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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachteilsausgleich nicht IMMER ein vorteilhaft?



Unregistriert
21.08.2008, 15:53
Hi,

es ist jetzt schon in einigen Posts angeklungen, dass der Nachteilsausgleich EVENTUELL, UNTER BESTIMMTEN BEDINGUNGEN zu einem Strick werden kann für den Prüfling. Aus den Regeln für die Nachteilsausgleich-Geschichte kann ich mir diese Situation nicht herleiten.

Wie kann der Nachteilsausgleich zu Problemen führen, d.h. welche Konstellation muss auftreten?

fotzipoepsel
21.08.2008, 16:52
ob der nachteilsausgleich wirklich ein nachteil ist, ist immer ansichtssache.

ich bin selber ein "opfer" dieses nachteilsausgleichs - und habe keinen nachteil erfahren, ganz im gegenteil.

fakt ist, es gibt beim nachteilsausgleich wie immer rundungsgrenzen ... die fallen einmal günstiger und mal ungünstiger aus - das ist der einzigste punkt der einem manchmal ungerecht vorkommen kann.

hier mal mein physikum durchgerechnet:


F08 - Bestehensgrenze: 181 (von 317 erreichbaren Punkten, 3 Fragen gestrichen.)


somit benötigt man zum Bestehen - 57,097792% der erreichbaren Punkte.


- ohne die gestrichenen fragen habe ich 180 punkte erreicht -> DURCHGEFALLEN! :-kotz

aber: 2 von den gestrichenen fragen hatte ich richtig.



somit wird meine bestehensgrenze neu berechnet:

erreichbare punktzahl: 317+2= 319
erreichte punktzahl: 180+2= 182
bestehensgrenze wie oben: 57,097792% von 319= 182,14195584 -> gerundet: 182


- also doch bestanden! :-top



jetzt aber die crux des ganzen - und eben der stein des anstosses bei einigen - rechnet man die bestehensgrenzen durch für die gestrichenen fragen:


1 gestrichene frage richtig:

erreichbare punktzahl: 317+1= 318
erreichte punktzahl: 180+1= 181
bestehensgrenze wie oben: 57,097792% von 319= 181,57097792 -> gerundet: 182

-> nicht bestanden!

2 gestrichene frage richtig:

erreichbare punktzahl: 317+2= 319
erreichte punktzahl: 180+2= 182
bestehensgrenze wie oben: 57,097792% von 319= 182,14195584 -> gerundet: 182

-> bestanden.

3 gestrichene frage richtig:

erreichbare punktzahl: 317+3= 320
erreichte punktzahl: 180+3= 183
bestehensgrenze wie oben: 57,097792% von 320= 182,71293375 -> gerundet: 183

-> bestanden.

hätte ich also nur 1 von den gestrichenen richtig beantwortet dann wäre ich durchgefallen, mit 2 oder 3 hätt/habe ich dann wiederum bestanden. voll an der grenze. knapper wäre nicht mehr gegangen ;-)

die bestehens / notengrenzen werden immer mit der maximal erreichbaren punktezahl berechnet. zu diesen max. erreichbaren punkten zählen die gestrichenen, die man richtig hatte mit dazu.

warum nicht generell nach unten gerundet wird ist mir nicht ersichtlich - liegt wohl in der natur der berechnungen verborgen.

lg
chris

Unregistriert
21.08.2008, 16:57
Nach Deinen Berechnungen wäre die Aussage, dass es zu einem Nachteil führen kann also falsch. Richtig ist viel mehr, es KANN zu einem Vorteil führen, aber da müssen eben ganz bestimmte Bedingungen erfüllt sein. ?

fotzipoepsel
21.08.2008, 17:29
es ist irgendwie beides - vorteil und nachteil. es kommt immer auf den blickwinkel drauf an.

die meisten meinen, sie müssten die gestrichenen fragen, die sie richtig beantwortet haben als bonuspunkte erhalten, ohne die mögliche max. erreichbare punktzahl und bestehensgrenze anzupassen.

das wäre allerdings ein nachteil für die leute, die diese punkte nicht ergattert haben. so bleibt die bestehensgrenze für alle gleich - die einen hatten nur weniger erreichbare punkte als die anderen. aber letztendlich brauchen alle 57,097792% zum bestehen ... die einen halt von 317 und die anderen von 320 punkten ...

einige fühlen sich aber benachteiligt weil sie zum beispiel mit 1 richtig beantworteten gestrichenen frage nur auf 181 punkte kommen. im ersten moment denkt man mit 181 hat man bestanden ... aber diese punktzahl gilt nur mit max 317 erreichbaren fragen ... aber wenn man eine gestrichene richtig hat, dann konnte man diesen punkt ja auch erreichen [man hat es ja getan] und somit gilt für die berechnung eben meine oben errechnete bestehensgrenze: 182 ... man braucht also 182 ... hat 181 und ist somit durchgefallen !

ist etwas komplex den gedanklichen transfer zu schaffen - und ganz besonders wenn man wegen einem punkt durchs physikum fällt und irgendwie versucht diesen verflixten einen punkt zu ergattern. das ist echt der absolute horror und ich kann mit jedem mitfühlen.

auf meiner ergebnismitteilung steht auch so schön: ich hab 180 punkte erreicht ... ich bräuchte zum bestehen 181 ...

wenn man das so liest denkt man man ist durchgefallen ... und die haben einem 2 punkte geklaut. es steht dann drunter im kleingedruckten: die prüfung wird mit "ausreichend" bewertet.

lg
chris

Primicerius
22.08.2008, 11:56
Ich muss dazu noch mal was fragen:

Wenn 3 Fragen gestrichen werden udn diese als nicht gestellt gelten, egal ob man jetzt einen Punkt bekommt oder nicht, muss es dann nicht so sein, dass die 60 %-Grenze sinkt???

Denn 60 % von 320 gestellten Fragen sind 192 Punkte
60% von 317 sind aber nur 190,2 Punkte.

Muss das denn nichta uch irgendeine Rolle spielen bei der Berechnung der Bestehensgrenze?

Und noch was:

Wieso wird der Nachteilausgleichspunkt mit auf die maximal erreichbare Punktzahl gerechnet? Wenn 3 Fragen gestrichen werden, sinkt die Maximale Punktzahl auf 317 wenn ich alle 3 richtig hatte oder den Punkt nach dem Nachteilsausgleich bekomme, dann habe ich zwar 3 Punkte extra, aber die werden doch nicht auf die 317 maximal erreichbaren wieder addiert

bei dem obigen Beispiel: ich habe 180 punkte von 320
3 Fragen werden rausgenommen, bleiben 317 maximal erreichbare
ich habe die 3 Fragen richtig, bekomme dadurch 3 extra punkte = 180 + 3 = 183
somit habe ich doch 183 von 317 oder verstehe ich die regelung falsch? Anders macht es doch keinen sinn.

QWERTZU
22.08.2008, 12:28
"Extrapunkte" bekommst Du, wenn ich das richtig verstanden habe, auf keinen Fall.

Momentan hast Du 180 von 320, das macht 56,25%.

Zum Bestehen sind (nach aktueller Prognose) 184 von 320 nötig, dies entspricht 57,5%.

Werden drei Fragen gestrichen, kann es sein, dass Du unabhängig davon, ob Du sie richtig oder falsch hast, profitierst: 180 von 317 macht plötzlich schon 56,78%.

THawk
22.08.2008, 13:43
Es zählt als Gesamt-Fragenanzahl für die Berechnung der 60% immer die für dich richtige Fragenzahl.

Also, Beispiel mit 2 Fragen, bei denen jeweils 2 Antworten als richtig anerkannt sind:

Du hast beide falsch -> 318 Fragen insgesamt, Bestehensgrenze bei 60% von 318.
Du hast bei einer Frage eine der beiden richtigen Antworten angekreuzt -> diese Frage zählt für dich als richtig, die Bestehensgrenze wird mit 60% von 319 gerechnet.
Du hast bei beiden Fragen eine der beiden richtigen Antworten -> beide Fragen zählen als richtig für dich, Bestehensgrenze mit 60% von 320 gerechnet.

Bei all diesen Fällen greift aber auch noch die 22%-Regelung bzgl. der Referenzgruppe, sodass da wieder unterschiedliche Fälle auftreten können.

Der Knackpunkt ist der, dass die Bestehensgrenze "erstmal" für den Fall angegeben wird, dass du beide Fragen falsch hattest. Du hast aber wahrscheinlich beim Auszählen der IMPP-Tabellen die beiden Fragen als richtig mitgezählt. Dann schaust du in die Tabelle für den Nachteilsausgleich und erlebst u.U. das böse Erwachen. Da deine Bestehensgrenze aufgrund der höheren Gesamt-Fragenzahl auch höher liegt.

Ich hoffe, das war verständlich?

Ciao, Lars

fotzipoepsel
22.08.2008, 14:16
es geht um die MAXIMAL erreichbare punktzahl - üblicherweise 320 wenn keine fragen gestrichen werden.

werden fragen gestrichen, dann zieht man diese von den 320 punkten ab. es werden also 4 fragen gestrichen ... somit konnte man nur 316 fragen erreichen.

ABER: wenn du die gestrichenen fragen richtig hast ... dann werden diese punkte wieder aufaddiert zu der maximal erreichbaren punktezahl.

weil: sonst hättest du bonuspunkte.

überlegen wir mal:
jemand erreicht ALLE punkte mit gestrichenen fragen - sprich er/sie hat dann: 320 von 316 ... wie soll das bitte gehen ? kriegt der dann eine 1 mit sternchen ?

das wäre unfair den anderen gegenüber die diese fragen nicht richtig beantwortet hatten .... die kriegen diese bonuspunkte nicht.

die bestehensgrenze ist immer die gleiche - in beiden fällen braucht man immer 60% zum bestehen ... IMMER! und das ist der entscheidende punkt ... beim einen fall brauchst du halt 60% von 316 fragen - weil 4 fragen die du eh falsch hattest gestrichen wurden ... und im anderen fall z.B. 60% von 318 fragen ... weil du zwei gestrichene richtig hast ... fakt ist aber: beide brauchen 60% ... für beide ist die bestehensgrenze immer die 60%. der vorteil ist aber: wenn man dir richtige gestrichene mit reinrechnet dann verschieben sie dein richtig-/falschantworten-verhältnis zu deinen gunsten.

lg
chris

Primicerius
22.08.2008, 15:45
Ok, danke. Jetzt habe ich dieses komplizierte System verstanden.