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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie kommt ihr mit den Nachtdiensten klar?



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alley_cat75
13.10.2007, 20:58
Dieses Argument kann ich gerade im Moment so gar nicht nachvollziehen. :-nix Ich finde, dass wir hier recht nett miteinander diskutieren. Und ich finde es nicht schlimm, ab und zu einen kleinen Seitenhieb zu verteilen. Ich denke nicht, dass Tombow deswegen jetzt weinend in der Ecke sitzt. :-winky

Evil
13.10.2007, 23:15
Nett kann man das nun nicht gerade nennen, es wird nicht eskalieren ;-)


@ Matze: ob Du mit Nachtdiensten, dem Streß und allen anderen Widrigkeiten des Arztberufes klarkommst, kann Dir hier niemand beantworten.
Ich sag Dir nur eines: wenn Dir der Job Spaß macht und Du eine gewisse Zähigkeit hast, ist es machbar, und dann kann man sogar eine angenehme Position finden.

Durch Deine doch sehr theoretischen Fragen hier wirst Du das aber nicht herausfinden, denn jeder macht seine eigenen Erfahrungen.

Tombow
13.10.2007, 23:42
Oder bist Du der Wächter des guten Geschmacks?
Guter Geschmack? Was ist das, kann man das essen?


Wo bitte warst Du dann, als dies hier geschaffen wurde? http://www.bravo.de/online/render.php?render=000009&PHPSESSID=b169e9c0dd63451099586507440f4414 ;-)
alley, hier könnte mal ne Antwort stehen, aber ich weiß nicht, wie weit dein Sinn für Humor geht.

Feuerblick
13.10.2007, 23:51
*guckt genervt* Ihr Lieben, könnt ihr das private Gehacke bitte per PN austragen? Danke!

Feuerblick
MediLearn-Moderatorin

MatzeXXL
14.10.2007, 00:01
Also beiseite mit off-topic-Blabla und zum Thema, hier soll offen bleiben! :

Zu den 24h-Diensten: Das wundert mich doch jetzt sehr. Ich dachte immer, die Dienste finden alle ZUSÄTZLICH zu den normalen 40h/Woche statt. Wenn die Dienste aber mit jeweils 8h einfliessen ist die Sache ja nicht mehr ganz so krass. Das hiesse ja nach meiner Banausen-Anfänger-Von-Nix-Ne-Ahnung-Hab-Rechnung: 40h = 3*8h (3 normale Tage Arbeit) + 2*8h (ein Tag normale Arbeit mit dahintergeschaltetem Dienst). Bisher dachte ich immer, man arbeitet 5 Tage à 8 Stunden und an einem dieser Tage hängt zusätzlich der Nachtdienst. Wie ist es jetzt? 3*8+2*8 oder 4*8+2*8?

Mit (Nacht-)Dienst meine ich immer diese Rufbereitschaft, während der man im KH einspringt wenn nötig und ansonsten auf ner Pritsche pennt....

@ Evil: Ja, so ist es wohl. Könntest du mir einen Gefallen tun, und einen Beispieldienstplan für einen Monat posten, der vertrageskonform wäre, kann jeder andere auch gern tun(A=normaler Arbeitstag, D=Arbeitstag+Dienst direkt dahinter, W=Wochenenddienst, also gleiches Zeitvolumen wie D), F=Frei

Ein regulärer bei 40h-Woche wäre meiner Ansicht nach für 4 Wochen:

AFADAFF
AAAFAAF
AAAFDFF
FAFAAWF

Zur Veranschaulichung dessen, was ich oben geschrieben habe. Passt das? Wäre ja nicht so schlecht, dann hätte man ja in jeder Woche mit Dienst 3 Tage frei....

EDIT: Nein, ist nicht so, wie ich jetzt erfahren habe. Standardwoche wäre vielmehr AADFAWF, also doch nur 2 freie Tage/Woche.

Noch was: Was sagt ihr zu meinen tollen Links, besonders zu dem ins Thieme-Forum? Ist das realistisch, was die Leute da in ihren superlangen Posts erzählen? Klingt das nach Uniklinik?

Hier nochmal der Link: http://www.thieme.de/viamedici/foren/read.php?59,4763

sylvahh77
14.10.2007, 01:12
Da ist ein Auszug aus dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Darin ist das mit den Bereitschaftsdiensten geregelt.

anba
14.10.2007, 08:53
Dieser TVöD-Link gilt aber nicht für Ärzte an Unikliniken bzw. er hat dort nie gegolten. Verdi hat letztes Jahr mit der TdL für Ärzte an Unikliniken Tarifvertragsvereinbarungen getroffen, die weitgehend mit den Vereinbarungen zwischen dem MB und der TdL identisch sind.

@MatzeXXL: Dort (http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/unsere_themen/tarifpolitik/tarifvertraege.php) stehen alle Tarifverträge des MB. Du findest dort auch die Vereinbarungen zu den Arbeitszeiten, den Bereitschaftsdiensten und Rufbereitschaften.

Für TdL-Unikliniken gelten regulär durchschnittlich 42 h/Woche, an kommunalen Kliniken sind es nach den Verträgen des MB (TV-Ä/VKA) 40 h/Woche.
Bei Bereitschaftsdiensten können es je nach Bereitschaftsdienststufe bis zu maximal 58 h/Woche im Jahresdurchschnitt sein. (In "begründeten Einzelfällen" sind an Unikliniken sogar bis zu 66 h/Woche erlaubt.)

Wenn regelmäßig mehr als durchschnittlich 48 h/Woche gemacht werden sollen, muss man aber zusätzlich zum Arbeitsvertrag noch eine opt-out-Vereinbarung unterschreiben, die man unabhängig vom Arbeitsvertrag wieder kündigen kann. (Zumindest theoretisch. ;-) )

Dazu hat es hier fast auf den Tag genau vor einem Jahr mal einen Thread gegeben:. Sieh mal dort nach:
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=33385&page=1&pp=10

Kathibaby
14.10.2007, 09:01
Also, die Realität schaut aber leider auch anders aus. Ich habe (noch, da ich ja bald da aufhöre ;-) ) auf dem Papier einen 40 h Vertrag, aber in der Realität eine 64 h Woche im Jahresschnitt. Dazu zählen auch Urlaubstage mit 8 h rein, d.h. de facto noch mehr als 64 h. Dies wurde vom Chef und der Geschäftsführung nach dem neuen MB-Vertrag einfach mal so festgestellt und wir mussten mitmachen. Eine Opt-Out Vereinbarung wurde von keinem von uns unterschrieben, obwohl es laut dem MB so auf keinen Fall sein darf. Die Arbeitszeitgesetze werden mit Füßen getreten, ich musste schon z.B. nach 24 h Sonntagsdiensten dableiben, um noch einen Saal abzuarbeiten, das gleiche ist mir und anderen Kollegen auch schon in der Woche passiert, weil wir nicht genug waren. Tja, so schaut es in Deutschland leider auch aus, obwohl es auf dem Papier alles nicht erlaubt isr :-dagegen .

alley_cat75
14.10.2007, 09:22
...ich musste schon z.B. nach 24 h Sonntagsdiensten dableiben, um noch einen Saal abzuarbeiten, das gleiche ist mir und anderen Kollegen auch schon in der Woche passiert, ...


:-kotz :-kotz :-kotz

Das würde ich nie mitmachen, wirklich nicht. Dafür gibt es mittlerweile genug Kliniken im Land mit 3-Schichtsystem und vernünftiger Bezahlung. Die Klinik, an der ich Anästhesie-PJ gemacht habe, lief mit 3-Schichtsystem. Da ist man nie länger als 9 h geblieben. Wenn einer fehlte, ging der Chef in den Saal. :-dafür Bei uns hat der Chef auch schon Vordergrund gemacht, wenn der Kollege akut krank geworden ist. Längerbleiben nur auf freiwilliger Basis und das wird dann auch abgegolten.

parthenope
14.10.2007, 09:30
@ Parthenope: Warum bist du nicht bei deinem alten Job geblieben, wars dir in der Wirtschaft auf Dauer zu langweilig? Projektarbeit hört sich doch interessant an.
Alles mögliche hört sich interessant an, wenn man es nicht selbst macht. Ich kann auch nur sagen, probier es aus. Ich gehöre eben zu diesen bescheuerten Leuten, die nicht 40 Jahre dasselbe machen wollen. Und meine Firmenkarriere bis zum Vorstandsstab hatte ich vor den Kindern schon ...
Daß ich jetzt statt fettem BMW einen Peugeot 206 fahre, ändert übrigens auch nichts an meinem Selbstwertgefühl, aber das kann bei Männern anders sein ;) .


Wie verkraftet deine Freundin diese 24h-Dienste? Ist sie danach immer total fertig?
Abgesehen von den Nörgeleien ihres Ehemannes macht es ihr Spaß, wie bereits geschrieben.


Was meinst du damit, daß du nur Nachtdienste machst, damit es zuhause nicht so auffällt?
Von meinen Tochtern ist eine mitten in der Pubertät, die andere am Anfang. Das erzeugt Gesprächs- und Kümmerbedarf, zumindest bei meinen. Was passiert, wenn man dem nicht nachkommt, sehe ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Nachts schlafen die Mädels, also tue ich da keinem weh.

parthenope
14.10.2007, 09:41
Ihr seht das alles recht locker, das wundert mich...
Also lieber nachts ZUSÄTZLICH (zu den ohnehin mind. 42h/Woche) arbeiten als regulär. Ok.... Hört sich eher nach "Ich akzeptiere mein Schicksal" an.

Ich bin ein geduldiger Mensch - muß ich ja auch bei meinen Patienten. Aber irgendwann nervst Du schon ein bißchen.
Kannst Du nicht etwas akzeptieren, auch wenn Du es nicht verstehst?
Ich würde, wenn ich alleinstehend wäre, viel mehr nachts arbeiten, ich mache das gerne. Und das ist weder schöngeredet noch sonst etwas. Und nein, ich müßte noch nicht einmal arbeiten in meinem fortgeschrittenen Alter, mein Mann könnte mich durchaus ernähren ... :-angel

anba
14.10.2007, 10:04
Mit (Nacht-)Dienst meine ich immer diese Rufbereitschaft, während der man im KH einspringt wenn nötig und ansonsten auf ner Pritsche pennt....Im Arbeitszeitgesetz und den Tarifverträgen wird zwischen Bereitschaftsdiensten und Rufbereitschaft unterschieden:

Auf einer Pritsche oder in einem Bett im Krankenhaus zu pennen und darauf zu warten, dass der Piepser oder das Telefon geht, heißt Bereitschaftsdienst.
Bereitschaftsdienste dürfen laut Arbeitszeitgesetz (und tarifvertrag) nur angeordnet werden, wenn man normalerweise während weniger als 50 Prozent der Zeit direkt "am Patienten" tätig ist. Wenn regelmäßig 50 Prozent der Zeit oder mehr "am Patienten" verbracht werden müssen, muss das Krankenhaus ein Schichtdienstmodell einführen.


Beim Rufdienst ist man zuhause (oder auf einer Party) und hofft, dass der Piepser nicht gehen wird. Rufdienste dürfen laut Arbeitszeitgesetz (und Tarifvertrag) nur angeordnet werden, wenn man nur in Ausnahmefällen wirklich mal gerufen wird.

Kathibaby
14.10.2007, 10:43
Im Arbeitszeitgesetz und den Tarifverträgen wird zwischen Bereitschaftsdiensten und Rufbereitschaft unterschieden:

Auf einer Pritsche oder in einem Bett im Krankenhaus zu pennen und darauf zu warten, dass der Piepser oder das Telefon geht, heißt Bereitschaftsdienst.
Bereitschaftsdienste dürfen laut Arbeitszeitgesetz (und tarifvertrag) nur angeordnet werden, wenn man normalerweise während weniger als 50 Prozent der Zeit direkt "am Patienten" tätig ist. Wenn regelmäßig 50 Prozent der Zeit oder mehr "am Patienten" verbracht werden müssen, muss das Krankenhaus ein Schichtdienstmodell einführen.




Auch das steht nur auf dem Papier, wir haben kein Schichtsystem und ich habe bisher in jedem meiner Dienste deutlich mehr als 50% gearbeitet und werde nur zu 75% bezahlt. Es wurde damals bei der Erhebung sogar ausdrücklich angesagt, dass man nicht mehr als 50% aufschreiben darf und meine blöden Kollegen haben sich daran gehalten, damit ja kein Schichtsystem eingeführt wird. Und die anderen müssen es ausbaden :-(( .

Relaxometrie
14.10.2007, 11:01
Zwischenfrage @MatzeXXL:

Vielleicht hast Du es schonmal geschrieben.....ich habe aber keine Lust, mich durch sämtliche Threads zu wühlen. Deswegen frage ich nochmal:

Hast Du Dein Abi schon? Wann könntest Du mit dem Medizinstudium beginnen?

sylvahh77
14.10.2007, 11:05
Man scheint aber sehr gut zu verdienen durch diese Dienste.


Zitat von der Webseite

http://www.arbeitszeitberatung.de/dateien/publikationen/pub69-bereitschaftsdienst_am_scheideweg.htm
Vergütungs-Check

([8,5 Sunden Bereitschaftsdienst- sowie Pausenzeit x 7 NB-Dienste + 4 Stunden Bereitschaftsdienst- sowie Pausenzeit x 2 TB-Dienste] x 0,8 (Stufe D) x 52,18 Wochen/Jahr x 23 € (Überstundensatz) =) 65.000 Euro/Jahr.

Zusätzlich zu berücksichtigen ist nun, dass für Vollarbeit nachts sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen die jeweiligen tarifvertraglichen Zeitzuschläge sowie die Schichtzulage fällig werden. Insgesamt wird damit das bisherige Gesamtvolumen unständiger Bezüge der Mitarbeiter (74.000 Euro/Jahr) wieder erreicht.

Kathibaby
14.10.2007, 11:08
Man scheint aber sehr gut zu verdienen durch diese Dienste.


Zitat von der Webseite

http://www.arbeitszeitberatung.de/dateien/publikationen/pub69-bereitschaftsdienst_am_scheideweg.htm
Vergütungs-Check

([8,5 Sunden Bereitschaftsdienst- sowie Pausenzeit x 7 NB-Dienste + 4 Stunden Bereitschaftsdienst- sowie Pausenzeit x 2 TB-Dienste] x 0,8 (Stufe D) x 52,18 Wochen/Jahr x 23 € (Überstundensatz) =) 65.000 Euro/Jahr.

Zusätzlich zu berücksichtigen ist nun, dass für Vollarbeit nachts sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen die jeweiligen tarifvertraglichen Zeitzuschläge sowie die Schichtzulage fällig werden. Insgesamt wird damit das bisherige Gesamtvolumen unständiger Bezüge der Mitarbeiter (74.000 Euro/Jahr) wieder erreicht.

Auch das sieht in der Realität anders aus, siehe meine Bezahlung im BD. Es gibt keine Schichtzulagen und Zeitzuschläge sowie Überstundenvergütung bei uns obwohl sie auf dem Papier zu finden sind. Wenn man morgens nach Hause geht wird die Zeit auch noch abgezogen und zwar zu einem höheren "Stundenanteil". Ich erwäge sowieso ob ich im Zusammenhang mit meiner Kündigung dagegen vorgehe, ich habe nämlich keine Lust dem Unternehmen was zu schenken.

habichnicht
14.10.2007, 11:12
Zwischenfrage @MatzeXXL:
Hast Du Dein Abi schon? Vielleicht muss er eine Facharbeit über die Arbeitsbedingungen von Krankenhausärzten schreiben?


Hi Matze, hier sind noch ein paar Links, die das Thema 'Arbeitszeiten im Krankenhaus' unter unterschiedlichen Aspekten beleuchten:

Ein Artikel, in dem Chirurgen der MHH 60 h/Woche gefordert haben und einige interessante Leserbriefe dazu: Link 1 (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=31515)

Noch mehr Zitate aus Leserbriefen zum Thema Arbeitszeiten findest Du dort: Link 2 (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=32590) (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=32590)

(http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=32590)

Viele empfinden die Forderungen nach Einhalten des Arbeitszeitgesetzes als Problem und wehren sich dagegen:
Link 3 (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=43599)
Link 4 (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=45210)


(http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=32590)

Relaxometrie
14.10.2007, 11:34
Hallo, MatzeXXL, beantworte doch bitte auch mal eine Frage:


Zwischenfrage @MatzeXXL:
Hast Du Dein Abi schon? Wann könntest Du mit dem Medizinstudium beginnen?

Relaxometrie
14.10.2007, 11:47
Hmmm, schade, daß Dich eine simple Frage schon so in Verlegenheit zu bringen scheint, daß Du nicht antworten kannst.
Wieso sollen sich hier eigentlich alle verrenken und Ihre Arbeitsumstände schildern, wenn Du null mitarbeitest?
*meinekonsequenzinbezugaufweitereanfragendeinersei tsistgezogen*

zweistein
14.10.2007, 12:37
Ich finde es schon legitim, sich vor der Aufnahme eines Studiums darüber zu informieren, welche Arbeitsbedingungen einen mal erwarten werden, und gerade bei den Arbeitsbedingungen der Ärzte ist es für Außenstehende sehr schwer, zwischen diversen aus taktischen Gründen verbreiteten Märchen und der Wirklichkeit zu unterscheiden.

Warum sollte man da nicht in einem Forum für Medizinstudenten und junge Ärzte nachfragen dürfen?