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Jauheliha
23.10.2007, 20:54
Wäre schön, wenn wir wieder zum Thema zurückkommen könnten :peace: ;-)

Also ich habe jetzt 1 Tag über dieses Praktikum von gestern nachgedacht. Und ich muß sagen: ich fand/finde es einfach nur ätzend :-meinung Ging Euch das genauso? Oder bin ich da die Ausnahme? Wird das besser? Oder ist es einfach nur ein Kurs "zum Durchhalten"? Aber übers ganze Semester? Und im Anschluß gleich nochmal 4-5 Wochen Block in den Semesterferien :-kotz :-blush


Nuja, am Anfang ist es ja auch ziemlich ätzend, mir fällt jetzt niemand ein, der Spaß daran hatte, die Haut abzupräparieren...
Wenn das erstmal erledigt ist, fängt der Kurs ja eigentlich erst richtig an!
Es ist sicher für alle zu Anfang ziemlich ungewohnt stundenlang am Präptisch zu stehen, dazu die schlechte Luft usw....
Ich wette in einer Woche wirst du ganz anders darüber denken :-)

Ich fand den Präpkurs wirklich toll ( nicht zuletzt, weil ich eine richtig nette Gruppe erwischt habe ) und würde ihn lieber noch 20mal mitmachen als noch einmal diese doofe Biochemiekiste... ;-)

Christoph_A
25.10.2007, 16:19
Achja, der gute olle Präpkurs, das waren noch Zeiten.
Mitten im Winter, wenn das altehrwürdige anatomische Institut aufgrund der Lichtverhältnisse noch düsterer aussieht ( die Münchner hier werden mir beipflichten), dann noch der nette Geruch, den man schon von der U-Bahn weg in der Nase hat, hach, wat wa dat schön.
Ne, mal im Ernst-der Präpkurs gehört schon zu den Highhlights der Vorklinik, da man ausnahmsweise mal wirklich was Praktisches sieht und er einer der wenigen Vorklinikkurse ist, von dem man auch später zehren kann.
Wir waren damals zu 8 an der Leiche, jeder ein festes Präpgebiet und von Anfang an, nach ner kurzen Ansprache, gings in die Vollen. Ist auch gut so, da verlieren die Leute die Scheu. Nach ein paar Monaten hätten die meisten von uns nebenbei noch ne Pizza mümmeln können, so sehr gewöhnt man sich an die Leiche ( wir haben ihr nen Namen gegeben, auch das entspannt das Verhältnis, find ich ).
Ein netter Nebeneffekt dieses Kurses-man lernt seine Komilitonen besser kennen und eine funktionierende Präpgruppe ist ein gutes Lehrbeispiel für Teamwork.
Bin beileibe kein Chirurg, aber dieser kurs ist bei meinen Top 10 Unikursen dabei!

professorbienlein
25.10.2007, 16:43
@ Jauhehlia: Also ich find Biochemie toll!! Aber Präppen... ich krieg da halt hintennach immer übelste Kopfschmerzen.

M. Cremaster
26.10.2007, 21:45
Hab jetzt den 3. von 25 Kursterminen gehabt, ist schon was "ganz anderes", für mich die völlige Reizüberflutung - nicht ganz einfach. Handwerklich anspruchsvoll. Bis ich erst mal den M. trapezius freigelegt hatte ... man bekommt ein gutes Gefühl für die Konsistenz der unterschiedlichen Gewebeschichten.

Beim letzten = 3. Termin hat sich das erste mal sowas wie Spass an der Arbeit eingestellt (sofern man in einem Raum mit 40 Leichen von Spass sprechen kann) bis dato hat zugegebenermassen schon die Distanz gg. der Leiche überwogen und von der Beschäftigung mit den anatomischen Zusammenhängen abgelenkt. Aber so langsam ....



Ein netter Nebeneffekt dieses Kurses-man lernt seine Komilitonen besser kennen und eine funktionierende Präpgruppe ist ein gutes Lehrbeispiel für Teamwork.

Das stimmt allerdings. Man entdeckt Seiten an seinen Komillitonen, die im "normalen" Seminar so nicht zutage treten. Auffällig: Cool bleiben scheint alles zu sein. Keine Schwäche zeigen.

Biologin
26.10.2007, 23:50
Man entdeckt Seiten an seinen Komillitonen, die im "normalen" Seminar so nicht zutage treten. Auffällig: Cool bleiben scheint alles zu sein. Keine Schwäche zeigen.

Das stimmt allerdings! Bei uns hat sich auch möglichst keiner was anmerken lassen oder gar kritische Bemerkungen gemacht. Die Herren der Schöpfung schon gar nicht. Und im Laufe der darauffolgenden Tage zeigte sich die Lage in diversen Gesprächen ganz anders ;-) Unterm Strich gibt es wohl nur vereinzelt welche, denen der Kurs gefällt.

Cranium
27.10.2007, 12:17
.....................
Beim letzten = 3. Termin hat sich das erste mal sowas wie Spass an der Arbeit eingestellt (sofern man in einem Raum mit 40 Leichen von Spass sprechen kann) .............................

Hört sich nach Hamburg an?

Meridion
27.10.2007, 16:05
Hmm, bei uns in Heidelberg konnte ich da gar keine feste Linie erkennen... *kopfkratz*...
Einen Tag haben wir mit den Assis Plastikpräparate angeschaut, nen anderen Tag wer mochte ein paar Muskeln präpariert. Anwesenheit war auf dem Papier Pflicht, Präppen an sich nicht. Unser Dozent hat manchmal vorbeigeschaut und bissi was gesagt... Wenn was kaputt ging war das meistens gar kein Problem.

Und wenn jemand mit der Leiche nicht konnte musste er unter Garantie gar nix machen. Selbst den krassesten Dozenten war klar, dass die Präp-Fähigkeit über Arztsein nix aussagt...

Typischer Präpkurs-Tag (drei Stunden).

- Mini-Erklärung was wir grade so präppen und was die andere Gruppe an der Leiche vor uns schon gemacht hat
- 1 Streber präppt, 2 schneiden wo rum, 2 lernen und 4 gehen erstmal Kaffee tanken
- Wechsel in der Kaffeegruppe, es wird locker etwas gepräppt, über spannende Strukturen geredet und über alles mögliche unterhalten.
- irgendwann 90-120 Minuten später schaut der Dozent vorbei, fragt was wir grad machen, erklärt ein wenig (meistens zu den spannenderen Ecken an der Leiche).
- In der letzten Stunde hält einer ein Mini-Referat zu was, das er vorbereitet hat, man verquatscht sich, Feierabend.

Kurz gesagt, es war völlig unverspannt und sehr gediegen. An den mündlichen Testaten musste man dann zwar trotzdem alles können, aber dafür gibts ja im ersten Semester in Heidelberg wirklich mehr als genug freie Lernzeit.

Also sinnlos wars sicher nicht, gebracht hats im Großen viel, im Kleinen wenig (weil die kleinen Strukturen null komma null so erhalten sind, wie sie in situ aussehen)... Trotzdem hats Spaß gemacht :-top und das ist doch das Wichtigste, ohne Spaß keine Motivation, ohne Motivation keine Leistung, ohne Leistung kein Erfolg, ohne Erfolg kein Spaß :-stud

Grüßle,
Meri

Arman
27.10.2007, 18:19
@Meridion
komisch nur, dass im Raum oben ganz anders gepräppt wird als unten.
Hab als Tischdozenten den Kirsch. Glaube, dass ich da ein gutes Los getroffen habe ;)

Meridion
27.10.2007, 20:23
Viel besser kann mans nicht treffen denke ich. Vor allem in den mündlichen Prüfung ist der der hammer... Wir hatten den Zaar und auch der war spitze.

Das hab ich vergessen zu schreiben. Das trifft natürlich alles nur auf unsere Gruppe bei unseren assistenten und unserem Dozenten zu. Zwei Tische weiter war man unter General Unsicker schwer im Gefecht mit dem Gewebe und den Fragen des Dozenten *g*

Meridion

Cassy
01.11.2007, 16:41
@Arman: habt ihr im ersten Semester schon den Präp-Kurs?

Ihc muss leider bis zum 3. warten bis wir dran sind... Dafür gibt es bei uns im ersten ein "Anatomie-Seminar". Dabei soll man an den Leichnam herangeführt werden und erst mal nen groben Überblick bekommen. Wie das dann aber abläuft hängt wohl sehr von denen aus den höheren Semstern ab, welche die Seminare leiten. :-nix

Cranium
01.11.2007, 17:03
Also in hier in HH fängt man auch gleich im ersten an zu präppen.:-stud

Salzi19
01.11.2007, 19:23
Bin seit ca. 3 Wochen in Erlangen im Präpkurs. Bei uns ist es in 2 Gruppen aufgeteilt, wo sich jeweils ein Tisch eine Leiche teilt. An jedem Tisch sind 7-9 Leute, jeder hat eine Region. Man beginnt mit dem Rücken, nach 3 Wochen wird gedreht. Dann kann man die Regionen untereinander tauschen. Wir Zahnmediziner dürfen allerdings nur im Kopf- und Nacken/Halsbereich präppen.

Der erste Kurstag ging scho über die kompletten 4 Stunden, zum Glück gibts aber eigentlich genug nette Tutoren und Professoren, die einem helfen (auch wenn se manchmal selber nen Muskel durchschneiden :-)) )

Biologin
02.11.2007, 23:59
In Regensburg läuft es eigentlich genauso wie in Erlangen bei Salzi19. Nur daß wir 6-7 Leute pro Tisch sind. Und bei uns ging es jetzt wirklich gleich im ersten Semester voll los. Auch gleich beim ersten Termin volle 4 Stunden. Ohne große Vorrede oder so. Tücher runter. Ran an die Leiche, Haut abpräparieren. Fand ich schon etwas sehr ins kalte Wasser geworfen. Tutoren und Dozenten sind aber recht nett.
Beim zweiten mal hat sich jeder für ein Gebiet einschreiben müssen. Ich habe den Fuß abbekommen...

sunny03
04.11.2007, 17:12
In Bonn waren wir ca. 8-10 Leute pro Tisch. Vorab wurde jedem ein festes Gebiet zugeteilt - bei mir waren es Bein und Fuß. Der Kurs erstreckte sich über jeweils 4 Stunden an 2 Nachmittagen in der Woche. Pro Kurstag gab es festgesetzte Präpziele, inwieweit gewisse Strukturen freigelegt sein sollten. Da dies nicht immer bei jedem Tisch gelang, gab es in der Woche einen weiteren Nachmittag a 2 Stunden, an dem "freiwilliges Präpen" angesagt war. Hier konnten entweder die Ziele vervollständigt werden oder vor den Testaten gemeinsam das Aufsuchen von Strukturen geübt werden.
Das Präppen wurde nicht nur zum Lernen genutzt, sondern während den mühseligen Arbeiten (z.B. Haut) hatte man wirklich Zeit seine Tischgruppe kennenzulernen und sich auszutauschen. Natürlich gab es Arbeiten bei denen Fingerspitzengefühl gefragt war und auch genug Aufgaben, die sich einfach nur hinzogen, aber alles in allem waren wir uns schon einig das der Kurs gut war. Man musste halt sehen, dass man kontinuierlich den Stoff lernte (was nicht immer so leicht war, wenn nebenbei auch Physiologie und Biochemie gelehrt werden...), damit die 5 mündlichen Testate glatt liefen. Außerdem musste während der Kurstage jeder am Tisch zweimal ein Referat halten (Themen wie Fußfehlstellungen, Spinalnerven o.ä.). Ich denke alleine durch die Masse an Stoff blieb selbst für Leute, die sich nicht so wohl in dem Kurs fühlten, keine große Zeit über Dinge nachzudenken. Im Nachhinein war ich erstaunt, dass man sich bereits am zweiten Kurstag an die neue Situation gewöhnt hatte. Natürlich war der Geruch nicht immer angenehm, aber auch das war tolerierbar, denn man gewann einfach viele neue Eindrücke über den menschlichen Körper. Für mich war es einer der besten Vorklinkerkurse - wenn nicht sogar der beste (auch wenn man phasenweise mal weniger am Präpgebiet zu tun hatte: man konnte sich immer noch die interessanten Gebiete für die Prüfung ansehen und ansonsten ein bisschen mit den anderen klönen ;-) ).

Cassy
04.11.2007, 21:04
Eine ganz andere Frage dazu: wurdet ihr zwangseingeteilt in diese Gruppen oder durftet ihr es euch aussuchen mit wem ihr am Tisch zusammenarbeitet? Ich denke ja ersteres wird eher zutreffen... :-nix

Grübler
04.11.2007, 21:32
In Ddorf kann man sich gruppenweise anmelden - wenn man das nicht tut, wird man zugeteilt. Ist sicherlich auch mal wieder von Uni zu Uni verschieden :-)

Biologin
04.11.2007, 22:17
Zu Beginn des Semesters gab es einen Termin, an dem man sich in die Liste eintragen mußte. Je nachdem wie zeitig man dort war, konnte man sich nach seinen Wünschen einschreiben - oder auch nicht. Bereits eine Stunde vor Eröffnung der Liste hatte sich eine Schlange gebildet ;-) Man konnte auch vermerken, wenn man mit einer bestimmten anderen Person unbedingt zusammen an einen Tisch wollte.
Anhand dieser Listen-Nummer wird man in der ganzen Vorklinik in die verschiedenen Lehrveranstaltungen eingeteilt. Deshalb war es mir da wichtiger, eine gute Ausgangsposition für die nächsten Semester zu bekommen. Mit den Leuten am Tisch kommt man schnell klar. Im Prinzip geht es da ja allen ähnlich...

Cassy
05.11.2007, 17:41
Man gehts euch gut... bei uns ist immer alles zwangseingeteilt, ausser bei einem freiwilligen Seminar :-( Da kann man manchmal echt Pech haben.... :-nix

Meuli
05.11.2007, 19:24
In Wü ging das immer nach Matrikelnummer ... Immer die gleichen Gesichter ... Jetzt in der Klinik gehts meistens entweder nach Matrikelnummer oder nach Alphabet (oder Kombi aus beiden). Sehr ausnahmsweise sogar auch mal nach Anmeldereihenfolge.

Biologin
05.11.2007, 19:24
Dafür bringt mich der Kurs an sich an den Rand des Nervenzusammenbruchs :-( :-(
An die Situation an sich habe ich mich ja langsam gewöhnt. Aber dieser sch*** Fuß regt mich echt auf! Ich pfriemel da 4 Stunden rum. Und am Schluß sieht es nicht viel anders aus als am Anfang. Da geht nix weiter. Diese nervigen Nerven und Gefäße im zähen Fußfett! Und dann kann ich Gift drauf nehmen: sagt die Tutorin "das kann weg", kommt kurz drauf der Dozent "das hätten Sie erhalten müssen". Ahhhh! Tutorin sagt, ich wäre zu zaghaft. Bin ich eigentlich absichtlich, weil ich eher den Eindruck habe, zu grobmotorisch zu sein. Und weg ist ja bekanntlich schnell was...
Summa summarum geht mir dieser Kurs echt tierisch auf den Zeiger :-( Entweder das wird bald besser, oder ich suche mir doch wieder nen Job.

Ging/geht es Euch da besser?