Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Olympia in China
Da magst du mit deinem letzten Satz Recht haben. Wir sollten also tendenziell diktatorische Staaten freundlicher und tendenziell unterdrückten Staaten etwas kritischer entgegentreten.
Das war jetzt nicht ganz das, was ich meinte, scheinbar hab ich wohl zu anspruchsvoll formuliert.
Oder aber Du läßt Dir vielleicht den kleinen Tip von Niere mit der differenzierten Betrachtungsweise nochmal durch den Kopf gehen...
Noch so ein reißerischer Artikel der bösen Medien:
http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/ausland/artikel/536/169045/
Feuerblick
15.04.2008, 09:26
Tja, Funny... und genau solche Kommentare bringen eine Diskussion schlichtweg nur am Stammtisch in der Kneipe weiter...:-top
@ Die Niere @synophos @ Feuerblick @ Evil
Und WIE könnt ihr euch als Bewohner eines mitteleuropäischen Landes eine "differenzierte" Meinung über die Zustände in China bilden? Wie genau geht ihr dabei vor? Viele unterschiedliche europäische bzw. internationale Zeitungen lesen? Vor Ort hinfahren, um sich selber zu informieren? Mit AI telefonieren? Ab wann ist eine Einschätzung differenziert genug in euren Augen? Und vor allem, wer von euch betreibt denn diesen Aufwand?
Welchen Quellen "vertraut" ihr? Fände ich mal ganz aufschlußreich, nachdem ihr ja auch die Arroganz besitzt, mich hier als undifferenziert abzu-urteilen.
@ Niere:
Du sprachst sogar von einer "ehrlichen Meinung". Was genau ist das denn?
synosoph
15.04.2008, 11:59
[...] @synophos [...]
Mein User heißt synosoph! :-)
Feuerblick
15.04.2008, 12:05
@Funny: Da uns nicht die Möglichkeit offen steht, vor Ort Informationen einzuholen, bevorzuge ich die Methode, bei der ich mir die Berichte beider Seiten durchlese, davon die Hälfte abziehe und von der Hälfte ein Viertel glaube. Soll heißen: Diese mediale Dramatisierung von beiden Seiten ist Stimmungsmache und wer sich da dranhängt, der sollte Diskussionen wirklich nur am Stammtisch führen...:-meinung
synosoph
15.04.2008, 12:14
Vielleicht sollten wir auch mal zwei Diskussionen auseinanderhalten:
1. Die Frage nach den Menschenrechten weltweit.
2. Die Kritik an der medialen Diskussion im Zusammenhang mit Olympia.
Es ist mir gestattet, die Medien zu kritisieren, ihre Pauschalisierungen, die teilweise kampagnenartige Berichterstattung abzulehnen, ohne mich daraufhin gegen den Vorwurf verteidigen zu müssen, ich verniedliche oder unterstütze gar irgendeine Form von Menschenrechtsverletzungen.
Ich lebe nun einmal in diesem Land, spreche seine Sprache, lese hier Zeitung, schaue hier Fernsehen, höre hier Radio und begreife mich als Teil des demokratischen Gemeinwesens. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass wir jene Prinzipien wie Unparteilichkeit und Gerechtigkeit, die wir von "anderen" einfordern, zunächst einmal bei uns selbst anwenden. Freiheit und Demokratie genießen wir nicht deshalb, weil sie in unserer Verfassung festgeschrieben sind, sondern dann, wenn wir uns stets darum bemühen.
Ein fernöstliches Sprichwort lautet: "Bevor du die Welt verbessern willst, gehe dreimal durch dein eigenes Haus."
Die Niere
15.04.2008, 12:53
Noch so ein reißerischer Artikel der bösen Medien:
http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/ausland/artikel/536/169045/Und dieses Verhalten stellt einen der Hauptgründe dafür dar, dass man sehr schnell die Lust verliert mit dir zu "diskutieren", weshalb ich mir jetzt nicht die Mühe mache und Zeit dafür verschwende meinen Standpunkt klarer zu machen.
gruesse, die niere
PS: Darfst jetzt gerne noch Kommentare wie "Hab ich mir doch gedacht, dass du den Schwanz einziehst & keine gescheiten Antworten auf meine Fragen kennst" loslassen ;-)
Und WIE könnt ihr euch als Bewohner eines mitteleuropäischen Landes eine "differenzierte" Meinung über die Zustände in China bilden? Wie genau geht ihr dabei vor? Viele unterschiedliche europäische bzw. internationale Zeitungen lesen? Vor Ort hinfahren, um sich selber zu informieren? Mit AI telefonieren? Ab wann ist eine Einschätzung differenziert genug in euren Augen? Und vor allem, wer von euch betreibt denn diesen Aufwand?
Oh, das ist ganz einfach. Im Gegensatz zu Dir bilde ich mir nicht ein, eine fundierte Meinung dazu haben zu können, daher hast Du diesbezüglich auch noch keine ernstgemeinten Vorschläge meinerseits zu einem Vorgehen für/gegen China lesen können ;-)
Und im Wesentlichen hat Synosoph dasselbe formuliert, was bei genauem Lesen durchaus offenkundig ist.
4 Personen - One Voice. Danke für eure Antworten.
Avalanche
16.04.2008, 10:43
Und WIE könnt ihr euch als Bewohner eines mitteleuropäischen Landes eine "differenzierte" Meinung über die Zustände in China bilden?
Indem man - zum Beispiel - beobachtet, was China unter welchen Umständen wie macht, worauf es mit Dialog reagiert, worauf nicht.
Einfaches Bsp: Taiwan und das Anti Abspaltungsgesetz. Inital kam man in Taiwan da ins Zittern, bis die Juristen es den eigenen Taiwanern auseinanderklamüserten: Das AAG bedeutet allererst Sicherheit für Taiwan.
Und zwar in dem Sinne, dass Hu Jintao hat mit diesem AAG gezeigt hat, dass er logisch und juristisch denkt, politische Rahmenbedingungen vorgibt und nicht je nacht Tagespolitik rumeiert und dass er an einer Destabilisierung mit Taiwan nicht interessiert ist.
In Taiwan ist das AAG dann recht schnell mit Aufatmen aufgenommen worden, Chen hat für seine "Unabhängigkeitspolitik" die Klatsche der Wähler bekommen und seit Ma Yingjiu dabei ist den Präsidentensattel zu besteigen. schicken sich beide Seiten an, dort weiterzumachen wo sie vor ca 8 Jahren aufgehört haben.
Der Westen - also wir - hat Gleiches jahrzehntelang während des kalten Krieges gemacht: Rahmenbedingungen vorgegeben. Und der Osten ebenso. Das nannte man zT: Vertrauensbildende Massnahmen. Denn das Bestreben war auf beiden Seiten jeden Abrüstungs - und Öffnungsschritt an berechenbare Bedingungen zu knüpfen.
Oder indem man - anderes Beispiel - zB beobachtet in welchen Bereichen China - das damit meist sehr zögerlich umging - Hilfe aus dem Ausland erbittet oder akzeptiert: Das ist derzeit *auch* der Umweltschutz. Es hat sich dort inzwischen bis ganz Oben die Erkenntnis durchgesetzt, dass die derweilige Zerstörung das Potential hat, den bisher erreichten Aufschwung komplett zu torpedieren. Mit allen Folgen, auch was die Einheit der Nation betrifft.
Auch wenn in dem folgenden Link - meiner Meinung nach - ein - ideologisch bedingt - zT etwas geschöntes China Bild gezeichnet wird, ein paar Kernpunkte sind durchaus nachdenkenswert, besonders auch was die Zugehörigkeit Tibets zu China betrifft und vor allem was Proteste durch den Sport betrifft:
Die Sportler nun verpflichten zu wollen, sich während der Spiele öffentlich politisch zu äußern, erscheint ausgesprochen ambivalent. Zum einen können die Sportler nicht nachholen, was die Politik versäumt hat; Proteste würden auch wenig bringen, weil sie schon auf Grund der Sprachbarriere nicht gegenüber den Bürgern Chinas geäußert werden könnten; auch würden solche Proteste eher auf Ablehnung unter der chinesischen Bevölkerung stoßen. Sie blieben somit ein symbolischer Akt, der weitgehend nur vom Westen zur Kenntnis genommen würde
http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/die-verteufelung-chinas/?src=HL&cHash=f0496a0e8d.
Auszeichnungen durch mich, weil ich diese Argumente - was den Sport betrifft - für besonders bedeutsam halte. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob der Protest eigentlich wirklich *für* Tibet stattfindet oder nicht eher - aus diffusen Ängsten geschürt - gegen China, dabei in erster Linie aber "für uns selbst". Als Anaesthetikum sozusagen: Jetzt haben wir aber alles getan was wir konnten: Wir haben unser Gesicht gewahrt, und China seines verloren. Ziel erreicht?
salut, Avalanche
synosoph
16.04.2008, 13:44
Auszeichnungen durch mich, weil ich diese Argumente - was den Sport betrifft - für besonders bedeutsam halte. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob der Protest eigentlich wirklich *für* Tibet stattfindet oder nicht eher - aus diffusen Ängsten geschürt - gegen China, dabei in erster Linie aber "für uns selbst". Als Anaesthetikum sozusagen: Jetzt haben wir aber alles getan was wir konnten: Wir haben unser Gesicht gewahrt, und China seines verloren. Ziel erreicht?
Sehr guter Einwand. Sehe ich ähnlich.
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