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Sealwolf
15.11.2006, 20:32
gelöscht

Zaphod.Beeblebrox
02.02.2007, 20:54
Hej Sealwolf,
ich habe gerade deinen Thread hier zum ersten Mal gelesen und kann dir nur in allen Punkten zustimmen - vor allem, was die Ratlosigkeit angeht. Warum geht es hier, und zu Hause nicht?
Was mich aber jetzt in erster Linie interessieren würde: Ich weiß, dass du jetzt wohl gerade mitten in deiner Famulatur in Berlin steckst, und ich fände deinen Eindruck spannend: Ist der Enthusiasmus

ich hab mir auf jeden fall vorgenommen die brutale freundlichkeit von hier mitzunehmen und in der heimat zu installieren - vielleicht entsteht ja n dominoeffekt oder sowas noch da, oder hat sich das deutsche System als härter erwiesen? Anders ausgedrückt: Was waren deine Eindrücke beim Aufschlag zu Hause?

In diesem Sinne: Lycka till!
Stephan

Relaxometrie
02.02.2007, 21:09
Schön, daß der Thread wiederbelebt worden ist.
In letzter Zeit gab es einige Vorkommnisse während der Arbeit auf den Stationen und im OP (wo ich mich als derzeit einzige PJlerin in der Chirurgie oft den ganzen Tag aufhalte), die mich sehr gegen die Arbeit in einem deutschen KH stimmen :-??? :-??? :-???
Die Chirurgie ist ein schönes Fach. Aber die sinnlosen Reibungsverluste sind derart groß, daß ich mir nicht vorstellen kann, das Fach (in Deutschland) dauerhaft zu machen.
Mein Interesse an Jobs im Ausland wächst stetig und ich bin an jeder Diskussion über die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen sehr interessiert.

Ehemaliger-User-13092010
09.02.2007, 16:40
Die Lösung ist einfach. Ich finde deutsche die mit Abstand unfreundlichsten auf der Welt. DAs überträgt sich auf das Arbeitsklima, wo die Arbeit an sich auch nicht so wichtig ist wie in jeder anderen Branche auch. Letzendlich sind wir Menschen und wir arbeiten mit Menschen zusammen. Und wenn wir von freundlichen Menschen umgeben sind, macht alles Spass, sogar Taxi fahren, an der Börse zocken, Kranken helfen.

Als Ausländer hatte ich auch gedacht, man könne die Freundlichkeit einfach so hier übernehmen. Aber pustekuchen, alleine kommt man gegen eine Gesselschaft nicht an. Hier liegt die Begründung, warum Ausländer sich lieber abgrenzen und es zu einer Parallelwelt kommt. Ich als Pole verstehe die Freundlichkeit von Arabern, Türken, Osteuropäer, Südeuropäer und von überall, wir können damit umgehen, wir verstehen den Spass von anderen Völkern. Von den Deutschen kommt hingegen



Und ? Schweden KANN diesen Bedarf aber auch im Ausland decken - Deutschland nicht. Und das hat ganz klar damit zu tun, daß Ärzte in Deutschland nix wert sind und die paar Importärzte die kommen ja noch weniger wert sein dürfen. Man möchte ja ein (virtuell) gutes Geschäft machen: Statt nichtvorhandener deutscher Ärzte bezahlt man eben die Osteuropäer noch einen Tick schlechter als man die Deutschen bezahlte, die Osteuropäer wissen es ja nicht besser. Und verdienen es auch nicht !
nur Vorurteile, Besserwisserei, Arroganz, Einbildung. Guck ein Schwarzer -> Mensch 3. Klasse...ein Araber/Türke -> dreckiger Frauenverachter Mensch 2. Klasse...Pole kann eh nur klauen und insgesamt klauen sie alle uns eh die Arbeitsplätze weg, wollen nur uns ausrauben etc.

Es liegt nicht wirklich an der Organisation, denn die ist in Deutschland ziemlich gut, das liegt an euerer Mentalität, Deutsche können hervorragend organisieren. Aber an Freundlichkeit und menschl. Umgang miteinander sieht es so schlecht aus, dass man entweder heulen könnte oder den Kopf schütteln könnte. Na ja ich hänge nur noch mit Ausländern aus und auf einmal gefällt mir das Leben hier viel mehr.

alley_cat75
09.02.2007, 16:59
Was Sealwolf im November beschrieben hat, ist für mich grundsätzlich eine Frage der Mentalität. Den Schweden geht es wirtschaftlich und damit sozial gut, warum also stetig motzen. Da haben wir Deutschen ganz klar mehr Probleme. Was die bessere Zusammenarbeit betrifft, sehe ich ganz klar die Gründe in der Tatsache, dass schwedisches Pflegepersonal (wie das anderer westeuropäischer Staaten auch) studiert ist - kein Sozialneid. Jeder Pfleger könnte Arzt sein. Ansonsten muss ich zu dieser Schilderung sagen, dass immer wieder Pauschalisierungen und Stigmata entstehen, die einfach unangebracht sind. Wer sich die Mühe macht und sich in Deutschland ein wenig umschaut, wird sehr schnell merken, dass es derartige Arbeitsatmosphäre auch hier gibt und vor allem keine Seltenheit ist. Ich arbeite in Berlin in einem 400-Bettenhaus und auch wir gehen pünktlich nach Hause und mit dem Chef einmal im Monat bowlen. Ich habe mir viel Zeit für Bewerbungsgespräche genommen und für die finale Entscheidung meinen Bauch mit entscheiden lassen. Wer als Arzt in Deutschland Frust schiebt, ist selbst Schuld, denn es geht anders.

Von Terror und Leistungsdruck habe ich während meines Studiums nichts gemerkt und Patienten richtig anfassen, untersuchen, mitbehandeln durfte ich bereits im 1. klinischen Semesters. Eine Frage der eigenen Motivation und des Anspruchs. Ich kenne USA, Kanada, Frankreich, Schweiz - dort ist das Studium auch kein Paradis und mit vielen Tücken - wie in Deutschland - geschmückt.

Dr. Pschy
09.02.2007, 17:19
gracjanski:

Jetzt haste dir ein Eigentor geschossen, San Pellegrino is Oesterreicher :-))

Kackbratze
09.02.2007, 17:30
Ich kann das auchnicht nachvollziehen.

Ich war freiwillig und gerne in jeder Veranstaltung, den "Stress" vor Klausuren hatte ich nicht, weil ich den Stoff beherrscht habe und nicht die Altklausuren.

Was die Freundlichkeit betrifft, das muss jeder mit die selber ausmachen.
Ich hab das Motto LMAA (lächle mehr als andere) und es gibt andere Leute, die machen das eben anders.

Ich stresse mich jetzt gerade mit dem Examen, weil mich das gelerne nach dem PJ so ankotzt, aber ansonsten sehe ich alles ziemlich relaxt.

Wenn es woanders besser ist...irgendwo ist es IMMER besser, egal was man macht und sucht.

Ich durfe im PJ alleine operieren, alleine Patienten betreuen und soweiter und sofort, es ist immer eine Frage, wie man sich anstellt und ob man nichtnur kompetent und mit gutem Wissen, sondern auch nett und freundlich bei den Kollegen rüberkommt.


:-meinung

P.S. und wenn mir mal einer Krumm gekommen ist, konnte ich auch ein ganz schönes Ar$chl0ch sein. Schlucken und schweigen ist für Andere gemacht...

Bettpfannenwechsler
09.02.2007, 20:52
Ich durfe im PJ alleine operieren, alleine Patienten betreuen und soweiter und sofort, es ist immer eine Frage, wie man sich anstellt und ob man nichtnur kompetent und mit gutem Wissen, sondern auch nett und freundlich bei den Kollegen rüberkommt.

Was hast Du denn allein operiert? Kann mir nicht vorstellen, daß ein Chirurg einen PJ allein operieren läßt, sorry. Vielleicht unter Anleitung. Aber allein, des glaub ich Dir nicht. :-meinung

Books
09.02.2007, 20:58
Kann mir nicht vorstellen, daß ein Chirurg einen PJ allein operieren läßt, sorry.
vielleicht hat er ja was genäht, z.B. in der Unfallchirurgie, ist ja auch ne Mini-OP :-))

@Kackbratze
schöner Beitrag

Bettpfannenwechsler
09.02.2007, 20:59
:-)) :-))

Sapphire
09.02.2007, 21:02
lol@Mini OP

Haken halten?! Das durfte ich schon im Pflegepraktikum, eine 'Mini-OP' führen :-D

Books
09.02.2007, 21:08
Hey, das war ernst gemeint,
kann doch sein, dass man nach einer gelungenen Naht, stolz darauf ist, es gut gemacht zu haben, ok ist vielleicht übertrieben es OP zu nennen, aber wir wissen ja gar nicht was Kackbratze überhaupt gemacht hat, war ja nur eine Vermutung von mir ;-)

P.S. Vielleicht war er ja in Afrika und hat selbstständig die armen Menschen dort versorgen müssen *neue-Vermutung-in-den-Raum-stell* :-)) :-oopss

Zaphod.Beeblebrox
10.02.2007, 00:45
Ist das nicht eigentlich egal? Kackbratze hat was operiert (irgendwas zwischen Platzwunde nähen und Whipple-OP, wie auch immer), die meisten anderen PJler in Deutschland nicht. Ich hab das Gefühl, wir bewegen uns hier etwas off-topic...

Ehemaliger-User-13092010
10.02.2007, 09:58
gracjanski:

Jetzt haste dir ein Eigentor geschossen, San Pellegrino is Oesterreicher :-))
oh ja, Österreicher ist so richtig Ausländer *g* und der Unterschied zu Deutschen so riesig :-oopss

noch was zur Freundlichkeit...das ist ein schönes Beispiel...da ist einer stolz darauf etwas operiert zu haben und schon kommen die Hyäenen und da stürzen sich alle auf ihn. Oh ja ein groses Heil Deutsche

Bettpfannenwechsler
10.02.2007, 10:20
:-)) Hyäne :-)) hat mich ja nur interessiert. Aber wenn Du meinst.......dann bin ich eine unfreundliche deutsche Hyäne :-D oder wie Hyäenen?????

Kackbratze
10.02.2007, 10:55
Selbst ein Assistenzarzt operiert nur selten ohne "Beobachtung" durch den OA oder einen anderen Assistenten.
Das erstmal dazu.

Ich habe Ringbänder gespalten, Sehennähte gemacht, Hauttumore entfernt, Spalthaut an verschiedenen Körperregionen weggenommen und woanders wieder hingemacht, eine Spongiosaplastik, explorative OPs (2x) nach Debridement und einer RissQuetsch Verletzung gemacht.

Über Hautnähte diskutieren wir hier nicht :-D

Ausserdem war es auch so, wenn ich nix gesagt hab, wurde ich auchnicht eingeteilt.
Also habe ich einfach gefragt, ob ich das machen darf.
Mehr als Nein hat nie einer zu mir gesagt.

alley_cat75
11.02.2007, 11:25
Ich durfe im PJ alleine operieren, alleine Patienten betreuen und soweiter und sofort, es ist immer eine Frage, wie man sich anstellt und ob man nicht nur kompetent und mit gutem Wissen, sondern auch nett und freundlich bei den Kollegen rüberkommt.

:-meinung :-meinung :-meinung

Auch ich durfte als PJler mit Chef zusammen operieren und habe nicht Haken gehalten: Dialyseshunts einnähen, Gliedmaßen abschnippeln, periphere Bypässe, Mash Grafts. In der Anästhesie hatte ich meinen eigenen Saal und durfte von Ein- bis Ausleitung alles allein machen (OA war nebenan). Alles eine Frage der Einstellung und Motivation.

die chondropathia
11.02.2007, 12:10
:-meinung :-meinung :-meinung

Auch ich durfte als PJler mit Chef zusammen operieren und habe nicht Haken gehalten: Dialyseshunts einnähen, Gliedmaßen abschnippeln, periphere Bypässe, Mash Grafts. In der Anästhesie hatte ich meinen eigenen Saal und durfte von Ein- bis Ausleitung alles allein machen (OA war nebenan). Alles eine Frage der Einstellung und Motivation.

*seufz* - du pinkelst einfach IMMER den dicksten Strahl...weiß doch jeder, das du das lang vermisste Ideal des omnipotenten Arztes verkörperst... :-?

Sackbauer
11.02.2007, 12:14
Zickenalarm!

Kackbratze
11.02.2007, 12:24
Ich bin definitiv nicht omnipotent.
Eher der Typ Vordrängler der einfach fragt.

Hab auch oft genug ein "Nein" zu hören bekommen, aber das hat mich dann nicht abgeschreckt.
Wenn man gut ausgebildet werden will, muss man es auch fordern.

Und ausserdem ist das PJ vorbei und *zack* kommt die rosarote Brille, es war doch nicht alles schlecht und Spass gemacht hats ja manchmal schon, etc.

An die langweiligen Stunden auf Station erinnert man sich ja nicht (ausser man durchwühlt mal den "gestresste PJler" Thread)
:-oopss