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Dr. Jackyll
23.01.2007, 20:14
Er hat REcht !! :-top
sie :-))

funkytyreese
23.01.2007, 20:24
Hallo ihr alle,

vielen lieben Dank für die Postings. Mit so vielen Reaktionen hatte ich gar nicht gerechnet.
Ja, ich kann mich schlecht locker machen. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich Kommilitonen abgesagt hab, weil ich lernen wollte. Am Ende hab ich gefrustet vor dem TV oder im Bett geendet. Nichts gelernt und doch keinen Spaß gehabt. Das ist denkbar schlecht, aber es fällt mir schwer, das mal eben zu ändern (weil ich automatisch "Nein" sage). Bis jetzt haben mir meine Freunde das noch verziehen, aber ich merke ihnen öfter an, dass sie davon genervt sind (verständlicherweise). Und ja, mir fehlen meine alten Hobbies, der Sport, die Musik, selbst die Nebenjobs - aber ich sage mir immer, dass ich jetzt für so etwas keine Zeit mehr habe. Vielleicht nehme ich das Studium zu "überernst" und lasse derweil mein Leben an mir vorbeiziehen. Aber etwas anderes zu machen wäre auch keine Lösung. Ich würde meine Probleme von jetzt in jede Ausbildung und jedes andere Studienfach hineintragen, denke ich (jedenfalls habe ich diese Erfahrung gemacht. Man nimmt sich selbst nun mal überall mit hin).
Naja, und ich glaube nicht, dass Alkohol in irgendeiner Weise eine "Lösung" ist. Er hat mir zumindest nicht geholfen, als mein Vater seine Diagnose bekommen hat. Ich verstehe, dass meine Wahrnehmung momentan keine gesunde und optimistische ist. "Meine" Realität noch mehr zu verzerren wäre wohl das dümmste, was ich tun kann. Ich war heute im Studiensekretariat. Es gibt hier an der Uni vier Psychologen, die auf "Uniprobleme" spezialisiert sind und auch Seminare zu den Themen Prüfungsangst und Vortragstraining anbieten. Ich glaube und hoffe, dass es sehr viel mehr helfen wird, mich in Vorträgen zu üben und Prüfungen zu simulieren.
Ich habe mir vorgenommen, bei einem von den Vieren morgen mal einen Termin zu machen und dann zu schauen, in wie fern er mir Ratschläge geben und helfen kann. Er wäre dann auch derjenige, der mir ein Urlaubssemester genehmigen würde, wenn ich es denn brauche. Und der Rest liegt dann bei mir - was wohl das Komplizierteste ist.

Lieben Gruß,
Funky

alley_cat75
23.01.2007, 20:52
Hallo Funky,

dass Lockerungsübungen und Alkohol Dir nicht aus der Depression helfen, hast Du ja bereits von Rico gehört bzw. weisst Du sicher selbst. Falls Dich auch noch mein Rat interessiert: nimm Dir eine Auszeit, sei Deinem Vater nah und werde vor allem gesund. Die Therapeutin hat Dir einen Studienabbruch empfohlen? Therapeutin wechseln! :-meinung Wenn Du die Kraft aufbringen solltest, mach Dir während des freien Semesters einen Lernplan für`s Physikum, aber nicht übertreiben. Freizeit und Freunde müssen sein, auch und vor allem später im Berufsleben. Gewöhne Dir das auf keinen Fall ab! Wenn Dich andere Kommilitionen mental runter ziehen, gib Dich nicht mit ihnen ab; suche Dir Gleichgesinnte. Alle, die wir hier Medizin studieren oder studiert haben, kennen solche Ängste. Man steht unter einem enormen Druck. Ich hatte gerade in der Vorklinik vor jeder Prüfung Durchfall und Dauerpipidrang. :-blush Schrecklich, nichts half. Nach dem Physikum wird es wirklich besser, versprochen, und Du bist so kurz davor. Lass Dich nicht unterkriegen. Ich empfehle übrigens Dr. Eckhardt von Hirschhausen - Arzt und Comedian. Vielleicht tourt er ja in Deiner Gegend.

Fazit: Studium auf keinen Fall beenden, höchstens pausieren. Allein schon die Erkrankung Deines Vaters gebietet das eigentlich. Ohne Deine Eltern zu kennen, glaube ich nicht, dass Du sie damit enttäuschst.

roger rekless
24.01.2007, 01:34
Ohne Deine Eltern zu kennen, glaube ich nicht, dass Du sie damit enttäuschst.

seh ich auch so. ich denk mal du liebst deine eltern, und umgekehrt auch. sonst würde dir das mit deinem vater nicht so an die nieren gehen. und wenn das ne intakte beziehung ist, dann enttäuschst du deine eltern nicht damit dass du dein studium nicht makellos durchziehst. eltern leiden vielmehr dadrunter wenn es ihren kindern nicht gut geht. das wiegt mehr als jede prüfung oder klausur... wenn du nicht glücklich bist, können sie es auch nicht sein.

wuzzla
24.01.2007, 23:07
Genau, und bisweilen sind nämlich die, die täglich 18 Stunden lernen, 7 Tage die Woche, und darüber sogar tagelang das Essen vergessen, nämlich genau diejenigen, die dann durchs schriftliche Physikum fallen :-notify :-D

also den Zusammenhang musst du mir erklären.
Nach meiner Erfahrung: LernIntensität ist proportional zu Prüfungserfolg
:-stud
in der Vorklinik wird halt nix verschenkt.

wuzzla
24.01.2007, 23:16
Die Zeit direkt nach dem Studium wird, denke ich, von der sowohl körperlichen als auch psychischen Belastung viel härter werden. Auch wenn die Vorklinik stressig ist, ist trotzdem "nur" Studium. Soviele Freiheiten wie jetzt wird man nie wieder haben. Mit Sicherheit wirst du im Berufsleben weniger Freizeit haben als während deiner Studienzeit( zumindest hab ich noch nie von 24-48 Stunde-Seminaren oder Nachtschicht-Präpkursen gehört).
Zu Thema psychische Belastung: Machst du Fehler im Testat gibt es Nachtestat. Machst du Fehler als Arzt gibt es im schlimmsten Fall....

merowinger81
24.01.2007, 23:26
Ein kleiner Einwurf von meiner Wenigkeit:

Falls du wirklich aufhören willst, überleg Dir gut, was du dann anderes tun würdest und ob es dich wirklich so reizen könnte wie Medizin!

Stichwort: "Lebenstraum"

Hier gibts genug im Forum, die zuerst was anderes gemacht haben und dann
, z.B. weil Sie insgeheim doch Medizin gut fanden, in den dreissigern die Vorklinik doch in Angriff nehmen!

Wenn du jetzt aufhörst kann es sein, dass du dich bei einem (hypothetisch angenommenen) Bürojob in 10 Jahren doch fragst, warum du nicht Medizin fertiggemacht hast!!

Sowas will seeehhhhhr gut überlegt sein!! :-top

P.S.:
Zur "tollen" Psychologin; Frag Sie mal ob SIE in frustreichen Momenten(die ALLE mit schwerem Studium mal haben) Ihres Studiums gleich geschmissen hat :-)) . Wie`s scheint nicht!

Haru
25.01.2007, 10:13
Meine Meinung : das Alter und die Studiendauer spielen keine so große Rolle mehr bei uns.....Ärzte werden in den nächsten 10-15 Jahren einfach gebraucht, egal in welchem Bereich

Also lass dir Zeit wenn du sie brauchst aber mach es zu Ende - so ein Studienplatz ist Gold Wert im Moment, wirf nicht alles so voreilig hin, ich bin selber schon im 7.VK und 24 Jahre alt, aber aufgeben gibt es nicht, da ich genau weiß ich würde der Medizin hinterhertrauern....

Nur so als Denkanstoß ;-)

Feuerblick
25.01.2007, 11:39
also den Zusammenhang musst du mir erklären.
Nach meiner Erfahrung: LernIntensität ist proportional zu Prüfungserfolg
:-stud
in der Vorklinik wird halt nix verschenkt.Nicht zwangsläufig. Es gibt einige, die sich verkrampft der Lernerei widmen und vor lauter angehäuften Fakten in der Prüfung ein komplettes Black-out haben. MC-Prüfungen tragen ihren Teil dazu bei, denn wer viel weiß, der denkt über die Fragen z.T. viel zu viel nach... :-lesen

Hoppla-Daisy
25.01.2007, 11:45
:-winky <----- is so eine, die zu doof zum Kreuzen ist bzw. regelmäßig Total-Blackouts hat

alley_cat75
25.01.2007, 12:11
Die Zeit direkt nach dem Studium wird [...] viel härter werden. Soviele Freiheiten wie jetzt wird man nie wieder haben. Mit Sicherheit wirst du im Berufsleben weniger Freizeit haben als während deiner Studienzeit. Zu Thema psychische Belastung: Machst du Fehler im Testat gibt es Nachtestat. Machst du Fehler als Arzt gibt es im schlimmsten Fall....

Ach Du liebe Güte, was für eine Übertreibung! :-dagegen Zu Ende studieren, in echt arbeiten und dann diesbezüglich seine Meinung abgeben! Warum studierst Du noch, wenn das Arztdasein so schrecklich ist?! Ich habe als fertige Ärztin deutlich mehr Zeit für mich, Familie und Freunde als während des Studiums. Der Job bedeutet viel Arbeit und Stress, aber es ist nicht "hart". Deinem letzten Satz stimmte ich zu, finde die Intonation jedoch auch übertrieben. Wer psychischen Belastungen gegenüber weniger resistent ist, hat auch als Arzt diverse Alternativen: Radiologen, Dermatologen, Augenärzte usw. haben geringe Patzer- respketive Todesraten unter ihren Patienten.

SynC
25.01.2007, 13:28
Genau, und selbst wenn das noch zu belastend wäre - es werden immer mehr alternative Berufsfelder für Mediziner geöffnet, die dir dann sicher auch offen ständen!

Roxane
25.01.2007, 13:48
Na ja, alley und ich sind ja sonst eher selten einer Meinung ;-), aber in diesem Thread kann ich fast jedes ihrer Worte unterschreiben.

Leisure Suit Alex
25.01.2007, 13:55
Die Zeit direkt nach dem Studium wird, denke ich, von der sowohl körperlichen als auch psychischen Belastung viel härter werden. Auch wenn die Vorklinik stressig ist, ist trotzdem "nur" Studium. Soviele Freiheiten wie jetzt wird man nie wieder haben. Mit Sicherheit wirst du im Berufsleben weniger Freizeit haben als während deiner Studienzeit( zumindest hab ich noch nie von 24-48 Stunde-Seminaren oder Nachtschicht-Präpkursen gehört).
Zu Thema psychische Belastung: Machst du Fehler im Testat gibt es Nachtestat. Machst du Fehler als Arzt gibt es im schlimmsten Fall....

Kommt halt drauf an wieviel man später im Job arbeitet... Gibt BWLer die arbeiten fast Tag und Nacht und gibt BWLer die faule Socken sind, das lässt sich auf jeden Job übertragen - am besten ist immer, wenn man einen Mittelweg findet mit dem man leben kann ;-)

KingLoui
25.01.2007, 14:17
Radiologen, Dermatologen, Augenärzte usw. haben geringe Patzer- respketive Todesraten unter ihren Patienten.

Bei den Radiologen würde ich mal das Gegenteil behaupten, wenn da einer nen Karzinom in der Mammographie nicht erkennt ist das ziemlich folgenreich.

alley_cat75
25.01.2007, 15:16
Bei den Radiologen würde ich mal das Gegenteil behaupten, wenn da einer nen Karzinom in der Mammographie nicht erkennt ist das ziemlich folgenreich.

Dank geheimer Quellen weiß ich, dass bei Mammographien immer noch ein zweiter Arzt rauf sehen muss. Läuft also wie bei einem vermasselten Testat. Grundsätzlich hast Du Recht, aber mal ehrlich, direkte Schuld am Tod eines Patienten trifft Radiologen nur sehr, sehr selten.

alley_cat75
25.01.2007, 15:17
Na ja, alley und ich sind ja sonst eher selten einer Meinung ;-), aber in diesem Thread kann ich fast jedes ihrer Worte unterschreiben.


:-blush Das rahme ich mir ein. *doppelzwinkerundheutemalliebsei*

wuzzla
25.01.2007, 15:32
Warum studierst Du noch, wenn das Arztdasein so schrecklich ist?!
Habe ich so NIE geschrieben. Das Wort "hart" war vielleicht unglücklich gewählt, dann lieber anstrengend. zufrieden?


Wer psychischen Belastungen gegenüber weniger resistent ist, hat auch als Arzt diverse Alternativen: Radiologen, Dermatologen, Augenärzte usw. haben geringe Patzer- respketive Todesraten unter ihren Patienten.
Ach du liebe Güte, was für ne Abwertung diesen "Arztgruppen" gegenüber. Als ob die Arbeit eines Augenarztes weniger verantwortungsvoll ist, als die eines Unfallchirurgen. Also mein Augenlicht würde ich auch nur sehr ungern verlieren wenn der Doc nen Glaukom nicht richtig diagnostiziert...

Zum Thema mehr Freizeit: Also ich hab zumindest noch nichts von Sonntags-Praktika, Mitternachts-Präpkursen und 24Stunden-Schicht-Seminaren gehört. :-meinung

KingLoui
25.01.2007, 16:09
Also ich hab' vorm mündlich Physikum (hatte nur 7 Tage Zeit) schon noch 'nen paar 16 Stunden Tage hingelegt! Im übrigen glaube ich Prüfungssituationen sind für manchen wesentlich belastender als Nachtdienste. Also mir kamen die Krankenhausärzte größtenteils entspannter vor als so mancher Student.

alley_cat75
25.01.2007, 17:22
... was für ne Abwertung diesen "Arztgruppen" gegenüber. Zum Thema mehr Freizeit: Also ich hab zumindest noch nichts von Sonntags-Praktika, Mitternachts-Präpkursen und 24Stunden-Schicht-Seminaren gehört. :-meinung

Nein, um Himmels Willen, das soll keine Abwertung sein. Aber nimm` Dir z. B. mal die Dermatologen. Die haben wirklich unspannende Nachtdienste, falls sie überhaupt Nachtdienste haben. Schnell, Doktor, dringend Salbe in Zimmer 10. Du weißt doch, wie ich das meine. Man kann die Arbeit eines Augenarztes/Dermatologen ganz sicher nicht mit der eines Chirurgen vergleichen - rein vom Stressfaktor her. Zu den Diensten: wenn ich am Wochenende arbeite, habe ich in der Woche dafür zwei Tage frei, also wo ist da das Problem. 24-h-Dienste muss ich auch nicht schieben, ich habe nicht einmal Nachtdienst, denn meine Klinik bemüht sich ungemein, das neue Arbeitszeitengesetz einzuhalten.