Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PJ - Resümee
In einem Fach wie Trauma/Ortho oder auch Herz/Thorax ist die Aufnahme des Patienten nun mal eine reine Formalität. Entweder sie sind schon aus einer Sprechstunde oder der Ambulanz bekannt. Die OP Indikation wurde ja schon gestellt, was bedeutet, dass ein OA sie schon gesehen hat. Interessiert doch keine Sau, ob ich da jetzt nochmal feststelle, dass was kaputt ist oder der Pat ne KHK hat :-D
alley_cat75
09.08.2007, 07:21
Was verstehst du denn bitte unter "Mitmachen"? Was unter "nicht Haken halten"? ... Aber wenn du dir dafür zu fein warst...
Ja, ja, drehe Dir meine Aussage ruhig passend. Unter nicht Haken halten verstehe ich genauso das, was die Worte bedeuten - nicht Haken halten. Indiskutabel, dass auch das wichtig ist, aber ich habe es halt nicht gemacht, weil Job der Famulanten oder der Tisch-Schwester. Thema Mitmachen: ich durfte in der Gefäßchirurgie Gefäße freipräparieren und Patches, Prothesen einnähen; Zehen amputieren. In der Abdominalchirurgie habe ich mit dem Chef (den ich übrigens ab dem 1. Tag duzen durfte) laparoskopiert. Dann war ich sehr oft in der Rettungsstelle; da gab es keine Haken zum Halten. :-nix
alley_cat75
09.08.2007, 07:25
In der Schweiz habe ich da sehr viel bessere Erfahrungen gemacht als in Deutschland. ..., während ich in D erstmal einen Monat lang mehr oder weniger komplett ignoriert wurde. ... In der Schweiz streckte mir jeder Oberarzt schon am ersten Tag die Hand hin und sagte "Hi, ich bin xyz".
Wer war hier noch mal der Schwarz-Weiß-Denker? Interessant, von einer handvoll schlechter Erfahrungen in Deutschland auf den Rest der deutschen Kliniken zu schließen. Aber Du hast Recht. The grass is always greener on the other side. :-meinung
4 Famulaturen und 1 PJ Tertial in Deutschland stehen gegen 2 PJ Tertiale in der Schweiz. Und ähnliche Erfahrungen haben auch andere gemacht.
Du scheinst mit deinem Chirurgie Tertial wirklich wahnsinnig glück gehabt zu haben. Der Durchschnitt ist das sicher nicht. Klar kann man viel drehen, wenn man sich engagiert zeigt, aber es muss auch von der anderen Seite her passen. An den meisten Unikliniken kannst du sicher vor Engagement und Motivation im Kreis springen und trotzdem wirst du nicht viel mehr machen als Haken halten.
DocOliver
09.08.2007, 11:40
Für deutsche Unikliniken treffen Deine Erfahrungen mit Sicherheit zu, aber wie hier schon gepostet, hat Alley ihr PJ nicht an der Uniklinik gemacht. In den kleinen Lehrkrankenhäusern trifft man sehr wohl auf engagierte Chefs, die ihren Studis etwas beibringen und sie nicht für stupide Tätigkeiten einspannen. Diese Häuser sind keine Rarität, denn sie leben auch davon, dass Studis wiederkommen und zufrieden sind, denn das gibt Geld von der Uni und erhält den Status Lehrkrankenhaus. Deine Schweizer Erfahrungen haben nichts mit Schweiz an sich zu tun, sondern ebenfalls mit der Tatsache "kleineres Haus". Schon mal an der Uniklinik in Zürich gewesen? Da duzt Dich kein Chef und den Assis bist Du gerade als Deutsche(r) völlig egal. Geh in jedes x-beliebige 300-Betten-Haus der Welt und man wird Dich herzlich wollkommen heißen. :-meinung Leider tun das noch viel zu wenige, aus Angst, karrieremäßig etwas zu verpassen.
Ich war im Inselspital und Unispital Basel. :-D
DocOliver
09.08.2007, 11:48
Inselspital ist nicht Zürich. Und wenn Du in Basel warst, weißt Du, dass die Klinik zu 70% in deutscher Hand ist. Was Du also erlebt hast, ist deutsche Kollegialität und nicht typisch für ein Schweizer Großklinikum.
Wer will denn schon nach Zürich :-D
Ja, hast recht, in Basel gab's wirklich sehr viele Deutsche. Aber gerade das hat mich da teilweise gestört. So beim direkten Wechsel von der Insel nach Basel kam es mir zunächst mal sehr deutsch vor... also eigentlich etwas WENIGER kollegial als ich es gewohnt war. Aber das kann auch an der Chirurgie an sich liegen. In der Insel war ich ja in der Inneren.
DocOliver
09.08.2007, 12:12
Liegt an der Chirurgie. Wir sind alle total unsozial und egozentrisch. Und die Größten sind wir ohnehin.
die chondropathia
09.08.2007, 18:35
In der Abdominalchirurgie habe ich mit dem Chef (den ich übrigens ab dem 1. Tag duzen durfte) laparoskopiert.
Warst du bei den OPs vll UNTER dem Tisch? :-D :-D Du bist die Größte, Alley. Laß mich mal etwas Neues über dich lernen...
DocOliver
09.08.2007, 19:16
:-sleppy :-sleppy :-sleppy
Du bringst hier aber nichts Neues.
Liegt an der Chirurgie. Wir sind alle total unsozial und egozentrisch. Und die Größten sind wir ohnehin.
Du bist Neurochirurg, die sind sowieso anders. Wie war das noch? Was ist der Unterschied zwischen einem Neurochirurgen und Gott? Gott weiß, dass er kein Neurochirurg ist... ;-)
DocOliver
09.08.2007, 19:41
:-)) :-)) :-))
Ja, wunderbar. Bloß hat der Putativoberarzt und Alley-Catversteher vor lauter Schwelgen in gemeinsamen (?) Urlaubserinnerungen übersehen, daß diese Woche in Darmstadt ein Urteil ergangen ist, demnach Oberärzte eben doch wie Assistenzärzte bezahlt werden können, weil es nun mal in den Tarifverträgen so vorgesehen ist. Damit ist das vom MB erwirkte Urteil, daß Oberärzte auch wie Oberärzte bezahlt werden (was eigentlich überall, bloß nicht in Deutschland selbstverständlich ist) schon wieder hinfällig. Nachdem nach den neuen Tarifverträgen nicht mehr die Dienstjahre, sondern die Zeit im Haus entscheidend ist, wünsche ich schon mal viel Spaß beim nächsten Stellenwechsel und bei der Karriereplanung. Aber es ist ja alles wunderbar hierzulande. Vielleicht schwenkt Ihr beide ja mal ein paar Winkelement...ähh, Fähnchen, wenn Schmulla das nächste Mal zu Besuch kommt...
DocOliver
21.08.2007, 07:55
..., daß diese Woche in Darmstadt ein Urteil ergangen ist, demnach Oberärzte eben doch wie Assistenzärzte bezahlt werden können, ...
Können, aber nicht müssen und hier bei mir nicht tun.
Nachdem nach den neuen Tarifverträgen nicht mehr die Dienstjahre, sondern die Zeit im Haus entscheidend ist, wünsche ich schon mal viel Spaß beim nächsten Stellenwechsel und bei der Karriereplanung.
Du brauchst Dir um mich keine Sorgen zu machen. Das nächste, was ich wechsle, wird mein Posten sein.
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