Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Es wird Zeit - der "warum ich GERNE Arzt bin"-Thread...
Kackbratze
27.04.2011, 12:04
Wertstoffe ist wohl passender.
Eigentlich bin ich auch noch gerne Arzt...aber ich wäre es noch viel gernerer, wenn
a) die Bezahlung dem Arbeitsaufwand angeglichen werden würde (Nachtdienste, Wochenenddienste, Rufdienste, Notarztdienste etc.)
b) dieses vollkommen überflüssige System von Chef-, Ober-, Mittel- und Unterärzten endgültig abgeschafft werden würde
c) dieser unsägliche Papierwust endlich auf den Scheiterhaufen verbannt würde (und, wie zum Beispiel in den Niederlanden, ein unterschriebener Aufklärungsbogen als verstanden angesehen wird, und nicht noch zusätzlich durch überflüssige handschriftliche Bemerkungen ergänzt wird)
d) wir dieses schwachsinnige Budget-System nicht mehr hätten, in dem sich die niedergelassenen Kollegn aus Regress-Angst weigern, an und für sich sinnvolle und dem Patienten nützende Medikamente weiterzuverordnen
e) es mehr Patienten mit marginalem Verständnis dafür gäbe, daß (wir sehen uns im Polizei-Thread) ihr Organismus kein altersschwacher PKW ist, den man durch Teile-Austausch wieder auf Vordermann bringen kann
f) endgültig eine Trennung von Forschung und Klinik durchgeführt würde. Kein Zweifel, es geht nicht ohne Forschung, aber es ist mir nach wie vor nicht zu vermitteln, warum ein klinisch erfahrener Kollege einen habilitierten und damit weitaus weniger klinisch erfahrenen Kollegen vor die Nase gesetzt bekommt
g) man Patienten auch - bei entsprechender Prognose - mal von den verschiedenen Fachrichtungen gehen lassen dürfte.
h) Medizin endlich wieder als ein kollegiales Miteinander statt eines stetigen Grabenkampfes zwischen "Gut" und "Böse" angesehen werden würde
i) man mal ernsthaft darüber nachdenken würde, ob alles was gemacht werden kann auch gemacht werdenmuss
I have a dream...:-dafür
Hypnos
Schlachtermeister
27.04.2011, 19:22
Du spielst zu viele schlechte Adventures und schaust zuviel Fernsehen.
ja genau... ich habe gar kein fernseher und das schon seit vielen jahren. aber analysiere schön weiter. oder versuche es wenigstens...
Thomas24
01.05.2011, 00:22
Eigentlich bin ich auch noch gerne Arzt...aber ich wäre es noch viel gernerer, wenn
a) die Bezahlung dem Arbeitsaufwand angeglichen werden würde (Nachtdienste, Wochenenddienste, Rufdienste, Notarztdienste etc.)
b) dieses vollkommen überflüssige System von Chef-, Ober-, Mittel- und Unterärzten endgültig abgeschafft werden würde
c) dieser unsägliche Papierwust endlich auf den Scheiterhaufen verbannt würde (und, wie zum Beispiel in den Niederlanden, ein unterschriebener Aufklärungsbogen als verstanden angesehen wird, und nicht noch zusätzlich durch überflüssige handschriftliche Bemerkungen ergänzt wird)
d) wir dieses schwachsinnige Budget-System nicht mehr hätten, in dem sich die niedergelassenen Kollegn aus Regress-Angst weigern, an und für sich sinnvolle und dem Patienten nützende Medikamente weiterzuverordnen
e) es mehr Patienten mit marginalem Verständnis dafür gäbe, daß (wir sehen uns im Polizei-Thread) ihr Organismus kein altersschwacher PKW ist, den man durch Teile-Austausch wieder auf Vordermann bringen kann
f) endgültig eine Trennung von Forschung und Klinik durchgeführt würde. Kein Zweifel, es geht nicht ohne Forschung, aber es ist mir nach wie vor nicht zu vermitteln, warum ein klinisch erfahrener Kollege einen habilitierten und damit weitaus weniger klinisch erfahrenen Kollegen vor die Nase gesetzt bekommt
g) man Patienten auch - bei entsprechender Prognose - mal von den verschiedenen Fachrichtungen gehen lassen dürfte.
h) Medizin endlich wieder als ein kollegiales Miteinander statt eines stetigen Grabenkampfes zwischen "Gut" und "Böse" angesehen werden würde
i) man mal ernsthaft darüber nachdenken würde, ob alles was gemacht werden kann auch gemacht werdenmuss
I have a dream...:-dafür
Hypnos
Amen!:-dafür:-dafür
Feuerblick
01.05.2011, 00:24
*seufz* Ich sage es ungern und es ist mir unheimlich, aber mehrheitlich bin ich auch :-dafür
Eigentlich bin ich auch noch gerne Arzt...aber ich wäre es noch viel gernerer, wenn ... I have a dream...
also auch auf die Gefahr hin, dass ich so richtig nerve, weil ich immerwieder den gleichen Sch... schreibe...
Nicht alle Deine Punkte werden hier im Norden erfüllt, aber doch der eine oder andere und in den meisten Punkten liegt Schweden deutlich näher am Traumziel... mal drüber nachgedacht? Als Facharzt kannst Du Dir im Moment quasi frei aussuchen wo Du hinwillst...
Feuerblick
09.05.2011, 17:54
Naja, aber nicht jeder will unbedingt in den ganz hohen Norden umziehen, eine neue Sprache lernen und in einem fremden Land leben. So sehr mich die Bedingungen hier nerven - Ausland ist und bleibt für mich keine Alternative...
Naja, aber nicht jeder will unbedingt in den ganz hohen Norden umziehen, eine neue Sprache lernen und in einem fremden Land leben. So sehr mich die Bedingungen hier nerven - Ausland ist und bleibt für mich keine Alternative...
Die Frage ist doch aber wieviel man bereit ist zu ertragen... ich hatte die Schnauze voll vom verarscht werden und habe die Konsequenzen gezogen, die ich für richtig gehalten habe. Das sieht bei anderen natürlich völlig anders aus und nichts liegt mir ferner als hier missionieren zu wollen. Das mit dem inneren Schweinehund ist halt so eine Sache. Steht jemand hinter einer solchen Aussage wie Du sie da gemacht hast, dann ist das eine Sache über die man nicht diskutieren muss... ich unterstelle aber vielen, dass der Grund fürs Bleiben nicht die Tatsache ist, dass es ihnen in Deutschland so unglaublich gut gefällt, sondern dass sie einfach zu faul oder zu feige sind über den Tellerrand zu blicken obwohl der Leidensdruck so gross ist, dass es für Dauerjammerei problemlos reicht. Ich will damit keinesfalls Dir, lieber Feuerblick, an die Karre fahren. Ich nehme Dir wie gesagt Dein Statement ab, bei vielen anderen allerdings habe ich so meine Zweifel.
Relaxometrie
09.05.2011, 19:58
ich hatte die Schnauze voll vom verarscht werden und habe die Konsequenzen gezogen, die ich für richtig gehalten habe
Ich könnte in Deinen alten Postings nachlesen, aber ich stelle die Frage einfach mal:
Bist Du alleine, oder mit "Anhang" nach Schweden gegangen? Mit einem/r Partner/in im Schlepptau ist es ja eine andere Sache, als sich alleine in die (zumindest anfängliche) soziale Einöde zu begeben. Ob man sich vom Beruf so weit regieren lassen soll, daß man ein intaktes soziales Umfeld für bessere Arbeitsbedingungen aufgibt, ist eine Frage, die gut zu überlegen ist.
Feuerblick
09.05.2011, 19:59
*grins* Jammern bringt ja auch eine gewisse Befriedigung. :-)) Aber ich würde in einem fremden Land mit fremder Sprache, so gern ich so etwas vielleicht tun würde, schlichtweg eingehen. Ich beneide die Menschen, die abenteuerlustiger sind... ich bin es nicht. Und da ich Deutschland und die Tatsache, alle mir lieben Menschen in problemlos erreichbarer Entfernung zu haben, sehr mag, wäre Ausland nicht die Alternative. Eher ausweichen in patientenferne Gebiete...
Kann schon sein, dass manch einer vielleicht zu faul oder zu feige ist, aber viele fürchten sich vermutlich vor fremder Sprache, fremdem Land und irgendwie auch fremder Mentalität...
Ich könnte in Deinen alten Postings nachlesen, aber ich stelle die Frage einfach mal...
Wir sind zu fünft "ausgewandert" (ich hasse das Wort, klingt immer gleich nach RTL2). Geholfen hat die Tatsache, dass wir in Deutschland knapp zwei Jahre vorher schonmal umgezogen waren und kaum "Umfeld" hatten. Unsere Familien haben sich damit abgefunden und die Tatsache, dass man ab Frankfurt nach ca. fünf Stunden bei uns ist macht es einfacher. Die "anfängliche soziale Einöde" hat sich als nichtexistent herausgestellt. Wir haben quasi von Deutschland aus ein Haus in einem fantastischen Wohngebiet gekauft und richtig tolle Nachbarn erwischt. War vielleicht hoch gepokert, aber jeder gewinnt auf seine Weise im Lotto... :-)
Relaxometrie
09.05.2011, 20:22
Wir sind zu fünft "ausgewandert"
Das ist einerseits natürlich viel mehr Aufwand, als wenn man sich mal eben alleine aus dem Staub macht. Aber andererseits nimmt man sein soziales Umfeld teilweise direkt mit :-))
Ob man sich als Single in dem neuen Umfeld leichter oder schwerer tut, ist wahrscheinlich nicht pauschal zu sagen. Aber man tut sich wohl schwerer, sein soziales Umfeld in Deutschland einfach mal zu verlassen.
Schlachtermeister
13.05.2011, 20:02
ich schätze es ist einfacher alleine umzuziehen. Ich kann gnuffs Eindruck nachvollziehen: die meisten jammern, aber die eier dazu die richtige Konsequenz zu ziehen (auswandern) haben sie nicht. Dann sollte man nicht jammern, sondern sich damit abfinden oder deutlich machen, dass man dafür andere Vorteil hat. aber das ist in deutschland mission impossible, es wird immer ein nörgelverein bleiben.
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