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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Massnahmen bei PC-Sucht



Schimmelschaf
11.01.2008, 12:54
Heute morgen kam ein Lehrer in unsere Klasse und schilderte uns folgendes Problem: Bekannte haben ein 13jährigen Sohn, der schon so PC-süchtig ist (hat einen eigenen in seinem Zimmer), dass er sich sogar nachts den Wecker stellt, um stundenlang irgendwelche Spiele zu spielen! Nimmt man ihm das Suchtmittel weg, reagiert er mit Aggression. Die Eltern sind verständlicherweise ziemlich verzweifelt.

Unsere "Ratschläge" gingen von mehr Sport, oder sonstigen fordernden Beschäftigungen ohne Computer, über Therapie bis hin zur Überwachung des PCs mit Hilfe von speziellen Programmen.


Wie würdet ihr bei solchen extremen Fällen vorgehen?

sama-doc
11.01.2008, 13:05
PC wegnehmen. Soll er doch aggressiv werden, dann tobt er sich aus und gut, aber anders begreift er nichts.

:-meinung

little_lunatic
11.01.2008, 13:14
radikale abstinenz. hat bei mir bisher immer geholfen. einfach die kiste kalt lassen. da merk man erstmal wieviel zeit man verpasst.

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11.01.2008, 14:18
Freundin ;-)



Abstinenz oder feste Zeiten die auch durchgesetzt werden. Ist Arbeit für die Eltern und geht nicht ohne.
Problem: Viele Eltern haben keine Ahnung bzw. wurden von ihrem Kiddie meist vor langer Zeit überflügelt --> Fachmann mit techn. Sachverstand vermutl. erforderlich...
Zum Schluß: Professionelle Hilfe.

Flauta
11.01.2008, 22:39
Kenne auch so einen Fall....
Die Eltern geben sich gegenseitig die Schuld...
Es wurde zwar versucht was zu machen, aber keiner wollte die Ernsthaftigkeit wahrhaben.
Resultat: bei Volljährigkeit können sie nichts mehr tun, und der Betroffene sieht die Notwendigkeit einer Thera nicht ein.....jetzt geht sein junges Leben den Bach runter....schwer

Hoppla-Daisy
11.01.2008, 22:45
Ein Grund, warum es bei uns keinen Compi im Kinder-/Jugendzimmer geben wird! Vor sowas hätt ich echt Schiss!

Flauta
11.01.2008, 22:49
Der hier trickst eine Eltern auch aus....
Ging nicht zur Schule um tagsüber zu schlafen, und er setzte sich den Wecker zur Nachtzeit, um seinen Online-Spielen fröhnen zu können.
Abi ging so grad, er studiert jetzt, im Ausland.
Die Eltern wissen nicht, ob er überhaupt zur Uni geht, oder was er treibt....sehr schwer

Hoppla-Daisy
11.01.2008, 22:54
Da hilft wohl nur eins: Computer raus aus dem Zimmer, Passwörter einrichten, DSL weg, mit Modem spielt es sich schlecht.... Kindersicherung rein.

Schimmelschaf
11.01.2008, 23:29
Aber alles mit Therapie oder? Weil meine Bedenken sind halt, dass der Junge dann komplett die Nerven verliert und seine Familie attackiert...

Evil
11.01.2008, 23:39
Mal ganz ehrlich, dann haben die Eltern aber erziehungsmäßig ziemlichen Mist gebaut. Sogar introvertierte Kinder wissen mit einem PC vernünftig umzugehen, wenn sie eine entsprechende Erziehung genossen haben und nicht gerade totale Psychopathen sind.

Insofern könnte man dem Lenchen das komplette MediaMarkt-Angebot ins Zimmer stellen ;-)

Flauta
11.01.2008, 23:42
Ja, in der gesamten Familie läuft so einiges schief...Eltern haben Komplexe...naja...
Das mit dem PC rausnehmen haben die alles schon versucht. Das Problem: die Familie besteht nicht aus Informatikern, der Sohn ist da am versiertesten und die anderen Kinder brauchen den PC und Internet für ihre Schularbeiten.

Wenn jem. grossjährig ist, haben die Eltern keine Handhabe mehr.
Zwangseinweisen geht nicht. Wenn er sich nicht helfen lassn will...

:-nix

Ulle
12.01.2008, 00:35
Computer raus aus dem Kinderzimmer finde ich ok, aber einem Kind in der heutigen Zeit den Zugang zu einem Rechner und dem Internet komplett zu verwehren seh ich eher bedenklich - beides sind Kernbereiche im Arbeits- und zunehmend auch Sozialleben der Zukunft und ich kenne genug Leute, die sich in der Jugend überhaupt nicht mit einem PC auseinandergesetzt haben und nun richtige Probleme haben.

Und die Computerspielesuchtdiskussion, die im Moment aufgezogen wird, führt in diesem Punkt genau in die falsche Richtung - Eltern müssen ihre Kinder im Umgang mit neuen Medien erziehen und überwachen, aber komplette Ablehnung ist sicher der falsche Weg. Im geschilderten Fall hier ist die Lage natürlich schwierig, aber generell sollte man sachlich bleiben (außerdem spiele ich auch gerne mal Computerspiele ;-)).

little_lunatic
12.01.2008, 00:45
also wenn er bei entzug die familie attackieren würde ist da sowieso was im argen.

Flauta
12.01.2008, 00:48
Aber nur mal die Frage rein juristisch-theoretisch:

Was hat man als Eltern zur Möglichkeit, einem uneinsichtigen, grossjährigen Kind zu helfen? Eigentlich ist man ja machtlos, oder?

little_lunatic
12.01.2008, 01:07
kommt aufs alter an.

Die Niere
12.01.2008, 10:29
Ein Grund, warum es bei uns keinen Compi im Kinder-/Jugendzimmer geben wird! Vor sowas hätt ich echt Schiss!Hmmm...dann weiss ich ja schon wieder nicht, was ich zu Weihnachten schenken soll :-D.

Ich glaube es ist wie immer. Wenn die Erziehung stimmt, klar Grenzen gesetzt werden und das Umfeld in Ordnung ist, kann ein PC im Kinderzimmer (MIT KLAREN REGELN) absoulut harmlos sein. Aber es ist ein sensibles Thema...

gruesse, die niere

little_lunatic
13.01.2008, 14:02
also ich hatte schon als kind einen pc und kann immer wieder davon profitieren. und geschadet hat es mir nicht - mein therapeut sieht das allerdings anders. ;-)

nee. mal im ernst: ist wie bei allen "potentiellen drogen": die menge macht das gift. wenn suchtpotential da ist wird sich immer ein medium finden. und das problem liegt ja meistens nicht im pc begraben oder in der flasche oder was auch immer. der eine kann den konsum händeln, der andere nicht. ist ja auch ein stück weit etwas das man lernen muss.

ich muss sagen ich finds gut dass ich mit einem pc halbwegs umgehen kann und nicht verzweifle und rumheul wenn man was dran machen soll und windows fenster die mir nix sagen mit ja und okay wegklicke. bin kein experte aber ein bisschen ahnung ist schon ne schöne sache. da bin ich schon froh dass ich schon als kind spielerisch damit anfangen konnte. will ja auch nicht zu den amish ;-) hier brauchst du einfach ahnung von technik. das fing sehr früh in der schule an dass ein pc zuhause und das wissen wie man damit arbeitet schlicht voraussetzung sind. und irgendwie muss man ja auch lernen seine zeit einzuteilen. direkt im kinderzimmer muss die kiste ja nicht stehen aber ein pc zugang fürs kind find ich schon nichts falsches. gibt auch coole lernprogramme - die fand ich immer sehr schön. mathe blaster und sowas :-top