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alley_cat75
08.08.2007, 09:12
Guten Morgen Ihr Lieben, na, bei einigen von Euch scheint die Sonne heute wohl mächtig heiß. Ja, Ihr habt mich enttarnt. Ich bin mehrere Personen. DocOliver, Daniel und Miss nicht zu vergessen. Ihr seid einfach genial. Ich aber irgendwie auch, denn es ist ganz schön schwer, alle meine Usernamen zu verwalten.


Also wenn ich dem Assi in den Allerwertesten kriechen muss, um mal ne Sono zu machen, dann ist es das nicht wert!

Da bin ich ganz Deiner Meinung! Und warum sollte ich einem PJler in den Allerwertesten kriechen und ihm etwas beibringen, wenn der augenscheinlich keine Lust hat, überhaupt hier zu sein? Sind wir nicht alle erwachsen? Über die schüchternen Individuen, die sich nicht trauen, ständig zu fragen, müssen wir doch nicht diskutieren - ein bißchen Menschenkenntnis kannst Du mir mit 31 Jahren ruhig zutrauen. Und immerhin bin ich 4 Personen. :-))

alley_cat75
08.08.2007, 09:17
Deshalb bin ich auch für einen klar definierten Ausbildungskatalog (der Hartmannbund hat mal einen entworfen) und stimme den Aussagen der Chondropathia voll zu!

Es gibt doch einen PJ-Ausbildungskatalog oder straft mich meine Schizophrenie gerade Lügen? Ich hatte im PJ eine Liste mit Tätigkeiten, die ich abarbeiten musste, um meine PJ-Bescheinigung zu bekommen. Sono-, EKG-Kurs, Endoskopie zuschauen, Rettungsstelle, Punktionen. Hier handhaben wir das mit unseren PJlern und sogar Famulanten ebenso. Nur die Faulen sind Jahre hier, weil ich sie nichts machen lasse. :-))

DocOliver
08.08.2007, 09:57
Das erinnert mich hier stark an Diskussionen über die schlechte Ausbildungssituation der Mediziner. Die mit mittelmäßigen Leistungen schreien am Lautesten. Früher war es mal eine Tugend, wißbegierig und fleißg zu sein - auch wenn es kein Geld dafür gibt. Heute ist man einfach bekloppt und passt nicht ins System.

@Alley: wollte Dich gerade fragen, ob wir uns heute zum essen treffen, aber da Du ich bist bzw. ich Du, kenne ich die Antwort schon. :-)) Wirklich luschtig hier.

trina1081
08.08.2007, 10:06
@Alley: Eine Frage musst du mir aber noch beantworten: Was hat denn keine-Fragen-stellen mit Desinteresse zu tun???

Naja, verbindlich scheint so ein Ausbildungskatalog ja nicht zu sein, sonst dürftest du dir nicht aussuchen, wer bei dir ne Sono machen darf und wer nicht!

alley_cat75
08.08.2007, 10:16
Über die schüchternen Individuen, die sich nicht trauen, ständig zu fragen, müssen wir doch nicht diskutieren - ...

Keine Fragen stellen + gelangweilt in der Gegend stehen = Desinteresse.
Keine Fragen stellen = Schüchternheit oder Alleswisser (wobei man da ja durchaus sein Wissen teilen kann; auch als Studi).

Lernzielkataloge sind sehr wohl verbindlich. Die einen müssen sich halt mehr um ihre Unterschriften bemühen als andere. That`s real life. Stehe ich zu.

HorstHützel
08.08.2007, 10:20
Lernzielkataloge sind sehr wohl verbindlich.


Gibt's solche verbindlichen Lernzielkataloge überall ?
Wo hast du denn dein PJ gemacht ?

Das fände ich ja klasse.
Habe hier in Bochum zwar noch nichts von gehört, aber in knapp 3 Wochen weiß ich mehr :-)) .

HH

alley_cat75
08.08.2007, 10:58
Ich habe mein gesamtes PJ in DRK-Kliniken gemacht. Dort erhält man, zumindestens in Berlin, am Ende jedes Tertials einen Evaluationsbogen, in dem die Klinik bewertet wird.

Miss
08.08.2007, 11:03
Guten Morgen Ihr Lieben, na, bei einigen von Euch scheint die Sonne heute wohl mächtig heiß. Ja, Ihr habt mich enttarnt. Ich bin mehrere Personen. DocOliver, Daniel und Miss nicht zu vergessen. Ihr seid einfach genial. Ich aber irgendwie auch, denn es ist ganz schön schwer, alle meine Usernamen zu verwalten.
Und immerhin bin ich 4 Personen. :-))
ja, so ging das...da stand die Alley auf einmal vor mir und sagt: "Wir sind die Borg, Sie werden assimiliert werden!" Und auf einmal war ich nicht mehr ich :-)) sondern wir...

Entschuldigung, aber das ist einfach zu albern.
Also, ich werde später auch nicht meine Energie an desinteressierte Studenten verschwenden. Genauso wie ich das mit meinen Mitstudis, den Famulanten und Blockstudenten, gemacht habe. Ich fands früher immer total ätzend, wenn man als Studi von Assis als nervige Last angesehen wurde, deswegen habe ich mich immer bemüht, mein spärliches denn nur-PJ-Wissen mit den jüngeren Semestern zu teilen. Manche hat das null interessiert, und die hatten auch kein Stück Ambitionen, mir meine Arbeit ein bißchen abzunehmen, da bin ich dann halt auch dementsprechend weniger auskunftsfreudig gewesen bzw. hab meine attraktiveren Aufgaben auch weniger an die anderen Studis abgetreten.
Wo sind wir denn, ich bin doch kein Gutmensch? Kann nett sein, muß ich aber nicht.
Und diese Konsum- und Ich-lass-mich-mal-bedienen (auch was Wissen angeht)-Haltung von vielen Studis hat mich schon als PJ jetzt angenervt.
Irgendwie sind auch immer die anderen Schuld, wenn man was nicht kann, nicht weiß...nie man selbst.

Und nein, ich möchte jetzt nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt schüchterne, es gibt Leute, die weniger Fragen stellen, aber irgendwie kann man doch meistens rauskriegen, ob die interessiert sind oder wirklich gar keinen Bock haben. Und davon gibts wirklich erschreckend viele.

Aber irgendwie drehen wir uns doch nur im Kreis...das meiste ist schon gesagt, Bösewichte sind auch schon bestimmt :-nix

Mr Daniel
08.08.2007, 12:58
:-meinung :-meinung :-meinung

Ähm, *räusper* UNSERE Meinung. Darf man eigentlich über eigene Witze lachen? :-)) Für alle, die es noch nicht wussten, es aber immer geahnt haben, ich bin der Zwillingsborg von Docoliver (den ich hiermit unbekannter Weise grüße). :-winky

gossenschlampe76
08.08.2007, 14:16
Bei einigen von euch is ja wohl ne Schraube locker.....

alley_cat75
08.08.2007, 14:44
Gut, dass Dein statement so allgemein gehalten ist, sonst dichtet man mir noch eine 5. Persönlichkeit an. :-))

die chondropathia
08.08.2007, 17:36
@Alley: Eine Frage musst du mir aber noch beantworten: Was hat denn keine-Fragen-stellen mit Desinteresse zu tun???

So, nach jeder Menge Sachlichkeit nun auch von mir ein wenig irony und Polemik:
Einige -z.B. die vielzitierte Quadrupelallianz- scheinen noch immer das Sesamstrassenlied im Ohr zu haben, sogar, wenn es doch eigentlich um die akademische Ausbildung am Ende eines langen, aufwändigen Weges geht.

Nochmal: Es ist Systemdenken gefragt. Dass in der klinischen Realität viel über Sympathie und Antipathie wie auch über Motivation und Desinteresse läuft und entschieden wird ist nur allzumenschlich und bedarf weder der Diskussion, noch der Reformansätze.

Es muß um die Einführung von qualitativen und quatitativen Mindeststandards für MPJ gehen. Z.B. ist Haken halten im chirurgischen Tertial sicher eine wichtige Aufgabe, die Teil des Curriculums sein sollte. Korrektive und normative Kräfte müssen jedoch dort greifen, wo MPJ hauptsächlich als billige Arbeitskräfte und nicht als Lernende betrachtet werden. Im Beispiel muss ein MPJ die Möglichkeit bekommen selbst kleine Eingriffe auch im OP durchzuführen, denn wie soll sich einer für eine Fachrichtung entscheiden oder gar begeistern, wenn er nichts als statische, formal leichtest zu erlernende Arbeit verrichtet?

Oder anders gefragt: Wenn ihr, Quadrupelallianz, was MPJs angeht, so schön zwischen gut und schlecht scheiden könnt - was ist der Sinn und das Ziel des Ganzen?
Dass es gute und Ärzte gibt, die nie die Chance hatten, etwas zu lernen? Möchtet ihr da selbst Patient sein? Oder noch anders, etwas provokativer:
Möchtet ihr noch in Deutschland Patient sein???

my 2 cents, DC

alley_cat75
08.08.2007, 18:31
Ich schätze Deine Unvoreingenommenheit gegenüber anders Denkenden sehr, DC. Quadrupelallianz - nicht Allianz des Bösen? Ich hoffe, Du fühlst Dich von uns (mir!) Vieren noch nicht zu sehr bedroht, weil wir nicht ganz Deinem Systemdenken entsprechen...

Aber zurück zum eigentlichen Thema:


Es muß um die Einführung von qualitativen und quatitativen Mindeststandards für MPJ gehen. ... Korrektive und normative Kräfte müssen jedoch dort greifen, wo MPJ hauptsächlich als billige Arbeitskräfte und nicht als Lernende betrachtet werden. ...

Ganz Deiner Meinung, aber keine neue Erkenntnis und vielerorts ebenso praktiziert. Ich musste während des PJ nie Haken halten, sondern durfte mitmachen. Bei uns müssen MPJler i.d.R. kein Blut abnehmen oder Laborbefunde sortieren. Jedoch gibt es in der Inneren, ganz im Gegensatz zu der von Dir praktizierten Fachrichtung, jede Menge MPJler, die nur widerwillig bei uns sind und daraus keinen Hehl machen. Du warst, bist auf der Uro, right? Dort habt ihr garantiert nur hochmotivierte Studis. Gratulation und ich bin echt neidisch. Aber wie gesagt, warum sollte ich jemandem hinterher laufen, der das gar nicht will? Wer bei mir keinen Bock hat, darf dann auch mal um 10 Uhr wieder gehen. Wir sind keine Erziehungsanstalt. Das Studium war freiwillig. :-meinung

Super-Doc
08.08.2007, 19:01
Wir sind keine Erziehungsanstalt. Das Studium war freiwillig. :-meinung

:-D , ganz meine Meinung!
Einige jedoch hätten eben diese sehr sehr nötig.
Ich wundere mich selbst, wie schnell man sein eigenes PJ vergessen kann und sich in seiner neuen Rolle wohlfühlt.

Lava
08.08.2007, 21:50
Ich musste während des PJ nie Haken halten, sondern durfte mitmachen.

*lol* Was verstehst du denn bitte unter "Mitmachen"? Was unter "nicht Haken halten"? Irgendeiner muss die Haken halten und bevor ich als Assistent das mache, lass ich es den PJler oder Famulanten machen. Es ist nun mal eine wichtige Arbeit, die getan werden muss. Aber wenn du dir dafür zu fein warst...
Selbstverständlich ist auf Ausgewogenheit zu achten und es ist nur fair, wenn man neben den Hüften und Knien auch mal selber was machen darf. Ich finde es aber auch vollkommen in Ordnung, wenn sich das auf Nähen und Knoten beschränkt. Ist zwar toll, wenn der ein oder andere mal in den Genuss einer ME oder gar eines Blinddarms kommt, aber irgendwas muss ja für die Assis auch noch übrig bleiben :-))

die chondropathia
08.08.2007, 22:05
auch noch übrig bleiben

Ich sage ja: die Ausbildung wird verteilt: wie die Suppe bei einer Speisung der Obdachlosen...

Es wird nur in den Kategorien: "möglichst viel", "überhaupt etwas" und "gar nichts" gedacht.

Das deutet doch alles nicht auf garantierte Ausbildungsinhalte sondern auf hierarchisch organisierte Verteilungswillkür hin!

Haken halten kann motivieren, wenn man als unabdingbarer Teil der Operation behandelt wird und WEISS, dass man selbst, wenn man beim nächsten Mal operiert, auch die Haken so gehalten haben möchte, dass man den Situs vor Tränen in den Augen nicht mehr erkennen kann!

Nennt mich idealistisch... :-D

Lava
08.08.2007, 22:12
Jepp, ALLES macht mehr Spaß, wenn man als Student wahrgenommen und die Arbeit geschätzt wird. In der Schweiz habe ich da sehr viel bessere Erfahrungen gemacht als in Deutschland. Da sind die Untereassistenten ein fester Bestandteil des Teams und die Arbeit, die man macht, wird einfach geschätzt. Ich habe oft ein "Danke" vom Oberarzt gehört, während ich in D erstmal einen Monat lang mehr oder weniger komplett ignoriert wurde. Da wurde ich nicht mal angesehen, wenn ich einem OA auf dem Flur begegnet bin und "Guten Morgen" gesagt habe. Nach einem Monat haben sie dann irgendwie bemerkt, dass ich ja immer noch da bin. Nach einiger Zeit durfte ich die OÄs sogar duzen und im OP assistieren. In der Schweiz streckte mir jeder Oberarzt schon am ersten Tag die Hand hin und sagte "Hi, ich bin xyz".

die chondropathia
08.08.2007, 22:14
Deutschland eben. :-wand

Das gibt es nur bei uns! :-oopss

Lava
08.08.2007, 22:17
Na gut. War auch in CH auf einer Station, wo man als UA die Aufnahmen machen und den Assistenten rapportieren sollte. Das lief dann oft so:

Telefonanruf beim Assi: "Ich hab da einen Pat für dich. Kann ich dir den vorstellen?
Assi: "Jo. Gab's was Besonderes?"
Ich: "Äh, nee."
Assi: "Gut, danke."

Der Lerneffekt lag etwa bei Null. :-nix

jemand
08.08.2007, 22:28
Telefonanruf beim Assi: "Ich hab da einen Pat für dich. Kann ich dir den vorstellen?
Assi: "Jo. Gab's was Besonderes?"
Ich: "Äh, nee."
Assi: "Gut, danke."


:-top

you have done a great job...

:-D :-D