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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mit der "Pille" länger fruchtbar?



Karoline.Walter
10.08.2008, 19:26
Hallo,

ich habe mich mal was gefragt... Und zwar wenn eine Frau die Pille nimmt, dann wird dem Körper ja "vorgetäuscht", dass er schwanger sei. Dementsprechend kommt es ja dann auch nicht zum Eisprung. Dann werden ja auch keine Eizellen verbraucht. Dementsprechend müsste man doch eigentlich länger fruchtbar sein, oder?
Also, ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht so ist, aber kann mir jemand mal meinen Gedankenfehler aufzeigen? Danke :)

Gersig
10.08.2008, 19:30
Du brauchst ja nicht nur die Eier, sondern auch den entsprechenden Hormonhaushalt. Und der lässt in der Menopause ja deutlich zu wünschen übrig ;-)

Karoline.Walter
10.08.2008, 19:36
Ich dachte immer, dass der Eivorrat limitierend wäre, und der veränderte Hormonhaushalt dann zustande kommt, weil es eben keine Eier mehr gibt.
Also, heißt das, dass die Frau dann schon länger Eier hat, aber diese atretisch werden, weil der Hormonhaushalt nicht mehr passt?

Ich merke gerade, dass es ein bisschen komisch ist, im Zusammenhang mit Frauen von Eier zu sprechen... aber ihr wisst schon, wie ich das meine. ^^

Karoline.Walter
10.08.2008, 19:42
Ach, ja...noch gleich eine Frage, wo ich schon mal Experten hier habe.
Es geht um die Befruchtung.
Die Oozyte vollendet ja nach Eindringen des Spermiums die Meiose und hat dann den einfachen Chromosomensatz mit 1 Chromatid (1n1c). Und das Spermium ja auch.
Dann verdoppeln sich der haploide mütterliche und der haploide väterliche Vorkern und werden dann jeweils zu? 1n2c? Oder 2n1c?
Und dann vereinigen sich mütterlicher und väterlicher Vorkern zur Zygote? Was hat die denn? 2n2c?

Ich habe das nie so ganz verstehen und hier im Forum muss man sich auch für so eine Frage nicht schämen. :-)) :-love [-::-]

Alcyon
10.08.2008, 20:12
Ach, ja...noch gleich eine Frage, wo ich schon mal Experten hier habe.
Es geht um die Befruchtung.
Die Oozyte vollendet ja nach Eindringen des Spermiums die Meiose und hat dann den einfachen Chromosomensatz mit 1 Chromatid (1n1c). Und das Spermium ja auch.
Dann verdoppeln sich der haploide mütterliche und der haploide väterliche Vorkern und werden dann jeweils zu? 1n2c? Oder 2n1c?
Und dann vereinigen sich mütterlicher und väterlicher Vorkern zur Zygote? Was hat die denn? 2n2c?

Ich habe das nie so ganz verstehen und hier im Forum muss man sich auch für so eine Frage nicht schämen. :-)) :-love [-::-]

Aus 1n1C des Spermatozoons wird im väterlichen Vorkern 1n2C. Aus 1n1C der Oozyte (nach der zweiten Reifeteilung) wird im mütterlichen Vorkern 1n2C.
Macht in der Zygote also 2n4c - das wird auf zwei Tochterzellen verteilt.

McBeal
10.08.2008, 20:16
Also, heißt das, dass die Frau dann schon länger Eier hat, aber diese atretisch werden, weil der Hormonhaushalt nicht mehr passt?

So ist es.



Ich merke gerade, dass es ein bisschen komisch ist, im Zusammenhang mit Frauen von Eier zu sprechen... aber ihr wisst schon, wie ich das meine. ^^
Nun, eigentlich ist es eher falsch, im Zusammenhang mit Männern von Eiern zu sprechen. Die haben nämlich keine, Frauen schon. ;-)

LG,
Ally

SarahT.
10.08.2008, 20:20
McBeal, weißt Du denn, wieso genau sich die GnRH-Ausschüttung irgendwann verändert?

Geerthe
10.08.2008, 20:21
also, ich werde mal versuchen dir da ein bisschen weiter zu helfen...

...wenn ich es richtig sehe, haben frauen zwar einen limitierten "eiervorrat", aber der ist trotzdem so reichlich, dass wir nicht alle in unserem leben verbrauchen können. demnach ist es ganz egal, ob du zwischendurch die pille genommen hast oder nicht.
die wechseljahre kommen halt, wie schon gesagt, durch die hormone zustande.

zu der frage mit dem chromosomensatz kann ich nur so viel sagen, dass es soweit richtig ist, was du beschriben hast. aus den beiden haploieden sätzen wird halt wieder ein ganzer. also mit 2n. was das mit dem "c" auf sich hat weiß ich leider nicht, dass ist mir bisher noch nicht untergekommen...
...und aus den keimzellen werden dann die omnipotenten zygoten...
...aber ganz so sicher wei´ß ich jetzt auch nicht mehr, was da so genau war... :)

also, ich hoffe ich konnte dir jedenfalls ein bisschen helfen.
lg geerthe junior :-winky

SarahT.
10.08.2008, 20:22
Aus 1n1C des Spermatozoons wird im väterlichen Vorkern 1n2C. Aus 1n1C der Oozyte (nach der zweiten Reifeteilung) wird im mütterlichen Vorkern 1n2C.
Macht in der Zygote also 2n4c - das wird auf zwei Tochterzellen verteilt.

Und gibt ergibt dann jeweils 2n1c. Man darf halt nicht den Fehler machen und denken: 2n4c : 2 = 1n2c.

Triality
10.08.2008, 22:45
Und gibt ergibt dann jeweils 2n1c. Man darf halt nicht den Fehler machen und denken: 2n4c : 2 = 1n2c.

2n2c, soweit ich weiß (die Chromatidenzahl ist auf den Gesamten Chromosomensatz bezogen, nicht auf die einzelnen haploiden Sätze).

SarahT.
10.08.2008, 22:47
2n2c, soweit ich weiß (die Chromatidenzahl ist auf den Gesamten Chromosomensatz bezogen, nicht auf die einzelnen haploiden Sätze).

Also, 2n2c ist es erst nach der DNA-Verdoppelung. Bei einer normalen Zelle ist es 2n1c.

Foreman
11.08.2008, 07:52
Zur Eingangsfrage:Laut unserem Anatomie-Prof. ist noch nicht abschließend untersucht, ob die Pille quasi Eizellen "einspart". Das sei noch unklar.
Aber praktisch macht das wohl keinen Unterschied, siehe Geerthes Ausführungen.

Resi-B
11.08.2008, 14:16
Also unser BC-Prof hat uns "gelehrt", dass der Eisvorrat limitierend ist.
Kurze Zeit später kam mir genau die Frage, die jetzt diesen Thread beschäftigt...
Habe es mir so erklärt, dass letztlich die Hormonumstellung der Menopause überwiegt, schließlich hat man vor der Pubertät - trotz vorhandener Eier - auch keinen Zyklus.

alley_cat75
11.08.2008, 16:20
Also unser BC-Prof hat uns "gelehrt", dass der Eisvorrat limitierend ist.

Mein Eisvorrat geht auch langsam zu Ende. Dabei hat mein Dienst gerade erst begonnen. :-( Dieser thread erinnert mich an die Frage, ob Frauen, die die Pille nehmen/genommen haben, öfter Zwillinge bekommen. :-))

Triality
11.08.2008, 23:33
Also, 2n2c ist es erst nach der DNA-Verdoppelung. Bei einer normalen Zelle ist es 2n1c.

Das wäre meiner Logik nach 2n4c :-)) Aber kann auch sein, dass dies in verschiedenen Lehrbüchern verschieden gehandhabt wird (wie so oft).

SarahT.
11.08.2008, 23:36
Das wäre meiner Logik nach 2n4c :-)) Aber kann auch sein, dass dies in verschiedenen Lehrbüchern verschieden gehandhabt wird (wie so oft).

Ich sehe es hier gerade vor mir im Biobuch. :D
Kann aber natürlich sein, dass das in den Büchern überall anders steht...wäre ja nicht das erste Mal.

Keenacat
12.08.2008, 11:33
Hallo,

ich habe mich mal was gefragt... Und zwar wenn eine Frau die Pille nimmt, dann wird dem Körper ja "vorgetäuscht", dass er schwanger sei.
dazu muss ich grad nochmal was sagen. :-)) das ist ein klassisches beispiel für ein missverständnis, das zu merkwürdigen verhaltensweisen bei frauen führt, denen die medizinische grundbildung fehlt.
ich mach ehrenamtlich sexualaufklärung an schulen, und ich begegne regelmäßig mädchen, die der festen überzeugung sind, dass ein schwangerschaftstest während der pilleneinnahme positiv ausfallen würde. warum das höchst ungünstig ist, kann man sich wohl denken. im schlimmsten fall wird so ein mädel einen positiven schwangerschaftstest abtun oder einen negativen schwangerschaftstest als beweis sehen, dass die pille nicht wirkt wie sie soll.

die aussage ist aber nicht nur vom schwangerschaftstest (also dem beta-hcg) her betrachtet falsch:
der zustand mit pille entspricht von den hormonkonzentrationen her keinesfalls einer schwangerschaft (die mit hohen progesteron- und östradiol-konzentrationen einhergeht). die hormonkonzentrationen sind sogar niedriger als in der zweiten zyklushälfte (=lutealphase) und entsprechen eher denen in der follikelphase (erste zyklushälfte).
die pille täuscht dem körper keine schwangerschaft vor, sie erhält die follikelphase.
der elende schwangerschaftsvergleich ärgert mich jedes mal aufs neue. zumal viele frauenärzte den ebenfalls benutzen (und die müssten es ja nun wirklich besser wissen).

Simone_th
30.08.2008, 13:53
dazu muss ich grad nochmal was sagen. :-)) das ist ein klassisches beispiel für ein missverständnis, das zu merkwürdigen verhaltensweisen bei frauen führt, denen die medizinische grundbildung fehlt.
ich mach ehrenamtlich sexualaufklärung an schulen, und ich begegne regelmäßig mädchen, die der festen überzeugung sind, dass ein schwangerschaftstest während der pilleneinnahme positiv ausfallen würde. warum das höchst ungünstig ist, kann man sich wohl denken. im schlimmsten fall wird so ein mädel einen positiven schwangerschaftstest abtun oder einen negativen schwangerschaftstest als beweis sehen, dass die pille nicht wirkt wie sie soll.

die aussage ist aber nicht nur vom schwangerschaftstest (also dem beta-hcg) her betrachtet falsch:
der zustand mit pille entspricht von den hormonkonzentrationen her keinesfalls einer schwangerschaft (die mit hohen progesteron- und östradiol-konzentrationen einhergeht). die hormonkonzentrationen sind sogar niedriger als in der zweiten zyklushälfte (=lutealphase) und entsprechen eher denen in der follikelphase (erste zyklushälfte).
die pille täuscht dem körper keine schwangerschaft vor, sie erhält die follikelphase.
der elende schwangerschaftsvergleich ärgert mich jedes mal aufs neue. zumal viele frauenärzte den ebenfalls benutzen (und die müssten es ja nun wirklich besser wissen).

Ja, ich fahre dabei auch jedes mal aus der Haut. Angeblich ist diese Aussage Standard im Aufklärungsunterricht. Und da die Jugend doch nicht so dumm ist, wie die Lehrer immer meinen, und die Mädels dann ihre logischen Folgerungen ziehen, glauben sehr viele, mit der Pille sind sie laut Test immer schwanger. Das ist wirklich übel, ist ja das gleiche, wie wenn man allen Schülern einhämmert, die im Mittelalter glaubte man, die Erde sei eine Scheibe (da raufen sich wieder die Mittelalter-Historiker die Haare).

Aber wenn wir bei der saloppen Sprache bleiben wollen: Die Anzahl "Eier" ist hoch genug, also keine Angst. Ist nicht so, wie wenn man 6 Frühstückseier in die Pfanne haut und die Packung dann leer ist.

Grundsätzlich hat die Pille keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit nach deren Absetzung. Man hört aber das Gegenteil, das sich aus der ganz einfachen Logik ergibt: Schätze mal, etwa 80% der heterosexuellen Frauen haben über einen längeren oder kürzeren Zeitraum die Pille eingenommen. Wird später ein Unfruchtbarkeit diagnostiziert, dann ist häufig eben die Pille "schuld".
Tendenziell kann man nur sagen, Frauen welche lange die Pille nehmen, sind eher unfruchtbar -nicht wegen der Pille, sondern weil sie erst im fortgeschrittenen Alter ihren Kinderwunsch in die Tat umsetzen wollen - und da ist es in vielen Fällen schon zu spät.

Ach ja, gilt natürlich nicht im Fall von Endometriose und Ovarialzysten. Da kann die Einnahme der Pille sich positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken (über den Zeitpunkt der Einnahem hinaus natürlich :-))