Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das macht doch keinen Spaß mehr
condorito
29.01.2008, 17:39
Steht im DÄ mittlerweile noch was anderes ausser freien Stellen? :-oopss
Nunja,QM in allen Ehren,aber aus leidiger Erfahrung kann ich für meinen Teil nur sagen,daß die Form dann sehr hübsch ist,fachliche Kompetenz aber dezent unter den Tisch fällt.
Auch bei uns Kellerkindern ist der Nachwuchs nicht mehr vorhanden ( kein Wunder,bei den Soziopathen,die da teilweise rumschwirren,darf man ja gar keinem erzählen).
Aber ich erinnere mich gerne wieder zurück an meine wunderschöne Klinikzeit:
-Ambulante Patienten selber erfassen ( das kann man dem Pfortenpersonal ja nicht auch noch zumuten).
- Nächtliche,frustrane Diskussionen mit faulen Oberärzten ( "Es ist 2 Uhr und ich hab keinen Bock auf ne Nachkürette")
-Lustiges Durchschallen der kompletten P-Sprechstunde, 2x wöchentlich im Dienst,natürlich alleine und mit brummendem Kreißsaal
-mein persönliches Higlight war allerdings der Tag,als meine damaligen Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung einen Überlastungsantrag auf den Tisch geknallt haben ( einen Dienstplan nur noch mit 3 Mann zu schmeissen,war dann doch z derbe).
Resultat: ein eher belustigter als irgendwie besorgter Chef und eine verkniffene Verwaltungschefin. Ende vom Lied: 4 Leute haben gekündigt oder sind schwanger geworden:-)
- sehr hübsch auch die Bitte unseres lieben QMs, alle laparoskopischen Eingriffe der letzten 2 Jahre doch bitte mal eben nachzuverschlüsseln,das hätte er halt irgendwie vergessen. Unser Vorschlag,sein Gehalt und seinen Arbeitsvertrag gleich mit zu vergessen,wurde leider nicht umgesetzt.
Ist ja eh nicht so,daß man Patientinnen 2-3 mal verschlüsselt.
Die Frage,die ich mir derzeit stelle: Wie solls weitergehn?
Facharzt steht so in etwa 2010 an,und dann?
MVZ? Oberarztstelle? Ausland? oder doch lieber noch berufsbegleitende Maßnahmen nebenher und dann alternatives Berufsfeld?
Wenigstens gut zu wissen,daß ich mir alleine da nicht so nen Kopp mach
so long
Christoph_A
29.01.2008, 18:02
Ach ja, wie bekannt mir das doch alles vorkommt. Arbeit jetzt seit fast drei Jahren und immer, wenn ich dachte, es könnt nicht schlimmer werden, kam ein neuer Tiefschlag her. DRGs immer komplexer, die Assistellen immer weniger bei uns ( ach ja, schichteln kann man auch ohne Ärzte einzustellen, deformiert nur das System etwas ), der Durchsatzdruck immer höher, eine Pflegedienstleitung, die einfach hinter Deinem Rücken Patienten entlassen will ( nicht mehr bei mir, weil mit mir redet sie ja mom nicht, nachdem ich sie von Station geworfen habe :-top ) und ein Chef, der mich irgendwie an Comic Ali, den alten Pressesprecher von Saddam Hussein im Irakkrieg erinnert-lauter schöne Ansagen ohne jeden Inhalt oder Konsequenz. Könnt mehr :-kotz als ich essen kann-das Schlimme ist, daß ich kaum ein Haus in Muc kenne, an dems besser ist und bei uns hat man noch ne gute Ausbildung. Das ist mit das Einzige, was mich noch in dem Laden hält und die Aussicht, daß ich in ein paar Wochen Bergfest auf dem Weg zum Facharzt habe.
Wahnsinn, wie man degenerieren und abstumpfen kann!
John Silver
29.01.2008, 18:14
Naja...mit welcher Chirgurgie willst du denn anfangen?
Ist doch klar, dass es erstmal mit Hernien & Varizen losgeht, dann kommt die lap Chol oder der Blinsky, dann vielleicht die Lap Hernie und dann steigert man sich zur Schildkröte, der Hemicolektomie usw. Alles Eingriffe, die an einem normalgrossen Haus (Stellenschlüssel 3-5-10) geboten werden.
Das mit der Forschung ist natürlich ein Punkt, bei dem ich dir zustimmen kann.
gruesse, die niere
Es geht mir weniger darum, mit welcher Chirurgie ich anfangen soll. Anfänger bekommen zunächst immer Brot-und-Butter-Fälle, das ist klar. Die Perspektive ist es, die mich ankotzt. Amis bekommen Whipples etc. im fünften, manche auch schon im vierten Jahr. Nicht Hacken halten - machen. In vielen Programmen haben die nach 5 Jahren über 1000 Eingriffe eingeloggt, und dabei werden Sachen wie Würmer oder konventionelle Hernien gar nicht mitgezählt. In Deutschland ist man gerade mal im 14-15 Jahren nach Beginn der Weiterbildung soweit, mit wirklich komplexen OPs betraut zu werden, wenn überhaupt.
condorito
29.01.2008, 18:27
eine Pflegedienstleitung, die einfach hinter Deinem Rücken Patienten entlassen will ( nicht mehr bei mir, weil mit mir redet sie ja mom nicht, nachdem ich sie von Station geworfen habe :-top )
Ach,noch jemand mit so nem Besen am Hals? :-D
Es geht mir weniger darum, mit welcher Chirurgie ich anfangen soll. Anfänger bekommen zunächst immer Brot-und-Butter-Fälle, das ist klar. Die Perspektive ist es, die mich ankotzt. Amis bekommen Whipples etc. im fünften, manche auch schon im vierten Jahr. Nicht Hacken halten - machen. In vielen Programmen haben die nach 5 Jahren über 1000 Eingriffe eingeloggt, und dabei werden Sachen wie Würmer oder konventionelle Hernien gar nicht mitgezählt. In Deutschland ist man gerade mal im 14-15 Jahren nach Beginn der Weiterbildung soweit, mit wirklich komplexen OPs betraut zu werden, wenn überhaupt.
Die Forschung während Residency in den USA kannst du aber genauso, wenn nicht noch mehr knicken, als am kleinen Haus in D. Da du in den USA dafür einfach keine Zeit haben wirst. Viele Residency Programme sehen aber natürlich 1-2 Jahre Vollzeit Forschung vor, allerdings verlängert sich die Residency dann auch um diese Zeit. Also von der Forschungsseite kein so großer Unterschied.
Nicht Hacken halten - machen.
Es sind Haken Himmel Herrgott noch mal :-oopss
Und könnt ihr hier vielleicht mal aufhören, mir schon vor dem Berufsstart die Stimmung zu vermiesen? Ich fang gleich an zu heulen :-?
Genau all das ist der Grund, warum ich mich- obwohl mein Herz sehr an der Allgemeinmed hängt- in die Patho verabschiede.
Die Pathologie hat leider auch Nachteile: In der Praxis bist Du den ganzen Tag ans Mikroskop gefesselt und musst Deinen Einsendern, die keinen Schimmer vom Aufwand einer pathologischen Untersuchung haben, Zucker in den Hintern blasen, damit sie ihr Zeug nicht woanders hinschicken. An der Uni kannst Du dauerhaft nur bleiben, wenn Du eine wissenschaftliche Karriere einschlägst (Hochschulrahmengesetz) mit den üblichen Nachteilen (jahrelang abends im Labor stehen).
Es sind Haken Himmel Herrgott noch mal :-oopss
Und könnt ihr hier vielleicht mal aufhören, mir schon vor dem Berufsstart die Stimmung zu vermiesen? Ich fang gleich an zu heulen :-?
Gerade sind Tarifverhandlungen, nicht vergessen ;-) :-))
Gerade sind Tarifverhandlungen, nicht vergessen ;-) :-))
Was sollen wir denn mit Tarifverhandlungen? Arbeitszeitverhandlungen sind viel angebrachter :-keks
ausserdem ist es nur halb so wild, wenn du jedesmal am dienst-telefon sagst: "ja, ICH bin der diensthabende chirurg.." - demnäxt frag ich echt mal rück, warum sie denn sonst diese nummer gewählt hätten. wie die schwesternschülerin klinge ich nun nicht gerade.. und wenn du das oft genug pro tag sagst, streichelt es deinem ego natürlich immer.. (dass der diensthabende chirurg die arschkarte per se hat, ist klar, gell)
Was sollen wir denn mit Tarifverhandlungen? Arbeitszeitverhandlungen sind viel angebrachter :-keks
:-dafür Mir (habe ja noch nicht angefangen) macht der Job echt Spaß, aber Vollzeit reicht echt, Doppelzeit muss nicht sein. Ich bin ein Mensch, der sein Privatleben braucht. :-)
LG,
Ally
Was sollen wir denn mit Tarifverhandlungen? Arbeitszeitverhandlungen sind viel angebrachter :-keks
Ich meinte damit nur, dass in Zeiten von Tarifverhandlungen das Gejammer selbstverständlicherweise und sinnvoller ;-) Weise am größten ist.
Gerade sind Tarifverhandlungen, nicht vergessen ;-) :-))
Egal was ich verdiene, es ist mehr, als ich jetzt hab. Von daher ist es mir *fast* egal. Aber nach jahrelangem Hakenhalten und Nähen will ich selber mal schneiden.
condorito
29.01.2008, 18:55
Die Pathologie hat leider auch Nachteile: In der Praxis bist Du den ganzen Tag ans Mikroskop gefesselt und musst Deinen Einsendern, die keinen Schimmer vom Aufwand einer pathologischen Untersuchung haben, Zucker in den Hintern blasen, damit sie ihr Zeug nicht woanders hinschicken. An der Uni kannst Du dauerhaft nur bleiben, wenn Du eine wissenschaftliche Karriere einschlägst (Hochschulrahmengesetz) mit den üblichen Nachteilen (jahrelang abends im Labor stehen).
Das letztere Argument kann ich so nur bestätigen, Einsenderzufriedenheit halt ( am Mikroskop sitzen sollte kein Problem sein, ansonsten heißt es Berufswahl überdenken.)
An der Uni muss man halt wie überall aufpassen,daß man nicht zum Labor- und Sektionssklaven verkommt ( und daß kann an Instituten mit großem Personalschlüssel und eher mässigem Eingang sehr,sehr schnell passieren).
Interessanterweise sehe ich z.B. bei unseren Fortbildungen eher wenig junge Leute( was ich für mich sehr schade finde,da ich der einzige WB-Assi bin und mir manchmal der Austausch fehlt).
Nicht ganz vernachlässigen sollte man die Zukunftsfrage, den imho werden die niedergelassenen Pathologen bald deutlich zurückgehn.
lg
John Silver
29.01.2008, 19:12
Die Forschung während Residency in den USA kannst du aber genauso, wenn nicht noch mehr knicken, als am kleinen Haus in D. Da du in den USA dafür einfach keine Zeit haben wirst. Viele Residency Programme sehen aber natürlich 1-2 Jahre Vollzeit Forschung vor, allerdings verlängert sich die Residency dann auch um diese Zeit. Also von der Forschungsseite kein so großer Unterschied.
Das weiß ich. Ich verlängere eben lieber meine Residency, als völlig überarbeitet und kaputt auch noch den letzten Rest meiner Freizeit für die "Forschung" zu opfern.
John Silver
29.01.2008, 19:12
Es sind Haken Himmel Herrgott noch mal :-oopss
Und könnt ihr hier vielleicht mal aufhören, mir schon vor dem Berufsstart die Stimmung zu vermiesen? Ich fang gleich an zu heulen :-?
Ich bin müüüüde, Herrgott nochmal! :-D Natürlich sind es Haken.
Die Niere
29.01.2008, 19:19
Das weiß ich. Ich verlängere eben lieber meine Residency, als völlig überarbeitet und kaputt auch noch den letzten Rest meiner Freizeit für die "Forschung" zu opfern.Aber genau das kannst du an einer Uni ja auch machen...
Aber du hast schon recht, dass viele residency-Programme schön aufgebaut sind, aber Freizeit besitzt du in dieser Zeit auch keine. Alles hat so Vor- und nachteile...
gruesse, die niere
peter schlönzke
29.01.2008, 19:32
Du liebe Güte....wenn ich das hier so lesen, erwäge ich am Freitag nicht zu meinem ersten Tag zu erscheinen :-D
Bin sehr gespannt, wann ich mich hier einreihen werde.... Na so 6 Monate wird es hoffentlich zumindest dauern....
Schon erstaunlich, ich gehedavon aus, daß ihr zu Beginn genauso motiviert wie ich momentan bin, wart und nun...?
Kann Euch allerdings auch wirklich nur recht geben... Und das allerschlimmste... das hat man sich (zwar jahre zuvor) alles mal selber ausgesucht.....
:-keks
Fersenbein
29.01.2008, 19:36
Bin sehr gespannt, wann ich mich hier einreihen werde.... Na so 6 Monate wird es hoffentlich zumindest dauern....
bei mir waren es nicht ganz 6 Tage
Relaxometrie
29.01.2008, 19:56
Bin sehr gespannt, wann ich mich hier einreihen werde.... Na so 6 Monate wird es hoffentlich zumindest dauern....
Bei mir waren es ca. 3 Wochen.
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