich tendenziell auch eher einen Zugang, von dem ich weiß, daß ich ihn sicher gelegt bekomme.
Kommt halt immer drauf an.

Sackbauer
03.09.2006, 11:06
Oder Du klopst, drückst und massierst, bis die Venen doch noch zu Tage treten... bewährt sich auf Intensiv bei Sepsis-Patienten...


....die sollten aber wohl eh eine arterielle Leitung haben, wo du nach Belieben abzapfen kannst, oder net?

Evil
03.09.2006, 12:06
Momentan in der Anästhesie lege ich eigentlich nur noch graue und orange Zugänge....Wenn jemand jetzt nur ein paar NaCl zur Rehydrierung bekommen soll, dann ist es klar, daß man da keine graue Kanüle reinwürgen muß.
Beim wachen Patienten eine weiße Viggo zu legen halte ich aber auch schon für unangemessen, soo angenehm ist das schließlich nicht. Und bei den meisten Eingriffen genügt eine grüne.
:-meinung

Es gibt dazu zwar keine Studien, aber ich denke, ein größerer Zugang hat auch ein höheres Infektions- und Thromboserisiko... mal abgesehen dazu, daß das weh tut.



....die sollten aber wohl eh eine arterielle Leitung haben, wo du nach Belieben abzapfen kannst, oder net?
Sicher, aber das gilt ja auch für venöse Infusionszugänge, falls mal der ZVK dicht ist und auf die schnelle kein neuer gelingt.

Dr. Pschy
03.09.2006, 12:20
Ich denke die Haeuser ham sowieso ungeschriebene Gesetze, so dass man nicht verallgemeinern kann. Ich schliesse mich der Denkweise "lieber nen kleinen, als gar keinen (:-))) absolut an, auf der anderen Seite krieg ich eine auffe Birne, wenn ich einen praeklinisch versorgten Patienten mit ner rosa Viggo in unsere Ambulanz bringe...

Sackbauer
03.09.2006, 19:58
....praeklinisch versorgten Patienten mit ner rosa Viggo in unsere Ambulanz bringe...

Also wenn du wirklich in Wien studieren willst, dann wuerd ich dir empfehlen, den Ausdruck Viggo zu vergessen und ihn durch Venflon zu ersetzen, da bei ersterem jeder anstaendige Oesterreicher einen Analkrampf bekommt. :-D



Evil:
Sicher, aber das gilt ja auch für venöse Infusionszugänge, falls mal der ZVK dicht ist und auf die schnelle kein neuer gelingt.

Was? Alle 3-5 Lumen auf einmal ploetzlich verstopft? Das nennt sich dann wahre Verstopfung!

Dr. Pschy
04.09.2006, 07:05
Ich kann dich beruhigen, Rettung fahr ich nur in meiner bayerischen Heimat. Sprachlich bin ich ansonsten ganz gut adaptiert.

Hellequin
04.09.2006, 16:27
Also wenn du wirklich in Wien studieren willst, dann wuerd ich dir empfehlen, den Ausdruck Viggo zu vergessen und ihn durch Venflon zu ersetzen, da bei ersterem jeder anstaendige Oesterreicher einen Analkrampf bekommt. :-D

Viggo, Braunüle, Abbocath , Venflon ... sind doch alles nur Produktnamen für eine Venenverweilkanüle, aber schon toll von was manche Österreicher anscheinend einen "Analkrampf" bekommen.:-D

Doktor_No
04.09.2006, 16:31
passen die buchteln dann nicht mehr durch ;-)

Tahel
04.09.2006, 19:14
Beim wachen Patienten eine weiße Viggo zu legen halte ich aber auch schon für unangemessen, soo angenehm ist das schließlich nicht. Und bei den meisten Eingriffen genügt eine grüne.
:-meinung

Es gibt dazu zwar keine Studien, aber ich denke, ein größerer Zugang hat auch ein höheres Infektions- und Thromboserisiko... mal abgesehen dazu, daß das weh tut.


:-meinung

Ich lege auf Station und in der Notaufnahme immer nur rosa. Grün tut schon eindeutig mehr weh (ganz abgesehen von weiß) und ist meiner Meinung nach überflüssig, wenn man nicht unbedingt ein größeres Volumen in den Patienten reinbekommen muss. (Bei Trauma Patienten kommt dann schon grün oder weiß zum Zug). In der Anästhesie habe ich auch immer grüne Zugänge gelegt und wenn nötig dann beim schlafenden Patienten noch was großlumigeres.

hypnotel
05.09.2006, 13:20
aber schon toll von was manche Österreicher anscheinend einen "Analkrampf" bekommen.:-DDachte immer, die continua-Form desselbigen sei das physiologische Korrelat zum Schmäh. :-)



Zugangsregel: es geht immer eine Nummer größer, als Sie denken...

Hypnos
05.09.2006, 13:34
:-meinung

Ich lege auf Station und in der Notaufnahme immer nur rosa. Grün tut schon eindeutig mehr weh (ganz abgesehen von weiß) und ist meiner Meinung nach überflüssig, wenn man nicht unbedingt ein größeres Volumen in den Patienten reinbekommen muss. (Bei Trauma Patienten kommt dann schon grün oder weiß zum Zug). In der Anästhesie habe ich auch immer grüne Zugänge gelegt und wenn nötig dann beim schlafenden Patienten noch was großlumigeres.

Größere Nadeln bedeuten NICHT automatisch auch mehr Schmerz beim Legen. Die entscheidende Komponente, die den Schmerz beeinflußt ist die Geschwindigkeit, mit welcher der Schliff der Nadel Haut und Venenwand durchsticht.
Schiebt man allerdings, wie es oft noch gelehrt wird, die Nadel erst einmal ein gutes Stück durchs Bindegewebe, um dann nach halber Nadellänge ins Lumen einzudringen, so tut das um ein Vielfaches mehr weh, als die direkte Venenpunktion...

"Oft durchstochen und nie erkannt - ist die Venenhinterwand":-))

Es grüßt,

Hypnos

Lava
05.09.2006, 17:11
Da hast du Recht, je schneller, umso schmerzloser. Aber dazu braucht man schon Übung, um mit einem Schwung in der Vene zu landen. Ich geb mir immerhin Mühe. ;-)

Muriel
05.09.2006, 17:18
Ich finde es bedeutend einfacher, schnell zu stechen als langsam. Da hat die Vene überhaupt keine Möglichkeit, sich hinterrücks und heimtückisch noch mal vom Acker zu machen. Und die Patienten danken es sowieso :-)

Lava
05.09.2006, 17:24
Aber man muss sich schon vorher der Kraft bewusst sein, die man aufwendet. Bei zu viel rauscht man glatt durch und bei zu wenig bleibt man ind er dicken Elefantenhaut stecken und braucht nen zweiten Anlauf, um noch weiter zu schieben :-D

Daher vorher immer gut tasten ;-)

Hypnos
05.09.2006, 18:35
Aber man muss sich schon vorher der Kraft bewusst sein, die man aufwendet. Bei zu viel rauscht man glatt durch und bei zu wenig bleibt man ind er dicken Elefantenhaut stecken und braucht nen zweiten Anlauf, um noch weiter zu schieben :-D

Daher vorher immer gut tasten ;-)

Ah - bist also auch eher so eine taktile Stecherin??? :-))

Es grüßt,

Hypnos

Chippielara
06.09.2006, 13:31
dachte ja auch immer, dass schnell schmerzfreier ist (allerdings lieber einmal etwas schmerzhafter und dafuer auch erfolgreich...). Neulich hat mir allerdings eine PJ-Kollegin mehrfach Blut abgenommen, die das so richtig langsam machte (hatte das gefuehl, die zellen haben genug zeit zur seite zu treten, anstatt sich durchbohren zu lassen)- und ich habe ueberhaupt nichts gespuert- beginnende Polyneuropathie? Oder hat jemand die gleiche erfahrung gemacht?

test
06.09.2006, 15:21
Ich hab eher die Erfahrung gemacht, dass es Glückssache ist. Liegt gerade ein Hautnerv im Stichkanal tuts eben weh, wenn nicht eben nicht. Konnte da nicht so den Riesenzusammenhang mit der GEschwindigkeit erkennen.
Sowohl bei mir selber als auch bei dem was die Patienten so berichtet haben, steche aber selber im allgemeinen meist auch eher recht schnell. :-nix

Schneewitche
06.09.2006, 16:49
Ich nehme in nem PharmaInstitut häufig Blut ab oder lebe mal ne Vigo. Bei manchen Durchgängen müssen auch mal 7 bis 11 Röhrchen abgenommen werden (fragt mich nicht was die mit den Mengen machen). Jetzt haben sich einige angewöhnt die Röhrchen einfach shcon vorher alle bis zum knacken auf zu ziehen und dann nur noch an den Adapter an zu stöpseln.
Ich bin da irgendwie nicht so nen Fan von. Is halt blöd, wenns dann doch nicht läuft. Meine Frage: Schadet das eigentlich irgendwie der vene oder den Erys oder so? Oder findet ihr das die zeitersparniss einfach wichtiger ist?

Muriel
06.09.2006, 17:07
ich seh darin einfach keine Zeitersparnis, eher im Gegenteil. Wenn Du ziehst, während es schon läuft, dauert es doch viel weniger lange als wenn Du es alles vorher machst, erst Recht 11 Röhrchen :-nix

Lava
06.09.2006, 17:12
JA, es schadet den Erys!!! Und zwar umso mehr, je dünner und länger die Nadel ist. Schließlich werden die in einem Affentempo da durchgesaugt und da wirkken große Scherkräfte auf sie ein und bringen sie zum Platzen! Ich habe zwar auch schon oft Ärzte gesehen, die das so machen, aber die Labormediziner würden dich dafür erwürgen.

@Hypnos: Jepp! Ich habe das Tasten schon zur Kunstform erhoben :-))