Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studium mit 40 - Finanzierung und Aussichten?
Ute-Iris
02.02.2007, 06:22
Hallo, alle zusammen,
die Idee mit der Nachhilfe ist nicht so übel, allerdings habe ich nicht so geeignete Fächer dafür. In Deutsch müssen jetzt alle Schulen Förderprogramme in ihr Schulkonzept aufnehmen, da wird es also weniger Nachhilfebedarf geben und in alles andere müsste ich mich sehr einarbeiten, um es auf Nachhilfeniveau anzubieten. Ich habe da einen ziemlich hohen Anspruch und bereite mich sehr gründlich auf Unterricht vor, speziell dann, wenn es um Einzelförderung geht. Und man muss ja direkt in die Probleme des jeweiligen Kindes einsteigen können, also fachlich einen hervorragenden Gesamtüberblick haben. Obwohl ich Lehrerin bin, erscheinen mir also andere Arbeitsformen als weniger zeitintensiv zum Geldverdienen neben des Studiums. Aber mal schauen....
besserspätalsnie
07.02.2007, 16:34
Hallo Ute-Iris.
Wenn es wirklich dein ganz großer Traum ist, dann trau dich. Ich schwanke jetzt auch schon seit einigen Jahren, ich bin auch Lehrerin, arbeite seit vier Jahren verbeamtet, aber es nagt und wird immer heftiger. Es ist nicht so, dass ich meinen Beruf schlimm fände, aber es ist keine echte Leidenschaft dahinter. Und wenn ich mir vorstelle, dass ich das jetzt noch 35 Jahre machen muss, dann wird mir immer ganz anders.
Ich finde es extrem mutig, wenn man sich in einem fortgeschrittenen Alter :-blush (ich bin 31) noch dazu entschließt, etwas Neues zu beginnen.
Mein Partner wird mich auch nicht unterstützen können und ich muss weiter arbeiten. Aber ich werde auf Teilzeit gehen (12 Stunden) und hoffe, dass ich Studium und Job verbinden kann. Das müsste doch bei dir auch gehen?? Mit 12 Stunden hättest du drei Tage frei und hättest doch knappe 1000 Euro.
Ich drück dir ganz feste die Daumen, dass es klappt. Ich muss jetzt erstmal einen Studienplatz bekommen :-)
VG, Anne
Also, ich habe mit 35 angefangen an der Charité Medizin zu studieren. Im Nachhinein würde ich dies nichtmehr tun. Die Hochschulen und die meisten Studenten akzeptieren „ältere“ Studenten einfach nicht. Die meisten Kommilitonen meiden ältere Studierende. Mir hat man z. Bsp. vorab gesagt, ich solle den „jungen“ Kommilitonen eine Chance geben und mich eher bei Gruppenveranstaltungen zurückhalten. Wenn man sich dann zurückhält, kommt das bei den jüngeren Studierenden so an, als wolle man nix mit den anderen zu tun haben.
Es ist einfach sehr schwierig eine Kommilitonenbeziehung innerhalb der Uni aufzubauen, wenn 15 bis 20 Lebensjahre dazwischen liegen. Im Übrigen gab es in meinem Jahrgang etwa 20 Studierende, welche jenseits der 30 waren und alle hatten die gleichen Probleme. Unterstützung seitens der Charité gab es leider nicht. Für jede Art von „Randgruppen“ gab es Ansprechpartner, für Ältere und deren Problem füllte sich niemand verantwortlich.
Da habe ich eine andere Erfahrung gemacht. Bin zwar selbst eine von den Jungen, habe aber durchaus ältere Freunde in meinem Studiengang gehabt. Ich habe mit 27 das Studium beendet, meine älteste Kommilitonin-und-weiterhin-enge-Freundin mit 46 Jahren. Sie hat 3 Kinder und natürlich auch andere Themen als wir, aber nicht nur... Ich denke, man kann das nicht absolutistisch sagen, ist mal so mal so und hat häufig nichts mit ein paar Jahren zu tun.
SuperSonic
17.06.2013, 19:11
Die Hochschulen und die meisten Studenten akzeptieren „ältere“ Studenten einfach nicht. (...)
Abgesehen davon, dass mir diese Aussage etwas zu pauschal ist, frage ich: Ja und?! :-nix Studierst du, um bei den jüngeren Kommilitonen beliebt zu sein, oder um Arzt zu werden? Ich war mit dem Großteil meiner Kommilitonen auch nicht auf einer Wellenlänge, habe dennoch mein Zweitstudium einfach durchgezogen.
Herzkasperl
18.06.2013, 21:18
Ich kann für München nur sagen: Läuft super. Ich darf sogar noch mitspielen bei den Kiddies :-) Wenn ich will. Meist mache ich aber in meiner Freizeit anderes, is ja auch klar. Nicht zuletzt arbeite ich >40h/Woche.
stellinchen
18.06.2013, 21:40
Huhu,
ich muss hier jetzt doch noch meinen Senf dazugeben ;)
Und zwar finde ich es klasse und habe Hochachtung vor jedem, der das durchzieht, auch wenn es nicht der leichteste Weg ist, je älter man wird.
Ich bin verhältnismäßig jung und alt - 22 und mache in drei Jahren mein Abi nach. Sogar ich habe einmal ein "Medizin!? In deinem Alter!?" gehört, was ich lustig/absurd fand.
Aber es ist nunmal mein absoluter Traum, seit einem Jahr, schon während der Lehre. Schon in der Abendschule gibt es alles zwischen 17 und 45 und ich findde das super. Man hat einfach nochmal andere Perspktiven.
Mein Motto ist: Umwege erhöhen die Ortskenntnis :)
Ich habe gerne mit Leuten Kontakt, die "Lebenserfahren" sind :)
Alles Liebe und nicht aufgeben!
erdbeertoertchen
19.06.2013, 07:55
Nicht zuletzt arbeite ich >40h/Woche.
Wie bekommst du das Arbeiten neben dem Studium so gut hin?
Herzkasperl
24.06.2013, 13:03
Wie bekommst du das Arbeiten neben dem Studium so gut hin?
Die Frage ist, wie bekomme ich das Studium neben dem Arbeiten noch so gut hin? :-) Nur Pflichtveranstaltungen, aus denen ich dann versuche, das Optimum herauszuholen + Versuchen, kontinuierlich und zielgerichtet zu Lernen.
ernieundbert123
26.06.2013, 20:58
Also, ich habe mit 35 angefangen an der Charité Medizin zu studieren. Im Nachhinein würde ich dies nichtmehr tun.
Habe auch mit 35 begonnen (in Hamburg) und würde es jeder Zeit wieder tun! Habe nie Probleme gehabt, im Gegenteil. Auch seitens der Lehrenden gab es nie Probleme - na ja, eine Anatomie-Prüferin hat mal gesagt: "meine Güte, Sie sind ja noch älter als ich."
Klar sind meine Interessen andere als die des "Jungvolks", privat haben wir nicht viel gemeinsam gemacht, aber für Klausuren, Referate etc. haben wir alle im selben Boot gesessen und wunderbar miteinander gearbeitet.
Bin nun 40, gehe jetzt ins PJ und könnte weiterhin nur im Kreis grinsen ob meiner (richtigen) Entscheidung vor fünf Jahren :-)
Arbeite nach wie vor auf halber Stelle im alten Job weiter (mache deshalb auch Teilzeit-PJ). Gut, dadurch dauert es alles etwas länger, ab ob ich nun mit 41 oder 42 Jahren fertig bin, ist m.E. auch wumpe.
Der Thread ist ja schon älter, hoffe aber, dass er dennoch gelesen wird. Daher ganz optimistisch: Hallo zusammen!
Mich würde mal interessieren, was aus den Schreibern hier im Thread geworden ist, also ob die Oldies hier ihr Studium durchgezogen haben und welche Hürden ggf. zu nehmen waren. Denn ich befinde mich momentan in einer ähnlichen Situation. Im "zarten" Alter von 37 Jahre überlege ich gerde ernsthaft, ob ich nochmal die Uni bemühen soll.
Kurz zu meiner Person: Ich habe vor 10 Jahren bereits ein Studium (Diplom-Biologie) abgeschlossen und arbeite wegen meiner Affinität zur Medizin seit Beendigung des Studiums im Gesundheitsbereich. Vor 6 Jahren bin ich in die Pharmaindustrie gegangen, wo ich mein Dasein als Med.-Wiss. im hämato-onkologischen Spezialaußendienst friste. Der Job ist sehr gut bezahlt, fachlich interessant, aber ... leider dauerhaft nix für mich. Das Gute an dem Job ist, dass ich quasi in der Medizin arbeite, wissenschaftlich auf hohem Niveau gefordert bin und mit beiden Ohren an den Innovationen klebe. Aber mit vielen Dingen innerhalb der Pharmazie kann und will ich mich nicht arrangieren. Das wird mir immer deutlicher. Mit meinem jetzigen Job werde ich nicht glücklich. Seit einiger Zeit kreisen meine Gedanken um Alternativen und ich stelle fest, dass ich am liebsten nochmal Medizin studien möchte. Aus meinem Erststudium kann ich grob ableiten, was auf mich zu kommt. Lernen fällt mir grundsätzlich leicht und ich lerne auch sehr gerne. Und da ich Woche für Woche Fachpublikationen durchwühle, bin ich aus dem Lernen auch nicht raus. Unterm Strich bin fest davon überzeugt, dass ich rein fachlich und wegen des Lernaufwandes am Studium nicht scheitern werde. Aber ich hab scheiß Angst, das Ganze finanziell nicht stemmen zu können.
Da sitze ich also in einem Dilemma und hoffe darauf, dass mir vielleicht jemand auf die Sprünge hilft, eine Entscheidung fürs Herz zu treffen, die mich und meinen Partner (der mich auch nicht einfach so mit durchfüttern kann) finanziell vielleicht ruiniert, oder eine Entscheidung dagegen zu treffen und ich halbwegs sicheren Verhältnissen zu leben, aber dafür dauerhaft unglücklich, weil ich nicht den Weg gegangen bin, den ich mir eigentlich wünsche.
Vielleicht gibt es hier noch den ein oder anderen Erfahrungsbericht?
Liebe Grüße, Diana
Wie wuerdest du denn deine Bewerbung begruenden? Wissenschaftliche Gruende? Beruflich?
Hallo Diana, ich schicke Dir eine pm.
Hallo Diana, ich würde Dir gern eine pm schicken. Ich glaube aber, Du brauchst dazu ein Minimum von 10 Beiträgen im Forum.
Zu Deiner Anfangsfrage - ich kann mich besonders gut in Deine Situation hineinversetzen und würde es jederzeit nochmal machen. Details per pm...
kartoffelbrei
15.05.2014, 22:10
Finanziell wird wahrscheinlich alles davon abhängen, inwiefern du neben dem Studium in deinem Bereich weiterarbeiten kannst. Gibt es da Möglichkeiten für dich? Durch deine Qualifikation bist du Nebenjob-technisch natürlich um einiges besser aufgestellt als jemand, der sich das Studium mit Kellnern finanzieren muss.
Ich denke, ich würde es mit einer beruflichen Begründung versuchen. Mit einer wissenschaftlichen Begründung käme ich vermutlich nicht weit.
@Kartoffelbrei: Ich kann mir momentan kaum vorstellen, dass mir mein Erststudium nebenjobtechnisch etwas nützt. In meinem jetztigen Beruf werde ich sicher nicht stundenweise arbeiten können (entweder ganz oder gar nicht). Mit einer Ausbildung als Pflegekraft sähen die Aussichten wohl besser aus, nebenher ein bisschen was zu verdienen. Ich bin ja für nix so richtig nützlich....
Hallo Diana, ich würde Dir gern eine pm schicken. Ich glaube aber, Du brauchst dazu ein Minimum von 10 Beiträgen im Forum.
Nö. Das wäre mir neu. Geht auch so. Sie muss mal schauen, ob ihre pn-Funktion freigeschaltet ist...
Hab ich gerade gescheckt. Ich hatte die Funktion für die persönlichen Nachrichten nicht aktiviert. :)
Siehste, dann kann es ja jetzt losgehen. ;-)
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