Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Olympia in China
Hoppla-Daisy
25.03.2008, 10:10
Aber in den Lagern wurden nicht in der letzten Woche 20 oder mehr Menschen umgebracht. In China/Tibet aber schon. Ergo diskutieren wir jetzt über China.
Naja, in den letzten Wochen nicht, aber dafür seit Jahren, was es natürlich viel besser macht :-sleppy
[QUOTE=Hoppla-Daisy]Oh, wir reden hier NUR über China? Ok, dann reden wir über China!
QUOTE]
Ja, denn das ist der China-thread. Du kannst aber bei Bedarf bestimmt einen zu Abu Graib aufmachen.
Mit Taiwan weichst du zwar wieder aus, hast aber grundsätzlich Recht.
Die Frage ist doch: Wie soll die Welt mit einem politisch diktatorischen Riesenland umgehen, das seine "Nachbarn" Taiwan, Tibet, Nepal etc. jederzeit zerstören kann? Und nicht nur die. Die Auswirkungen eines so heiklen Riesen China auf die gesamte wirtschaftliche und politische Landschaft ist enorm.
Ausweichfragen bringen nichts.
Hoppla-Daisy
25.03.2008, 10:21
Ich weiche nicht aus, ich erweitere um eine weitere Facette! Das ist ein Unterschied!
*ausklink, weil Diskussion zu doof*
Ist jetzt vielleicht ein wenig provozierend, aber Hitler hat ja auch mal die Olympiade ausgerichtet.
Feuerblick
25.03.2008, 11:13
Seit wann gibt es bei Menschenrechtsverletzungen ein "Böse" und ein "bißchen böse"? Spannend!
Bei einem Land, das für all diese Dinge lange Jahre bekannt ist, hätte man eben auf diesen Vertrauensvorschuss verzichten sollen, weil eigentlich absehbar war, was genau jetzt wieder hochkocht (mein Respekt vor den Tibetern, die natürlich schon einen geschickten Zeitpunkt gewählt haben mit ihrem Aufmucken...). Es gab in der Vergangenheit Länder, bei denen war zumindest absehbar, dass sie Veränderungen vornehmen möchten. China wollte das nie (du schreibst es selbst) - also zieht das Argument nicht. Ergo: Da man zum Zeitpunkt der Vergabe längst wusste, was man jetzt auch weiss, hätte man entweder damals konsequent sein müssen oder muss jetzt in den sauren Apfel beißen. Vielleicht lernt man ja etwas daraus. :-nix Die große Debatte kommt jedenfalls Jahre zu spät und ist gänzlich unnütz.
Seit wann gibt es bei Menschenrechtsverletzungen ein "Böse" und ein "bißchen böse"? Spannend!
Bei einem Land, das für all diese Dinge lange Jahre bekannt ist, hätte man eben auf diesen Vertrauensvorschuss verzichten sollen, weil eigentlich absehbar war, was genau jetzt wieder hochkocht (mein Respekt vor den Tibetern, die natürlich schon einen geschickten Zeitpunkt gewählt haben mit ihrem Aufmucken...). Es gab in der Vergangenheit Länder, bei denen war zumindest absehbar, dass sie Veränderungen vornehmen möchten. China wollte das nie (du schreibst es selbst) - also zieht das Argument nicht. Ergo: Da man zum Zeitpunkt der Vergabe längst wusste, was man jetzt auch weiss, hätte man entweder damals konsequent sein müssen oder muss jetzt in den sauren Apfel beißen. Vielleicht lernt man ja etwas daraus. :-nix Die große Debatte kommt jedenfalls Jahre zu spät und ist gänzlich unnütz.
Wo schreibe ich, dass China das nie wollte? Ich bin kein Wahrsagerin ;-) Und: Das Argument zieht nicht? Na ja, man nennt dieses Argument immerhin Integration. Vielleicht sollten wir doch nicht ganz darauf verzichten. China zu isolieren ist nicht möglich. It´s one world.
Dass sich China wirtschaftlich geöffnet hat, ist positiv. Ein total (wirtschaftlich + politisch) abgekapselter Staat ist immer eine Black Box und gefährlich (z.b. Nordkorea). Was China aber alles so tut, um wirtschaftlich erfolgreicher zu werden und vor allem politisch, ist abzulehnen. Wie geht es denn vielen Chinesen? Auch unterdrückt, von Haus und Hof verjagt, bei Opposition nicht selten in Gefahr einfach abgeurteilt zu werden. In China muss eine kritische öffentliche Meinung entstehen. Ich habe auch den Eindruck, das tut sie. Und da ist es gut, dass wir im Dialog bleiben (vor allem mit dem Volk, das ja auch unter der Aggressionspolitik seiner politischen "Vertreter" leidet oder sogar stirbt) und die Spiele nicht absagen, aber GLEICHZEITIG massiv auf Menschenrechtsverletzungen hinweisen. BEIDES muss getan werden. Wir werden uns mit China auseinandersetzen müsssen.
Ist jetzt vielleicht ein wenig provozierend, aber Hitler hat ja auch mal die Olympiade ausgerichtet.
War ja klar, daß das kommen musste. Du hast verloren :-))
http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Gesetz
Meint,
Hypnos
Hoppla-Daisy
25.03.2008, 12:44
*unterm Tisch liegt und nach Luft japst* :-)) :-)) :-))
War ja klar, daß das kommen musste. Du hast verloren :-))
http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Gesetz
Meint,
Hypnos
Aber das macht den Rest meiner posts hier ja nicht ebenfalls obsolet. Auch Godwins Gesetz selbst könnte man als Totschlagargument auslegen.Ich finde schon, dass ich da einige gute Gedanken zum Thema China aufgeworfen habe. Auf die wird gar nicht eingegangen...
Schade eigentlich, dass man nicht richtig hier diskutieren kann, sondern einer immer versucht, dem anderen eines reinzuwürgen (inklusive kindischer Schadenfreude)... So kann man globale Fragen natürlich nicht diskutieren. :-nix
Sind Fragen China bezüglich nicht wichtiger + interessanter als "hahaha Funny hat mal etwas wenig sachliches" geschrieben?
Feuerblick
25.03.2008, 13:32
Ich finde schon, dass ich da einige gute Gedanken zum Thema China aufgeworfen habe. Auf die wird gar nicht eingegangen...
Anscheinend sind deine Diskussionspartner eben NICHT der Meinung, dass du so viele gute Gedanken zum Thema aufgeworfen hast. Auf die guten wurde ja eingegangen... oder? :-nix
Übrigens erscheint die Diskussion mit einem Menschen, der jegliche Argumente zu "Totschlagargumenten" herabwürdigt, auch recht sinnlos zu sein. :-nix
synosoph
25.03.2008, 14:07
Dass sich China wirtschaftlich geöffnet hat, ist positiv. Ein total (wirtschaftlich + politisch) abgekapselter Staat ist immer eine Black Box und gefährlich (z.b. Nordkorea). Was China aber alles so tut, um wirtschaftlich erfolgreicher zu werden und vor allem politisch, ist abzulehnen. Wie geht es denn vielen Chinesen? Auch unterdrückt, von Haus und Hof verjagt, bei Opposition nicht selten in Gefahr einfach abgeurteilt zu werden. In China muss eine kritische öffentliche Meinung entstehen. Ich habe auch den Eindruck, das tut sie. Und da ist es gut, dass wir im Dialog bleiben (vor allem mit dem Volk, das ja auch unter der Aggressionspolitik seiner politischen "Vertreter" leidet oder sogar stirbt) und die Spiele nicht absagen, aber GLEICHZEITIG massiv auf Menschenrechtsverletzungen hinweisen. BEIDES muss getan werden. Wir werden uns mit China auseinandersetzen müsssen.
Worauf basiert diese deine Einschätzung der Lage in China eigentlich? Woher, aus welchen Quellen stammen deine Informationen und die daraus gefolgerten Ansichten?
Worauf basiert diese deine Einschätzung der Lage in China eigentlich? Woher, aus welchen Quellen stammen deine Informationen und die daraus gefolgerten Ansichten?
1. Zeitungslektüre seit Jahren regelmäßig
2. Abgeschlossenes Politik-Studium ( Schwerpunkt Internationale Beziehungen) + abgeschlossenes BWL-Studium
3. Biographien über Mao Tse-Tung, diverse Literatur über das chinesische Staatssystem
4. die schließlich daraus gefolgerten Ansichten entstammen keinen Quellen, sondern meinem eigenen Kopf :-top (MERKE: Traue keinen Quellen völlig blind!!!)
Was mich interessiert, ist: Wie soll die Staatengemeinschaft mit China umgehen? Keine Antworten hier bisher. Wäre doch interessant eure Meinungen zu hören. Oder habt ihr keine?
PS: Da du so streng nach Quellen gefragt hast. Ich finde jeder, der sich regelmäßig aus verschiedenen seriösen Zeitung über China und Tibet informiert, einen gesunden Menschenverstand hat und genügend Empathie und Menschenfreundlichkeit besitzt, KANN und DARF eine Einschätzung der Lage bringen. Es muss nicht jeder ausgewiesener Spezialist sein. Auch ein Herr Steinbrück hat seine Berater und Staatssekretäre. Wir alle sind Bürger, die sich einmischen sollten und dürfen.
synosoph
25.03.2008, 15:14
PS: Da du so streng nach Quellen gefragt hast.
Hab ich das? Streng? Ich glaube nicht.
Mich interessierte einfach, ob du schon einmal vor Ort warst oder direkte Kontakte oder Freundschaften zu chinesischen Bürgern pflegst.
Was mich interessiert, ist: Wie soll die Staatengemeinschaft mit China umgehen?
Da stellt sich doch sofort die Frage, welche Staatengemeinschaft du meinst. Die Europäische? Die Euroatlantische? Die UNO? Letztere schließt ja China wiederum mit ein. Ich weiß nicht, ob wir überhaupt anfangen sollten so dichotom zu denken und zu handeln. Bei näherer Betrachtung ist es mit den oben genannten "Gemeinschaften" im eigentlichen Wortsinn auch gar nicht so gesund bestellt.
Welchen Bereich genau meinst du? Den persönlichen, den institutionellen, den politischen Umgang mit "China"?
Hab ich das? Streng? Ich glaube nicht.
Mich interessierte einfach, ob du schon einmal vor Ort warst oder direkte Kontakte oder Freundschaften zu chinesischen Bürgern pflegst.
Da stellt sich doch sofort die Frage, welche Staatengemeinschaft du meinst. Die Europäische? Die Euroatlantische? Die UNO? Letztere schließt ja China wiederum mit ein. Ich weiß nicht, ob wir überhaupt anfangen sollten so dichotom zu denken und zu handeln. Bei näherer Betrachtung ist es mit den oben genannten "Gemeinschaften" im eigentlichen Wortsinn auch gar nicht so gesund bestellt.
Welchen Bereich genau meinst du? Den persönlichen, den institutionellen, den politischen Umgang mit "China"?
Jeden Umgang, jede Gemeinschaft und jede Ebene der Kommunikation. Je mehr Dialog mit einem Staat, desto besser. Dass die olympischen Spiele boykottiert werden sollen, finde ich süßen Nonsens. Aber dass dort ein wenig protestiert wird etc. ist meiner Meinung nach sowieso unausweichlich. Da werden wir sicherlich noch einige Bilder sehen....
Meine Freundin Yimeng kommt aus Peking und wir diskutieren oft über China. Chinas Politik, Chinas Wirtschaft, Chinas Einstellung zu Menschenrechten, Chinas reiche kulturelle Geschichte... alles.
Gast26092018
25.03.2008, 15:49
Aber dass dort ein wenig protestiert wird etc. ist meiner Meinung nach sowieso unausweichlich. Da werden wir sicherlich noch einige Bilder sehen
Das Problem ist nur das die Chinesen diese Bilder nie zu sehen kriegen weil alles vor der Übertragung zensiert wird :-? es gibt keine Live Übertragungen...
Und der Internetzugang in China ist ebenfalls eingeschränkt...
Das Problem ist nur das die Chinesen diese Bilder nie zu sehen kriegen weil alles vor der Übertragung zensiert wird :-? es gibt keine Live Übertragungen...
Und der Internetzugang in China ist ebenfalls eingeschränkt...
TROTZDEM.
Dürfen Chinesen eigentlich in die Stadien bzw. können sie sich das leisten? Werde ich mal in Erfahrung bringen.
Meine Freundin Yimeng kommt aus Peking und wir diskutieren oft über China. Chinas Politik, Chinas Wirtschaft, Chinas Einstellung zu Menschenrechten, Chinas reiche kulturelle Geschichte... alles.
Mal eine Frage: warum wohnt denn Deine Freundin jetzt hier?
Oder solltet Ihr tatsächlich eine der fernsten Fernbeziehungen führen, von denen ich jemals las?
Mal eine Frage: warum wohnt denn Deine Freundin jetzt hier?
Oder solltet Ihr tatsächlich eine der fernsten Fernbeziehungen führen, von denen ich jemals las?
Obwohl ich nicht weiß, was das mit dem Thema zu tun hat und insbesondere dich angeht, antworte ich trotzdem.
1. Yimeng ist 28. Kam mit 20 nach Deutschland, lernte die Sprache, studierte hier Informatik. Wir haben uns bei dem Unternehmen kennengelernt, für das ich 2 Jahre gearbeitet habe. Wir wohnen beide in München.
2. Fernbeziehung trifft es folglich nicht. Sie ist ganz einfach eine Freundin.
3. Ihr scheint sehr an mir interessiert zu sein, aber können wir nichtmal wieder auf Sachebene diskutieren? Also on-topic? Dem Titel des Threads gemäß? ;-)
Ganz offtopic und doch passend zum Thema. Wer im Ostblock aufgewachsen ist, wird sich sicherlich an die riesigen Logos, die fast jeden Sportsaal und Stadion geziert und ungefähr die gleiche Botschaft hatten, unabhängig von Land und Sprache. Das, woran ich mich erinnere, lautete (ungefähr übersetzt): "Der Sport für eine friedliche Welt". So war es halt damals im Ostblock, als die Mauer noch da war und die Männer der Spitze der "freien" Welt Brezhnev, Andropov, Chernenko und Gorbatschov hießen. Der Sport (wie fast alles im Land), instrumentalisiert als Mittel der Politik und degradiert zum Träger von billigem Propaganda. Botschaft: "wir sind die guten, die sind die bösen". Oder so ungefähr. Wo ganze Sitzungen des Politbüro des ZK der KPdSU dem politischen Einfluß und Bedeutung des Schach-Weltmeisters gewidmet wurden und wo es den Herren in diesem edlen Gremium mulmig gewesen ist, daß nicht der linientreue Karpov, sondern der quirlige Armenier Gary Kasparov diese Krone innehatte. Schön war's. Schöne Welt. Mit einem Makel - es ging nicht um Sport dabei, es ging um Politik. Eine nie dagewesen Jugendsportförderung gab es, damit zukünftige Medaillenträger so früh wie möglich gefunden und gefördert werden konnten. Was auch gut war. Bis es um die Medaillen bei Olympia, EM und WM ging. Medaillen um jeden Preis. Doping, brutalste Trainingmethoden und und und. Wozu? Um die Weiterentwicklung des Sports und der Sportler voranzutreiben? Nix da. Um mehr politischen Einfluß zu gewinnen. Und die Sportler glichen wohl den Affen, die man hoch auf die Palme schickt, um Kokosnüsse zu holen. Und in den (Ostblock)Sportzeitungen jener Tage wurde natürlich konsequent jede höchstleistung des "westlichen" Sports zerredet. Bis jedes Kind wußte, daß Sportler aus den USA, BRD, etc. massivst mit Doping und Co. bescheißen. Ums Geld natürlich. Glücklicherweise fiel die Mauer, und man dürfte endlich auch erfahren, daß die vermeintlich "gute" Seite damals genauso beschissen hat. Nicht ums Geld, um politischen Einfluß. Ein Stückchen zusätzlicher Information, nötig, um die Einsicht zu gewinnen, daß es dabei wohl garnicht um Sport gegangen ist.
Und heute und hier diskutiert man um Olympia in China und ob die Spiele boykottiert werden oder als Vehikel für sonstige Prosteste dienen sollen/können/müssen. Lustig. Kleine Frage an die Boykott-Bewfürworter: fällt euch nicht auf, daß ihr mit der gleichen Motivation an die Sache herangeht wie die werten Politbüro-Herren damals? Als ob man nicht aus diesem Fehler lernen konnte. Und wenn nicht daraus, wieso dann nicht aus den beiden lächerlichen Sommer Olympia-Boykotte 1980 und 1984? Und last but not least, auch aus Rücksicht auf die Sportler. Nicht jeder, der seiner Geburt wegen unfreiwillig zum einen oder anderen Lager gehört, hat für sich selbst auch die "korrekte" (in den Augen des Betrachters) Meinung. Siehe Bobby Fischer. Oder Gary Kasparov. Oder Arvydas Sabonis. Oder Vyacheslav Fetisov. Jeder Versuch, den Sport zur politischen Waffe zu degradieren ist 1. Von vornherein zum Scheitern verurteilt; 2. Lächerlich und 3. Tut dem Sport nicht gut.
Kann man es nicht einfach sein lassen?
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