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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studium mit 40 - Finanzierung und Aussichten?



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Ute-Iris
29.12.2006, 20:50
Hallo, ich bin 38 Jahre alt und überlege zur Zeit sehr ernsthaft, ob ich noch ein Medizinstudium beginne, weil es ein Lebenstraum von mir ist. Zur Zeit arbeite ich als verbeamtete Lehrerin in Vollzeittätigkeit und habe keine eigenen Kinder.
Folgende Fragen beschäftigen mich bei der Überlegung, ob ich ein Medizinstudium absolvieren sollte und vielleicht kann jemand von euch Hilfreiches dazu sagen?
1. Bis ich anfangen könnte, als Assistenzärztin zu arbeiten (etwa mit 47 Jahren, wenn ich 40-jährig anfangen sollte zu studieren) bleiben mir noch etwa 20 Jahre bis zur Rente. Kann ich in dieser Zeit genügend Geld erwirtschaften, um das Rentenalter überhaupt abzusichern? Es sind bei mir nur geringste Renteneinkommen aus vorherigen diversen Tätigkeiten zu erwarten. Seit einem Jahr bin ich allerdings auf Lebenszeit verbeamtete Lehrerin, welche Renteneinnahmen ich aus dieser Tätigkeit erwarten dürfte, weiß ich im Moment nicht.
2. Wie kann ich mein Medizinstudium finanzieren? Es sind bei mir nur geringe Rücklagen vorhanden und mein Lebenspartner kann mich nicht finanzieren. Wie finanzieren andere Studenten ihr Studium? Vielleicht habt ihr da gute Tipps. Bafög bekomme ich übrigens nicht mehr, da ich ja schon einmal studiert habe.

Vielen Dank für Eure Antworten!!! Iris :-)

Dr. Geiger
02.01.2007, 22:57
Hallo,

erstmal empfehle ich Dir "meinen" thread: http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=34320
Hier und auch in vielen anderen ähnlichen threads in diesem Forum (suchen und lesen!!!) erfährst Du schon mal viel zu dem Thema "als Oldie noch Medizin studieren".


Hallo, ich bin 38 Jahre alt und überlege zur Zeit sehr ernsthaft, ob ich noch ein Medizinstudium beginne, weil es ein Lebenstraum von mir ist.

Wenn es das wirklich ist, dann mach es! Was gibt es wichtigeres, als sich seinen Traum zu erfüllen? Klingt phrasenhaft - ist aber so! Zur harten Realität und den Hintergründen und Schwierigkeiten erfährst Du was wenn Du Dich mal ein wenig hier im Forum einliest (s.o.).



Bis ich anfangen könnte, als Assistenzärztin zu arbeiten (etwa mit 47 Jahren, wenn ich 40-jährig anfangen sollte zu studieren) bleiben mir noch etwa 20 Jahre bis zur Rente.

Abwarten, es wird noch einiges passieren im Sozialsystem...





Kann ich in dieser Zeit genügend Geld erwirtschaften, um das Rentenalter überhaupt abzusichern?


Naja - als Arzt bist Du kein Großverdiener. Als Assistenzarzt wirst Du im seltensten Fall mehr verdienen als jetzt, eher weniger. Als Facharzt, Oberarzt sieht es schon besser aus. Fakt dürfte sein: Mit 20 Jahren Berufstätigkeit als Arzt alleine kannst Du Dir wohl keine üppige Rente verdienen ABER

1. über Privatversicherungen geht einiges - das kannst Du jetzt schon relativ konkret klären
2. man muss nicht in Deutschland arbeiten - im Ausland winken deutlich höhere Gehälter: 5 Jahre Dubai und die Rente ist sicher - Scherz - aber so in der Art ist da schon was denkbar
3. man muss nicht im Krankenhaus arbeiten - die Wirtschaft beschäftigt auch Mediziner
4. Du kannst Dich niederlassen/selbständig machen - dann bist Du eh freier in der Rentengestaltung

Also, es gibt schon Wege... Man muss nur suchen und gut planen...



Es sind bei mir nur geringste Renteneinkommen aus vorherigen diversen Tätigkeiten zu erwarten. Seit einem Jahr bin ich allerdings auf Lebenszeit verbeamtete Lehrerin, welche Renteneinnahmen ich aus dieser Tätigkeit erwarten dürfte, weiß ich im Moment nicht.

na dann finde es raus! Wenn Du so einen großen Schritt machst, überlege und plane ihn gut. Außerdem, warum denkst Du, dass Du nicht viel Rente bekommst? Theoretisch ist es doch so:

Du hast doch bisher gearbeitet oder nicht? Demnach sind doch Rentenansprüche da?! Dir würden zwar die 6 Jahre Studium fehlen aber das sollte nicht DAS große Problem sein! (s.o.)



Wie kann ich mein Medizinstudium finanzieren? Es sind bei mir nur geringe Rücklagen vorhanden und mein Lebenspartner kann mich nicht finanzieren. Wie finanzieren andere Studenten ihr Studium? Vielleicht habt ihr da gute Tipps. Bafög bekomme ich übrigens nicht mehr, da ich ja schon einmal studiert habe.

Das mit dem Bafög stimmt, Du wärest auch zu alt (gibts nur bis 30). Auch hierzu ein paar Punkte:

1. Ermittle, wieviel Geld Du für das Studium brauchst. (Denk an Zweitstudiengebühren, Semesterbeiträge, Bücher etc.)
2. Prüfe wo Du die Kohle herbekommen kannst
2.1 Du hast noch 2 Jahre Erwerbstätigkeit bis Studienanfang. Fang schnellstmöglich an, Dich auf die geplanten Verhältnisse einzustellen, d.h. fahre Deinen Lebensstil auf das geplante "ImStudium-Niveau" herunter und spare den Rest Deines Einkommens.
2.2 Informier Dich über Stipendien, Zuwendungen, Stiftungen etc.
2.3 Ziehe "jobben" in Erwägung. Wenn Du parallel zum Studium einen Job haben musst/kannst, dann geht das auch schon jetzt - noch mehr Geld zum sparen. Jobbe in der Medizin (z.B. Krankenpflege und Krankenpflegausbildung) oder in Deinem alten Berufsfeld (VHS, Nachhilfe) usw.
2.4 Notfallplan: Verwandte anpumpen. [/quote]

FAZIT:

Das Alter sollte kein Hindernis sein ABER NUR WENN DU DAS STUDIUM WIRKLICH WILLST! Wie gesagt - siehe die anderen threads. Und Wege in die Finanzierung und Rente findest Du auch.

Die zentrale Frage bleibt: Ab wann wird der Aufwand, den Du betreiben musst, um das alles zu regeln, zu groß für Dich?
-oder auch-
Welche Mühen ist Dir dieser Traum wert?

Ich drück' Dir die Daumen und wünsche alles Gute!

Ute-Iris
08.01.2007, 21:37
Hallo Dr. Geiger,

vielen Dank für die lange Antwort und die Hinweise. Ich weiß, dass ich noch viel überprüfen muss, was die Beantwortung der Rentenfrage anbelangt, aber ich wollte vorab schon mal hören, was andere Foren-Teilnehmer dazu sagen können. Aus meinen Jobs vor dem Lehramt habe ich leider nur 120 Euro Rentenanspruch, weil ich nicht viele Beitragsjahre bei geringen Gehältern gesammelt habe. Im Lehramt bin ich nämlich erst seit 2 Jahren in Beamtenstellung tätig und das toppt verdienstmäßig ganz klar alles zuvor Gewesene.
Ja, es gibt sicher viele verschiedene Arbeitsmöglichkeiten. Allerdings wird mangels Kapital die eigene Praxis nicht möglich sein. Jedenfalls gehe ich zum heutigen Standpunkt davon aus, dass es nicht geht.
Wie auch immer, ich denke weiter nach, wie und ob ich meinen Traum verwirklichen kann.
Dir auch noch alles Gute und ganz viel Erfolg auf deinem Weg! Iris

M. Cremaster
08.01.2007, 21:56
Das Thema Rente beschäftigt mich auch. Schliesslich fehlen mir einfach 6 Beitragsjahre (29J alt - 5J eingezahlt) . Muss das ganze mal durchrechnen.

Momentan favorisiere ich folgende Variante. Muss mal den real zu erwartenden Rentenverlust durch die 6 Jahre Studium durchkalkulieren. Tendenz geht bei mir dahin, Studium doch durch Job zu finanzieren, ca 10h die Woche bringt genug Kohle. Hat den Nebeneffekt dass ich in meinem "alten" Beruf auf dem Laufenden bleibe (man weiss ja nie). Dann könnte ich meine Rücklagen per Einmalzahlung in eine private Rente investieren, wenn ich 40k€ setze habe ich ab 65 eine garantierte Rente von im Mittel 450 €/Monat , je nach Entwicklung der Kapitalmärkte kanns auch mehr sein :-) aber wir rechnen mal mit dem worst case. wobei 450 € eher zu hoch gegriffen sein dürfte , mit 25 k€ Einmalzahlung kommt man immerhin noch auf 250 € im Monat .. wie gesagt muss den zu erwartenden rentenverlust mal ausrechnen.

Oder ich geniesse nochmal die schöne Studienzeit :-D und begnüge mich mit 38 Beitragsjahren (vorausgesetzt Arbeit bis 68)

*EDIT* scheint so zu sein dass es im 1. Rentenjahr deutlich höhere Beträge gibt - das 2 - 3 fache der späteren Mindestrente. Dadurch - so vermute ich - soll das ganze einen ausschüttenden Charakter bekommen. Oder anders gesprochen, das finanzielle Risiko eines überdurchschnittlich frühen Ablebens in der Rente (denkbar nach 30 Jahren Arbeit in der Knochenmühle KH) soll etwas kompensiert werden

Ute-Iris
08.01.2007, 22:05
Hallo Administrator,

kannst du mir verraten, was du 10 Stunden pro Woche arbeitest um damit dein Studium zu finanzieren. Ich suche nämlich händeringend nach Arbeitsmöglichkeiten. Im Lehramt geht leider nicht, weil ja jeden Tag tagsüber die Uni zu besuchen ist.
Im Moment fragt eine Krankenschwester für mich auf ihrer Station nach, ob sie mich dort arbeitsmäßig brauchen können, aber ich mache mir da nicht all zu viele Hoffnungen, weil ich ja keine Ausbildung in dem Bereich habe.
Deshalb wäre es nett, wenn du mir verraten könntest, was du nebenher arbeitest und wie du dich finanzierst.

Vielen Dank und viele Grüße, Iris

M. Cremaster
08.01.2007, 22:13
Bei nem grossen schwäbischen Automobilhersteller :-) Bringt mir so 600€ ein, lässt sich stundenmässig noch aufstocken. Wohne aber z.Zt. wieder bei meinen Eltern - allerdings habn wir n Haus da steht man sich nicht ständig auf den Füssen - bis zum Physikum ist das akzeptabel. meine monatl. laufenden Kosten sind daher sehr gering, 50€ fürs Zugfahren, 80 € KV, Essen & Trinken, +500€ Studiengebühren fürs Beheizen :-D der Uni / Semester,

Ute-Iris
09.01.2007, 11:19
Danke für deine Erläuterungen. Gar keine schlechte Idee, das mit dem großen Autohersteller. Fließbandarbeit? Wollen Sie da nur Männer? Ich werde mal dranbleiben und in großen Firmen nachfragen. Also, vielen Dank für deine Antwort!

roger rekless
09.01.2007, 12:22
super ist es auch, wenn man was zur persönlichen pflege von behinderten findet. da gibts manchmal superjobs. ein kollege von mir macht 4 mal im monat 24 stunden bei einer frau mit spinaler muskelatrophie. hat da ein eigenes zimmer, kann da lernen, schlafen usw. und kriegt 1000 euro im monat.

Dr. Geiger
09.01.2007, 19:02
@ administrator

Ja, sag mal - ist das Fließbandarbeit oder wie - finde ich interessant...

@ roger

Klingt auch nicht schlecht, gut Tipp!

@ alle

Zur Rente nochmal: Meiner bescheidenen Ansicht nach muss man sich rentenmäßig selbst absichern. Wenns dann noch was vom Staat gibt, ist es ja prima aber auf keinen Fall würde ich damit rechnen. In diesen schwierigen Zeiten verlasse ich mich nur auf mich selbst. Das macht das Leben auch nicht leichter aber es erspart einem zumindest viel Theater bei der Rentenkalkulation weil man sich nur selbst auf den Zahn fühlen muss und sich keine Gedanken über diese endlosen Regelungen, Verordnungen und Unsicherheiten machen muss...

Mein persönliches Rentenmodell:

1/4 kapitalbasierte Rentenversicherung
1/4 Riesterrente o.ä. um staatliche Förderung mitzunehmen
1/4 "direktes sparen" (Aktien, Fonds, Sparstrumpf, was auch immer)
1/4 Immobilien (da gibt's nette Möglichkeiten mit Eigentumswohnungen etc.)
X was es evtl. doch noch vom Staat gibt kann ich dann für Modellhüte ausgeben :-))

Grundsatz dabei: möglichst früh anfangen aber trotzdem nicht übertreiben falls uns morgen der Himmel auf den Kopf fällt.

Im Notfall mach ich ne inoffizielle EinmannarztichAG auf wo ich dann Leute behandle bei denen ich wohnen darf und andere, die mir Essen dafür zustecken... :-nix

Stromer
10.01.2007, 10:22
Da der Mann von "auf dem Laufenden bleiben" spricht, denke ich mal, dass es um mehr geht als um Fließbandarbeit, zumal er einen Stundenlohn von 60€ hat.

Ute-Iris
10.01.2007, 22:11
Vielen Dank, dass ihr mir schreibt. Zu Dr. Geiger möchte ich sagen, dass ich die Rentenabsicherung ähnlich sehe wie er, nämlich dass man sich besser auf seine eigenen Absicherungen verlässt als auf die Absicherungen, die einem eventuell der Staat bieten wird. Allerdings weiß ich eben nicht, ob ich in den Jahren von 48 - 65 noch genug Geld verdienen kann, dass es eben für diese Absicherung reicht. Wenn ich jetzt im Lehramt bleiben würde, wäre das kein Problem. Dann hätte ich auf meinem bisher unkonventionellen Arbeitsweg gerade nochmal die Kurve gekriegt, um ein Häuschen oder Eigentumswohnung zu haben (superverlockend zum Thema Absicherung) und noch was in Fonds oder so investieren zu können. Alles könnte also ganz einfach sein, wenn ich diesen Weg weitergehen würde ... nur das Herz will dabei nicht so recht mitspielen.
Zu Stromer wollte ich noch sagen, dass Adminstrator 10 Stunden pro Woche arbeitet, macht 40 Stunden im Monat und daher bei einem Verdienst von 600 Euro 15 Euro Stundenlohn. Also könnte es sich doch um Fließbandarbeit handeln.
Und richtig super fand ich den Tipp von roger rekless zur Arbeitsmöglichkeit in der Behindertenbetreuung. So Anzeigen habe ich auch schon gelesen, in meiner früheren Studienstadt Gießen und da hab' ich auch jedes Mal gedacht: Super Arbeitsmöglichkeit! Ich hatte es nur im Laufe der Jahre vergessen.
Also, vielen Dank euch allen für eure Hinweise und Ideen!
Iris

Plotin
10.01.2007, 22:27
Ihr macht euch allesamt ziemlich viel Sorgen um eure staatliche Altersversorgung. Wer nicht privat vorsorgt, hat in 20 - 30 Jahren eh schlechte Karten, weil es wahrscheinlich ist, dass bis dahin die staatliche Rente nicht mehr in dem Maße ausgezahlt werden kann, dass diejenigen, die eigentlich einen Anspruch auf Auszahlung ihrer Rente haben, davon leben könnten. Insofern ist es mittlerweile uninteressant, ob jemand brav 40 Jahre lang eingezahlt hat oder ob er nur 10 Jahre "geklebt" hat. In etwa 25 Jahren werden die Kassen schlichtweg derart leer sein, dass entsprechende Rentenansprüche nicht mehr ausgezahlt werden können. Rente lohnt sich als Altersversorgung für den Arbeitnehmer wie für den Freiberfler schon lange nicht mehr, weil die Rendite viel zu niedrig ist. Das Modell der Altenversorgung aus Bismarck's Zeiten wird schon sehr bald nicht mehr finanzierbar sein und kollabieren.

Dr. Geiger
20.01.2007, 15:19
Allerdings weiß ich eben nicht, ob ich in den Jahren von 48 - 65 noch genug Geld verdienen kann, dass es eben für diese Absicherung reicht.

Bleib mal locker! 1. kommen uns da der demografische Wandel und die damit verbundenen Arbeitsmarkteffekte zur Hilfe und 2. sollte es doch mit Deiner Qualifikation aus dann 2 Studiengängen irgendwann auch mal reichen um durch zu sein oder nicht? Und wenn nicht hier dann ab nach Dubai...



Wenn ich jetzt im Lehramt bleiben würde, wäre das kein Problem. Dann hätte ich auf meinem bisher unkonventionellen Arbeitsweg gerade nochmal die Kurve gekriegt, um ein Häuschen oder Eigentumswohnung zu haben (superverlockend zum Thema Absicherung) und noch was in Fonds oder so investieren zu können. Alles könnte also ganz einfach sein, wenn ich diesen Weg weitergehen würde ... nur das Herz will dabei nicht so recht mitspielen.

Exakt meine Situation. Ich könnte jetzt ein Haus bauen, Kinder haben und mir nie wieder Sorgen ums Geld machen oder auch etwa 100.000€ für ein Zweitstsudium Medizin hinblättern. Ich verstehe Dich also gut. Aber wenn Du mit 40, 50 immer noch an Dir herumknabberst und nicht zufrieden bist, dann ist es das einfach nicht wert! Also schei... auf die Kohle und ab geht's. Als Mediziner mit einer Zweitqualifikation aus dem Erststudium wirst Du nicht hungern! Alles Liebe!

Ute-Iris
22.01.2007, 10:26
Hallo Dr. Geiger,

wieso denkst du, dass ich durch eine Zusatzqualifikation aus dem Erststudium einen Vorteil habe? Wer interessiert sich für diese Zusatzqualifikation???? Wieso kann es ein finanzieller Vorteil werden? Ist das nicht eher völlig unrelevant, was ich mal vor dem Medizinstudium gemacht habe?

Und hast du gesehen, was für eine Schlammschlacht in dem neuen Thread tobt, wo gefragt wurde, warum jemand wie ich noch jetzt Medizin studieren möchte? Du hast ja einen langen Beitrag dazu geschrieben, aber dort gehen die Wellen ja echt hoch her!

Also, liebe Grüße, Ute

funny
22.01.2007, 13:52
In diesem anderen thread war der post-steller einfach etwas "seltsam". Meiner Meinung nach hat er/sie sehr undifferenzierte, naive Fragen gestellt. Dass er/sie es nicht verseht, dass man ab 30 oder 40 noch Medizin studieren will, sollte sein/ihr Problem bleiben.

Hellequin
22.01.2007, 14:01
@Ute-Iris: Hast du als Nebenjob schonmal an sowas wie Nachhilfe gedacht? Zumindestens bei uns an der Uni hängen da öfters mal Jobangebote von diverse Nachhilfeinstituten die Leute suchen. Wobei ich keine Ahnung hab, was man da im Durchschnitt verdient. :-nix

Dr. Geiger
22.01.2007, 15:32
Hallo Dr. Geiger,

wieso denkst du, dass ich durch eine Zusatzqualifikation aus dem Erststudium einen Vorteil habe? Wer interessiert sich für diese Zusatzqualifikation???? Wieso kann es ein finanzieller Vorteil werden? Ist das nicht eher völlig unrelevant, was ich mal vor dem Medizinstudium gemacht habe?

Und hast du gesehen, was für eine Schlammschlacht in dem neuen Thread tobt, wo gefragt wurde, warum jemand wie ich noch jetzt Medizin studieren möchte? Du hast ja einen langen Beitrag dazu geschrieben, aber dort gehen die Wellen ja echt hoch her!

Also, liebe Grüße, Ute

Hi Ute,

ich denke schon (und hoffe vor allem weil es mir ja ebenso geht) das die Erstqualifikation was wert ist denn

- sie zeigt ganz allgemein, dass Du einen erweiterten Horizont hast, was anderes kennst, über den Tellerrand blicken kannst, kein Fachidiot bist...
- sie ist im speziellen evtl. vielleicht sogar verwertbar: Du bist Lehrerin - Ärzte lehren auch, Umgang mit Menschen, vielleicht wirst Du Kinderärztin...
- du bist älter, erfahrener, gestandener, gereifter; auch wenn Du etwas älter bist als potentielle "Konkurrenten" hast Du die Zeit vorher ja sinnvoll verbracht was Deiner Persönlichkeit sicherlich zur Güte gereicht hat,

Sicher, es mag Idioten geben, die das alles nicht interessiert aber ein vernünftiger Chef(Arzt) sollte schon wissen was er dann an Dir hat...

Finanzieller Vorteil: Damit meine ich nur, dass man sich (hoffentlich und bestimmt) ab einem bestimmten Qualifikationsgrad nicht mehr totzusorgen braucht. Arzt und Lehrer, 2 Studiengänge, beide mit Berufserfahrung. Da sollte sich irgendwie immer Geld mit verdienen lassen, auch wenn Du älter bist. Im übrigen, älter sind dann alle (Stichwort: Demografie, Geburtenknick...).

FAZIT: Für Dich als Mediziner, als Arzt im engsten Sinne, mag Dein Erststudium irrelevant sein. Aber als Gesamtperson hat es Dich zweifellos bereichert und da Du als Arzt eben auch Mensch bist und von diesen Erfahrungen beeinflusst, denke ich schon, dass sich das im Zweifel positiv auswirken wird!

Zu dem anderen thread:

Werde gleich nochmal vorbeischauen. Hier wird gern mal etwas heftiger reagiert. Aber sie (mexuria1979) hat mich auch ein klein wenig genervt, weil sie teilweise schon merkwürdige Fragen stellt... Na egal, sie meint's nicht böse. Ich finde uns alt-Studierer toll! :-dance

Gruß!

funny
22.01.2007, 17:30
Hi Ute,

ich denke schon (und hoffe vor allem weil es mir ja ebenso geht) das die Erstqualifikation was wert ist denn

- sie zeigt ganz allgemein, dass Du einen erweiterten Horizont hast, was anderes kennst, über den Tellerrand blicken kannst, kein Fachidiot bist...
- sie ist im speziellen evtl. vielleicht sogar verwertbar: Du bist Lehrerin - Ärzte lehren auch, Umgang mit Menschen, vielleicht wirst Du Kinderärztin...
- du bist älter, erfahrener, gestandener, gereifter; auch wenn Du etwas älter bist als potentielle "Konkurrenten" hast Du die Zeit vorher ja sinnvoll verbracht was Deiner Persönlichkeit sicherlich zur Güte gereicht hat,

Sicher, es mag Idioten geben, die das alles nicht interessiert aber ein vernünftiger Chef(Arzt) sollte schon wissen was er dann an Dir hat...

Finanzieller Vorteil: Damit meine ich nur, dass man sich (hoffentlich und bestimmt) ab einem bestimmten Qualifikationsgrad nicht mehr totzusorgen braucht. Arzt und Lehrer, 2 Studiengänge, beide mit Berufserfahrung. Da sollte sich irgendwie immer Geld mit verdienen lassen, auch wenn Du älter bist. Im übrigen, älter sind dann alle (Stichwort: Demografie, Geburtenknick...).

FAZIT: Für Dich als Mediziner, als Arzt im engsten Sinne, mag Dein Erststudium irrelevant sein. Aber als Gesamtperson hat es Dich zweifellos bereichert und da Du als Arzt eben auch Mensch bist und von diesen Erfahrungen beeinflusst, denke ich schon, dass sich das im Zweifel positiv auswirken wird!

Zu dem anderen thread:

Werde gleich nochmal vorbeischauen. Hier wird gern mal etwas heftiger reagiert. Aber sie (mexuria1979) hat mich auch ein klein wenig genervt, weil sie teilweise schon merkwürdige Fragen stellt... Na egal, sie meint's nicht böse. Ich finde uns alt-Studierer toll! :-dance

Gruß!


Volle Zustimmung zu jedem deiner Sätze. Kompliment. :-top

Dr. Geiger
22.01.2007, 22:22
Danke! :-)

Ute-Iris
23.01.2007, 18:42
Ja, danke auch euch allen. Ich sehe es auch so wie Dr. Geiger, dass man durch verschiedene berufliche Erlebnisse und auch Lebensereignisse durchaus gereift ist und sicherlich viele Vorteile hat. Ich sehe nur keinen finanziellen Vorteil. Aber vielleicht stimmt das auch gar nícht und jemand möchte uns genau deshalb einstellen? Aber sicherlich auch alles eine Frage der Selbstdarstellung und Herangehensweise.

Und wegen der Arbeit in verschiedenen Nachhilfeinstituten: Dort ist nicht so furchtbar viel zu verdienen und man muss ja auch immer nachmittags dort arbeiten, also dann, wenn man auch an der Uni sein muss. Ich bräuchte also was für nachts oder fürs Wochenende, idealerweise.

Naja, wie auch immer, ich bin gespannt, was daraus wird....

Liebe Grüße, Iris